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Der Wettbewerb der Organisationsstrukturen: Das Beispiel Produktivkooperative

Título: Der Wettbewerb der Organisationsstrukturen: Das Beispiel Produktivkooperative

Trabajo de Seminario , 2001 , 28 Páginas , Calificación: 2,7

Autor:in: Dennis Sander (Autor)

Economía - Teoría y política de la competencia.
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1.1 Konzeption
Unter Produktivgenossenschaften versteht man Untenehmen landwirtschaftlicher
oder gewerblicher Art, bei denen die Genossen Mit-Unternehmer und
Arbeiternehmer zugleich sind. Sie bringen das Gesellschaftskapital auf und ihre
gesamte Arbeitskraft in die Genossenschaft ein1. Als Folge daraus ist auch jedes
Mitglied zu gleichen Teilen am erwirtschafteten Erfolg oder Verlust beteiligt. Sie,
die Produktivgenossenschaft, kennt also keine selbständigen Betriebe ihrer
Mitglieder, sondern lediglich den gemeinschaftlich getragenen Betrieb als solches.
Rechtlich ist sie eine Sonderform der genossenschaftlichen Rechtsform, wobei die
gesetzliche Definition (§ 1 Abs. 1 Nr.4 GenG) es nicht sofort vermuten lässt, da in
der Produktivgenossenschaft der Genosse sowohl Mit-Eigentümer als auch
Arbeitnehmer in einer Person ist.
1.2 Gründungsmotive
Die ursprüngliche und idealisierte Form der Produktivgenossenschaft macht sich zur
Aufgabe, die Mitgliederinteressen aller zu fördern und gleichzeitig eine optimale
Arbeitsleistung zu erreichen.
Neben der Gewinnerzielung sind auch sozialreformerische und sozialpolitische
Ziele relevant, bedingt durch die Ablehnung kapitalistisch orientierter
Unternehmerinteressen und entsprechender Wirtschafts- und Sozialpolitik.
Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung sollen die Arbeitsmoral und
Leistung der Mitglieder erhöhen und somit einen Wettbewerbsvorteil auf dem
Markt schaffen.
Aufgrund der aufgeführten Strukturmerkmale ist es nicht verwunderlich, dass es
keine einheitliche typologische Einordnung aller Erscheinungsformen von
Produktivgenossenschaften geben kann. Auf eine detaillierte Erklärung wird an
dieser Stelle verzichtet2.

1 Vgl. Höser, R. (1989); „Konkurrenzfähigkeit der Rechtsform Genossenschaft“; Idstein, S.28
2 Vgl. Villegas Velásque, R. (1975), « Die Funktionsfähigkeit von Produktivgenossenschaften »;
Tübingen, S. 12-23

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Was sind Produktivgenossenschaften

1.1. Konzeption

1.2. Gründungsmotive

2. Determinanten von Produktivgenossenschaften

2.1. Richtlinien der „International Cooperative Alliance“

2.1.1. Freier und freiwilliger Zugang

2.1.2. Ein Mitglied – Eine Stimme

2.1.3. Arbeiterkontrolle

2.1.3.1.Partizipation an unternehmerischen Entscheidungsprozessen

2.1.3.2.Gewinnteilung

2.1.3.3.Identitätsprinzip

2.1.4. Weitere Determinanten

3. Ziele von Produktivgenossenschaften

3.1. Realisation des Demokratie-Prinzips

3.2. Dividenden-Maximierung

3.3. Optimale Förderung und Entwicklung der Mitglieder

4. Probleme von Produktivgenossenschaften und entsprechende Lösungsansätze

4.1. Finanzierungsprobleme

4.2. Transformation

4.3. Verteilung, Investition, Innovation

4.4. Assoziation versus Hierarchie

4.5. Externe Faktoren

5. Der Stand der Produktivgenossenschaften heute am Beispiel United Kingdom

6. Verschiedene Erklärungsansätze zur Entwicklung von Produktivgenossenschaften

6.1. Transformation im Licht der neoklassischen Firmentheorie

6.2. Transformation im Licht der Institutionenökonomik

6.3. Degenerationsthese aus der Sicht von Meister

6.4. Pfadabhängigkeitsthese von Institutionen nach Pagano

6.5. Arten von Produktivgenossenschaften nach Cornforth

7. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Organisationsstruktur und die ökonomischen Herausforderungen von Produktivgenossenschaften. Ziel ist es, die spezifischen Wettbewerbsbedingungen dieser Unternehmensform zu analysieren, Erklärungsansätze für ihre Entwicklung und Transformation aufzuzeigen und zu prüfen, inwieweit sie als langfristige Alternative in modernen Marktwirtschaften bestehen können.

  • Konzeptionelle Grundlagen und Determinanten der Genossenschaften
  • Analyse von Finanzierungs- und Transformationsproblemen
  • Gegenüberstellung von Assoziationsprinzip und hierarchischen Strukturen
  • Theoretische Erklärungsansätze zur Degeneration und Pfadabhängigkeit
  • Empirischer Status quo am Beispiel des United Kingdom

Auszug aus dem Buch

4.4 Assoziation versus Hierarchie

Bevor das Problem der Divergenz von Assoziation und Hierarchie behandelt wird, ist ein kurzer begrifflicher Umriss angebracht.

Assoziation bedeutet, die zumeist freiwillige Verbindungen von Gruppen (aber auch einzelnen Personen) u.a. soziale Gebilde (z.B. Organisationen) zu Gruppen-, Zweck- und Interessenverbänden (wie Gewerkschaften, Genossenschaften, Sportverbänden).

Hierarchie hingegen bezeichnet ein System, das durch die Beziehungen der Über/- Unterordnung zwischen den Elementen gekennzeichnet ist.

Die Produktivgenossenschaft tendiert als dezentrales System ohne Hierarchie zu mangelnder Innovationsbereitschaft und –fähigkeit, da aufgrund eines permanent steigenden Wissens dessen Koordination nur bedingt mit einer Organisationsform, wie die Produktivgenossenschaft sie verkörpert, zu bewältigen ist.

Der Begriff Wissen muss an dieser Stelle noch einmal unterteilt werden in Überlappungswissen und verschiedenartiges Wissen. Das Überlappungswissen ist gemeinsames Wissen, welches die Koordination des verschiedenen Wissens ermöglicht. Ziel einer jeden Unternehmung ist nun die Reduzierung des gemeinsamen Wissens unter der Prämisse, dass die Koordination selber nicht verschlechtert wird. Um diesen Prozess in Gang zu bekommen und zu halten, bedarf es Regeln und Institutionen, die Koordinationswissen einsparen und somit Verhaltensunsicherheiten minimieren. Die Hierarchie setzt diese Vorgaben im Rahmen einer institutionellen Sichtweise um, indem sie ökonomisiert, d. h., dass ein unternehmensinternes Kommunikationsnetzwerk aufgebaut wird, das bestimmte standardisierte Codes verwendet und konkrete Regeln einhält.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Was sind Produktivgenossenschaften: Definition der Produktivgenossenschaft als Zusammenschluss, bei dem die Mitglieder gleichzeitig Mitunternehmer und Arbeitnehmer sind, sowie Erläuterung der zugrunde liegenden Gründungsmotive.

2. Determinanten von Produktivgenossenschaften: Darstellung der zentralen genossenschaftlichen Prinzipien, wie demokratische Mitbestimmung, Gewinnteilung und die Identitätsfrage der Mitglieder.

3. Ziele von Produktivgenossenschaften: Analyse der ideellen und ökonomischen Ziele, wobei neben dem Demokratie-Prinzip auch die Notwendigkeit zur Profitabilität und Mitgliederförderung beleuchtet wird.

4. Probleme von Produktivgenossenschaften und entsprechende Lösungsansätze: Diskussion typischer Schwachstellen wie Kapitalunterversorgung, Ineffizienz bei der Transformation sowie der Zielkonflikt zwischen genossenschaftlicher Assoziation und notwendiger Hierarchie.

5. Der Stand der Produktivgenossenschaften heute am Beispiel United Kingdom: Empirische Betrachtung der Unternehmensgrößen und Branchenverteilung, die eine starke Präsenz in kleinen, kapitalarmen Sektoren belegt.

6. Verschiedene Erklärungsansätze zur Entwicklung von Produktivgenossenschaften: Wissenschaftliche Einordnung der Entwicklung durch verschiedene Theorien, darunter die neoklassische Firmentheorie, die Institutionenökonomik und die Degenerationsthese.

7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass Produktivgenossenschaften trotz stetiger Neugründungen meist keine langfristige Lösung für Beschäftigungsprobleme darstellen, da sie oft nur in Krisenzeiten entstehen.

Schlüsselwörter

Produktivgenossenschaft, Demokratie-Prinzip, Transformationsprozess, Institutionenökonomik, Genossenschaft, Kapitaleinsatz, Assoziation, Hierarchie, Degenerationsthese, Pfadabhängigkeit, Unternehmenskultur, Innovationsbereitschaft, Arbeitsmarkt, Wirtschaftsstruktur, Gewinnteilung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretischen und praktischen Aspekte von Produktivgenossenschaften als alternative Organisationsform zu klassischen kapitalistischen Unternehmen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf den strukturellen Merkmalen, den Herausforderungen bei der Finanzierung, den Transformationserscheinungen und der ökonomischen Effizienz dieser Unternehmensform.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist die Analyse, warum Produktivgenossenschaften oft Schwierigkeiten haben, langfristig am Markt zu bestehen, und welche theoretischen Erklärungen für ihre Transformation oder Degeneration existieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse unter Einbeziehung ökonomischer Theorien wie der neoklassischen Firmentheorie, der Institutionenökonomik und spieltheoretischer Ansätze.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit genossenschaftlichen Determinanten, eine Analyse der Finanzierungs- und Innovationsprobleme sowie eine theoretische Einordnung durch verschiedene wissenschaftliche Erklärungsmodelle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Produktivgenossenschaft, Demokratie-Prinzip, Degenerationsthese, Pfadabhängigkeit und Transformationsprozesse.

Warum neigen Produktivgenossenschaften laut der Arbeit zur Transformation?

Die Transformation erfolgt oft, um durch die Einstellung von Lohnarbeitern oder die Abkehr vom reinen Genossenschaftsprinzip die Effizienz und das Kapitalniveau zu steigern, was jedoch den ursprünglichen Charakter des Unternehmens verändert.

Welche Rolle spielt die Pfadabhängigkeit nach Pagano?

Pagano argumentiert, dass bestehende kapitalistische Institutionen und Techniken den Wechsel zu einer kooperativen Struktur erschweren, da die benötigten Lernprozesse und technischen Voraussetzungen in einem arbeitnehmergeleiteten Modell erst mühsam entwickelt werden müssten.

Final del extracto de 28 páginas  - subir

Detalles

Título
Der Wettbewerb der Organisationsstrukturen: Das Beispiel Produktivkooperative
Universidad
University of Marburg  (Fachbereich Wirtschaftswissenschaften)
Curso
Wirtschaftstheoretisches Seminar
Calificación
2,7
Autor
Dennis Sander (Autor)
Año de publicación
2001
Páginas
28
No. de catálogo
V16773
ISBN (Ebook)
9783638215138
Idioma
Alemán
Etiqueta
Wettbewerb Organisationsstrukturen Beispiel Produktivkooperative Wirtschaftstheoretisches Seminar
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Dennis Sander (Autor), 2001, Der Wettbewerb der Organisationsstrukturen: Das Beispiel Produktivkooperative, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16773
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