In Zeiten der weltweiten ökonomischen Globalisierung zählen grenzüberschreitende Aktivitäten zum Alltag unternehmerischen Handelns. Immer mehr Unternehmen produzieren oder vertreiben in zahlreichen Ländern und betreiben einen starken Wissens- und Technologieaustausch an verschiedenen internationalen Standorten. Das hat zur Folge, dass Unternehmen zunehmend auch ihre Arbeitnehmer für einen bestimmten Zeitraum im Ausland einsetzen, um durch deren Anwesenheit den Geschäftserfolg im globalen Wettbewerb zu sichern.
In Anbetracht dieser fortschreitenden Globalisierung, womit eine Internationalisierung fast aller Lebensbereiche einhergeht, gewinnt die interkulturelle Kompetenz zunehmend an Bedeutung. Als Voraussetzung für einen erfolgreichen Auslandsaufenthalt spielt neben der fachlichen Kompetenz die Basisqualifikation der „interkulturellen Handlungskompetenz“ eine sehr wichtige Rolle.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Problemfeld der Entsendung und Wiedereingliederung von Unternehmensmitarbeitern nach einem Auslandseinsatz. Dazu soll auf die Hauptmotive des Unternehmens sowie des Mitarbeiters zur Entsendung, die Auswahl und Vorbereitung des Mitarbeiters auf den Aufenthalt und die verschiedenen Phasen des Auslandsaufenthalts sowie die Rückkehrproblematik und Wiedereingliederung eingegangen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition: Expatriate
3. Motive und Ziele der Auslandsentsendung
3.1 Unternehmen
3.2 Mitarbeiter
4. Phasen der Umsetzung einer Auslandsentsendung
4.1 Mitarbeiterauswahl
4.1.1 Fachliche Kriterien
4.1.2 Verhaltensbezogene Kriterien
4.1.3 Interkulturelle Kriterien
4.1.4 Persönliche Kriterien
4.2 Vorbereitungsphase für den Auslandseinsatz
4.2.1 Informationsorientierte Vorbereitung
4.2.2 Kommunikative Kompetenz
4.2.3 Interkulturelle Kompetenz
4.3 Auslandseinsatzphase
4.3.1 Anpassungsphasen im Ausland
4.3.2 Betreuung des Mitarbeiters
4.4 Beendigung des Auslandseinsatzes
4.4.1 Beendigungsgründe
4.4.2 Wiedereingliederungs- und Reintegrationsphase
5. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit analysiert den Prozess der Entsendung von Mitarbeitern in das Ausland sowie deren anschließende Wiedereingliederung in das Stammhausunternehmen. Ziel ist es, die Motive für solche Entsendungen zu beleuchten, kritische Erfolgsfaktoren bei der Auswahl und Vorbereitung zu identifizieren sowie die Herausforderungen während des Aufenthalts und der Rückkehr aufzuzeigen.
- Motivstrukturen von Unternehmen und Expatriates
- Kriterien für die Auswahl von Auslandskandidaten
- Methoden der Vorbereitung auf den Auslandseinsatz
- Kulturelle Anpassungsprozesse und der Kulturschock
- Herausforderungen der Reintegration nach der Rückkehr
Auszug aus dem Buch
4.3.1 Anpassungsphasen im Ausland
Der Mitarbeiter und seine Familie durchleben einen phasenförmigen kulturellen Anpassungsprozess im Gastland. Dies wird in Abbildung 1 dargestellt. Die Länge der einzelnen Phasen ist von der Vorbereitung auf den Einsatz abhängig.
Die Erwartungsphase, auch Honeymoon-Phase genannt, ist meistens unproblematisch und es herrscht ein optimistische Stimmung. Der Expatriate und seine Familie werden mit vielen neuen Eindrücken im beruflichen und privaten Umfeld konfrontiert. Durch die Vorfreude auf eine neue Tätigkeit sowie ein unbekanntes Land stellt sich eine zufriedenstellende Situation ein.
Nachdem die erste Euphorie abgeebbt ist und Schwierigkeiten bei der Auseinandersetzung mit der Sprache und Kultur auftreten, beginnt die Kulturschockphase. Viele Zusammenhänge erscheinen kompliziert und aufwendig. Frustration, Verständigungsschwierigkeiten und die daraus resultierende Verunsicherung führen zu hohen psychischen und physischen Belastungen. „Typische Symptome des Kulturschocks sind […] Heimweh, Niedergeschlagenheit, Nervosität und emotionale Überreaktionen, übermäßige Kompensationsbedürfnisse (viel Alkohol, Essen) bis hin zur Kulturfeindlichkeit und Zynismus“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Globalisierung und Bedeutung interkultureller Kompetenz sowie Vorstellung des Ziels der Arbeit.
2. Definition: Expatriate: Definition und terminologische Einordnung der Mitarbeiter, die befristet im Ausland tätig sind.
3. Motive und Ziele der Auslandsentsendung: Darstellung der betriebswirtschaftlichen und individuellen Beweggründe für einen Auslandseinsatz.
4. Phasen der Umsetzung einer Auslandsentsendung: Detaillierte Betrachtung des gesamten Prozesses von der Auswahl über die Vorbereitung und Durchführung bis zur Reintegration.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Resümee über die Schwachstellen im Entsendungsmanagement und abschließende Bewertung der Chancen für Unternehmen und Mitarbeiter.
Schlüsselwörter
Auslandsentsendung, Expatriate, Interkulturelle Handlungskompetenz, Know-how Transfer, Mitarbeiterauswahl, Vorbereitungsphase, Kulturschock, Anpassungsprozess, Betreuung, Reintegration, Wiedereingliederung, Auslandseinsatz, Karrierechancen, Führungskräfte, Personalentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit dem Management von Auslandseinsätzen, insbesondere dem Verlauf der Entsendung, den dabei auftretenden Problemen und notwendigen Maßnahmen für eine erfolgreiche Wiedereingliederung.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit fokussiert auf die Auswahl von geeignetem Personal, deren interkulturelle Vorbereitung, die psychologischen Phasen während des Auslandaufenthalts sowie die kritische Phase der Rückkehr.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Erfolgsfaktoren für einen Auslandseinsatz zu identifizieren und aufzuzeigen, wie Unternehmen den Prozess so gestalten können, dass sowohl das Unternehmen als auch der Mitarbeiter nachhaltig davon profitieren.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit der Materie auf Basis einschlägiger Fachliteratur, die den Prozess in chronologische Phasen unterteilt.
Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in die Phasen der Entsendung: Auswahlkriterien, Vorbereitung, Auslandseinsatzphase (inklusive Anpassung) sowie die Beendigung und Rückkehr.
Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument?
Wichtige Begriffe sind Expatriate, interkulturelle Kompetenz, Kulturschock, Reintegration und Entsendungsmanagement.
Warum ist die Einbeziehung der Familie so wichtig?
Die Arbeit betont, dass die Familie oft den entscheidenden Faktor für einen erfolgreichen Einsatz darstellt, da ein vorzeitiger Abbruch häufig auf die Unzufriedenheit des Partners zurückzuführen ist.
Was versteht die Autorin unter der "Kontra-Kulturschockphase"?
Dies beschreibt die Phase nach der Rückkehr ins Heimatland, in der der Mitarbeiter Schwierigkeiten hat, sich an die veränderten Lebens- und Arbeitsbedingungen anzupassen und sich mitunter als Fremder im eigenen Land fühlt.
Welche Rolle spielt die "Ambiguitätstoleranz" für Expatriates?
Sie beschreibt die Fähigkeit des Entsandten, mit Unklarheiten und Unvollkommenheiten in einer fremden Umgebung souverän umzugehen, was für den Auslandserfolg essenziell ist.
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- Anna Grasmik (Author), 2011, Die Entsendung und Wiedereingliederung von Mitarbeitern nach einem Auslandseinsatz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167961