Exegese des ersten Korintherbriefes 3,1 - 10


Seminararbeit, 2008

27 Seiten, Note: 1-


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.0 Einleitung
1.1 Korinth
1.2 Gemeindegründung
1.3 Gemeindesituation
1.4 Jahr der Abfassung

2.0 Kontext

3.0 Exegese
3.1 Textabschnitt 3,1 —3,4
3.1.1 Einführung zu3,1 — 3,4
3.1.2 Erklärung der einzelnen Verse
3.1.2.1 Vers 1
3.1.2.2 Vers 2
3.1.2.3 Wortstudie zu nveu^a als Abwendung zum GapKG
3.1.2.4Wortstudiezu GapKG
3.1.2.5 Vers 3
3.1.2.6 Vers 4
3.2 Textabschnitt 3,5-3,9
3.2.1 Einführung zu 3,5 - 3,9
3.2.2 Erklärung der einzelnen Verse
3.2.2.1 Vers 5
3.2.2.2 Vers 6
3.2.2.3 Vers 7 und 8
3.2.2.4 Vers 9
3.3 Textabschnitt 3,10 - 4,2
3.3.1 Einführung in 3,10 - 4,2
3.3.2 Erklärung des Verses
3.3.2.1 Vers 10

4.0 Schluss

1. Einleitung

Der gesamte erste Korintherbrief bezieht sich sehr stark auf die Probleme, Fragen und Nöte, die in derjungen Gemeinde von Korinth auftraten. Der Apostel Paulus versucht durch seinen Brief, die christliche Theologie in der Praxis ersichtlich zu machen. Dies kommt besonders im ersten Korintherbrief stark zum Ausdruck. Von diesem Standpunkt aus muss der erste Korintherbrief gesehen und auch verstanden werden.[1]

1.1 Korinth

Die Stadt Korinth gehörte in der Zeit des ersten Korintherbriefes zu den größten und wohlhabendsten Städten des Mittelmeerraumes. Ihre Ausdehnung betrug bis zu 600 ha. Dies konnte sie erlangen, weil sie in einer fruchtbaren Ebene lag und dazu noch zwei Häfen besaß. Die Stadt Korinth hatte dazu noch eine 6 km lange Rollbahn eingerichtet, auf der die Schiffe über den Landweg vom Korinthischen Golf zum Sardonischen Golf gebracht werden konnten.verband die Stadt Korinth den Orient mit dem Okzident. Hinzu kam auch noch, dass sich in Korinth ein Finanz- und Bankzentrum etablierte. Das Handwerk von Korinth war obendrein noch im ganzen Mittelmeerraum bekannt. Zudem war die Stadt auch für ihre Istmischen Spiele, die alle zwei Jahre stattfanden, bekannt.

Bei diesen Spielen gab es neben sportlichen Wettkämpfen auch Wettbewerbe in Musik, Kunst, Rhetorik und Malerei. All diese Faktoren führten zum Erblühen der Stadt.[2] Die Stadt Korinth hatte wohl um die 100 000 Einwohner, wovon wohl 1/3 Sklaven waren.

Die Zusammensetzung der Einwohner war wohl sehr gemischt.gab es neben der einheimischen griechischen Bevölkerung wohl einen Teil, der aus römischen Veteranen bestand, die nach ihrer Dienstzeit in Korinth angesiedelt wurden. Ein anderer Teil bestand aus Zuwanderern aus dem östlichen Gebiet des Römischen Reiches. Darunter befand sich auch ein großer Teil aus Juden. In der Stadt waren zudem eine sehr große Anzahl von verschiedenen Religionen und Kulten vertreten.werden in dem Bericht von Pausanias, der über 100 Jahre nach Paulus in Korinth war, Tempel und Anbetungsstätten von römischen, griechischen, ägyptischen und anderen Gottheiten erwähnt.[3] Der Ruf der Stadt war denkbar schlecht. Nicht nur, dass die Stadt eine Hafenstadt war und allein deshalb schon sehr stark zur Zügellosigkeit neigte, in ihr befand sich wohl auch ein Tempel der Aphrodite, in dem sich die Priesterinnen gegen Geld prostituierten.kam es auch dazu, dass diese Stadt sprichwörtlich für Zügellosigkeit wurde.[4]

1.2 Gemeindegründung

Die Gemeindegründung kann man nach Apostelgeschichte 18 auf Paulus zurückführen. Paulus kam während seiner zweiten Missionsreise, nachdem er Philippi, Thessalonich, Beröa und Athen besucht hatte, alleine nach Korinth. Seine beiden Mitarbeiter, Silvanus und Timotheus, kamen aber bald nach. Paulus fing in der Synagoge von Korinth an zu predigen, und dort bekehrten sich auch die ersten zum christlichen Glauben. Unter ihnen waren auch der Synagogenvorsteher Krispus und seine Familie.[5] Zudem traf Paulus in Korinth auch schon auf Christen, nämlich auf das Ehepaar Aquila und Priska, die wegen des Judenedikts von Kaiser Claudius aus Rom (49 n. Chr.) geflohen waren. Bei diesem Ehepaar wohnte und arbeitete Paulus als Zeltmacher, um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Als dann aber seine Mitarbeiter eintrafen, konzentrierte sich Paulus nur noch auf die Gemeindegründungsarbeit. Den Beginn der Gemeindegründung kann man wohl zwischen 49 und 52 n. Chr. datieren.[6] Paulus verbrachte etwa anderthalb Jahre in Korinth, was im Vergleich zu den anderen Städten sehr lange war. Das lässt darauf schließen, dass Paulus diese Gemeinde ganz besonders am Herzen lag und dass er diese Gemeinde als besonders wichtig erachtet hat.

1.3 Gemeindesituation

Wie groß die korinthische Gemeinde zur Zeit des ersten Korintherbriefes war, kann man nicht genau bestimmen. Nach 1 Kor. 11,20 hat sich die Gemeinde in einem Haus versammelt. Dies lässt eher darauf schließen, dass die Gemeinde nicht so zahlreich war. Doch dann heißt es in 1 Kor. 11,30, dass schon etliche krank und gestorben seien. Dies klingt hingegen eher nach einer größeren Gemeinde. Zudem kennen wir die Namen von 14 Christen aus Korinth.[7] Hans-Joseph Klauck geht davon aus, dass die Gemeinde während des ersten Korintherbriefes nicht mehr als 200 Mitglieder gezählt hat.[8]

Die Gemeinde bestand wohl zum größten Teil aus Heiden, was auch die Probleme im sexuellen Bereich erklärt. Aber es gab wohl auch eine beträchtliche Anzahl von Juden, die sich zum Glauben an Jesus Christus bekehrt hatten. Diese Juden bildeten wohl auch die Partei des Kephas.

Vom sozialen Stand her waren die meisten Gemeindemitglieder wohl eher ärmere Leute. Es handelte sich bei ihnen um Sklaven, Freigelassene, Lohnarbeiter, Matrosen und Handwerker. Die Minderheit der Gemeinde bestand wohl aus Besser-Gestellten.[9]

1.4 Jahr der Abfassung

Bei dem Jahr der Abfassung des ersten Korintherbriefes ist sich die Wissenschaft weitgehend einig darüber, dass dieser Brief zwischen 52 - 55 v. Chr. von Paulus in Ephesus verfasst worden ist. Wolfgang Schrage legt sich bei seiner Datierung noch genauer fest und bestimmt das Frühjahr 54 oder 55 n. Chr. als das Abfassungsdatum des Briefes.[10]

2. Kontext

Der Abschnitt in 1 Korinther 3,1 - 10 befindet sich in dem Teilabschnitt von 1 Korinther 1,10- 4,21. In diesem Teilabschnitt geht Paulus auf das Problem der Gruppenbildung und Spaltung in der korinthischen Gemeinde ein. Er hat durch die Leute der Chloe erfahren, dass es in der Gemeinde deswegen Probleme gäbe und möchte nun zu ihrer Klärung beitragen (l,llff). Dazu legt Paulus erst einmal die Situation dar, wie sie ihm berichtet worden ist.beschreibt er in l,l0- 17 welche verschiedenen Gruppen sich in der Gemeinde gebildet haben und betont dabei, dass er froh ist, dass er nur ein paar Leute getauft hat, da sie sonst sagen würden sie, er hätte die Menschen auf seinen Namen getauft. Dann geht erin l,l8-25 drauf ein, dass Gott den Unsinn der Predigt vom Kreuz Jesu dazu verwendet hat, um die Menschen zu retten. Dabei betont Paulus, dass Gott gerade diesen Weg gewählt hat, um die Menschen, die weise sind und Gott trotz ihrer Weisheit nicht erkannt haben, zu beschämen. In l,26-3l fordert Paulus dann die Gemeinde auf, sich selbst im Spiegel zu betrachten. Hier zeigt er ihnen auf, dass es keinen Grund gibt, stolz auf sich selbst zu sein, denn Gott hat sie, die Dummen dieser Welt erwählt, um die Weisen zu beschämen.

In2,l -5 beschreibt Paulus die Art und Weise, wie er selbst unter den Korinthern gewirkt und gearbeitet hat. Er betont, dass er die Menschen nicht mit seiner Rhetorik, was er als ausgebildeter Theologe bestimmt hätte tun können, beeindruckt hat, sondern dass er in Schwachheit kam, damit Gottes Kraft wirken konnte. Dann beschreibt Paulus in 2,6 - l6 das Wesen der echten Weisheit. Dabei betont er, dass Gott diese Weisheit der Gemeinde offenbart hat. Die Menschen haben sich diese Weisheit nicht erarbeitet, sondern haben sie als ein Geschenk von Gott selbst erhalten. Nachdem Paulus den Korinthern so die echte Weisheit vor Augen geführt hat, spricht er noch einmal das Problem der Spaltung an. Dabei zeigt er auf, wie unvereinbar diese Streitigkeiten mit der Weisheit Gott sind.

Paulus geht dann in3,l -4 auf die Unterscheidung von „geistlich“ und „fleischlich“ ein. Dabei stellt er die Rivalitäten und Streitigkeiten als Zeichen für die fleischliche, nicht göttliche Einstellung dar. In den Versen von 3,5-3,9 stellt Paulus dann den Denkfehler in den einzelnen Parteien klar. Dabei betont er, dass all die geistlichen Führer, an die sich die Menschen hängen, ja gar nichts von sich aus können. Sie sind nur die Mitarbeiter Gottes. Denn alles, was sie haben, haben sie von Gott bekommen. Doch schlussendlich hat nicht ihre Arbeit dazu geführt, dass die Gemeinde ermutigt wurde und gewachsen ist, sondern Gott hat die Gemeinde wachsen lassen; somit gehört die Ehre, nicht den Menschen, sondern nur Gott allein. Dann wendet sich Paulus in 3,10- 4,2 direkt an die Leiter. Er zeigt ihnen auf, welche Verantwortung sie gegenüber Gott und der Gemeinde haben. Dabei betont Paulus, dass die Leiter treu sein und darauf achten sollen, wie sie die Gemeinde Gottes aufbauen.

Als Nächstes spricht Paulus in 4,3 - 4,5 an, dass man nicht richten soll, bevor Gott nicht alles offenbar gemacht hat. In 4,6 -4,13 stellt er dann die Überheblichkeit der Korinther den Leiden der Apostel gegenüber. In diesem Teil wird Paulus sehr sarkastisch und spricht sehr hart zu den Korinthern. Dies mildert er aber in 4,14-4,17 wieder ab, indem er betont, dass er die Korinther als seine geliebten Kinder betrachtet und dass er sie nicht verärgern oder ausschimpfen möchte, sondern sie in Liebe ermahnen möchte. Am Ende von Kapitel vier in4,18- 4,21 kündigt Paulus an, dass er bald persönlich nach Korinth kommen wird und dass er hofft, dass sich bis dahin die Probleme, die er angesprochen hat, gelöst haben werden.[11]

3. Exegese

3.1 Textabschnitt 3,1 -3,4

3.1.1 Einführung zu3,1 - 3,4

In diesem großen Textzusammenhang der Spaltungen und Streitigkeiten befindet sich unser Text, den wir nun näher ergründen möchten. In dem ersten Textabschnitt von 3,1-4.

[...]


[1] Vgl. Hans-JosefKlauck, l.Korintherbrief: [für RudolfSchnackenburgzum 70. Geburtstag], in: Gnilkau.a. (Hg.), Die Neue Echter Bibel: Kommentar zum Neuen Testament mit d. Einheitsübers., Bd. 7 (Würzburg: Echter Verlag, 1984),5

[2] Vgl. Wolfgang Schrage, Der erste Brief an die Korinther Teilbd. l. l Kor l,l-6,ll., in: Norbert Brox u.a. (Hg.), evangelisch-katholischer Kommentar zum Neuen Testament, (Zürich und Braunschweig: Benziger Verlag GmbH, 1991)26-29

[3] Vgl. Hans-JosefKlauck, l.Korintherbrief: [für RudolfSchnackenburgzum 70. Geburtstag], in: Gnilkau.a. (Hg.), Die Neue Echter Bibel: Kommentar zum Neuen Testament mit d. Einheitsübers., Bd. 7 (Würzburg: Echter Verlag, 1984),6

[4] Vgl. Wolfgang Schrage, Der erste Brief an die Korinther Teilbd. l. l Kor l,l-6,ll., in: Norbert Brox u.a. (Hg.), evangelisch-katholischer Kommentar zum Neuen Testament, (Zürich und Braunschweig: Benziger Verlag GmbH, 1991)28-29

[5] Vgl. Wolfgang Schrage, Der erste Brief an die Korinther Teilbd. 1. 1 Kor 1,1-6,11., in: Norbert Brox u.a. (Hg.), evangelisch-katholischer Kommentar zum Neuen Testament, (Zürich und Braunschweig: Benziger Verlag GmbH, 1991)30-31

[6] Vgl. Hans-JosefKlauck, 1.Korintherbrief: [für RudolfSchnackenburgzum 70. Geburtstag], in: Gnilkau.a. (Hg.), Die Neue Echter Bibel: Kommentar zum Neuen Testament mit d. Einheitsübers., Bd. 7 (Würzburg: Echter Verlag, 1984),7

[7] Vgl. Wolfgang Schrage, Der erste Brief an die Korinther Teilbd. 1. 1 Kor 1,1-6,11., in: Norbert Brox u.a. (Hg.), evangelisch-katholischer Kommentar zum Neuen Testament, (Zürich und Braunschweig: Benziger Verlag GmbH, 1991)30-31

[8] Vgl. Hans-JosefKlauck, 1.Korintherbrief: [für RudolfSchnackenburgzum 70. Geburtstag], in: Gnilkau.a. (Hg.), Die Neue Echter Bibel: Kommentar zum Neuen Testament mit d. Einheitsübers., Bd. 7 (Würzburg: Echter Verlag,

1984),7

[9] Vgl. Wolfgang Schrage, Der erste Brief an die Korinther Teilbd. 1. 1 Kor 1,1-6,11., in: Norbert Brox u.a. (Hg.), evangelisch-katholischer Kommentar zum Neuen Testament, (Zürich und Braunschweig: Benziger Verlag GmbH, 1991)32-33

[10] Vgl. Wolfgang Schrage, Der erste Brief an die Korinther Teilbd. 1. 1 Kor 1,1-6,11., in: Norbert Brox u.a. (Hg.), evangelisch-katholischer KommentarzumNeuen Testament, (Zürich undBraunschweig: Benziger Verlag GmbH, 1991)36

[11] Vgl. Jacob Kremer, Der erste Brief an die Korinther, in: Alfred Wickenhauser u.a. (Hg.), Regensburger Neues Testament, (Regensburg: Friedrich PustetVerlag, 1997)66

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Exegese des ersten Korintherbriefes 3,1 - 10
Hochschule
Bibelseminar Bonn
Note
1-
Autor
Jahr
2008
Seiten
27
Katalognummer
V167584
ISBN (eBook)
9783640841929
ISBN (Buch)
9783640840311
Dateigröße
449 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bibel, Exegese, Neues Testament, 1. Korinther, Paulus, Griechisch
Arbeit zitieren
Volker Rahm (Autor), 2008, Exegese des ersten Korintherbriefes 3,1 - 10, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167584

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Exegese des ersten Korintherbriefes 3,1 - 10



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden