Unterrichtseinheit: Die Haut - Stationen zum Tastsinn


Unterrichtsentwurf, 2003

20 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsübersicht:

1. Bemerkungen zur Lerngruppe und zur Unterrichtssituation
1.1. Eigenarten der Lerngruppe
1.2. Lernverhalten und Leistungsvermögen
1.3. Zur Lernausgangslage der Lerngruppe

2. Die themenrelevanten Sachverhalte

3. Die Ziel-/Inhaltsentscheidungen
3.1. Die Themenwahl
3.2. Die zentrale Aufgabenstellung

4. Die methodischen Entscheidungen
4.1. Zentrale methodische Entscheidungen
4.2. Medieneinsatz
4.3. Differenzierung

5. Unterrichtsplan

6. Literatur

Anhang

1. Bemerkungen zur Lerngruppe und zur Unterrichtssituation

1.1. Eigenarten der Lerngruppe

Seit Anfang Februar 2002 unterrichte ich im Rahmen meines Ausbildungsunterrichtes in der Klasse 2 das Fach Sachunterricht. Im letzten Schuljahr waren es zwei Stunden und in diesem Schuljahr sind es drei Stunden pro Woche.

Die Lerngruppe besteht insgesamt aus 26 Kindern und setzt sich aus 10 Mädchen und 16 Jungen zusammen. Die Altersstruktur der Klasse ist jahrgangstypisch.

Innerhalb der Klasse herrscht aufgrund des allgemein guten Arbeitsverhalten eine positive Lernatmosphäre. Die Kinder halten die abgemachten Regeln im Unterricht größtenteils ein. Ebenso ist das Sozialverhalten der Lerngruppe überwiegend positiv zu bewerten.

Auffällig in der Lerngruppe verhält sich Leonard, der aus der 2. Klasse zurückgestuft wurde und zum 2. Halbjahr des 1. Schuljahres neu in diese Klasse kam. Häufig versucht er sich durch Zwischenrufe oder albernes Verhalten in den Mittelpunkt des Unterrichtsgeschehens zu drängen. Je nach Stärke der Störung weise ich ihn darauf hin, damit aufzuhören bzw. sich zu melden oder ignoriere sein Verhalten. Zudem fehlt ihm zumeist die Ausdauer sich länger mit einer Aufgabe zu beschäftigen und diese vollständig zu erfüllen. Ebenso fällt es ihm schwer sorgfältig und sauber zu arbeiten, was zum Teil aus seinen relativ großen Defiziten im feinmotorischen Bereich resultiert. Jedoch zeigt Leonard bei naturwissenschaftlichen Themen im Sachunterricht ein großes Interesse und bereichert Gesprächsphasen zu diesen Inhalten mit seinen Beiträgen positiv.

1.2. Lernverhalten und Leistungsvermögen

Die Klasse 2 zeigt überwiegend eine hohe Lernbereitschaft und zeichnet sich durch ein positiv zu bewertendes Arbeits- bzw. Lernverhalten aus. Die Schüler[1] stehen dem Fach Sachunterricht aufgeschlossen und motiviert gegenüber, insbesondere bei neuen Lerninhalten in denen sie selbstständig tätig werden. Durch das starke Interesse an unterschiedlichen Themen ist der Großteil der Klasse in der Lage im Unterricht konzentriert mitzuarbeiten. Die Lerngruppe ist in Gesprächsphasen relativ ausdauernd und bereichert diese durch gute Beiträge. Insbesondere Hannah, Lina, Verena, Lilli, Marcel, Leonard und Hannes fallen in diesen Unterrichtsphasen positiv auf.

Der Leistungsstand der Klasse ist heterogen. Im Arbeitstempo der Schüler bestehen erhebliche Differenzen. Während einige Kinder zügig arbeiten, benötigen andere Kinder einen hohen Zeitaufwand, um eine Aufgabe vollständig zu beenden. Ebenso zeigen sich Leistungsunterschiede in der Auffassungsgabe hinsichtlich der gestellten Aufgabe. Einige Kinder haben große Schwierigkeiten die Arbeitsaufträge selbstständig umzusetzen. Hierbei wären besonders Jana, Timothy und Lennard zu nennen. Ferner besteht bezüglich des Lese- und Schreibvermögens in der Klasse eine große Leistungsspanne. Aus diesem Grund ist im Sachunterricht bei bestimmten Themen der Einsatz von quantitativen und qualitativen Differenzierungsmaßnahmen notwendig.

1.3. Zur Lernausgangslage der Lerngruppe

In dieser Unterrichtsstunde wird der Tastsinn erstmalig behandelt. In der ersten Unterrichtsstunde der Einheit, in der das Vorwissen der Kinder zu den Sinnen thematisiert wurde, zeigte sich, dass die Haut als Sinnesorgan den Schülern zum Großteil nicht bekannt ist. Hingegen hatten einige Schüler Kenntnisse über die Sinnesorgane Auge und Ohr. Jedoch hat jedes Kind in der Klasse in seinem Alltag bereits Erfahrungen mit dem Tastsinn gemacht, wobei diese unterschiedlich ausgeprägt sind. Hinsichtlich des genauen Ertastens an einigen Stationen wird den Schülern das Wahrnehmen mit den Füßen größere Schwierigkeiten bereiten als mit den Händen, da diese im Ertasten ungeübt sind.

Die zweite Station ist den Schülern bereits bekannt. Das Tast-Memory wurde von der Klasse parallel hierfür im Kunstunterricht hergestellt.

Das Lernen an Stationen wurde in der Lerngruppe im ersten Schuljahr eingeführt. Seitdem haben sie häufig an Stationen im Unterricht gearbeitet, sodass eine Vertrautheit mit den Regeln gegeben ist. Ebenso ist der Lerngruppe das Arbeiten in verschiedenen Sozialformen geläufig. Im Unterricht wird oft mit einem Partner oder in einer Gruppe gearbeitet.

2. Die themenrelevanten Sachverhalte

Die Haut schützt den Körper vor Schädigungen von außen und reguliert gleichzeitig die Beziehung des Organismus zur Umwelt. Sie setzt sich aus einzelnen Schichten zusammen. Die Oberhaut dient dazu den Organismus vor Verletzungen, Krankheitserregern und Austrocknung zu schützen. Ihre äußere Schicht, die Hornhaut, besteht aus abgestorbenen, verhornten Zellen. In der darunter liegenden Keimschicht entstehen laufend neue Zellen, die allmählich nach außen rücken und die abgenutzten Hautteile ersetzen. Die alten Zellen werden ca. alle vier bis sechs Wochen abgestoßen. Unter der Oberhaut befindet sich die Lederhaut. Ihre feste, lederartige Beschaffenheit erhält sie durch ein dichtes Netzwerk von elastischen Fasern. Die Lederhaut ragt mit ihren zahlreichen Ausbuchtungen, den Papillen, in die Keimschicht der Oberhaut hinein. In den Papillen liegen zahlreiche Tastkörperchen, in denen sich empfindsame Nervenzellen befinden. Verspüren die Tastkörperchen einen Berührungsreiz, wird dieser über die Nervenbahnen ins Gehirn geleitet. In den Fingerballen liegen die Tastkörperchen besonders dicht zusammen (ca. 1,6 bis 2 Quadratmeter). Die dritte Hautschicht, die sich unter der Lederhaut befindet, ist die Unterhaut. Sie dient dem Körper zur Fettspeicherung und Isolation. Ferner findet hier die Blutversorgung statt.[2]

Der Tastsinn nimmt jede Berührung wahr. Bei diesem Sinn werden Bereiche wie Druck, Hitze, Kälte und Schmerz unterschieden. Durch Berührungen erfährt der Mensch, ob Gegenstände warm oder kalt, weich oder hart, rau oder glatt, spitz oder stumpf sind. Somit dient der Tastsinn auch zur Warnung, indem z.B. die Berührung mit einem spitzen Gegenstand als unangenehm empfunden wird.

Beim Menschen ist der Tastsinn zum Großteil stark zurückentwickelt. Jedoch kann er bei blinden Menschen sehr differenziert ausgeprägt sein, da dieser Sinn u.a. zum Erfassen und Unterscheiden der Braille-Blindenschrift genutzt wird.[3]

3. Die Ziel-/Inhaltsentscheidungen

3.1. Die Themenwahl

Das Thema dieser Unterrichtsstunde lässt sich in den Niedersächsischen Rahmenrichtlinien in das Lernfeld „Sicherung menschlichen Lebens“ einordnen.[4] Innerhalb diese Lernfeldes wird das Thema „Wir sehen, hören, tasten“ genannt. Hier wird als Lehrziel für den Unterricht angegeben, dass die Schüler die Leistungsfähigkeit ihres Tastsinnes durch Beobachtungen und Versuche erkennen. Dies führt zu einer differenzierteren Auffassung ihrer eigenen Umwelt.[5] Diesem Ziel wird in dieser Unterrichtsstunde entsprochen, da die Leistungsfähigkeit des Tastsinns an den verschiedenen Station von den Schülern erfahren wird.

Ebenso steht im Stoffverteilungsplan der Grundschule Hollenstedt für die zweite Klasse das Thema „Sinne“. Gleichermaßen wird die Lerneinheit „Wir sehen, tasten, hören“ in verschiedenen Sachunterrichtsbüchern für das zweite Schuljahr vorgeschlagen.[6]

Kinder erfahren ihre Lebenswirklichkeit gegenwärtig verstärkt durch die Medien. Durch diesen Wahrnehmungswandel ist ein zunehmender Verlust direkter sinnlicher Eindrücke zu beobachten. Jedoch sind diese zwecks der Erkennung und Bedeutung der eigenen Umwelt von hoher Bedeutung.[7] Das in dieser Unterrichtseinheit behandelte Thema trägt dazu bei, den Kindern Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie mit ihren Sinnen individuelle Erfahrungen machen können. Die Wahrnehmungsfähigkeit der Sinne sollte neben dem Sachunterricht auch im gesamten Schulalltag gefördert werden. Dazu ist ein bewusster Umgang mit den Sinnen erforderlich. Insbesondere der Tastsinn, mit welchem die Kinder täglich umgehen, ist ungenügend ausgeprägt. Diese Unterrichtsstunde soll die Schüler zu einer differenzierteren und intensiveren Wahrnehmung dieses Sinnes führen.

Das Thema der Unterrichtsstunde erfüllt das Kriterium der Zugänglichkeit, da der Lerngegenstand in der Lebenswirklichkeit der Kinder gegeben ist. Zudem wird den Forderungen der Rahmenrichtlinien in Hinsicht auf die gegenwärtige und zukünftige Bedeutung entsprochen, da die bewusste Wahrnehmung der Sinne für die Kinder in ihrem Leben eine bedeutende Rolle einnimmt bzw. weiterhin einnehmen wird.[8] Die zukünftige Bedeutung ist zugleich für die propädeutische Funktion des Stundenthemas relevant. Der Tastsinn wird im Biologieunterricht unter dem Gesichtspunkt der menschlichen Sinne vertieft.[9]

Die Methodenwahl des Lernens an Stationen bezieht den natürlichen Bewegungsdrang sowie das unterschiedliche Lerntempo der Klasse mit ein.[10] Zudem können verschiedene Lernebenen und Lerneingangskanäle berücksichtigt sowie das selbstverantwortliche Lernen gefördert werden.[11] Da diese Arbeitsform in der Lerngruppe beliebt ist, wird zugleich die Motivation sich mit dem Lerngegenstand auseinander zu setzen erhöht.

[...]


[1] Im Folgenden impliziert der Begriff Schüler auch Schülerinnen.

[2] Vgl. Dobers/Knippenberg/Strauß (1985), S. 186f.

[3] Vgl. Microsoft Encarta Enzyklopädie Plus (2001), „Tastsinn“.

[4] Vgl. Niedersächsisches Kultusministerium (1982), S. 20.

[5] Vgl. ebd., S. 39.

[6] Vgl. Mayer (1997); Meier (1994); Pommerening/Ritter (2000).

[7] Vgl. Kaiser (1997), S. 148f.

[8] Vgl. Niedersächsisches Kultusministerium (1982), S. 6.

[9] Vgl. Bergau/Kratzin/Shäfer/Strecker (1987), S. 212ff.; Dobbers/Knipenberg/Strauß (1985), S. 176ff.

[10] Vgl. 1.3., S. 1.

[11] Vgl. Bauer (1997), S. 106ff.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Unterrichtseinheit: Die Haut - Stationen zum Tastsinn
Hochschule
Studienseminar Buchholz für das Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen
Veranstaltung
Sachunterricht
Note
1,5
Autor
Jahr
2003
Seiten
20
Katalognummer
V16818
ISBN (eBook)
9783638215480
Dateigröße
541 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Stichwörter: Sinne, Stationen, Sachunterricht, 2. Klasse
Schlagworte
Unterrichtseinheit, Haut, Stationen, Tastsinn, Sachunterricht
Arbeit zitieren
Astrid Becker (Autor), 2003, Unterrichtseinheit: Die Haut - Stationen zum Tastsinn, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16818

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