Das Bild der Frau in der Frühen Neuzeit

Kein unschuldiges Opfer der Hexenverfolgung, sondern eine listige und neidische Täterin?


Hausarbeit (Hauptseminar), 2007

12 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

A. Quellenanalyse
A.I. Einteilung von Frauen
I.1. Gute Geister
I.2. Böse Geister
A.II. Welche Frauen wurden vom Teufel ausgesucht?
A.III. Mängel der Frau
III.1. Bosheit
III.2. Schwäche
III.3. Ruchlosigkeit
A.IV. Gründe der Hexenausbreitung
IV.1. Sicherung des Lebensunterhalts
IV.2. Rachegedanke
IV.3. Streitsucht

B. Quelleninterpretation
B.I. Die Frau als Chimäre

Schlussbemerkung

Quellen- & Literaturverzeichnis

Einleitung

Das Bild von der Frau in der Frühen Neuzeit ist unter anderem geprägt von der Angst vor Schadenzauber durch Hexen, die magische Fähigkeiten besaßen und diese für ihre Zwecke einsetzten und Menschen damit verletzen konnten.

Der Gedanke, dass Frauen in dieser Zeit (15.-17. Jahrhundert) Opfer der Hexenverfolgung waren und gänzlich unschuldig angeklagt und verurteilt wurden, entspricht nicht mehr dem aktuellen Forschungsstand.

Die Frau wird nunmehr als Täterin gesehen, die Wissen und Fähigkeiten von ihren weiblichen Verwandten und Bekannten erlernte und dieses gegebenenfalls auch zum Schaden anderer anwendete.1

Der 1487 erschienene Hexenhammer dient als Quellengrundlage, speziell ist hier das 6. Kapitel des 1. Buches anzuführen.2 In diesem Auszug wird die Frau als Nutzerin von Hexerei und definitive Täterin gesehen. Grundlegende Literatur zu diesem Thema bieten Ingrid Ahrendt-Schulte und andere, die hier Anwendung finden. Das Ziel dieser Arbeit soll es sein, eine Antwort auf die Frage zu finden, warum die Frau eine Täterin und kein Opfer der Hexenverfolgung war. Das Thema ist unter anderem in der Frauenforschung aktuell, da die Vorstellung einer Täterin eine Gegenbewegung zum Opfergedanken darstellt.

Der Hauptteil ist besteht aus einer Quellenanalyse und einer Quelleninterpretation. Die Analyse ist in vier Aspekte unterteilt, die Einteilung des weiblichen Geschlechts in zwei Wesen, welche Frauen anfällig für das Hexensein zu sein schienen, die Mängel von Frauen und die Gründe für die Hexenausbreitung. Der zweite Teil befasst sich mit der Interpretation eines speziellen Aspektes: die Frau als Chimäre, eine Metapher für den Zwiespalt der frühneuzeitlichen Frau.

A. Quellenanalyse

A.I. Einteilung von Frauen

Die Frau ist von Natur aus weder im Guten noch im Schlechten einzuordnen, sie hält die Mitte.3 Dieser Vorstellung nach ist das weibliche Geschlecht weder gut noch böse, jedoch besteht die Möglichkeit in die Extreme zu geraten. Eine mögliche Grundlage dieser Überlegung sind „Dämonen mit einem luftartigen Leib, die in der Lage waren in fremde Körper einzudringen“4. Nach Harmening verfügen solche Dämonen über die Fähigkeit zu fliegen und zu empfinden, dank ihrer Engelnatur sind sie sehr intelligent und „aufgrund ihres hohen Alters sehr erfahren, kunstfertig und geschickt“5. Nach dieser Vorstellung gibt es folgende zwei Extreme, die Frauen annehmen konnten.

I.1. Gute Geister

Eine Frau konnte „von einem guten Geist regiert“6 und dadurch zu einer Besten werden. Diese Frauen taten Gutes und hatten keinerlei Laster. Sie waren unterwürfig, gläubig und sehr fromm. Deshalb waren sie auch nicht anfällig für den Teufel und seine Verführungen. „Die fromme Hausfrau war die Garantin der guten Ordnung“7 und entsprach daher dem anzustrebenden Frauenbild.

I.2. Böse Geister

Diejenigen Frauen, die von einem bösen Geist, einem Dämon regiert wurden, hatten das Unglück zu den Schlechtesten zu gehören und Schlechtes zu tun.8 Diese Frauen hatten durch den in sie gefahrenen Dämon böse Fähigkeiten, die auch von ihnen genutzt werden konnten: das Täuschen, Krankheiten und Unwetter bringen und viele andere.

[...]


1 Vgl. Ahrendt-Schulte, Ingrid: Weise Frauen - Böse Weiber, Freiburg 1994, S. 53.

2 Behringer, Wolfgang/ Jerouschek, Günter (Hg.)/(Bearb.): Der Hexenhammer. Malleus Maleficarum, München ³2000, S.224-240.

3 Vgl. Behringer: Hexenhammer, S. 225.

4 Harmening, Dieter: Hexenbilder des späten Mittelalters - Kombinatorische Topik und

Ethnographischer Befund, in: SEGL, Peter (Hg.): Der Hexenhammer. Entstehung und Umfeld des Malleus maleficarum von 1487 (Bayreuther Historische Kolloquien, Bd. 2), Köln/ Wien 1988, S. 181.

5 Ebd.

6 Behringer: Hexenhammer, S. 225.

7 Ahrendt-Schulte, Ingrid: Zauberinnen in der Stadt Horn (1554-1603). Magische Kultur und Hexenverfolgung in der Frühen Neuzeit, Frankfurt/ New York 1997, S. 235.

8 Vgl. ebd.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Das Bild der Frau in der Frühen Neuzeit
Untertitel
Kein unschuldiges Opfer der Hexenverfolgung, sondern eine listige und neidische Täterin?
Hochschule
Universität Paderborn  (Historisches Institut)
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
12
Katalognummer
V168192
ISBN (eBook)
9783640851133
Dateigröße
458 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bild, frau, frühen, neuzeit, kein, opfer, hexenverfolgung, täterin
Arbeit zitieren
Theresa Roth (Autor), 2007, Das Bild der Frau in der Frühen Neuzeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168192

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