Immer mehr gewinnt die Europäische Union mit ihren inzwischen 27 Mitgliedstaaten unter einem Dach an Bedeutung. Innerhalb der Grenzen der Europäischen Union leben rund 500 Millionen Menschen. Die jährliche Wirtschaftsleistung erbringt mehr als 11 Billionen Euro. Mit der Einführung des europäischen Binnenmarktes ist im Jahr 1993 mit seinem freien Personen-, Waren-, Dienstleistungen- und Kapitalverkehr einer der dynamischsten Wirtschaftsräume der Welt entstanden.
Zahllose Unternehmen, Wirtschaftsverbände, Staaten und Politikberater bzw. Lobbyisten verfolgen auf europäischer Ebene die politischen Entscheidungen und nehmen aktiv an der Gestaltung der politischen Rahmenbedingungen in Straßburg und Brüssel teil, um im Dialog mit Politik und Verwaltung zur Aktualisierung und Modernisierung des rechtlichen Rahmens beitragen zu können. Es soll noch hinzugefügt werden, dass diese Organisationen und Staaten von politischen Interessen über fundiertes Fachwissen von politischen Entscheidungen gerne sich beeinflussen ließen.
Diskussionen in den Europäischen Ländern besonders in den Medien wie Zeitungen, Fernsehen etc. gibt es genügend. Obwohl europäische Politikerinnen nach der Wahl dem Türkei- EU-Beitritt zustimmen möchten, schaut die Gesellschaft skeptisch zu und verhindert dies. Die Gesellschaft der Union sollte die Türkische Gesellschaft und Kultur besser kennenlernen, da es viel zu viele Vorurteile gibt, die die Gesellschaft hindern, den Türkei-Beitritt zu genehmigen. Dazu ist es nötig, dass hier Lobbying betrieben wird, um die Gesellschaft über die Türkei zu informieren. Trotzdem läuft es bergab, wobei bergab zu laufen angenehmer ist und positiv gemeint ist. Seit Oktober führt die EU offizielle Verhandlungen mit der Türkei über einen Beitritt.
Ziel der Arbeit ist eine Analyse der Interessen, die Türkei in der Europäischen Union haben zu wollen.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
1.1. Forschungsfragen
1.2 Erkenntnisinteresse und Zielsetzung
1.3. Vorgangsweise und Forschungsmethode
1.4. Aufbau der Arbeit
THEORETISCHE HERAUSFORDERUNG
Public Relations und Lobbying in der Kommunikationswissenschaft
PR und Lobbying und deren kommunikativer Aspekt
Der Kommunikationsbegriff
Der Kommunikationsprozess
Zusammenfassung
2. THEORETISCHE GRUNDLAGEN DER PUBLIC RELATIONS
2.1 Definitionsansätze der Public Relations
2.2. Geschichte der Public Relations
2.3 PUBLIC RELATIONS THEORIEN (Funktionalistische Ansätze )
2.3.1 PR Theorien nach Bruhn
2.3.2. PR- Theorien Nach Reineke
2.3.3. PR- Theorien Nach Nitsch
3.POLITISCHE KOMMUNIKATION
3.1 Lobbyismus
3.2 Politische Public Relations
3.3 Politische Werbung
3.4 Politische Marketing
3.5 Politische Propaganda
3.6 Spin Doctoring
3.7 Grassrooting
3.8 Astroturfing
4. FUNKTIONEN DER POLITISCHEN KOMMUNIKATION
4.1 Medien und Politik – Eine Systemperspektive
4.2. Das Input- Output Modell
4.3.Prozesse und Funktionen
5.DEFINITION DES LOBBYING UND ARTEN VON LOBBYING
5.1. Definition von Lobbying
5.2 Die Geschichte des Lobbying
5.3 ARTEN DES LOBBYING
5.3.1 Direktes Lobbying
5.3.2 Indirektes Lobbying
5.4 FUNKTION UND STRUKTUREN DES LOBBYING
5.4.1 Die Ziele des Lobbying
5.4.2 Die Aufgaben des Lobbying
5.4.3 Die Akteure der Lobbyisten
5.4.4 Anregungen der Lobbyisten
5.4.5 Lobbying und seine Einflussstrategien
5.4.6 Finanzlobbying
6. EUROPÄISCHE INSTITUTIONEN
6.1 Strukturen von drei europäischen Entscheidungsträgern
6.2 Die Entwicklung der EWG zur EU
6.3 DIE ORGANE DER EUROPÄISCHEN UNION
6.3.1 Rat und Europäischer Rat
6.3.2 Europäische Kommissionen
6.3.3 Europäische Parlamente
6.3.4 Europäischer Gerichtshof
6.3.5 Europäischer Rechnungshof
6.3.6 Ausschuss der Regionen / Europäischer Wirtschaft und Sozialausschuss
7. LOBBYING IN DER EU
7.1. Entwicklungen des Lobbying in Brüssel
7.2 Lobbyistische Systeme in Brüssel
7.3 Lobbyismus und Politikberatung in Brüssel
7.4 Lobbykräfte und Einfluss in der EU
7.5 Notwendigkeit der Lobbyismus in EU
7.6 Die Aufgabe der Lobbyisten
7.7 ÖSTERREICHISCHE LOBBYING
7.7.1 Die Bedeutung von Lobbying in Österreich
7.7.2 Die Entwicklung von Lobbying in Österreich
7.7.3. Österreichisches Lobbying and Public Affairs Council (ALPAC)
7.7.4 Public Affairs Society Austria (PASA)
7.8 DEUTSCHE LOBBYING
7.8.1 Die Rolle des Lobbyismus in Deutschland
7.8.2 Die Entwicklung des deutschsprachigen Lobbying in Brüssel
8. TÜRKEI UND EU PROZESS
8.1Geschichtliche Entwicklung der Türkei – EU- Beziehungen
8.2 Die Zollunion
8.3 Luxemburg
8.4 Der Gipfel von Helsinki
8.5 Beitrittsverhandlungen im Jahr 2004
9. TÜRKISCHES LOBBYING IN DER EU
9.1 Die Komplexizität des EU-Lobbying
9.2 Europäisch-türkische Zusammenarbeit (ATIK)
9.3 Die türkish demokratische Vereinigung in Europa ( EUTD )
9.3 Vereinigung türkischer Industrieller und Geschäftsleute (TÜSIAD )
9.4 Kommunikationsgruppe Europäischer Union ( ABIG )
9.5 Eurochembres
9.6 Türkei`s Lobbytätigkeiten
9.7 Die Zusammenarbeit unter den privatsektorellen Einrichtungen
9.8 Die Beziehung zwischen türkischen Lobbyeinrichtungen und der EU- Instutionen
9.9 Evaluierung
ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSFOLGERUNG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert die Mechanismen des Lobbying in Brüssel am Fallbeispiel des türkischen Lobbyings. Ziel ist es, die Interessen der Türkei in der Europäischen Union zu untersuchen und die Funktionsweisen von Lobbying als Instrument der politischen Interessenvertretung im EU-Entscheidungsprozess detailliert darzustellen.
- Theoretische Fundierung von Public Relations und Lobbying als kommunikative Prozesse.
- Strukturen und Institutionen der Europäischen Union als Adressaten für Lobbyismus.
- Unterscheidung und methodische Analyse von direktem und indirektem Lobbying.
- Bedeutung der politischen Kommunikation im Kontext des EU-Beitrittsprozesses der Türkei.
- Rolle türkischer Interessenvertretungen und deren Einflussstrategien in Brüssel.
Auszug aus dem Buch
3.1 Lobbyismus
Lobbyismus ist ein Teil der politischen Kommunikation. Vier Aspekte, nämlich Adressaten, Inhalte und Ideologien sowie die Instrumente des Lobbyismus. werden unterschieden. Die klassische Organisationsform wird durch Verbände eingenommen. Der Verband gilt als Prototyp der Interessenvertretung gesellschaftspolitischer Segmente. Dazu gehören: Wirtschaftsverbände, die Gewerkschaften als Schutzverbände der Arbeitnehmer, Verbände im sportlichen, freizeitspezifischen, sozialem, kulturellen Bereich und solche, die sich sonstigen gesellschaftliche Interessen widmen. Des Weiteren sind Kammern (Industrie- und Handelskammern, usw.) Kirchen, Lose Bündnisse wie Bürgerinitiativen, Unternehmen und Konzerne zu nennen. Neuartige Erscheinungen sind Public Affairs- Firmen, die Unternehmensberatung, Politikberatung und Public Relations verknüpfen. Auf den politischen Entscheidungsprozess Einfluss habend, stehen folgende Zielgruppen im Mittelpunkt des Lobbying: Parlamente mit ihren Ausschüssen, Politische Parteien und deren Fraktionen, Regierungen und Medien. Regierungen sind dabei als bevorzugte Zielgruppe zu sehen, „da die detaillierte Gesetzesvorbereitung von der Legislative in die Exekutive gewandert ist“. Aleman/ Eckert strukturieren folgende Handlungsfelder des Lobbying: Information und Kommunikation, Integration und Selbstregulierung, Personelle Penetration, Politikfinanzierung und politische Pression. Die Bandbreite der Instrumente von Interessenverbänden ist dementsprechend groß und reicht zum Teil in die PR. Kontaktpflege und Netzwerkbildung, Anruf bei Abgeordneten, Pressekonferenzen, Demonstrationen, Streiks, Ämterpatronage, Spenden.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Die Einleitung skizziert das Ziel der Arbeit, die Mechanismen des Lobbying in Brüssel unter besonderer Berücksichtigung des türkischen Interesses an der Europäischen Union zu untersuchen.
THEORETISCHE HERAUSFORDERUNG: Dieses Kapitel erläutert die zentrale Rolle der Kommunikation für Public Relations und Lobbying innerhalb der Politikwissenschaft.
2. THEORETISCHE GRUNDLAGEN DER PUBLIC RELATIONS: Hier werden verschiedene Definitionsansätze und die historische Entwicklung der Public Relations sowie funktionalistische PR-Theorien beleuchtet.
3.POLITISCHE KOMMUNIKATION: Das Kapitel definiert Lobbyismus als Bestandteil politischer Kommunikation und analysiert verschiedene Instrumente und Handlungsfelder.
4. FUNKTIONEN DER POLITISCHEN KOMMUNIKATION: Es wird die Beziehung zwischen Medien und Politik sowie das systemtheoretische Input-Output-Modell in der politischen Forschung erörtert.
5.DEFINITION DES LOBBYING UND ARTEN VON LOBBYING: Hier erfolgt eine detaillierte Begriffsbestimmung sowie die Abgrenzung und Analyse von direktem und indirektem Lobbying.
6. EUROPÄISCHE INSTITUTIONEN: Das Kapitel gibt einen Überblick über die Strukturen der wichtigsten EU-Organe und deren Relevanz für Interessenvertreter.
7. LOBBYING IN DER EU: Dieses Kapitel beschreibt die Entwicklung der Lobbying-Landschaft in Brüssel und die Notwendigkeit von Lobbyarbeit in der EU.
8. TÜRKEI UND EU PROZESS: Die geschichtliche Entwicklung der Beziehungen zwischen der Türkei und der EU, inklusive der Beitrittsbemühungen, steht hier im Fokus.
9. TÜRKISCHES LOBBYING IN DER EU: Abschließend werden die Akteure, Strategien und Ziele des türkischen Lobbyings in Brüssel analysiert und evaluiert.
Schlüsselwörter
Lobbying, Public Relations, Europäische Union, Politische Kommunikation, Interessenvertretung, Türkei, EU-Beitritt, Lobbyisten, Politikberatung, Interessengruppen, Direktes Lobbying, Indirektes Lobbying, Politische Einflussnahme, Zivilgesellschaft, Brüssel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Mechanismen und Funktionen von Lobbying in Brüssel, wobei der Schwerpunkt speziell auf der Interessenvertretung der Türkei innerhalb der Europäischen Union liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Public Relations, die Struktur des EU-Lobbyismus, die Methoden der Interessenvertretung sowie die historische und aktuelle Dynamik der EU-Türkei-Beziehungen.
Welche Forschungsfragen werden beantwortet?
Die Arbeit fragt unter anderem, wie türkisches Lobbying in der EU funktioniert, inwieweit es Einfluss nimmt, wie Lobbyismus in Brüssel strukturiert ist und welche Rolle dieses für den EU-Beitrittsprozess spielt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Diplomarbeit nutzt primär die Methode des Desk Research, um theoretische Grundlagen aufzuarbeiten und aktuelle Praktiken des Lobbyings zu illustrieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu PR und politischer Kommunikation, die Funktionsweise der EU-Institutionen, eine detaillierte Einordnung der Lobbying-Methoden sowie die spezifische Analyse der türkischen Lobbyarbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie EU-Lobbying, türkisches Lobbying, Interessenvertretung, politische Kommunikation und EU-Beitrittsprozess charakterisieren.
Warum ist Lobbying laut der Arbeit für Entscheidungsträger notwendig?
Die Arbeit argumentiert, dass Entscheidungsträger in komplexen politischen Prozessen auf externe Informationen und Fachwissen angewiesen sind, welche Lobbyisten praxisnah und gezielt bereitstellen können.
Wie bewertet der Autor die Rolle des türkischen Lobbyings?
Der Autor stellt fest, dass das türkische Lobbying heute erkennbarer und wirksamer ist als früher, jedoch weiterhin Herausforderungen bestehen, um sich gegenüber etablierten Lobbies anderer Staaten durchzusetzen.
- Arbeit zitieren
- Faik Tanrikulu (Autor:in), 2009, Mechanismen des Lobbying in Brüssel - Fallbeispiel Türkisches Lobbying, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168188