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Mit Philosophiegeschichte Identitäten stiften. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Philosophiegeschichte und ihrer Historiografie im Kontext der Identitätsbildung in der Schule

Titel: Mit Philosophiegeschichte Identitäten stiften. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Philosophiegeschichte und ihrer Historiografie im Kontext der Identitätsbildung in der Schule

Hausarbeit , 2024 , 26 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Philosophie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vermeintliche identitätsstiftende Funktion von Philosophiegeschichte scheint insbesondere im Kontext von Geschlecht und Gender nicht in vollem Maß ausgeschöpft werden zu können. Diese Arbeit widmet sich der Auseinandersetzung mit dieser Annahme. Die VertreterInnen dieser Ansicht nehmen an, dass der Wert der Philosophiegeschichte auch in der Einsicht ihrer Geschlechtsblindheit vor allem im Bereich der Anthropologie bestehe. Da auch im PU (Philosophieunterricht) die Anthropologie einen großen Stellenwert im Zusammenhang mit ethischer Bildung und der eigenen Persönlichkeits- und Identitätsbildung einnimmt, gewinnt die Problematik besonders an Relevanz. Im Rahmen dieser Arbeit soll deshalb die These vertreten werden, dass, um angemessen Philosophiegeschichte im Unterricht zu betreiben und sie als solche produktiv für das Philosophierenlernen und damit für das Stiften von Identitäten einzusetzen, es von maßgeblicher Relevanz ist, sich mit dem Themenkomplex Gender auseinanderzusetzen und somit einen kritischen Umgang mit der Denktradition des Faches Philosophie zu ermöglichen.

Um sich der Frage anzunähern, was der Mensch eigentlich ist, muss demzufolge der Genderaspekt, als Teil der menschlichen Identität, mitberücksichtigt werden, um dem Kern der Frage überhaupt gerecht zu werden; darunter der Umgang mit Frauen in der Philosophiegeschichte, die kritische Reflexion von Begriffen und Konzepten unter dem Gendergesichtspunkt sowie das Vorantreiben des Bewusstseins für Philosophie als kein exklusiv männliches Unterfangen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

  • 1. Einleitung
  • 2. Philosophiegeschichte als Teil des Selbstverständnisses von Philosophie
  • 3. Das identitätsstiftende Potenzial der Philosophiegeschichte
    • 3.1 Das Nicht-Identische für die Identitätsentwicklung
    • 3.2 Identitätsstiftung als Transformation des Subjekts
    • 3.3 Identität als Orientierung
  • 4. Die Geschlechtsblindheit der Philosophiegeschichte durch historiografische und gesellschaftliche Ausschlussverfahren
  • 5. Das unausgeschöpft bleibende Potenzial der Identitätsstiftung durch Philosophiegeschichte?
  • 6. Folgen für das Betreiben von Philosophiegeschichte und bisherige Entwicklungen
  • 7. Fazit und Ausblick: Lektionen der Philosophiegeschichte?
  • Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit widmet sich kritisch der Frage, inwieweit die Philosophiegeschichte und ihre Historiografie im schulischen Kontext zur Identitätsbildung beitragen können. Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, dass eine angemessene Berücksichtigung des Genderaspekts entscheidend ist, um das identitätsstiftende Potenzial der Philosophiegeschichte im Philosophieunterricht voll auszuschöpfen.

  • Kritische Analyse der Philosophiegeschichte und ihrer Geschlechterrepräsentation.
  • Untersuchung des identitätsstiftenden Potenzials von Philosophiegeschichte für Lernende.
  • Identifikation von Geschlechtsblindheit und Androzentrismus in der traditionellen Philosophie.
  • Folgen der historiografischen Ausschlussverfahren für die Identitätsbildung im Philosophieunterricht.
  • Entwicklung von Strategien zur angemessenen Thematisierung von Gender im Philosophieunterricht.
  • Die Rolle der Philosophiegeschichte als Orientierungshilfe in der Identitätsentwicklung.

Auszug aus dem Buch

Die Geschlechtsblindheit der Philosophiegeschichte durch historiografische und gesellschaftliche Ausschlussverfahren

Die Auseinandersetzung mit dem Menschen und das damit einhergehende Potenzial der Entwicklung der eigenen Identität fällt vor allem unter den Themenkomplex Anthropologie. Auch im schulischen PU fungiert dieser als Gegenstand der philosophischen Auseinandersetzung.

In Bezug auf Identitäten kritisiert Golus (2014) in ihrer Dissertation, dass die anthropologischen Thesen in der Philosophiegeschichte (so z.B. bei Arnold Gehlen) nur scheinbar geschlechtslos dargestellt werden. Dies bedeutet allerdings nicht, dass diese scheinbare Geschlechtsneutralität als Beleg dafür gedeutet werden kann, dass beide Geschlechter angesprochen werden. Der Mensch wird dabei „faktisch als Mann thematisiert“ (Golus 2014: 60). Der Mensch wird ihr zufolge mit dem Mann gleichgesetzt, was ein unsichtbares androzentristisches Menschenbild, das allein den Mann ins Zentrum setzt, erschaffe (ebd.: 61). Insofern wir die Kategorien Geschlecht und Identität als ein miteinander verwobenes Konstrukt begreifen und begreifen müssen, werden sie mit zahlreichen Dualismen, die in der westlichen Moderne hegemonial sind, konfrontiert: Natur und Kultur, Subjekt und Objekt, Mann und Frau. Diesem anthropologischen Konzept zufolge besteht der Mensch aus Kategorien, die in einem hierarchischen Verhältnis stehen (Golus 2014: 103). Dabei wird dem Geist in dieser Konzeption eine höherwertige Stellung zugeschrieben diese grundlegende Dichotomie, wie die höherwertige geistige und minderwertige körperliche Arbeit, wird dabei bereits zu Beginn der Schulbiografie über die Disziplinierung des Körpers etabliert. Golus beschreibt in Anlehnung an Bourdieu, dass es jedoch einen mentalen Vorgang ohne die Beteiligung des Körpers eines Menschen nicht geben kann: „Wir lernen nicht mit dem Körper, sondern als Körper“ (ebd.). Hier wird auch wieder das Verhältnis zur Kultur deutlich, denn „Wissen wird nicht auf einer mentalen Ebene gelernt, sondern einverleibt“. Dieses Wissen ist auch die Inkorporierung von sozialen und damit kulturellen Strukturen – sie „gehen in Fleisch und Blut über, sie werden zu einem handelnden Leib“ (ebd.). Es ist demzufolge nicht möglich kulturelles Wissen vom Leib getrennt zu sehen, denn „was der Leib gelernt hat, das besitzt man nicht wie ein wiederbetrachtbares Wissen, sondern das ist man“ (ebd.). Ähnlich wird auch in Bezug auf die Konstruktion des Ichs in pädagogisch-anthropologischen Diskursen argumentiert, nämlich, dass das „Ich nicht mehr [nur] das klare, wache Bewusstsein, sondern der Leib, in dem Bewusstsein und Körper ein Geflecht bilden, in dem sich Fremdes und Eigenes, Vergangenes und Zukünftiges, Materielles und Ideelles, Soziales und Individuelles durchdringen“ (Klika 2000: 296).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die grundlegende Bedeutung der Geschichte und Philosophiegeschichte für das menschliche Denken ein und identifiziert die Problematik der eurozentristischen und androzentristischen Ausschlüsse in der Philosophiegeschichte als zentrales Thema der Arbeit.

2. Philosophiegeschichte als Teil des Selbstverständnisses von Philosophie: Es werden verschiedene Funktionen der Philosophiegeschichte beleuchtet, darunter die Klärung des historischen Selbstverständnisses, die Begriffsklärung und die Problemgeschichte, sowie die Abgrenzung zur Disziplin der Historiografie.

3. Das identitätsstiftende Potenzial der Philosophiegeschichte: Dieses Kapitel ergründet, wie die Philosophiegeschichte zur Identitätsentwicklung und Selbstfindung beitragen kann, insbesondere durch die Konfrontation mit dem „Anderen“ und die Möglichkeit der Transformation des Subjekts.

4. Die Geschlechtsblindheit der Philosophiegeschichte durch historiografische und gesellschaftliche Ausschlussverfahren: Hier wird die androzentristische Ausrichtung der Philosophiegeschichte kritisiert, die den Menschen faktisch als Mann thematisiert und Frauen durch systematische Ausgrenzung unsichtbar macht, insbesondere im Kontext anthropologischer Thesen.

5. Das unausgeschöpft bleibende Potenzial der Identitätsstiftung durch Philosophiegeschichte?: Das Kapitel argumentiert, dass das Potenzial der Philosophiegeschichte zur Identitätsstiftung aufgrund mangelnder Repräsentation von Frauen und der inhärenten Geschlechtsblindheit nicht voll ausgeschöpft wird und erörtert mögliche Wege, diesem entgegenzuwirken.

6. Folgen für das Betreiben von Philosophiegeschichte und bisherige Entwicklungen: Es werden die notwendigen Schritte zur Gendersensibilisierung und Sichtbarmachung von Frauen in der Philosophiegeschichte diskutiert, um androzentristische Strukturen aufzubrechen und eine zeitgemäße Identitätsbildung zu ermöglichen.

7. Fazit und Ausblick: Lektionen der Philosophiegeschichte?: Das Schlusskapitel fasst die zentralen Problemfelder der Repräsentation und Geschlechtsblindheit zusammen und betont die Notwendigkeit aktiver Bewusstseinsschaffung für eine adäquate Identitätsförderung und Philosophierenlernen im schulischen Kontext.

Schlüsselwörter

Philosophiegeschichte, Identitätsbildung, Gender, Androzentrismus, Historiografie, Philosophieunterricht, Repräsentation, Selbstverständnis, Transformation, Geschlechtsblindheit, Kanon, Anthropologie, Feministische Philosophie, Orientierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich kritisch mit der Rolle der Philosophiegeschichte und ihrer Darstellung im Kontext der Identitätsbildung im schulischen Philosophieunterricht, insbesondere unter dem Aspekt der Geschlechtergerechtigkeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind die Philosophiegeschichte, Identitätsbildung, Gender, Androzentrismus, Historiografie sowie deren Auswirkungen auf den Philosophieunterricht und die Repräsentation von Frauen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es zu analysieren, wie die Geschlechtsblindheit der Philosophiegeschichte deren identitätsstiftendes Potenzial im Schulkontext beeinträchtigt, und aufzuzeigen, wie dem durch eine kritische Auseinandersetzung mit Genderaspekten begegnet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer kritischen Auseinandersetzung mit bestehender Fachliteratur und theoretischen Konzepten aus der Philosophiegeschichte, Geschlechterforschung und Didaktik der Philosophie.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die identitätsstiftende Funktion der Philosophiegeschichte, die Geschlechtsblindheit und den Androzentrismus in ihrer Historiografie sowie die daraus resultierenden Konsequenzen für den Philosophieunterricht und die Identitätsbildung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Philosophiegeschichte, Identitätsbildung, Gender, Androzentrismus, Historiografie und Philosophieunterricht.

Warum wird die Philosophiegeschichte als „geschlechtsblind“ und „androzentristisch“ kritisiert?

Sie wird kritisiert, weil anthropologische Thesen den Menschen faktisch als Mann thematisieren, Frauen systematisch ausgeschlossen und ihre Beiträge unsichtbar gemacht wurden, wodurch ein androzentristisches Menschenbild im Kanon der Philosophie etabliert ist.

Welche Rolle spielt der Philosophieunterricht bei der Identitätsbildung?

Der Philosophieunterricht soll durch das Philosophierenlernen und die Auseinandersetzung mit der Philosophiegeschichte zur Entwicklung einer autonomen „Self-Identity“ beitragen und Lernenden helfen, sich mit großen Fragen zu orientieren.

Inwiefern können Frauen als Rollenbilder in der Philosophiegeschichte sichtbar gemacht werden?

Die Sichtbarmachung erfolgt durch die Erforschung und (Neu-)Publikation philosophischer Werke von Frauen sowie die Dekonstruktion androzentristischer Strukturen, um Frauen als denkende und schreibende Subjekte in der Philosophiegeschichte zu etablieren.

Was sind die langfristigen Lektionen, die aus der kritischen Auseinandersetzung mit der Philosophiegeschichte gezogen werden können?

Die Lektionen bestehen darin, die Vielfalt der Philosophiegeschichte, sowohl in Bezug auf Geschlechter als auch Kulturen, adäquat abzubilden, Rollenbilder bereitzustellen und eine aktive Bewusstseinsschaffung für eine geschlechtergerechte Philosophie zu fördern.

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Details

Titel
Mit Philosophiegeschichte Identitäten stiften. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Philosophiegeschichte und ihrer Historiografie im Kontext der Identitätsbildung in der Schule
Hochschule
Universität Hamburg
Note
2,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2024
Seiten
26
Katalognummer
V1676131
ISBN (PDF)
9783389167816
ISBN (Buch)
9783389167823
Sprache
Deutsch
Schlagworte
philosophiegeschichte identitäten eine auseinandersetzung historiografie kontext identitätsbildung schule
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2024, Mit Philosophiegeschichte Identitäten stiften. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Philosophiegeschichte und ihrer Historiografie im Kontext der Identitätsbildung in der Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1676131
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Leseprobe aus  26  Seiten
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