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Der Ansatz der positiven Verfassungsökonomik

Titel: Der Ansatz der positiven Verfassungsökonomik

Seminararbeit , 2002 , 23 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Tanja Preuss (Autor:in)

VWL - Mikroökonomie, allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

[...] Auch Weingast stellte 1993 fest, dass der positive Ansatz der Verfassungsökonomik
bisher ziemlich unzureichend erfüllt war:„ no coherent widely accepted approach
exists to the positive theory of constitutionalism“.2
Diese Arbeit hat das Ziel die positive Theorie der Verfassungsökonomik näher zu beleuchten.
Nach der Definition grundlegender Begriffe widmet sich das zweite Kapitel der Entstehung
und dem Erkenntnisinteresse der positiven Verfassungsökonomik (PVÖ). Mit Hilfe einer
knappen Darstellung der normativen Verfassungsökonomik (NVÖ) und ihren Schwachpunkten
soll die Notwendigkeit für die Entstehung der PVÖ verdeutlicht werden, des weiteren
werden die gemeinsamen Ansätze beider Theorien angesprochen. Das dritte Kapitel beschäftigt
sich mit der Systematisierung der positiven Theorie. Daran anschließend analysiert das
vierte Kapitel drei mögliche Methoden, mittels derer aufgestellte Hypothesen empirisch belegt
werden können. Im weiteren Verlauf stellt Kapitel fünf den Bezug der PVÖ zur Wirtschaftspolitik
her. Im sechsten Kapitel erfolgt eine kritische Würdigung der Theorie. Letztendlich
wird im letzten Kapitel ein Ausblick geboten.
Vorweg noch einige Begriffserläuterungen zum besseren Verständnis von Verfassungen. In
dieser Arbeit soll der Begriff Verfassung nur für die grundlegenden Regelwerke einer ganzen
Gesellschaft verwendet werden. Eine Verfassung besteht aus einem Regelsystem unter dessen
Nutzung eine Gesellschaft unter anderem Entscheidungen über die Bereitstellung und Finanzierung
öffentlicher Güter trifft. Anders formuliert ist „die Wahl einer Verfassung (…) eine
Wahl darüber, mit Hilfe welcher Regeln man spätere Wahlhandlungen durchführen möchte“.3
Die Verfassung enthält Definitionen, um (1) Rechte festzusetzen, die dazu dienen, das Individuum
vor willkürlichen Eingriffen, sowohl durch den Staat, als auch durch andere Individuen
zu schützen, (2) die grundlegenden Organe4 festzulegen, die einen Staat ausmachen, (3) die
Aufgaben dieser Organe zu definieren und (4) die daran anschließenden Verfahren zu benennen,
mit denen Verfassungsregeln (VR) geändert und / oder weiterentwickelt werden können.5 [...]

2 Vgl.: Weingast, Barry (1993), S. 288.
3 Vgl.: Voigt, Stefan (2001), S. 10.
4 Anm.: Legislative, Exekutive und Jurisdiktion.
5 Vgl.: Voigt, Stefan (1996b), S. 12f.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Entstehung der positiven Verfassungsökonomik

2.1 Die normative Verfassungsökonomik

2.2 Die Entwicklung der PVÖ aus der NVÖ

2.3 Die Gemeinsamkeiten von NVÖ und PVÖ

2.4 Erkenntnisinteresse der PVÖ

3 Aufgaben und Aussagen der positiven Verfassungsökonomik

3.1 Analyse der Entstehung von Verfassungsregeln

3.2 Analyse des Verfassungswandels

3.2.1 Expliziter Verfassungswandel

3.2.2 Impliziter Verfassungswandel

3.3 Ergebnisse von Verfassungsregeln

4 Methoden der positiven Verfassungsökonomik

4.1 Komparative Institutionenanalyse

4.2 Wirtschaftsgeschichte

4.3 Laborexperimente

5 Der Bezug der PVÖ zur Wirtschaftspolitik

6 Kritische Würdigung

7 Ausblick

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, die positive Theorie der Verfassungsökonomik (PVÖ) systematisch zu beleuchten und deren Notwendigkeit als Ergänzung zur normativen Verfassungsökonomik (NVÖ) aufzuzeigen. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie die Entstehung von Verfassungsregeln und deren Wandel wissenschaftlich erklärt werden können, um empirisch fundierte Aussagen über ökonomische Zusammenhänge treffen zu können.

  • Unterscheidung und Abgrenzung zwischen normativer und positiver Verfassungsökonomik.
  • Analyse der Entstehung und der Veränderungsprozesse von Verfassungsregeln.
  • Methoden der empirischen Überprüfung verfassungsökonomischer Hypothesen (komparative Analyse, Wirtschaftsgeschichte, Laborexperimente).
  • Diskussion des Einflusses politischer Institutionen auf ökonomische Variablen wie Wachstum und Verteilung.
  • Kritische Würdigung des aktuellen Entwicklungsstands der PVÖ und Ausblick auf künftige Integrationsansätze.

Auszug aus dem Buch

3.1 Analyse der Entstehung von Verfassungsregeln

Es soll in diesem Kapitel nicht der Entstehungsprozess von VR dargestellt werden, vielmehr ist es seitens der PVÖ interessant zu erfahren, welche Prozedere und Inputfaktoren einen möglichen Einfluss auf die Wahl von VR nehmen.

Zunächst soll das Prozedere genauer betrachtet werden, das genutzt wird, auch wenn durch diese die Wahl bestimmter VR nicht vollständig erklärt werden. Unter dem Begriff Prozedere können Fragen verstanden werden, wie z. B.: Welche Auswirkungen haben öffentliche Verfassungskonvente gegenüber geschlossenen? Wie wirken sich dabei zeitliche Beschränkungen aus? Welche Auswirkungen haben regelmäßige Informationen der Bürger über Verhandlungsfortschritte? Wie beeinflussen bestimmte Wahlbestimmungen oder Quoren das Ergebnis von Verfassungsverhandlungen? Mit der Vorgehensweise erhofft man sich einen Mechanismus zu identifizieren, der die skizzierten Fragen zur Formulierung einer Gesetzmäßigkeit für die Entstehung von VR nutzen könnte. Dies kann nach Riker auch durch die Berücksichtigung dynamischer und kreativer Prozesse, die das Entscheidungsfeld der Akteure beeinflussen und im Zeitablauf verändern, geschehen. Es kann dazu führen, dass frühere Entscheidungen revidiert und neue getroffen werden. Als mögliches Beispiel sei die Manipulation der Tagesordnung durch Einführung zusätzlicher Wahlmöglichkeiten oder das Arrangement der Abstimmungsreihenfolge erwähnt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der normativen Verfassungsökonomik ein und definiert das Ziel der Arbeit, die positive Theorie der Verfassungsökonomik näher zu untersuchen.

2 Die Entstehung der positiven Verfassungsökonomik: Das Kapitel erläutert die Wurzeln der PVÖ, grenzt sie von der NVÖ ab und arbeitet die gemeinsamen theoretischen Grundlagen heraus.

3 Aufgaben und Aussagen der positiven Verfassungsökonomik: Hier erfolgt eine Systematisierung des Forschungsprogramms, insbesondere durch die Analyse von Entstehungsprozessen, Wandlungsmechanismen und den ökonomischen Ergebnissen von Verfassungsregeln.

4 Methoden der positiven Verfassungsökonomik: Das Kapitel stellt drei zentrale empirische Erkenntnismethoden vor: die komparative Institutionenanalyse, wirtschaftsgeschichtliche Untersuchungen und Laborexperimente.

5 Der Bezug der PVÖ zur Wirtschaftspolitik: Hier wird diskutiert, wie die PVÖ durch Integration positiver Erkenntnisse zur Verbesserung politischer Beratung und zur Implementierung wohlstandsfördernder Regeln beitragen kann.

6 Kritische Würdigung: Dieses Kapitel bewertet den aktuellen Stand der PVÖ, benennt Defizite in der empirischen Untermauerung und schlägt eine disziplinübergreifende Zusammenarbeit vor.

7 Ausblick: Der Ausblick diskutiert die Notwendigkeit einer möglichen Integration der PVÖ in die Neue Institutionenökonomik, um die Aussagekraft des Forschungsprogramms zu erhöhen.

Schlüsselwörter

Verfassungsökonomik, Positive Theorie, Normative Theorie, Verfassungswandel, Institutionenökonomik, Rent-Seeking, Gewaltenteilung, Methodologischer Individualismus, Homo oeconomicus, Verfassungsregeln, Politische Institutionen, Wirtschaftswachstum, Empirische Analyse, Public-Choice-Theorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der positiven Verfassungsökonomik, die im Gegensatz zum traditionellen normativen Ansatz versucht, die Entstehung und Wirkung von Verfassungsregeln mittels Ursache-Wirkungs-Analysen empirisch zu erklären.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Entstehung von Verfassungsregeln, die Analyse von Verfassungswandel (explizit und implizit), sowie der Zusammenhang zwischen institutionellen Rahmenbedingungen und ökonomischen Ergebnissen wie Wachstum.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die PVÖ als theoretisches Konzept zu beleuchten und zu prüfen, wie durch empirische Methoden Gesetzmäßigkeiten in der Wahl und Veränderung von Verfassungen identifiziert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf die Auswertung und Systematisierung bestehender theoretischer Modelle und empirischer Studien, wobei komparative Institutionenanalysen, Wirtschaftsgeschichte und Laborexperimente als Methoden zur Erkenntnisgewinnung diskutiert werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung von Regeln, die verschiedenen Arten des Verfassungswandels unter Berücksichtigung von Akteursinteressen sowie die Auswirkungen von Verfassungsstrukturen wie Demokratien versus Autokratien oder Föderalismus auf ökonomische Leistungsdaten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Verfassungsökonomik, Positive Theorie, Institutionen, Verfassungswandel, Rent-Seeking und Methodologischer Individualismus charakterisiert.

Inwiefern unterscheidet sich die PVÖ vom "Schleier der Unsicherheit" bei Buchanan?

Während Buchanan im normativen Modell annimmt, dass Akteure hinter einem "Schleier der Unsicherheit" neutrale Regeln wählen, zeigt die PVÖ auf, dass Akteure oft ihre persönlichen Interessen (z.B. Rent-Seeking) verfolgen und somit den Einfluss individueller Präferenzen bei der Verfassungswahl bestätigen.

Warum schlägt die Autorin eine Integration der PVÖ in die Neue Institutionenökonomik vor?

Aufgrund des jungen Alters der PVÖ und der Überschneidungen in den Methoden sowie der Schwachstellen bei Politikempfehlungen argumentiert die Autorin, dass eine Vereinigung mit der NIÖ zu einer breiteren Wissensbasis und einer verbesserten Analyse von Entwicklungseffekten auf Verfassungsregeln führen könnte.

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Details

Titel
Der Ansatz der positiven Verfassungsökonomik
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Lehrstuhl für Ordnungstheorie & Wirtschaftspolitik)
Veranstaltung
Seminar im Sommersemester 2002
Note
2,0
Autor
Tanja Preuss (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
23
Katalognummer
V16762
ISBN (eBook)
9783638215091
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ansatz Verfassungsökonomik Seminar Sommersemester
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tanja Preuss (Autor:in), 2002, Der Ansatz der positiven Verfassungsökonomik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16762
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Leseprobe aus  23  Seiten
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