Seit Anfang Februar 2002 unterrichte ich im Rahmen meines Ausbildungsunterrichtes in der
Klasse 2 das Fach Sachunterricht. Im letzten Schuljahr waren es zwei Stunden und in diesem
Schuljahr sind es drei Stunden pro Woche.
Die Lerngruppe besteht insgesamt aus 26 Kindern und setzt sich aus 10 Mädchen und 16
Jungen zusammen. Die Altersstruktur der Klasse ist jahrgangstypisch.
Innerhalb der Klasse herrscht aufgrund des allgemein guten Arbeitsverhalten eine positive
Lernatmosphäre. Die Kinder halten die abgemachten Regeln im Unterricht größtenteils ein.
Ebenso ist das Sozialverhalten der Lerngruppe überwiegend positiv zu bewerten.
Auffällig in der Lerngruppe verhält sich Leonard, der aus der 2. Klasse zurückgestuft wurde
und zum 2. Halbjahr des 1. Schuljahres neu in diese Klasse kam. Häufig versucht er sich
durch Zwischenrufe oder albernes Verhalten in den Mittelpunkt des Unterrichtsgeschehens zu
drängen. Je nach Stärke der Störung weise ich ihn darauf hin, damit aufzuhören bzw. sich zu
melden oder ignoriere sein Verhalten. Zudem fehlt ihm zumeist die Ausdauer sich länger mit
einer Aufgabe zu beschäftigen und diese vollständig zu erfüllen. Ebenso fällt es ihm schwer
sorgfältig und sauber zu arbeiten, was zum Teil aus seinen relativ großen Defiziten im
feinmotorischen Bereich resultiert. Jedoch zeigt Leonard bei naturwissenschaftlichen Themen
im Sachunterricht ein großes Interesse und bereichert Gesprächsphasen zu diesen Inhalten mit
seinen Beiträgen positiv.
Inhaltsübersicht
1. Bemerkungen zur Lerngruppe und zur Unterrichtssituation
1.1. Eigenarten der Lerngruppe
1.2. Lernverhalten und Leistungsvermögen
1.3. Zur Lernausgangslage der Lerngruppe
2. Die themenrelevanten Sachverhalte
3. Die Ziel-/Inhaltsentscheidungen
3.1. Die Themenwahl
3.2. Die zentrale Aufgabenstellung
4. Die methodischen Entscheidungen
4.1. Zentrale methodische Entscheidungen
4.2. Medieneinsatz
4.3. Differenzierung
5. Unterrichtsplan
6. Literatur
Anhang
Zielsetzung und Themen der Unterrichtseinheit
Ziel dieser Unterrichtseinheit ist es, den Schülern durch praktisches Erproben an verschiedenen Stationen die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und Qualitäten des Tastsinns näherzubringen. Durch den bewussten Einsatz des Tastsinns unter Ausschluss des Sehsinns sollen sie ein tieferes Verständnis für die Wahrnehmung von Oberflächenstrukturen, Temperaturen und Berührungen entwickeln.
- Erkunden von Gegenständen durch Tasten mit Händen und Füßen
- Differenzierte Wahrnehmung von Temperaturunterschieden über die Haut
- Erfahren der feinfühligen Reaktionen der Haut an verschiedenen Körperregionen
- Förderung der bewussten Wahrnehmung des eigenen Tastsinns
- Selbstständiges Arbeiten an Stationen mit unterschiedlichen Lernzugängen
Auszug aus dem Buch
Die themenrelevanten Sachverhalte
Die Haut schützt den Körper vor Schädigungen von außen und reguliert gleichzeitig die Beziehung des Organismus zur Umwelt. Sie setzt sich aus einzelnen Schichten zusammen. Die Oberhaut dient dazu den Organismus vor Verletzungen, Krankheitserregern und Austrocknung zu schützen. Ihre äußere Schicht, die Hornhaut, besteht aus abgestorbenen, verhornten Zellen. In der darunter liegenden Keimschicht entstehen laufend neue Zellen, die allmählich nach außen rücken und die abgenutzten Hautteile ersetzen. Die alten Zellen werden ca. alle vier bis sechs Wochen abgestoßen. Unter der Oberhaut befindet sich die Lederhaut. Ihre feste, lederartige Beschaffenheit erhält sie durch ein dichtes Netzwerk von elastischen Fasern. Die Lederhaut ragt mit ihren zahlreichen Ausbuchtungen, den Papillen, in die Keimschicht der Oberhaut hinein. In den Papillen liegen zahlreiche Tastkörperchen, in denen sich empfindsame Nervenzellen befinden. Verspüren die Tastkörperchen einen Berührungsreiz, wird dieser über die Nervenbahnen ins Gehirn geleitet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Bemerkungen zur Lerngruppe und zur Unterrichtssituation: Analyse der klassenspezifischen Zusammensetzung, des Lernverhaltens der Schüler sowie der individuellen Lernausgangslagen.
2. Die themenrelevanten Sachverhalte: Darstellung der biologischen Grundlagen der Haut sowie der Funktionsweise des Tastsinns beim Menschen.
3. Die Ziel-/Inhaltsentscheidungen: Begründung der Themenwahl unter Berücksichtigung der Rahmenrichtlinien und Erläuterung der didaktischen Reduktion.
4. Die methodischen Entscheidungen: Erläuterung der Wahl des Lernens an Stationen, des Medieneinsatzes sowie der Differenzierungsstrategien.
5. Unterrichtsplan: Detaillierte Darstellung des geplanten Unterrichtsverlaufs inklusive Zeitplanung, Lernzielen und Sozialformen.
6. Literatur: Verzeichnis der herangezogenen didaktischen und fachlichen Quellen.
Anhang: Übersichtliche Darstellung der einzelnen Lernstationen sowie der verwendeten Materialien.
Schlüsselwörter
Sachunterricht, Tastsinn, Haut, Lernstationen, Grundschule, Wahrnehmung, Sinnesorgan, Temperaturwahrnehmung, Stationslernen, Differenzierung, Unterrichtsentwurf, motorische Entwicklung, Körperregionen, sensorische Erfahrung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt einen detaillierten Unterrichtsentwurf für eine Sachunterrichtsstunde in einer zweiten Grundschulklasse zum Thema „Tastsinn“ dar.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die biologische Funktion der Haut, die Schulung der Wahrnehmung durch den Tastsinn und das Stationenlernen im Sachunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtsstunde?
Das Hauptziel ist, dass die Schülerinnen und Schüler den Tastsinn und seine verschiedenen Dimensionen durch praktische Versuche an Stationen bewusst kennenlernen und erfahren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Stunde ist methodisch als "Lernen an Stationen" konzipiert, welches eigenständiges Handeln und individuelles Arbeitstempo fördert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Analyse der Lerngruppe, die didaktische Einordnung des Themas, die methodische Planung und den konkreten Ablaufplan der Unterrichtsstunde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Sachunterricht, Tastsinn, Lernstationen, Wahrnehmung, Sinnesorgan und Differenzierung.
Warum wird der Tastsinn im Unterricht explizit von anderen Sinnen abgegrenzt?
Es erfolgt eine didaktische Reduktion, um eine möglichst differenzierte und intensive Wahrnehmung genau dieses einen Sinnes zu ermöglichen, ohne die Kinder zu überfordern.
Wie gehen die Schüler mit den Herausforderungen beim Ertasten um?
Die Schüler nutzen Hilfsmittel wie Kontrollkarten oder Adjektivlisten, zudem ist der Schwierigkeitsgrad durch Differenzierungsmaßnahmen an die heterogenen Leistungen angepasst.
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- Astrid Becker (Author), 2003, Unterrichtseinheit: Die Haut - Stationen zum Tastsinn, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16818