Mit der Vorliegenden Arbeit „Autismus – Eine Herausforderung für die Soziale Arbeit in der Behindertenhilfe“ möchte ich Aufzeigen, welche Rolle die Soziale Arbeit in der Behindertenhilfe, Schwerpunkt Autismus einnimmt. Dazu werde ich im Vorfeld eine Begriffsdefinition sowie eine Geschichtliche Einordnung der Störung vornehmen. Auch möchte ich die unterschiedlichen Ursachen des Autismus darstellen, welche bis heute nicht ganz geklärt zu sein scheinen. Folgen sollen die verschiedenen Störungsbilder des Autismus und deren Früherkennung.
Ein Schwerpunkt dieser Arbeit soll die Erläuterung der wesentlichen Therapieformen wie LOVAAS oder TEAACH sein. Aber auch die kritische Auseinandersetzung mit der medikamentösen Intervention soll dargestellt werden.
Wichtig erschein mir weiterhin die Eltern, Angehörigen und Lehrerarbeit , welche meines Erachtens vom Sozialarbeiter koordiniert werden sollte. Hierbei wird im Zentrum die Beratung stehen.
Ein weiterer Schwerpunkt wird der meiner Meinung nach schmale Grad zwischen Autonomie und Betreuung in der Arbeit mit Autisten sein. Welche Möglichkeiten der Betreuung gibt es? Ist es machbar, dass Autisten weitgehend oder völlig selbstständig leben? Welche Art der Betreuung scheint sinnvoll, zuhause, oder eher eine externe Unterbringung?
In den einzelnen Schwerpunkten werde ich Arbeits- und Interventionsbereiche der Sozialarbeit aufzeigen. Schließlich soll dargestellt werden wo die Herausforderung der Sozialarbeit in einem Tätigkeitsfeld liegen, dessen Ursache ungeklärt ist, und in dem infolge dessen die verschiedensten Professionen Tätig sind.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Definition
2. Was ist Autismus?
3. Ursachen
4. Formen des Autismus
4.1 Kanner – Syndrom
4.1.2 Motorik
4.1.3 Soziale Entwicklung
4.2 Asperger – Syndrom
4.3 Atypischer Autismus
5. Früherkennung
6. Sozialarbeit und Therapie von autistischen Störungen
6.1 Lovaas – Therapie
6.2 TEACCH – Programm
6.3 Medikamentöse Interventionen
7. Soziale Arbeit zwischen Autonomie und Betreuung von Autisten
8. Beschulung und Hilfe bei der Arbeitssuche
9. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Sozialen Arbeit in der Behindertenhilfe mit dem Schwerpunkt Autismus. Dabei wird analysiert, wie trotz ungeklärter Ursachen eine angemessene pädagogische Betreuung, Beschulung und therapeutische Intervention gestaltet werden kann, um eine Balance zwischen notwendiger Betreuung und individueller Autonomie zu finden.
- Grundlagen, Definition und historische Einordnung des Autismus-Spektrums.
- Differenzierung verschiedener Störungsbilder und deren Früherkennung.
- Kritische Auseinandersetzung mit therapeutischen Ansätzen wie Lovaas, TEACCH und medikamentösen Interventionen.
- Herausforderungen der Sozialarbeit in den Bereichen Schule, Arbeitssuche und Wohnformen.
- Die Spannung zwischen Autonomiebestreben und der Notwendigkeit professioneller Unterstützung.
Auszug aus dem Buch
4.2 Asperger – Syndrom
Nach dem ICD-10 besteht der wesentliche Unterschied zum Kannerautismus im Auftreten der Symptome erst ab etwa dem dritten Lebensjahr. Bis dahin wirken die Kinder völlig gesund. Weiterer Unterschied ist der fehlende Entwicklungsrückstand der Sprache und der kognitiven Entwicklung. Im Gegensatz zu Kannerautisten, sind Kinder mit Asperger – Syndrom auffallend Ungeschickt. Grundsätzlich sind die Formen der Beeinträchtigung dieselben wie beim Kanner – Syndrom.
Mit etwa acht Betroffenen Kindern von 10.000 ist diese Form der Störung die zweithäufigste, wobei Jungen wesentlich häufiger betroffen sind als Mädchen. Da es Defizite beim zusammenwirken von sehen und Bewegung und der visuellen Raumwahrnehmung gibt, kommt es durch die schlecht koordinierten Bewegungen zu besonderen Problemen. Wie schon erwähnt ist die Sprachentwicklung weitgehend normal, nicht selten sogar besonders elaboriert. Dennoch kann es auch hier zu Problemen kommen, da sehr oft zu laut gesprochen wird oder die Sprechweise seltsam Mechanisch klingt, oder aber der Gesprächspartner mit Worten überschüttet wird ohne darauf zu achten ob dieser sich für das Thema interessiert.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Rolle der Sozialen Arbeit in der Behindertenhilfe bei der Betreuung von Menschen mit Autismus und definiert die zentralen Forschungsfragen.
1. Definition: Das Kapitel erläutert den Ursprung des Begriffs Autismus, der erstmals 1911 durch Eugen Bleuler im Kontext der Schizophrenie geprägt wurde.
2. Was ist Autismus?: Hier werden die wesentlichen Merkmale des Autismus sowie die historischen Erstbeschreibungen durch Leo Kanner und Hans Asperger dargelegt.
3. Ursachen: Dieses Kapitel erörtert aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Ursachen, wobei genetische Faktoren und neurologische Störungen im Vordergrund stehen.
4. Formen des Autismus: Es erfolgt eine detaillierte Differenzierung verschiedener autistischer Störungsbilder sowie deren spezifischer Symptomatiken.
5. Früherkennung: Dieses Kapitel betont die Relevanz einer frühen Diagnose für den Einsatz wirksamer pädagogischer und sozialarbeiterischer Maßnahmen.
6. Sozialarbeit und Therapie von autistischen Störungen: Es werden verschiedene Therapieformen wie Lovaas oder das TEACCH-Programm sowie die Rolle der Sozialarbeit als Bindeglied beleuchtet.
7. Soziale Arbeit zwischen Autonomie und Betreuung von Autisten: Das Kapitel analysiert den schwierigen Spagat, den Autisten zwischen dem Wunsch nach Selbstständigkeit und der Notwendigkeit einer unterstützenden Betreuung bewältigen müssen.
8. Beschulung und Hilfe bei der Arbeitssuche: Hier wird die Bedeutung passgenauer schulischer und beruflicher Integrationsangebote für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben thematisiert.
9. Fazit: Das Fazit fasst die Entwicklung des Autismusbegriffs zusammen und verdeutlicht die bleibenden Herausforderungen für die Soziale Arbeit.
Schlüsselwörter
Autismus, Soziale Arbeit, Behindertenhilfe, Kanner-Syndrom, Asperger-Syndrom, TEACCH, Lovaas-Therapie, Früherkennung, Integration, Autonomie, Betreuung, Entwicklungsstörung, Behindertenarbeit, Inklusion, Förderschwerpunkt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Sozialen Arbeit in der Behindertenhilfe bei der Betreuung von Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Publikation ab?
Die Arbeit behandelt die medizinischen und psychologischen Grundlagen, verschiedene Diagnoseformen, therapeutische Ansätze sowie die sozialarbeiterischen Herausforderungen in den Lebensbereichen Schule, Arbeit und Wohnen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Sozialarbeiter als Koordinatoren zwischen Betroffenen, Familien und Institutionen agieren können, um trotz schwerer Störungsbilder ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse wissenschaftlicher Fachpublikationen und klassischer Diagnose-Schemata wie dem ICD-10.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben den Ursachen und Störungsformen insbesondere die therapeutischen Programme TEACCH und Lovaas sowie die kritische Begleitung medikamentöser Interventionen dargestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Autismus, Soziale Arbeit, Inklusion, TEACCH, Autonomie, Früherkennung und die verschiedenen Syndromformen wie Kanner und Asperger.
Wie wird das Verhältnis von Autonomie und Betreuung bewertet?
Die Arbeit sieht Autonomie und Betreuung nicht als Gegensatz, sondern als notwendige Ergänzung, wobei die Sozialarbeit den Grad der Unterstützung individuell anpassen muss.
Warum ist die Koordination der Eltern- und Lehrerarbeit so wichtig?
Da Sozialarbeiter als Verbindungsstelle fungieren, ist eine strukturierte Zusammenarbeit essenziell, um Überforderungen bei den Betroffenen zu vermeiden und ein einheitliches pädagogisches Konzept zu gewährleisten.
- Arbeit zitieren
- Uwe Kruth (Autor:in), 2008, Autismus - Eine Herausforderung für die Soziale Arbeit in der Behindertenhilfe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167859