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Der klassische Utilitarismus. Lässt sich das größte Wohl berechnen? (Fach: Ethik, JG 1)

Titel: Der klassische Utilitarismus. Lässt sich das größte Wohl berechnen? (Fach: Ethik, JG 1)

Unterrichtsentwurf , 2019 , 19 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Sascha Grylicki (Autor:in)

Ethik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Dies ist ein Unterrichtsentwurf zur Einführung des klassischen Utilitarismus nach Jeremy Bentham, der als Lehrprobe im Jahr 2019 gehalten wurde. Der Entwurf enthält die Sachanalyse, die didaktische Analyse, einen Verlaufsplan mit Impulsen und Zeitangaben, Arbeitsblätter, Präsentationsfolien sowie die jeweiligen Erwartungshorizonte.

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich in der Doppelstunde das „Utilitaristische Prinzip“ (mit seinen vier „Unterprinzipien“) nach Bentham am Originaltext erarbeiten, es an Fallbeispielen auf seine Probleme untersuchen und am Ende bewerten, ob es sich ihrer Meinung nach um ein vertretbares Moralprinzip handelt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

  • 1. Unterrichtsvoraussetzungen
  • 2. Unterrichtszusammenhang
  • 3. Sachanalyse
  • 4. Didaktische Analyse
  • 5. Methodische Konsequenzen
  • 6. Angestrebte Kompetenzen
  • 7. Verlaufsskizze
    • Einstieg
    • Erarbeitung I
    • Sicherung I
      • Grundlage 4 Prinzipen
      • Hed. Kalkül
      • Imperativ
    • Erarbeitung II
    • Sicherung II
    • Alternative Vertiefung (John Stuart Mill)
    • Vertiefung/Reflexion (Bewertung des Utilitarismus)
  • 8. Abkürzungsverzeichnis
  • 9. Literatur
  • 10. Anhang

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Unterrichtseinheit zum Utilitarismus zielt darauf ab, Schülerinnen und Schülern das utilitaristische Prinzip anhand von Originaltexten zu vermitteln, dessen Anwendung an Fallbeispielen kritisch zu untersuchen und abschließend eine fundierte Bewertung dieses Moralprinzips zu ermöglichen. Die zentrale Frage ist, ob der Utilitarismus als tragfähiges Moralprinzip in ethischen Entscheidungssituationen gelten kann.

  • Einführung in den klassischen Utilitarismus nach Bentham und Mill
  • Analyse der vier Unterprinzipien des Utilitarismus (konsequentialistisch, Nutzen, hedonistisch, universalistisch)
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem Hedonistischen Kalkül und Gerechtigkeitsaspekten
  • Vergleich des Utilitarismus mit Kants deontologischer Ethik
  • Anwendung ethischer Theorien auf konkrete Fallbeispiele
  • Entwicklung eigener ethischer Urteilsbildungskompetenzen

Auszug aus dem Buch

3. Sachanalyse

Der klassische Utilitarismus nach Jeremy Bentham (1748-1832) und John Stuart Mill (1806-1873), ursprünglich als Idee im Interesse einer „guten Gesetzgebung“ durch den Staat entworfen – was sich schon im Titel von Benthams Werk Introduction to the Principles of Moral and Legislation (1789) ausdrückt – verbindet die antike eudaimonistische Ethik von Epikurs Hedonismus, das menschliche Streben nach Lust und das Vermeiden von Unlust als höchstes Gut, mit der Idee des Gemeinwohls, was sich bei Epikur so noch nicht ausdrückt findet.

Bentham setzt diesen Hedonismus als eine anthropologische Grundkonstante voraus¹ und begründet damit das „Utilitaristische Prinzip" als ein Moralprinzip, das sich an den Folgen einer Handlung („Konsequentialistisches Prinzip“) und dem Nutzen dieser Folgen („Nutzenprinzip/Utilitätsprinzip") orientiert, wobei der Nutzen sich im Gewinn von Lust/Freude (pleasure) und in der Vermeidung von Unlust/Leiden (pain) ausdrückt („Hedonistisches Prinzip“). Überwiegt also die Freude beim „Hedonistischen Kalkül“, dann ist die Handlung wünschenswert und moralisch richtig. Soweit wäre dies ja ein recht egoistisches Moralprinzip, käme nicht als vierter entscheidender Grundsatz hinzu, dass nicht der Nutzen des Handelnden allein, sondern der aller von der Handlung Betroffenen bedacht werden muss („Universalitätsprinzip“ oder „Soziales Prinzip“). Es kommt also bei der „Berechnung des größten Nutzens oder Wohls“ („Moralische Arithmetik“) auf die Gesamtbilanz an, deren „Gratifikationswert“ die Güte der moralischen Handlung wie ein Rechenergebnis bestimmt. Kurz gesagt: Bentham und Mill gehen vom Hedonismus, dem Streben nach Lust, als das Gute aus und stellen mit dem klassischen Utilitarismus erstmals die Frage, ob sich auf dieser Grundlage das größte Wohl, also das größte Lustempfinden für die Gesamtheit der Betroffenen einer Handlung empirisch berechnen lässt. Da beide dies bejahen, legen sie damit die Basis für ein Moralprinzip, das vorschreibt, seine Handlungen nach diesem größten Gesamtwohl auszurichten. So lautet der „Utilitaristische Imperativ“: „Handle so, dass die Folgen deiner Handlung für alle Betroffenen insgesamt mehr Freude als Leid verursachen."

Zusammenfassung der Kapitel

1. Unterrichtsvoraussetzungen: Dieses Kapitel beschreibt die Zusammensetzung der Schülergruppe, ihre bisherige Klassendynamik und berücksichtigt spezifische Bedürfnisse einzelner Lernender.

2. Unterrichtszusammenhang: Hier wird die Verankerung der Unterrichtseinheit zum Utilitarismus im übergeordneten Ethiklehrplan dargelegt und der Bezug zu bereits behandelten Themen wie Kants deontologischer Ethik hergestellt.

3. Sachanalyse: Das Kapitel bietet eine detaillierte theoretische Einführung in den klassischen Utilitarismus von Jeremy Bentham und John Stuart Mill, beleuchtet dessen Grundprinzipien und diskutiert erste Kritikpunkte.

4. Didaktische Analyse: Es werden die didaktischen Entscheidungen für die Gestaltung der Unterrichtseinheit begründet, indem aufgezeigt wird, wie die Inhalte und Methoden den Bildungsplanvorgaben entsprechen und Lernziele effektiv erreicht werden sollen.

5. Methodische Konsequenzen: Dieses Kapitel skizziert den methodischen Aufbau der Doppelstunde in drei Schritten: die theoretische Erarbeitung, die kritische Prüfung an Fallbeispielen und eine abschließende bewertende Reflexion.

6. Angestrebte Kompetenzen: Hier werden die spezifischen Lernziele für die Schülerinnen und Schüler formuliert, die sich auf den Erwerb von Sachwissen, die Förderung ethischer Urteilsbildung und die Stärkung sittlicher Autonomie beziehen.

7. Verlaufsskizze: Das Kapitel enthält eine detaillierte tabellarische Darstellung des geplanten Unterrichtsablaufs, inklusive Phasen, Inhalte, Methoden und eingesetzter Medien.

8. Abkürzungsverzeichnis: In diesem Abschnitt sind alle im Dokument verwendeten Abkürzungen mit ihrer jeweiligen Bedeutung aufgelistet.

9. Literatur: Dieses Kapitel führt alle für die Erstellung der Unterrichtseinheit genutzten literarischen Quellen und Bildungsplanreferenzen auf.

10. Anhang: Der Anhang listet alle Materialien auf, die als Ergänzung zur Unterrichtseinheit dienen, wie Arbeitsblätter, Erwartungshorizonte und Präsentationsfolien.

Schlüsselwörter

Utilitarismus, Jeremy Bentham, John Stuart Mill, Moralphilosophie, Ethik, Konsequentialismus, Hedonistisches Kalkül, Glücks-/Leid-Prinzip, Universalitätsprinzip, Deontologie, Kant, Fallbeispiele, Unterrichtsplanung, Moralisches Handeln, Gerechtigkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Diese Arbeit ist ein detaillierter Entwurf für eine Unterrichtseinheit zum Thema Utilitarismus im Ethikunterricht der gymnasialen Oberstufe. Sie beinhaltet die sachliche Aufbereitung des Themas, didaktische Begründungen und eine detaillierte methodische Planung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder umfassen den klassischen Utilitarismus nach Bentham und Mill, seine definierenden Prinzipien wie den Konsequentialismus, Hedonismus und Universalismus, sowie die kritische Auseinandersetzung mit seinen Implikationen, oft im Kontrast zu Kants deontologischer Ethik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, Schülerinnen und Schülern ein tiefes Verständnis des utilitaristischen Prinzips zu vermitteln, sie zur kritischen Anwendung und Untersuchung anhand von Fallbeispielen zu befähigen und sie zu ermutigen, dessen Tragfähigkeit als Moralprinzip eigenständig zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit selbst ist eine didaktisch-methodische Planung für den Unterricht, die auf der Analyse philosophischer Originaltexte, der Anwendung ethischer Theorien auf Fallbeispiele und der Förderung reflexiver Urteilsbildung basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die philosophischen Grundlagen des klassischen Utilitarismus (Sachanalyse), die didaktische Einordnung der Unterrichtseinheit (Didaktische Analyse) und die konkreten methodischen Schritte zur Umsetzung im Unterricht (Methodische Konsequenzen und Verlaufsskizze) behandelt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter, die diese Arbeit charakterisieren, sind Utilitarismus, Bentham, Mill, Moralphilosophie, Ethik, Konsequentialismus, Hedonistisches Kalkül, Universalitätsprinzip, Deontologie, Kant, Fallbeispiele, Unterrichtsplanung, Moralisches Handeln und Gerechtigkeit.

Wie unterscheidet sich Benthams ursprünglicher Ansatz von John Stuart Mills Weiterentwicklung?

Benthams ursprünglicher Ansatz unterschied nicht zwischen der Qualität von Freuden und Leid, sondern sah nur die Quantität als relevant an ("Quantity of pleasure being equal, push-pin is as good as poetry"). Mill hingegen führte eine Unterscheidung nach der Qualität der Lüste ein, indem er argumentierte, dass intellektuelle oder moralische Freuden höher zu bewerten seien als rein körperliche.

Welche Rolle spielen Fallbeispiele bei der Vermittlung des Utilitarismus in dieser Einheit?

Fallbeispiele sind ein zentrales Element, um das utilitaristische Prinzip in der Praxis zu erproben, dessen Probleme und Schwächen (z.B. in Bezug auf Gerechtigkeit oder die Absehbarkeit von Folgen) aufzudecken und den Schülern eine kritische Auseinandersetzung sowie die Bildung eines eigenen Urteils zu ermöglichen.

Warum wird der Utilitarismus in dieser Einheit in Kontrast zu Kants Ethik gesetzt?

Der Kontrast zu Kants deontologischer Ethik dient dazu, den Schülerinnen und Schülern zwei grundlegend unterschiedliche Ansätze zur Bewertung moralischen Handelns (konsequentialistisch vs. pflichtethisch) aufzuzeigen. Dies fördert ein tieferes Verständnis beider Theorien und regt zur Reflexion über ihre jeweiligen Implikationen an.

Was ist das "Hedonistische Kalkül" und welche Hauptkritikpunkte werden daran geäußert?

Das "Hedonistische Kalkül" ist Benthams Versuch, den Gratifikationswert einer Handlung durch die Berechnung von Freude und Leid anhand von Faktoren wie Intensität, Dauer und Ausmaß zu objektivieren. Hauptkritikpunkte sind die inhärente Vageheit der Berechnung, die Schwierigkeit, alle Folgen und Betroffenen abzusehen, sowie die anfängliche Nichtberücksichtigung qualitativer Unterschiede von Freuden.

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Details

Titel
Der klassische Utilitarismus. Lässt sich das größte Wohl berechnen? (Fach: Ethik, JG 1)
Note
2,0
Autor
Sascha Grylicki (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
19
Katalognummer
V1676461
ISBN (PDF)
9783389167946
ISBN (Buch)
9783389167953
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Klassischer Utilitarismus, Jeremy Bentham, Lehrprobe Ethik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sascha Grylicki (Autor:in), 2019, Der klassische Utilitarismus. Lässt sich das größte Wohl berechnen? (Fach: Ethik, JG 1), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1676461
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Leseprobe aus  19  Seiten
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