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Krisen und strukturelle Probleme in Lateinamerika

Private Sparquoten, Haushaltssalden und Leistungsbilanzsalden in China. Was ist anders im Vergleich zu Lateinamerika?

Titel: Krisen und strukturelle Probleme in Lateinamerika

Seminararbeit , 2011 , 25 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Bachelor of Arts Lukas Brinkmann (Autor:in)

VWL - Fallstudien, Länderstudien
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Zusammenfassung Leseprobe Details

1. Einleitung
Lateinamerika hat seit vielen Dekaden eine im Vergleich zu anderen Schwellenländern sehr niedrige gesamtwirtschaftliche Sparquote. Dies wiederum hat negative Konsequenzen für das Investitionsvolumen in Lateinamerika. Theoretisch muss dies nicht so sein, wenn das Ver- trauen in die lateinamerikanische Volkswirtschaft groß genug ist und ausreichend Kapitalzu- flüsse in Form von Direktinvestitionen in das Land fließen.
Aus den letzten Jahrzehnten ist jedoch bekannt, dass Lateinamerika mit enormen wirtschaftli- chen Problemen und Vertrauensverlusten zu kämpfen hatte. In den 70er Jahren führte eine importsubstituierende Politik, welche vor allem durch ausländische Banken finanziert wurde, zu erheblichen wirtschaftlichen Fehlentwicklungen. Nachdem die Rohölpreise in den 80er Jahren deutlich sanken, konnte Lateinamerika seinen Forderungen nicht mehr nachkommen. Es folgte die sog. Schuldenkrise mit all ihren negativen Folgen (siehe Kapitel 4.2). Lateinamerika änderte daraufhin in den 90er Jahren seine Politik und liberalisierte seine Fi- nanzmärkte. Aufgrund von makroökonomischer Unsicherheit und einer inadäquaten Finanz- aufsicht kam es allerdings schnell zu einem drastischen Abfluss an Kapital und einer weiteren Krise Lateinamerikas.
Nach diesen vielen Fehlentwicklungen konnte Lateinamerika seit 2003 durch eine verbesserte Wirtschaftspolitik und der guten weltwirtschaftlichen Entwicklung einen deutlichen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erfahren und im selben Zug seinen Leistungsbilanzsaldo verbessern sowie die Staatsverschuldung deutlich stoppen. Die Sparquote allerdings ist nach der Schuldenkrise nur leicht gestiegen und lag 2009 bei 23 Prozent. China hingegen hatte in den letzten zwei Jahrzehnten ein außergewöhnliches Wirtschaftswachstum, eine immer weiter steigende Sparquote sowie enorme Leistungsbilanzüberschüsse. Betrachtet man die chinesi- sche Sparquote mit ca. 52 Prozent, stellt sich die Frage, wieso ein solcher Unterschied zwi- schen diesen beiden Schwellenländern vorherrscht.
Im Zuge dieser Arbeit werden daher diese beiden Regionen der Welt auf ihre Sparquoten, Leistungsbilanzsalden und Haushaltssalden untersucht. Es werden die Gründe für das unter- schiedliche Sparverhalten und die wirtschaftlichen Entwicklungen analysiert. In Kapitel 2 werden die private und staatliche Sparquote sowie die Leistungsbilanz definiert. Ferner wer- den diese Kennzahlen theoretisch und empirisch untersucht.
Kapitel 3 umfasst die volkswirtschaftliche A

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Private Sparquote, Staatshaushalt und Leistungsbilanzsalden im Allgemeinen

2.1 Die private Sparquote, Theorie und Empirie

2.2 Staatliches Sparen

2.3 Die Leistungsbilanz

3. Private Sparquote, Staatshaushalt und Leistungsbilanzsalden in China

3.1 Chinas außergewöhnliche Sparquote

3.2 Die öffentliche Ersparnis Chinas

3.3 Chinas Leistungsbilanz

4. Unterschiede zu Lateinamerika

4.1 Sparquote

4.2 Unterschiede der chinesischen und lateinamerikanischen Leistungsbilanz, die Schuldenkrise und Haushaltssalden

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die signifikanten Unterschiede im Sparverhalten und in der außenwirtschaftlichen Entwicklung zwischen China und den Ländern Lateinamerikas. Das primäre Ziel ist es, die ökonomischen Determinanten für die außergewöhnlich hohe Sparquote und die Leistungsbilanzüberschüsse in China zu identifizieren und diese den historisch bedingten, volatileren Entwicklungen sowie den niedrigeren Sparraten in lateinamerikanischen Volkswirtschaften gegenüberzustellen.

  • Analyse der privaten und staatlichen Sparquoten in China und Lateinamerika
  • Untersuchung der Leistungsbilanzsalden als Ausdruck nationaler Ersparnisüberschüsse
  • Evaluierung der Auswirkungen von Wirtschaftsreformen und Finanzmarktliberalisierungen
  • Vergleich der staatlichen Haushaltsdisziplin und deren historische Entwicklung
  • Diskussion der Auswirkungen von Schuldenkrisen und makroökonomischer Instabilität

Auszug aus dem Buch

3.1 Chinas außergewöhnliche Sparquote

China hat mittlerweile die höchste gesamtwirtschaftliche Sparquote (Staat, Unternehmen und private Haushalte) auf der ganzen Welt. Im Jahr 2009 betrug sie 52,08 Prozent des BIP (siehe Tabelle 4). Vor allem stiegen in den letzten Jahren die Sparquoten der privaten und staatlichen Unternehmen deutlich. Die Staatsersparnis stieg ebenfalls, aber nicht so stark. Lediglich die Sparquoten der privaten Haushalte sanken etwas in Relation zum BIP. Im Vergleich zum verfügbaren Einkommen stieg die Ersparnis der Haushalte allerdings auch. Dieser Umstand ist geschuldet durch eine Verringerung der Haushaltseinkommen gemessen am BIP (siehe Abbildung 1).

Die Gründe für eine Sparquote von mehr als der Hälfte des BIP sind am Beispiel China sehr vielschichtig. Normalerweise würde man davon ausgehen, dass durch die seit Jahren steigenden Löhne, der positiven Zukunftserwartungen und niedriger realer Zinsen die privaten Haushalte sich heutigen Konsum gegen zukünftigen leihen. Es ist allerdings zu sehen, dass die Sparquoten in allen demographischen Gruppen angestiegen sind, auch in den Schichten, in denen man sehr hohe zukünftige Einkommenszuwächse erwarten kann. Es lässt sich festhalten, dass Chinesen lieber Häuser und andere langlebige Güter durch Ersparnisse als durch eine Kreditaufnahme erwerben. Der Kreditmarkt scheint in China noch deutlich unterentwickelt zu sein.

Überdies ist es bemerkenswert, dass ein U-förmiger Verlauf des Sparens in den Lebenszyklen der Chinesen zu beobachten ist, d.h. junge und ältere Haushalte haben die höchsten Sparquoten. Dies steht im Gegensatz zu dem klassischen „hump shaped Ansatz“ und den Verläufen in den meisten anderen Ländern.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der unterschiedlichen Sparquoten und Leistungsbilanzsalden zwischen China und Lateinamerika ein und erläutert die methodische Herangehensweise der Untersuchung.

2. Private Sparquote, Staatshaushalt und Leistungsbilanzsalden im Allgemeinen: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Sparquote, des staatlichen Sparens sowie des Leistungsbilanzsaldos anhand klassischer und keynesianischer Modelle definiert und diskutiert.

3. Private Sparquote, Staatshaushalt und Leistungsbilanzsalden in China: Dieses Kapitel analysiert spezifisch die chinesische Wirtschaft, insbesondere die hohen Sparquoten der Haushalte und Unternehmen sowie die Rolle der staatlichen Ersparnis und die Entwicklung der Leistungsbilanz.

4. Unterschiede zu Lateinamerika: Hier erfolgt der direkte Vergleich mit den lateinamerikanischen Ländern, wobei der Fokus auf den historischen Erfahrungen der Schuldenkrisen, dem niedrigeren Sparniveau und der unterschiedlichen makroökonomischen Stabilität liegt.

5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse der komparativen Analyse zusammen und bewertet die zukünftigen Herausforderungen für beide Regionen.

Schlüsselwörter

Sparquote, Leistungsbilanz, China, Lateinamerika, BIP, Haushaltssaldo, Investitionen, Schuldenkrise, Kapitalfluss, Fiskalpolitik, Demographie, Konsumneigung, Währungsreserven, Renminbi, Wirtschaftsreformen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, warum China im internationalen Vergleich eine so hohe gesamtwirtschaftliche Sparquote und hohe Leistungsbilanzüberschüsse aufweist, während in Lateinamerika gegensätzliche Bedingungen herrschen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das private und staatliche Sparverhalten, die Entwicklung von Leistungsbilanzsalden, die Auswirkungen von Wirtschaftspolitiken und der historische Kontext von Schuldenkrisen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die ökonomischen Gründe für die enorme Diskrepanz in der Sparquote zwischen China (über 50 Prozent des BIP) und Lateinamerika (ca. 23 Prozent) zu erklären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse, bei der empirische Daten, ökonomische Kennzahlen und etablierte volkswirtschaftliche Theorien zur Erklärung der nationalen Sparverhältnisse gegenübergestellt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen (Kapitel 2), dann die detaillierte Analyse der chinesischen Kennzahlen (Kapitel 3) und schließlich der Vergleich mit Lateinamerika unter Berücksichtigung politischer und historischer Faktoren (Kapitel 4) erarbeitet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sparquote, Leistungsbilanz, China, Lateinamerika, BIP, Schuldenkrise und fiskalische Stabilität geprägt.

Warum weichen die Sparraten in China vom klassischen „hump shaped Ansatz“ ab?

Im Gegensatz zum Standardmodell sparen in China besonders junge und ältere Haushalte am meisten, was unter anderem durch notwendige Vorsorge für Bildung und Gesundheit sowie den unterentwickelten Kreditmarkt erklärt wird.

Welche Rolle spielten die Schuldenkrisen in Lateinamerika?

Die Schuldenkrisen der 80er Jahre führten zu Hyperinflation und Instabilität, was das Sparen unattraktiv machte und die Entwicklung des Sparverhaltens im Vergleich zu Asien nachhaltig negativ beeinflusste.

Wie beeinflussen die chinesischen Währungsreserven die Wirtschaft?

Der Aufbau enormer Dollarreserven durch Leistungsbilanzüberschüsse wird zwar als Absicherung gegen Krisen gesehen, birgt aber das Risiko einer geringen Rendite und ineffizienter Kapitalnutzung.

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Details

Titel
Krisen und strukturelle Probleme in Lateinamerika
Untertitel
Private Sparquoten, Haushaltssalden und Leistungsbilanzsalden in China. Was ist anders im Vergleich zu Lateinamerika?
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen
Veranstaltung
Wirtschaftskunde Lateinamerika
Note
1,3
Autor
Bachelor of Arts Lukas Brinkmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
25
Katalognummer
V168110
ISBN (eBook)
9783640849451
ISBN (Buch)
9783640849505
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lateinamerika China Private Sparquoten Haushaltssalden und Leistungsbilanzsalden Haushaltssaldo Leistungsbilanz Sparquote Schuldenkrise
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bachelor of Arts Lukas Brinkmann (Autor:in), 2011, Krisen und strukturelle Probleme in Lateinamerika , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168110
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  25  Seiten
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