Ein generelles Anliegen von Logistikunternehmen (LU) ist die Stärkung ihrer Position, um
sich am Markt im Spannungsfeld hoher Wettbewerbsintensität und steigender
Kundenanforderungen gegenüber Konkurrenten behaupten und verbessern zu können. Dies
bedeutet für die strategische Planung (sP), „… die strukturellen, wirtschaftlichen, politischen
und gesellschaftlichen Veränderungen und Entwicklungen zu erkennen und unter deren
Berücksichtigung, zukünftige und erfolgsversprechende (…) Geschäftsfelder, Elemente und
Struktur der Unternehmung, zielorientiert zu bestimmen“.1
Ziel dieser Arbeit ist eine Darstellung der sP bezogen auf LU. Das folgende Kapitel widmet
sich zunächst den Definitionen der beiden Begriffe. Darauf aufbauend konzentriert sich das
dritte Kapitel auf die Komponenten - Analyse, Ziele, Strategiewahl, Strategieimplementierung
und Kontrolle - der sP, die sich mit folgenden zentralen Fragen beschäftigen: Wo befinden
wir uns? Wo wollen wir hin und wie wollen wir dahin? Wie sollen die Strategien2 umgesetzt
werden? Und mit welchen Mitteln lassen sich die ausgewählten Strategien überwachen?
Grundlegend für die Entwicklung der Strategien von LU ist hierbei die Ausrichtung des
Unternehmens am Markt entsprechend der Marketingkonzeption.3 Da Logistikleistung für LU
im Unterschied z.B. zu Industrieunternehmen eine Primärleistung ist, kann die
Marketingkonzeption direkt auf die sP von LU bezogen werden.4 Bezugspunkt der
Marktorientierung sind vor allem Kunden und Konkurrenten sowie die aus dieser Betrachtung
resultierenden Informationen.5 Abschließend wird im letzten Kapitel ein kurzes Resümee mit
einem Ausblick auf zukünftige Herausforderungen für die sP im LU gezogen.
1 Vgl. Hammer (1992), S. 49.
2 Anm.: Strategien werden definiert als Maßnahmen zur Sicherung des langfristigen Erfolgs. Vgl. hierzu
Bea/Haas(1997), S. 155.
3 Anm.: Unter Marketingkonzeption ist ein strategischer Grundsatzentwurf für die Koordination aller
marktbezogener Aktivitäten einer Unternehmung oder eines marktbezogenen Ausschnitts einer Unternehmung
zu verstehen. Vgl. Hadeler/ Winter/ Arentzen (2000), Schlagwort (Marketingkonzeption).
4 Vgl. Göpfert/Wehberg (1995), S. 21f.
5 Vgl. Pfohl (1994), S. 104ff.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffliche Abgrenzungen
2.1 Strategische Planung
2.2 Logistikunternehmen
3 Strategischer Planungsprozess im Logistikunternehmen
3.1 Strategische Analyse
3.1.1 Umweltanalyse
3.1.1.1 Die globale Umweltanalyse
3.1.1.2 Die aufgabenspezifische Umweltanalyse
3.1.2 Unternehmensanalyse
3.2 Strategische Ziele
3.3 Strategiewahl
3.3.1 Wachstumsstrategien
3.3.2 Wettbewerbsstrategien
3.3.3 Strategie der Netzwerkausrichtung
3.4 Strategieimplementierung
3.5 Strategische Kontrolle
4 Neue Perspektiven und Herausforderungen
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die detaillierte Darstellung und Analyse der strategischen Planung (sP) innerhalb von Logistikunternehmen, um deren Wettbewerbsposition in einem dynamischen Marktumfeld zu stärken. Die Arbeit untersucht die zentralen Komponenten des Planungsprozesses und beleuchtet, wie Logistikunternehmen durch methodische Analysen und gezielte Strategiewahl langfristige Erfolgspotentiale aufbauen können.
- Grundlagen der strategischen Planung und Begriffsbestimmung von Logistikunternehmen.
- Methodik des strategischen Planungsprozesses (Analyse, Zielsetzung, Strategiewahl, Implementierung und Kontrolle).
- Anwendung marktorientierter Wachstums- und Wettbewerbsstrategien in der Logistikbranche.
- Bedeutung der strategischen Netzwerkausrichtung und Kooperationen.
- Herausforderungen durch Globalisierung und technologischen Wandel.
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Unternehmensanalyse
Im Rahmen der Unternehmensanalyse soll durch das Aufdecken von Stärken und Schwächen eine möglichst objektive Einschätzung der Leistungsfähigkeit des LU auf der Grundlage bestehender und greifbarer strategischer Erfolgsfaktoren aufgestellt werden. Als Erfolgsfaktoren zählen Ressourcen und Fähigkeiten, die die Wettbewerbsposition eines LU sichern. Eine mögliche Zuordnung besteht nach Hofer/Schendel in (1) finanzielle Ressourcen (Cash Flow, Kreditwürdigkeit), (2) physische Ressourcen (Lagerhallen, Umschlagsplätze, Fuhrpark), (3) Humanressourcen (Kompetenzträger, Führungskräfte, Facharbeiter, Angestellte), (4) organisatorische Ressourcen (Integrationsabteilungen, I&K-Systeme) und (5) technologische Ressourcen (Qualitätsstandards).
Fähigkeiten geben Auskunft darüber, „…inwieweit ein Unternehmen in der Lage ist, seine Ressourcen durch eine zielorientierte Ausrichtung und Koordination zu nutzen“. Unter dem Begriff Fähigkeiten lassen sich z.B. spezifisches Know-how (Beherrschung innovativer Techniken) oder Steuerungs- oder Koordinationskompetenzen (Fähigkeit unterschiedliche Kundengruppen, Regionen und Märkte entsprechend gewünschter logistischer Qualitätsmerkmale zu beliefern) verstehen.
Eine Möglichkeit, strategische Erfolgsfaktoren im LU systematisch zu erfassen, entspricht dem wertbezogenen Ansatz. Wettbewerbsvorteile werden demnach aus den einzelnen wertschöpfungsbezogenen Tätigkeiten des LU erlangt, die sich durch die Konstruktion einer Wertkette visualisieren lassen. Es wird dabei zwischen primären Aktivitäten (Funktionen, die sich mit der tatsächlichen Erstellung einer Leistung, ihrem Verkauf und der Betreuung der Kunden beschäftigen) und unterstützenden Aktivitäten (ermöglichen reibungsloses Funktionieren der primären Aktivitäten durch Beschaffung, Technologieentwicklung und Personalwirtschaft) unterschieden. Die folgende Grafik bildet die Wertkette eines „klassischen LU“ in seiner Grundstruktur in Anlehnung an Porter ab.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der strategischen Planung für Logistikunternehmen ein und formuliert das Ziel der Arbeit, die zentralen Komponenten des Planungsprozesses darzustellen.
2. Begriffliche Abgrenzungen: In diesem Kapitel werden die Kernbegriffe „strategische Planung“ und „Logistikunternehmen“ definiert und konzeptionell eingegrenzt.
3 Strategischer Planungsprozess im Logistikunternehmen: Dieses Hauptkapitel analysiert die Schritte von der strategischen Umwelt- und Unternehmensanalyse über die Zielfindung und Strategiewahl bis hin zur Implementierung und Kontrolle.
4 Neue Perspektiven und Herausforderungen: Das abschließende Kapitel diskutiert aktuelle Trends und zukünftige Herausforderungen, denen sich Logistikunternehmen im Rahmen der strategischen Planung stellen müssen.
Schlüsselwörter
Strategische Planung, Logistikunternehmen, Strategische Analyse, Umweltanalyse, Unternehmensanalyse, Strategische Ziele, Wachstumsstrategien, Wettbewerbsstrategien, Strategieimplementierung, Strategische Kontrolle, Wertkette, Erfolgspotentiale, Netzwerkstrategie, Logistikdienstleistungen, Marktorientierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der systematischen strategischen Planung in Logistikunternehmen, um deren langfristige Wettbewerbsfähigkeit in einem durch Globalisierung und hohen Kostendruck geprägten Umfeld zu sichern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Zentrum stehen die Analyse der Unternehmensumwelt, die interne Stärken-Schwächen-Analyse, die Definition strategischer Ziele sowie verschiedene Strategieoptionen wie Wachstums-, Wettbewerbs- und Netzwerkstrategien.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Logistikunternehmen durch ein strukturiertes strategisches Management und die Einbeziehung marktgerichteter Informationen ihre Position gegenüber Konkurrenten behaupten und verbessern können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf theoretische Konzepte und Modelle des strategischen Managements, wie etwa die Wertkettenanalyse nach Porter, die Leistungs-Markt-Matrix nach Ansoff und verschiedene Ansätze zur Umwelt- und Wettbewerbsanalyse.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in den strategischen Planungsprozess, bestehend aus der Umwelt- und Unternehmensanalyse, der Festlegung strategischer Ziele, der Wahl von Wachstums- und Wettbewerbsstrategien sowie den abschließenden Phasen der Strategieimplementierung und Kontrolle.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Strategische Planung, Logistikunternehmen, Erfolgspotentiale, Wettbewerbsstrategien und Wertkette.
Warum ist die Unterscheidung zwischen globaler und aufgabenspezifischer Umweltanalyse wichtig?
Diese Differenzierung ist notwendig, da Logistikunternehmen auf globale Rahmenbedingungen nur begrenzt Einfluss nehmen können, während sie im aufgabenspezifischen Umfeld direkt durch Interaktion mit Kunden, Konkurrenten und Lieferanten agieren.
Welche Bedeutung haben Kooperationen in der heutigen Logistik?
In Zeiten der Reduktion auf Kernkompetenzen gewinnen strategische Netzwerke und vertikale Kooperationen an Bedeutung, da sie es Unternehmen ermöglichen, komplexe Leistungen effizienter zu erbringen und Ressourcen zu schonen.
- Quote paper
- Tanja Preuss (Author), 2003, Die strategische Planung in Logistikunternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16760