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Synkretismus von Christen- und Heidentum in altenglischen Zaubersprüchen

Title: Synkretismus von Christen- und Heidentum in altenglischen Zaubersprüchen

Term Paper , 2010 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Andrea Heigl (Author)

English Language and Literature Studies - Linguistics
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Seminararbeit behandelt den in altenglischen Zaubersprüchen deutlich werdenden Synkretismus von Heidentum und Christentum, der sich durch die christliche Mission des angelsächsischen Großbritanniens ereignet hat und bis heute in vielen Lebensbereichen, unter anderem auch in der Literatur, deutlich wird.
Ziel soll es im ersten Teil der Arbeit sein, nach einer allgemeinen Definition des Begriffs des Synkretismus aufzuzeigen, auf welcher historischen Grundlage es zu der Vermischung von Heidentum und Christentum im frühmittelalterlichen Großbritannien kam und was dies für Folgen für die Einwohner Großbritanniens hatte.

Neben den christlichen Missionstaktiken soll ebenso auf Beispiele für Synkretismus eingegangen werden, wie sie auch in heutiger Zeit teilweise noch im Alltag erkennbar sind.
Im zweiten Teil der Arbeit wird zunächst auf sich wiederholende synkretistische Elemente in altenglischen Zaubersprüchen allgemein eingegangen, die dann anhand des Zauberspruches Wið dweorh veranschaulicht werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definition Synkretismus

3 Entstehung des Synkretismus in Großbritannien

3.1 Missionstaktik der vollkommenen Eliminierung des Heidentums

3.2 Änderung der Missionstaktik in eine Assimilation des Heidentums

4 Beispiele für Synkretismus

4.1 Uminterpretation vormaliger Götter

4.2 Der Ursprung englischer Ortsnamen

4.3 Synkretismus im Volksbrauchtum: Allerheiligen vs. Samhain

5 Christlicher & heidnischer Synkretismus in altenglischen Zaubersprüchen

5.1 Gegen den Zwerg (Wið dweorh)

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Synkretismus von Heidentum und Christentum im frühmittelalterlichen Großbritannien und analysiert, wie sich diese Vermischung in altenglischen Zaubersprüchen niederschlägt. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit den historischen Gründen für diese religiöse Durchdringung sowie der Art und Weise, wie heidnische Konzepte und christliche Elemente in Texten und Alltagspraktiken koexistierten.

  • Historische Grundlagen der christlichen Mission in Großbritannien.
  • Wandel der Missionstaktiken von radikaler Eliminierung zu gezielter Assimilation.
  • Uminterpretation heidnischer Gottheiten und Symbole.
  • Einfluss des Heidentums auf englische Ortsnamen und Volksbräuche.
  • Analyse des synkretistischen Charakters altenglischer Zaubersprüche am Beispiel von "Wið dweorh".

Auszug aus dem Buch

5.1 Gegen den Zwerg (Wið dweorh)

Der Zauberspruch Wið dweorh entstammt der Zauberspruch-Sammlung Lacnunga, auf die später noch eingegangen werden soll. Wie die meisten der im Seminar behandelten Zaubersprüche handelt es sich auch bei diesem Spruch um eine Anleitung zur Beseitigung eines Übels, in diesem Fall für die Behandlung körperlicher Widrigkeiten.

Im Hinblick auf die Inhaltsstruktur besitzen Zaubersprüche grundlegend einen zweigliedrigen Aufbau, der aus einem kurzen epischen, d.h. erzählerischen Einleitungsteil, der Historiola und dem eigentlichen Zauberspruch bzw. der magischen Beschwörungsformel, die Incatatio heißt. Am Beginn von Wið dweorh steht anstelle der erzählenden Einleitung eine konkrete Handlungsanweisung für den Anwender des Zauberspruches, die besagt, dass man gegen einen Zwerg sieben kleine geweihte Oblaten nehmen und sie mit den Namen von sieben Heiligen beschriften soll. Darauf soll die Incantatio erfolgen, d.h. der eigentliche Sprechakt, in dem die eigentliche Beschwörungsformel gesprochen werden soll, und zwar erst in das linke, dann in das rechte Ohr des Kranken.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung skizziert das Ziel der Arbeit, den Synkretismus in altenglischen Zaubersprüchen zu untersuchen und die historische sowie inhaltliche Vermischung von heidnischem und christlichem Gedankengut aufzuzeigen.

2 Definition Synkretismus: In diesem Kapitel wird der Begriff Synkretismus sowohl etymologisch als auch religionswissenschaftlich als Vermischung gegensätzlicher religiöser Ideen zu einem neuen Weltbild definiert.

3 Entstehung des Synkretismus in Großbritannien: Das Kapitel erläutert die Konfrontation der christlichen Missionare mit den bestehenden Strukturen der Angelsachsen und die daraus resultierende Notwendigkeit eines Glaubenswechsels.

3.1 Missionstaktik der vollkommenen Eliminierung des Heidentums: Hier wird die anfängliche, rigorose Strategie der Kirche beschrieben, die darauf abzielte, heidnische Bräuche und Kultstätten vollständig auszulöschen.

3.2 Änderung der Missionstaktik in eine Assimilation des Heidentums: Dieses Kapitel beschreibt das Umschwenken der Kirche zu einer integrativen Taktik, bei der Tempel und Praktiken christlich umgedeutet wurden, anstatt sie zu zerstören.

4 Beispiele für Synkretismus: Es werden konkrete Beweise für das Zusammenwachsen beider Religionen angeführt, die auch heute noch in Alltag und Kultur erkennbar sind.

4.1 Uminterpretation vormaliger Götter: Das Kapitel untersucht, wie heidnische Götter wie Woden durch christliche Stammbaumkonstruktionen oder das Kreuzsymbol in den neuen Glaubenskontext eingegliedert wurden.

4.2 Der Ursprung englischer Ortsnamen: Diese Ausführungen belegen, wie altenglische Ortsbezeichnungen bis heute Hinweise auf ehemalige heidnische Kultorte geben, die später transformiert wurden.

4.3 Synkretismus im Volksbrauchtum: Allerheiligen vs. Samhain: Hier wird anhand des Übergangs vom keltischen Samhain zum christlichen Allerheiligen-Fest die Vermischung von heidnischen und christlichen Traditionen verdeutlicht.

5 Christlicher & heidnischer Synkretismus in altenglischen Zaubersprüchen: Dieses Kapitel analysiert das Nebeneinander und die Verknüpfung von christlichen Einschüben und heidnischen Elementen in den Zaubertexten.

5.1 Gegen den Zwerg (Wið dweorh): Anhand dieses speziellen Zauberspruchs werden die Struktur (Historiola/Incantatio) und die synkretistischen Merkmale wie Zahlenmagie und christliche Heilige detailliert dargelegt.

Schlüsselwörter

Synkretismus, Heidentum, Christentum, Altenglische Zaubersprüche, Angelsachsen, Missionierung, Wið dweorh, Lacnunga, Historiola, Incantatio, Zahlenmagie, Religiöse Vermischung, Kulturgeschichte, Mythologie, Frühmittelalter.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt den Synkretismus von heidnischen und christlichen Elementen, der sich im Zuge der christlichen Missionierung im frühmittelalterlichen Großbritannien entwickelte und in altenglischen Zaubersprüchen besonders deutlich wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Missionstaktiken, die Uminterpretation heidnischer Gottheiten und Bräuche sowie die Analyse der strukturellen und inhaltlichen Mischform in magischen Texten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die historischen Hintergründe für die religiöse Vermischung aufzuzeigen und zu belegen, dass Synkretismus in beide Richtungen wirkte, also sowohl das Heidentum christlich als auch das Christentum heidnisch beeinflusste.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine literatur- und religionshistorische Analyse, um historische Quellen (wie Beda Venerabilis) mit dem spezifischen Textinhalt ausgewählter Zaubersprüche in Bezug zu setzen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Missionstaktiken, Beispiele für Synkretismus in Ortsnamen und Volksbräuchen sowie eine tiefgehende Analyse synkretistischer Elemente im Zauberspruch "Wið dweorh".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Synkretismus, Altenglische Zaubersprüche, Missionierung und kulturelle Transformation charakterisieren.

Warum spielt die Zahl sieben im Zauberspruch "Wið dweorh" eine besondere Rolle?

Die Zahl sieben verknüpft im Spruch sowohl christliche Aspekte (Siebenschläfer, Schöpfung) als auch heidnische Traditionen der Zahlenmagie und stellt somit ein zentrales Element der religiösen Mischung dar.

Welche Bedeutung hat der Wandel der Missionstaktik für die heutige Kultur?

Durch den Wandel von der totalen Zerstörung zur Assimilation haben sich viele heidnische Wurzeln in Form von Ortsnamen, Symbolen und Brauchtum in der heutigen christlich geprägten westlichen Kultur erhalten.

Warum wird der "Zwerg" in "Wið dweorh" unterschiedlich interpretiert?

Der Zwerg wird als Personifizierung eines Fieberdämons verstanden; die Deutung schwankt dabei zwischen einem rein heidnischen Mythos und der christlichen Vorstellung eines bösen Dämons, der Krankheiten verursacht.

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Details

Title
Synkretismus von Christen- und Heidentum in altenglischen Zaubersprüchen
College
LMU Munich  (Anglistik)
Grade
1,0
Author
Andrea Heigl (Author)
Publication Year
2010
Pages
17
Catalog Number
V168133
ISBN (eBook)
9783640850556
ISBN (Book)
9783640850570
Language
German
Tags
Altenglisch Zaubersprüche Synkretismus Linguistik LMU
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Heigl (Author), 2010, Synkretismus von Christen- und Heidentum in altenglischen Zaubersprüchen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168133
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