Vom Praxistag zur Schülerfirma. Konzeptionelle Überlegungen zur Gründung einer Schülerfirma in einer Oberstufe der Schule für Körperbehinderte


Examensarbeit, 2003
53 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Begriffsbestimmungen
1.1 Schule für Körperbehinderte
1.2 Oberstufe der Schule für Körperbehinderte
1.3 Praxistag
1.4 Schülerfirma

2 Grundlegende Aspekte zur Gründung einer Schülerfirma in einer Oberstufe der Schule für Körperbehinderte
2.1 Begründung der Projektidee Schülerfirma in einer Oberstufe der Schule für Körperbehinderte
2.2 Zielgruppe der Schülerfirma
2.3 Ziele der Schülerfirma
2.3.1 Öffnung der Schule
2.3.2 Motivation statt Schulmüdigkeit und Schulunlust
2.3.3 Vermittlung praktischer Erfahrungen mit Arbeitsprozessen, Betriebsabläufen und Betriebsstrukturen
2.3.4 Vermittlung von Erfahrungen mit den Anforderungen der
Arbeits- und Berufswelt
2.3.5 Bereitstellung von Berufswahlkriterien auf der Basis eigener
Erfahrungen
2.3.6 Erwerb von Schlüsselqualifikationen
2.4 Einbettung der Schülerfirma in Lehrpläne und Unterricht
2.5 Beurteilungskriterien zur Mitarbeit in der Schülerfirma

3 Schulorganisatorische Rahmenbedingungen zur Gründung einer Schülerfirma in einer Oberstufe der Schule für Körperbehinderte
3.1 Einholung des Einverständnisses des Schulleiters
3.2 Zeitlicher Rahmen
3.3 Räumliche, sächliche und personelle Organisation.
3.3.1 Räumliche Organisation
3.3.2 Sächliche Organisation
3.3.3 Personelle Organisation

4 Abteilungen der Schülerfirma
4.1 Allgemeine Darstellung der Abteilungen
4.2 Büroabteilung
4.3 Abteilung Werken/Gestaltung
4.4 Abteilung Kantine .

5 Gründung einer Schülerfirma in einer Oberstufe der Schule für Körperbehinderte
5.1 Wahl der Rechtsform
5.1.1 Schülerfirmen als Schulprojekte ohne eigenen Rechtsstatus
5.1.2 Schülerfirmen unter dem Dach des Fördervereins
5.1.3 Schülerfirmen in Partnerschaft mit einer Institution oder Firma
5.1.4 Schülerfirmen als Wirtschaftsunternehmen
5.2 Auswahl eines Firmennamens und -Logos für die Schülerfirma
5.3 Gründungsvertrag der Schülerfirma
5.4 Startkapital
5.4.1 Fremdfinanzierung
5.4.1.1 Aufnahme eines Kredits
5.4.1.2 Darlehen vom schulischen Förderverein
5.4.1.3 Sponsoring
5.4.2 Eigenfinanzierung
5.4.2.1 Gründung einer Genossenschaft
5.4.2.2 Gründung einer Aktiengesellschaft
5.5 Klärung der Zuständigkeitsbereiche
5.6 Bewerbungsverfahren
5.7 Rotationsprinzip
5.8 Mitgliederversammlungen
5.8.1 Versammlung der Abteilungen
5.8.2 Hauptversammlung
5.9 Ablauf des Firmenalltags
5.10 Kundenkreis
5.11 Gewinn

6 Ausblick und Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Anhang
Anhang 1: Ausgewählte Beispiele von Schülerfirmen
Anhang 2: Schlüsselqualifikationen
Anhang 3: Beurteilungskatalog zur Arbeit in der Schülerfirma
Anhang 4: Zertifikat über die Mitarbeit in der Schülerfirma
Anhang 5: Einverständniserklärung der Schulleitung zur Gründung einer Schülerfirma
Anhang 6: Bestellformulare (Abteilung Werken/Gestaltung, Büroabteilung)
Anhang 7: Gründungsvertrag
Anhang 8: Der Gewinn – Verwendungsmöglichkeiten

Schriftliche Erklärung

Einleitung

Der Institution Schule kommt in der heutigen Zeit immer mehr die Aufgabe zu, Schüler auf das nachschulische (Berufs-) Leben vorzubereiten. Dies gilt im gleichen Maße für Sonder- als auch für allgemein bildende Schulen. Die Verknüpfung von Schule, Wirtschaft und Arbeitsleben stellt daher eine wichtige Aufgabe der schulischen Arbeit dar, denn Grundkenntnisse über wirtschaftliche Zusammenhänge und Abläufe im Berufsleben sind in jeder Hinsicht für die Lernenden von großer Bedeutsamkeit. Dennoch wird in der Praxis deutlich, dass die Inhalte, die in der Schule gelehrt werden, oft wenig Lebensbezug haben und sich

[...] die allmähliche Hinführung an die Ausbildungs- und Berufswelt als Illusion erweist, weil sie zu abstrakt und zu wenig handlungsbezogen ist (MÖHRLEIN 2002, 2).

Um dem entgegen zu wirken, habe ich in der vorliegenden Arbeit die Projektidee der Schülerfirma aufgegriffen, denn auch im Entwurf „Richtlinien für den Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung“ aus dem Jahre 2002 werden offene, handlungsbezogene Unterrichtsformen für die Schule für Körperbehinderte (SfKb) gefordert (KMK 2002, 8). Dieser Forderung kommt die Schülerfirma nach. Sie hat zum Ziel, Schülern in einem handlungsorientierten Unterrichtsprojekt Einblicke in die Berufswelt zu ermöglichen und sie allmählich an die Ausbildungs- und Berufswelt heranzuführen. Diese Aspekte erachte ich für die Schüler einer Oberstufe der SfKb als besonders wertvoll, denn ein wichtiges Ziel der Arbeit in einer Oberstufe der SfKb ist es, ihre Schüler auf ein Leben nach der Schule vorzubereiten.

Auch das Schulprogramm der Christy-Brown-Schule, an welcher ich meinen Vorbereitungsdienst absolviere, sieht als generelle Zielsetzung für die Arbeit in der Oberstufe vor, die Schüler auf ein Leben nach der Schule vorzubereiten. Daher zählen zu den wesentlichen Aufgaben der Unterrichtsarbeit u. a. die zukünftigen Lebensbereiche „Arbeiten“ und „Berufstätigkeit“. Neben dem vierwöchigen Betriebspraktikum werden den Schülern sowohl Betriebserkundungen als auch individuelle Beratungen in Zusammenarbeit mit Lehrern, Eltern, dem Arbeitsamt, Arbeitgebern sowie Betrieben ermöglicht. Kernpunkt der Unterrichtsarbeit in der Oberstufe der Christy-Brown-Schule ist jedoch der Praxistag, welcher einmal wöchentlich in klassenübergreifenden Arbeitsgruppen stattfindet (www.lwl.org/christy-brown-schule/verwaltung/v1.htm).

Für die Schüler meiner Ausbildungsklassen steht der Wechsel in die Oberstufe im Schuljahr 2003/2004 an. Seitens der Lehrer wird angedacht, den bestehenden Praxistag in eine Schülerfirma umzustrukturieren. Insbesondere sollen hier lebenspraktische Tätigkeiten vermittelt und eingeübt werden. Kaufmännische als auch betriebswirtschaftliche Aspekte nehmen einen geringeren Stellenwert ein, da diese für die Schülerschaft einer SfKb ein zu hohes Anspruchsniveau darstellen.

An Schulen, die wie die Christy-Brown-Schule bereits einen wöchentlichen Praxistag oder Projekte mit hohem Praxischarakter verfolgen, erscheint die Umstrukturierung in eine Schülerfirma als relativ gut umsetzbar, da lediglich formale und rechtliche Aspekte sowie die Abklärung der Zuständigkeitsbereiche vorgenommen werden müssen.

Das Ziel, eine funktionierende Schülerfirma zu betreiben, erscheint auf den ersten Blick kompliziert und langwierig. Anhand der in dieser Arbeit angestellten konzeptionellen Überlegungen zur Gründung einer Schülerfirma in einer Oberstufe der SfKb soll die Möglichkeit gegeben werden, Schritt für Schritt vorzugehen, so dass ein auf die eigene Schule zugeschnittenes Konzept entstehen kann. So werde ich mich im ersten Teil der vorliegenden Arbeit mit theoretischen Aspekten der innovativen Projektidee Schülerfirma auseinander setzen. Grundlegende Begriffe werden definiert sowie Aspekte zur Gründung einer Schülerfirma in einer Oberstufe der SfKb dargelegt. Im zweiten Teil werden organisatorische Aspekte dargestellt als auch konkrete Beispiele zur Gründung einer Schülerfirma in einer Oberstufe der SfKb gegeben. Abschließen werde ich die Arbeit mit einem Ausblick und einer Schlussbetrachtung hinsichtlich dieser Thematik.

Den Schwerpunkt der in dieser Arbeit angestellten konzeptionellen Überlegungen zur o.g. Thematik stellen die beruflichen Handlungsfelder des Innovierens und im besonderen Maße des Organisierens dar. Daneben werden jedoch auch die Bereiche Unterrichten und Fördern angesprochen. Wenn auch der Schwerpunkt dieser Arbeit auf der Gründung einer Schülerfirma in einer Oberstufe der SfKb liegt, können die hier genannten konzeptionellen Überlegungen ebenso auf andere Schulformen übertragen und individuell abgewandelt werden.

An dieser Stelle weise ich daraufhin, dass ich in der vorliegenden Arbeit die maskuline Form aller Begrifflichkeiten aus Gründen der Vereinfachung und Deutlichkeit verwenden werde. Dabei betone ich jedoch, dass neben dem maskulinen auch das feminine Geschlecht angesprochen wird.

1 Begriffsbestimmungen

Die Begriffe „Schule für Körperbehinderte“, „Oberstufe der Schule für Körperbehinderte“, „Praxistag“ und „Schülerfirma“ sind für die vorliegende Arbeit grundlegend und werden im folgenden Abschnitt erklärt und definiert. Allen Begriffen ist gemein, dass sie in der Literatur ähnlich verstanden und definiert werden, wobei die Begriffe „Praxistag“ und „Schülerfirma“ nur sehr rar in der wissenschaftlichen Literatur vertreten sind. Dennoch soll an dieser Stelle ein Überblick über die Bedeutung und die wissenschaftliche Diskussion der o.g. Termini gegeben werden.

1.1 Schule für Körperbehinderte

Die SfKb bietet Kindern und Jugendlichen, die durch Schädigungen des Stütz- und Bewegungsapparates oder andere organische oder chronische Erkrankungen so in ihrer Bewegungsfähigkeit, ihrem äußeren Erscheinungsbild oder ihrer Persönlichkeitsentwicklung beeinträchtigt sind, dass ihre Selbstverwirklichung in sozialer Integration erschwert ist, die Möglichkeit des Bildungserwerbs (STAATSINSTITUT FÜR SCHULPÄDAGOGIK UND BILDUNGSFORSCHUNG 1993, 9). Die Schülerschaft der SfKb stellt eine sehr heterogene Personengruppe dar, welche entsprechend ihrer individuellen Fähigkeiten nach den Richtlinien der Grund- und Hauptschule, der Schule für Lern- oder Geistigbehinderte oder den Richtlinien zur Förderung schwerstbehinderter Schüler gefördert und unterrichtet wird. Spezielle Richtlinien für die SfKb existieren bisher nicht. Es gibt jedoch den im Februar 2002 veröffentlichten Entwurf „Richtlinien für den Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung“, welcher einen Orientierungsrahmen zur schulischen Förderung körperbehinderter Schüler absteckt. Der Unterricht an der SfKb richtet sich nach den individuellen Lernmöglichkeiten und Lernbedürfnissen des einzelnen Schülers. Herangezogen werden bei der Auswahl der Lerninhalte und -Ziele der für jeden Schüler erstellte individuelle Förderplan sowie die jeweiligen Richtlinien. Die Ziele und Inhalte der Grund- und Hauptschule sowie der Schule für Lern- und Geistigbehinderte können jedoch nicht in ihrer Ganzheitlichkeit auf die SfKb übertragen werden, da Faktoren wie Entwicklung und Lernen von körperbehinderten Kindern und Jugendlichen von spezifischen Grundvoraussetzungen beeinflusst sind und deswegen verändert und ergänzt werden müssen (a.a.O., 5). Aufgabe des Lehrers ist es somit, eine akzentuierende Adaption der Bezugslehrpläne vorzunehmen, d.h. Ziele und Inhalte im Hinblick auf die individuellen Lernvoraussetzungen und den sonderpädagogischen Förderbedarf der Schüler zu verändern. Die Unterrichtsgestaltung an einer SfKb ist durch den Einsatz vielfältiger Medien, Lehr- und Lernmittel sowie Hilfsmittel zur Bewegungserleichterung geprägt. Weiterhin werden Kommunikationshilfen, Mittel zur Wahrnehmungsförderung sowie Hilfsmittel zur grob- und feinmotorischen Bewegungserleichterung und Bewegungskompensation eingesetzt. Zu nennen sind hier insbesondere Schreib-, Sitz-, Steh- und Lagerungshilfen (WELLMITZ 1993, 156).

Die SfKb sieht ihren besonderen Auftrag darin, die körperbehinderten Schüler zu einer selbständigen, selbstbestimmten und eigenverantwortlichen Lebensgestaltung zu erziehen und sie in die soziale Gesellschaft zu integrieren:

Sonderpädagogische Förderung im Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung unterstützt Schülerinnen und Schüler bei der Gestaltung des Lebens mit einer Behinderung, beim Aufbau und bei der Erweiterung sozialer Beziehungen sowie bei einer realistischen Einschätzung der eigenen Leistungsmöglichkeiten (KMK 2002, 1).

Das Personal einer SfKb setzt sich aus verschiedenen Berufskreisen zusammen. So arbeiten an einer SfKb neben den Sonderschullehrern Fachlehrer, Physio- und Ergotherapeuten, Logopäden sowie Pflegekräfte. Weiterhin finden sich Zivildienstleistende, Praktikanten, Lehramtsanwärter, Küchenhilfen und freiwillige Mitarbeiter wie z.B. Frauen, die ein freiwilliges soziales Jahr absolvieren. Die Konzeption der SfKb ist nicht auf einen üblichen Schulbetrieb hin angelegt, dem lediglich das pflegerische und therapeutische Angebot zugefügt ist, sondern bezieht in ein interdisziplinär erstelltes Konzept neben der unterrichtlichen Arbeit bewegungserleichternde, therapeutische sowie pflegerische Aspekte zur Förderung der Schüler ein (ebd.).

1.2 Oberstufe der Schule für Körperbehinderte

Die Oberstufe der SfKb taucht im Entwurf der „Richtlinien für den Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung“ unter dem Begriff der Abschluss-Stufe auf, ist jedoch nicht rechtlich anerkannt. Allgemein ist man sich in der Fachliteratur dennoch darüber einig, dass die Oberstufe der SfKb im Regelfall die letzten zwei, an einigen Schulen auch die letzten drei Jahrgangsstufen, d.h. die achte, neunte und die zehnte Jahrgangsstufe, umfasst. An der Christy-Brown-Schule stellen die drei letzten Jahrgangsstufen die Oberstufe dar (www.lwl.org/christy-brown-schule/verwaltung/v1.htm).

Die Arbeit in der Oberstufe der SfKb hat neben dem Vermitteln des für einen Schulabschluss erforderlichen Lernstoffs zum Ziel,

Unterrichtsinhalte und Vorgehensweisen, Organisationsstrukturen und Konzepte zur Vorbereitung ihrer Schülerinnen und Schüler auf die konkrete nachschulische Lebenssituation (RENN 2002, 80) zu geben.

Die Vermittlung des Lernstoffs der klassischen Unterrichtsfächer tritt im Hinblick auf die tatsächlich zu erwartende nachschulische Lebenssituation der Schüler in den Hintergrund, so wird der Erwerb von sog. Arbeitstugenden und Schlüsselqualifikationen wichtiger als das Reproduzieren von Schulwissen (HOFFZIMMER 2003, 34). Die Bereiche „Arbeiten“, „Berufstätigkeit“, „Wohnen“, „Freizeit“ und „Partnerschaft“ rücken in den Vordergrund der Unterrichtsarbeit in einer Oberstufe der SfKb (KUHLMANN 2002, 43).

Ein besonderes Merkmal vieler Oberstufen der SfKb ist der wöchentliche Praxistag (vgl. Punkt 1.3). Weiterhin finden Betriebspraktika sowie Betriebserkundungen in Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM), Berufsbildungswerken (BBW) und weiteren Betrieben statt. Daneben ist die enge Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt zu nennen, welches im Optimalfall Berufsberater an die Schulen schickt, um den Schülern Ausbildungsmöglichkeiten und berufliche Alternativen aufzuzeigen.

Die Konzepte zur Arbeit in einer Oberstufe der SfKb variieren von Schule zu Schule, verfolgen jedoch neben der Vorbereitung auf die nachschulische Situation das gemeinsame Ziel,

[...] Schulabgänger der Schule für Körperbehinderte in die Lage (zu) versetzen, ein möglichst selbständiges Leben zu führen und Erfahrungen damit zu sammeln, wie sie mit Hindernissen und Abhängigkeiten im alltäglichen Leben konstruktiv umgehen können (LELGEMANN 2003, 56).

1.3 Praxistag

Der Praxistag ist an vielen SfKb ein fester Bestandteil der Arbeit in der Oberstufe. Am Praxistag bieten die Lehrer ihren Schülern handlungsorientierte Arbeitsmöglichkeiten an, in welchen in Projektform gearbeitet wird. Angesprochen werden hier hauptsächlich die Bereiche Hauswirtschaft, Büroarbeit, Gartenarbeit und Werken/Gestaltung. Während der Praxistage lernen die Schüler, ihre Arbeitsaufträge sowie die anfallenden Arbeiten zu planen, zu organisieren und auszuführen.

Die Realisierung des Praxistages verläuft unterschiedlich. So gibt es SfKb, in welchen die Lehrer die Gruppenzusammensetzung vorgeben, z.B. wird im Klassenverband in einem der angebotenen Bereiche gearbeitet. An anderen Schulen werden klassenübergreifende, nach Interessen der Schüler zusammengestellte Arbeitsgruppen eingerichtet.

In vielen SfKb ist es üblich,

[...] dass alle Schüler im Laufe von zwei Jahren alle Projektbereiche einmal durchlaufen. Der Wechsel der Projekte erfolgt – je nach Schule – in einem Rhythmus von drei Monaten bis hin zu einem Schuljahr (HOFFZIMMER 2003, 39).

Ziel des Praxistages ist es, die Handlungskompetenz der Schüler zu fördern. Dazu gehört die möglichst selbständige Planung von Arbeitsschritten, die praktische Umsetzung der Arbeitsaufträge als auch die Anbahnung der Übertragungsfähigkeit bestimmter Handlungsoperationen auf andere Handlungssituationen, die auch im späteren Leben wiederkehren und von großer Wichtigkeit sind.

1.4 Schülerfirma

In der spärlich vorhandenen Literatur kursieren neben dem Begriff Schülerfirma auch die Synonyme Schulunternehmen, Schülerunternehmen, Schulfirma, Mini-Unternehmen und Junior-Unternehmen. Allen Bezeichnungen ist gemein, dass es sich um ein Unternehmen mit Projektcharakter handelt, in dem die Schüler als Mitarbeiter, in einigen Schulen sogar als Geschäftsleiter oder Firmeneigentümer fungieren. Sie führen kaufmännische Tätigkeiten aus, bieten Dienstleistungen an, treffen unternehmerische Entscheidungen, stellen Produkte her und vermarkten diese. Dies geschieht, je nach Schulform, unter unterschiedlichen Bedingungen, in verschiedenem Ausmaß und mit unterschiedlichen Zielvorstellungen. Die Arbeit als auch der Umfang einer Schülerfirma liegen im Ermessen der Gründer und reichen vom Pausenkiosk über eine Schulcafeteria bis hin zu Unternehmen, die im außerschulischen Bereich Dienstleistungen anbieten, so z.B. einen Partyservice oder Computerdienstleistungen. Ausgewählte Beispiele von Schülerfirmen sind dem Anhang 1 zu entnehmen.

Die Schülerfirma versucht durch reale Arbeitssituationen einen Echtheitsbezug zu schaffen, um die Schüler mit Strukturen der Berufs- und Arbeitswelt vertraut zu machen. Darüber hinaus werden Schlüsselqualifikationen in verschiedenen Bereichen erworben bzw. angebahnt (vgl. Punkt 2.3). Es bleibt jedoch zu erwähnen, dass Schülerfirmen keine Unternehmen sind, die in Konkurrenz zur Realwirtschaft stehen. Laut GEYER sind Schülerfirmen eine spezielle, fächerübergreifende Form der Unterrichtsgestaltung und zählen zu schulischen Veranstaltungen (GEYER 2001, 9).

Die Arbeit in einer Schülerfirma kommt den Forderungen des Entwurfs „Richtlinien für den Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung“ nach, welcher offene Unterrichtsformen verlangt, um dem individuellen Lerntempo, Lernvermögen und der Leistungsfähigkeit der Schüler gerecht zu werden (KMK 2002, 8).

Die bisher existierenden Schülerfirmen weisen zwei unterschiedliche Ansätze auf. So versteht sich der Modellversuch „Schülerfirmen in Sachsen“ als ein

[...] Eigeninitiative-Projekt, in dem die Schüler die Hauptverantwortung in ihrem Unternehmen tragen und Lehrer lediglich als Berater auftreten. Die Schüler müssen also selbst organisieren, wer von ihnen Vorstand, Abteilungsleiter und Mitarbeiter ist, sie müssen sich für eine Geschäftsidee entscheiden, die Unternehmensform wählen, benötigte Geld- und Sachmittel planen, den Geschäftsablauf strukturieren usw. (GEYER 2001, 8).

Ein weiterer Ansatz ist die Einrichtung einer Schülerfirma durch die Lehrer. Diese sind die verantwortlichen Personen der Schülerfirma, den Schülern kommt die Funktion von Mitarbeitern zu. Je nach Rollenverständnis der Lehrer können die Schüler in Entscheidungsprozesse der Geschäftsführung einbezogen werden.

Der zuletzt genannte Ansatz zur Gründung einer Schülerfirma erweist sich insbesondere für die Arbeit in einer Oberstufe der SfKb als umsetzbar. Die Umstrukturierung des Praxistages, hier am Beispiel der Christy-Brown-Schule, bietet ein ideales Terrain, um eine solche Schülerfirma zu initiieren.

Die Gründung einer Schülerfirma in einer Oberstufe der SfKb, die von den Schülern die eigenständige Planung, Organisation und Durchführung erfordert, wäre zu umfassend und in der o.g. Form nicht umsetzbar.

2 Grundlegende Aspekte zur Gründung einer Schülerfirma in einer Oberstufe der Schule für Körperbehinderte

In diesem Abschnitt werden wesentliche Aspekte zur Gründung einer Schülerfirma in einer Oberstufe der SfKb wiedergegeben. Es wird herausgestellt, wodurch sich eine Schülerfirma in einer Oberstufe der SfKb begründen lässt, welche Zielgruppe die Schülerfirma anspricht und welche Ziele sie verfolgt. Zudem wird dargestellt, wie sich die Schülerfirma in Lehrpläne und Unterricht einbetten lässt.

2.1 Begründung der Projektidee Schülerfirma in einer Oberstufe der Schule für Körperbehinderte

Die Ergebnisse der Pisa-Studie verdeutlichen, wie wichtig Freude, Motivation, Gruppenarbeit, fächerübergreifendes Denken und Arbeiten in Projekten für erfolgreiches Lernen in der Schule sind. Dies trifft nicht nur auf die an der Pisa-Studie teilgenommenen allgemein bildenden Schulen zu, sondern in hohem Maße auch auf die SfKb. An dieser Stelle setzt die Schülerfirma an, die den Schülern die Möglichkeit bietet, fächerübergreifend zu denken und zu arbeiten sowie in Gruppen zusammenzuwirken. Durch die unterschiedlichen, praktischen Arbeiten innerhalb der Schülerfirma wird Motivation und Freude hervorgerufen.

Auch Arbeitgeber und Gewerkschaften fordern, dass Schüler aller Schulen stärker auf die Berufsausbildung und das Arbeitsleben vorbereitet werden. Die Schülerfirma geht auf diese Forderung ein, denn sie versucht, den Erziehungsauftrag der Schule mit den Forderungen von Wirtschaft und Gesellschaft zu verknüpfen (KRAUSE 2002, 7).

Im Hinblick auf die Schülerschaft einer Oberstufe der SfKb mögen die Forderungen der Wirtschaft, die viel Fachwissen und wirtschaftliche Aspekte beinhalten, als zu umfassend erscheinen. Dennoch lässt sich die Schülerfirma in einer Oberstufe der SfKb dadurch begründen, dass in einem fächerübergreifenden, praxisorientierten Unterricht lebenspraktische und berufsbezogene Tätigkeiten erlernt sowie bestimmte Schlüsselqualifikationen erworben bzw. angebahnt werden (vgl. Punkt 2.3), die für eine weitgehend selbständige Lebensführung der Schüler von großer Bedeutung sind. So wird während der Arbeit in einer Schülerfirma in handlungsorientierten Sinnzusammenhängen die Handlungskompetenz durch die möglichst eigenständige Planung von Arbeitsschritten und die praktische Umsetzung dieser gefördert. Durch das Erlernen und Wiederholen bestimmter Handlungssituationen festigen die Schüler ihr Wissen und Können. Weiterhin wird die Transferfähigkeit gefördert, indem die Schüler lernen, bereits bekannte Handlungsoperationen auf ähnliche Handlungssituationen zu übertragen. Dieser Bereich ist besonders bedeutsam, da körperbehinderte Schüler häufig durch Defizite von Handlungserfahrungen in ihrer Handlungskompetenz eingeschränkt sind. Innerhalb der Arbeit in einer Schülerfirma sammeln die Schüler somit Erfahrungen, die über das übliche Lernen in der Schule hinaus gehen.

Durch die Schülerfirma wird zudem ein innovativer, aktiver Beitrag zum Schulprofil geleistet, welcher die Schule auch nach außen hin attraktiv erscheinen lässt und im Schulprogramm aufgenommen werden sollte.

2.2 Zielgruppe der Schülerfirma

Zielgruppe der Schülerfirma ist die Schülerschaft einer Oberstufe der SfKb, d.h. die Arbeit in der Schülerfirma ist für die Klassen der Jahrgangsstufen acht, neun und zehn angedacht.

Alle Schüler der Oberstufe bewerben sich für unterschiedliche Tätigkeiten innerhalb der Schülerfirma. Sie werden zu einem Auswahlgespräch eingeladen und anschließend in Absprache, je nach ihren Interessen, Fertig- und Fähigkeiten, einem Arbeitsbereich zugeteilt (vgl. Punkt 5.6).

2.3 Ziele der Schülerfirma

Die Schülerfirma soll die Schüler einer Oberstufe der SfKb sowohl auf die nachschulische, berufliche Situation als auch auf die jährlich stattfindenden Betriebspraktika vorbereiten. Es bleibt jedoch zu betonen, dass die Arbeit in einer Schülerfirma zwar auf die sich verändernde Lebenssituation vorbereiten will, die Arbeit und Ausbildung in einer WfbM oder einem BBW jedoch nicht probeweise einüben bzw. vorwegnehmen möchte.

Die Ziele, welche die Schülerfirma verfolgt, lassen sich in unterschiedliche Bereiche aufteilen, welche ihrerseits wichtige Schlüsselqualifikationen beinhalten, die für die Schüler für das nachschulische Leben von großer Bedeutung sind und an dieser Stelle dargestellt werden.

2.3.1 Öffnung der Schule

Durch Verkaufs- und Informationsveranstaltungen der Schülerfirma öffnet sich die Schule der Öffentlichkeit. Durch eine Öffnung der Schule nach außen hin bietet sich die Möglichkeit, dass sich die Schülerfirma an den Gegebenheiten und Anforderungen einer sich schnell verändernden Arbeits- und Berufswelt orientiert (GEYER 2001, 10).

2.3.2 Motivation statt Schulmüdigkeit und Schulunlust

Zum einen wird durch die Verknüpfung von theoretischen Inhalten und praktischen Tätigkeiten die Motivation der Schüler erhöht. Zum anderen fördert Erfolg und Ernsthaftigkeit des Unternehmens die Motivation. Auch die Zieltransparenz des Unternehmens wirkt Schulmüdigkeit entgegen. So wissen die Schüler, warum sie arbeiten und lernen. Es gilt, Produkte für einen Kundenkreis zu produzieren und die Kunden zufrieden zu stellen. Durch Lob und Zufriedenheit eines außerschulischen Kundenkreises werden die Schüler zusätzlich motiviert, was sich positiv auf das Arbeits- und Lernverhalten auswirkt.

Die Chance, selbst produzierte Waren zu vermarkten, erhöht ganz erheblich die Motivation der Schüler und stellt [...] eine sehr sinnvolle Begründung für die Existenz einer Schulfirma dar (a.a.O., 11).

Durch differenzierte Lern- und Arbeitsangebote, die sich innerhalb der Abteilungen einer Schülerfirma ergeben, können die Schüler, je nach ihren Fähigkeiten, individuell gefördert werden. Damit wird Misserfolgen und einer geringen Frustrationstoleranz entgegen gewirkt. Schüler, die bereits vielen negativen Erlebnissen und Zweifeln an sich selbst ausgesetzt waren, stehen während der Arbeit in einer Schülerfirma nicht in Konkurrenz zu lernstärkeren Schülern. Für sie besteht die Möglichkeit, durch differenzierte Angebote in den verschiedenen Tätigkeitsfeldern der Schülerfirma ihre tatsächlichen Fähig- und Fertigkeiten als auch mögliche Grenzen zu erkunden und somit ein neues, realistisches Selbstbild aufzubauen. Mit neuem Interesse kehren für lernschwächere und motorisch stark eingeschränkte Schüler Erfolgserlebnisse in die Schule zurück, die das Selbstwertgefühl steigern (http://members.aol.com/gebfirms2/betrieb/sb_frame.htm).

2.3.3 Vermittlung praktischer Erfahrungen mit Arbeitsprozessen, Betriebsabläufen und Betriebsstrukturen

Während der Arbeit in der Schülerfirma erhält der Schüler aus der Sicht eines Mitarbeiters einen Überblick über Arbeitsabläufe und Betriebsstrukturen. Er gewinnt eine Vorstellung vom konkreten Zusammenwirken der einzelnen Abteilungen und Bereiche der Schülerfirma, indem er in diese Arbeitsabläufe und Betriebsstrukturen eingebunden ist.

Diese Erfahrung sollte ihm helfen, später in der Ausbildung Rollen und Funktionen wiederzuerkennen, den eigenen Standort zu definieren, Übersicht zu besitzen (ebd.).

Die Jugendlichen erwerben die Fähigkeit, sich an neue Lernsituationen anzupassen, die vom alltäglichen Schulunterricht abweichen und mit mehr Selbständigkeit und Eigenverantwortung verbunden sind.

2.3.4 Vermittlung von Erfahrungen mit den Anforderungen der Arbeits- und Berufswelt

Durch die Schülerfirma lernen die Jugendlichen die Anforderungen der Berufs- und Arbeitswelt nicht nur theoretisch im Unterricht oder durch Nachfragen und „Reinschnuppern“ bei Betriebspraktika, sondern praxisnah durch eigenes Handeln kennen. Die Vermittlung von Anforderungen der Arbeits- und Berufswelt erschließen sich dem Schüler nicht nur als Ziel des Fachunterrichts, sondern werden transparent. Durch die eigenen praktischen Erfahrungen, welche die Schüler in der Schülerfirma sammeln, erlangen sie eine gewisse Einsicht über die Notwendigkeit des Lernens, so stellen sie z.B. nicht in aller Mühe etwas her, was später „in der Ecke verstaubt“, sondern es wird hergestellt, um es innerhalb eines bestimmten Kundenkreises anzubieten und zu verkaufen. Die Jugendlichen erfahren Schule somit in einer neuen Form und erkennen, wofür sie lernen und arbeiten. Durch die handlungsorientierte Arbeit in der Schülerfirma eignen sich die Jugendlichen in Sinnzusammenhängen notwendige theoretische Kenntnisse aus den Bereichen Deutsch, Mathematik, Arbeitslehre, Informatik sowie Hauswirtschaft an. Dazu üben sie berufsbezogene Fähigkeiten wie beispielsweise das Schreiben einer Bewerbung und den Umgang mit Bewerbungsgesprächen (vgl. Punkt 5.6) ein.

2.3.5 Bereitstellung von Berufswahlkriterien auf der Basis eigener Erfahrungen

Die Schüler, welche zwei bzw. drei Jahre in der Schülerfirma tätig sind, lernen in dieser Zeit neben Erfahrungen mit Betriebsabläufen und Anforderungen an das Berufsleben auch sich selbst besser kennen. Eigene Stärken und Schwächen, Vorlieben und Abneigungen werden ihnen bewusst. Die Jugendlichen

[...] haben auf diese Weise eine gute Möglichkeit, die persönliche Berufswahl auf der Basis von Neigung und selbst festgestellter Eignung vorzunehmen (ebd.).

2.3.6 Erwerb von Schlüsselqualifikationen

Trainiert wird in der Schülerfirma nicht nur die Berufsvorbereitung, sondern es werden auch verschiedene Schlüsselqualifikationen angebahnt und gefördert. Durch praktisches Handeln in der Schülerfirma werden die Jugendlichen im Bereich der Handlungskompetenz gefördert. Die Handlungskompetenz zur Bewältigung von Alltags- und Arbeitsanforderungen stellt für Schüler der SfKb ein wichtiges und anzustrebendes Ziel dar, da sie Voraussetzung zur Verwirklichung sozialer Integration ist. So werden innerhalb der Schülerfirma Arbeitsschritte möglichst eigenständig geplant und durchgeführt, um Handlungskompetenz anzubahnen bzw. zu erwerben. Weiterhin findet eine Förderung der sozialen Kompetenzen durch das Annehmen und aktive Gestalten von Gruppensituationen innerhalb der Abteilungen der Schülerfirma statt. Die Bereitschaft zur Kommunikation und zur Teamfähigkeit wird durch die Zusammenarbeit der Mitarbeiter des Unternehmens geschult. Zudem lernen die Schüler, Kritik zu üben und anzunehmen. Ebenso sind die Förderbereiche der Selbständigkeit, Leistungsbereitschaft, des Verantwortungsbewusstseins, der Zuverlässigkeit, Zielstrebigkeit, Belastbarkeit usw. zu nennen. Auch der Entwurf „Richtlinien für den Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung“ sieht die Förderung in den genannten Bereichen vor (KMK 2002, 5-7). Eine Auflistung der Schlüsselqualifikationen, welche die Wirtschaft laut Umfrage von Schulabgängern erwartet, ist dem Anhang 2 angefügt. Neben den Schlüsselqualifikationen werden die bürgerlichen Tugenden wie Ordnung, Genauigkeit, Pünktlichkeit und Sauberkeit geschult (DUISMANN 2001, 14).

Die genannten Schlüsselqualifikationen und bürgerlichen Tugenden lassen sich in vielen Situationen während der Arbeit in der Schülerfirma als notwendig erleben. So haben z.B. Aufträge, die in der Schülerfirma durchgeführt werden, Ernstcharakter. Daher ist es für die Schüler einsichtig, zuverlässig, ordentlich und genau zu arbeiten, da die Kunden (und nicht die Lehrer) zufrieden gestellt werden sollen.

2.4 Einbettung der Schülerfirma in Lehrpläne und Unterricht

Der Unterricht in der Schülerfirma richtet sich nach den didaktischen Prinzipien der Ganzheitlichkeit, Individualisierung, Handlungsorientierung, Übung und dem gemeinsamen Lernen (MÖHRLEIN 2002, 9). Es wird projektorientiert gearbeitet, wie es der Entwurf der „Richtlinien für den Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung“ vorsieht (KMK 2002, 8).

Da die Oberstufe der SfKb ihre Schüler auf das nachschulische Leben vorbereiten will, gewinnen die Bereiche „Arbeiten“, „Berufstätigkeit“, „Wohnen“, „Freizeit“ und „Partnerschaft“ eine größere Berücksichtigung. Die Vermittlung des Lernstoffs von klassischen Unterrichtsfächern tritt in den Hintergrund (KUHLMANN 2002, 44). Die Schülerfirma knüpft an die Bereiche „Arbeiten“ und „Berufstätigkeit“ an. Um eine berufliche Vorbereitung und Eingliederung der Schüler der SfKb zu gewährleisten, ist eine berufsbezogene Informationsgewinnung als ein wichtiger Auftrag der Arbeit in einer Oberstufe der SfKb zu betrachten. Im Stundenplan der einzelnen Klassen findet die Schülerfirma ihre Entsprechung im Fach Arbeitslehre und im berufswahlfördernden Unterricht. Die theoretischen Inhalte der Arbeitslehre und des berufswahlfördernden Unterrichts gehen jedoch häufig an den Interessen der Schüler vorbei, die sich zwei bis drei Jahre vor der Schulentlassung oft noch nicht der Relevanz der beruflichen Interessenfindung bewusst sind. Selbst das Betriebspraktikum kann die erwartete Funktion der Berufsentscheidung häufig nicht leisten (DUISMANN 2001, 10). Des weiteren findet die Schülerfirma ihre Entsprechung in den Fächern Deutsch, Mathematik, Informatik, Hauswirtschaft und Werken bzw. Kunst. So lesen die Schüler Rezepte oder Arbeitsanleitungen, messen für die Herstellung verschiedener Holzgegenstände Längen aus, verrichten Tätigkeiten am Computer usw. Auch berufsbezogene Fähigkeiten wie das Schreiben einer Bewerbung und darauf folgende Auswahlgespräche werden in einem realitätsnahen Rahmen eingeübt (vgl. Punkt 5.6).

[...]

Ende der Leseprobe aus 53 Seiten

Details

Titel
Vom Praxistag zur Schülerfirma. Konzeptionelle Überlegungen zur Gründung einer Schülerfirma in einer Oberstufe der Schule für Körperbehinderte
Hochschule
Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung, Gelsenkirchen; ehem. Studienseminar für Lehrämter an Schulen Gelsenkirchen  (Lehramt für Sonderpädagogik)
Note
1,0
Autor
Jahr
2003
Seiten
53
Katalognummer
V16821
ISBN (eBook)
9783638215510
Dateigröße
780 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Zweite Staatsarbeit im Rahmen des Vorbereitungsdienstes an einer Schule für Körperbehinderte - Die Arbeit gibt ein Konzept zur Gründung einer Schülerfirma in einer Oberstufe der Schule für Körperbehinderte wieder (auch auf andere Schulformen übertragbar).
Schlagworte
Praxistag, Schülerfirma, Konzeptionelle, Gründung, Oberstufe, Schule, Körperbehinderte
Arbeit zitieren
Kathrin Ziesemann (Autor), 2003, Vom Praxistag zur Schülerfirma. Konzeptionelle Überlegungen zur Gründung einer Schülerfirma in einer Oberstufe der Schule für Körperbehinderte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16821

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