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Lesestörungen - Ursachen, Verlauf, Diagnose

Title: Lesestörungen - Ursachen, Verlauf, Diagnose

Seminar Paper , 2003 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Julia Kloiber (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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Seit Jahrzehnten beschäftigen sich Psychologen mit dem Phänomen der Lesestörungen. Schon Ende des 19. Jahrhunderts gelangten die ersten Ergebnisse von psychologischen Untersuchungen an die Öffentlichkeit. Unzählige Erklärungsansätze trugen jedoch nicht dazu bei, dass dieses Thema von der Gesellschaft akzeptiert wurde. Es ist heutzutage oft noch unvorstellbar, dass es Menschen gibt, die nicht lesen und schreiben können. Dabei belegen neueste Studien, dass rund 10 bis 20 % der Grundschüler unter dem Leseniveau des Durchschnitts liegen. Lesen ist eines der wichtigsten Techniken des Lebens. Viele der Betroffenen schaffen es, ihr Leiden über Jahre hinweg zu verbergen. Sie schämen sich und leben täglich mit der Angst ihr Geheimnis preis geben zu müssen. Sie befürchten ausgegrenzt und verspottet zu werden. Oftmals sind die Ursachen für Lesestörungen der Gesellschaft nicht bekannt. Fälschlicherweise werden Betroffene als dumm, oder blöd bezeichnet und gelten als Außenseiter. Dies muss jedoch nicht so sein.

Dieser Text soll nun einen kleinen Überblick über das Thema Lesestörungen geben. Aufgrund der hohen Anzahl der neurobiologischen, psychologischen und genetischen Befunde und Untersuchungen ist es nicht möglich, jedes Phänomen der Lesestörungen genau zu erläutern. Der Text beschränkt sich auf die wichtigsten Merkmale zu den Ursachen und zum Verlauf von Lesestörungen. Anschließend dazu wird ein kurzer Abriss über die Diagnose gegeben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen

3. Lesestörungen

3.1. Lesestörungen durch visuelle Wahrnehmungsprobleme

3.1.1. Augenbewegungen und Blicksprünge

3.1.2. Optische Wahrnehmungsfehler

3.2. Lesestörungen durch Probleme der Speicherung und des Behaltens

3.3. Lesestörungen durch Probleme der phonologischen Bewusstheit

3.4. Lesestörungen durch Entwicklungsstörungen

4. Weitere mögliche Ursachen der Lesestörungen

4.1. Mögliche organisch-physiologische Ursachen

4.2. Fehlende Basisvoraussetzungen als mögliche Ursache

5. Diagnose von Lesestörungen

5.1. Die klassische Diagnose

5.2. Die mehrdimensionale Diagnose

6. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Phänomen der Lesestörungen bei Grundschulkindern, analysiert deren vielfältige Ursachen und stellt gängige Diagnoseverfahren vor, um die Notwendigkeit einer frühzeitigen Förderung zu verdeutlichen.

  • Neurobiologische und genetische Ursachen von Lesestörungen
  • Visuelle Wahrnehmungsprozesse beim Lesenlernen
  • Die Bedeutung der phonologischen Bewusstheit
  • Klassische vs. mehrdimensionale Diagnoseverfahren
  • Psychosoziale Auswirkungen und die Rolle der Schule

Auszug aus dem Buch

3.1.1. Augenbewegungen und Blicksprünge

Beobachtet man Kinder beim Lesen, bemerkt man, dass sie nicht kontinuierlich die Zeilen von links nach rechts ablesen. Es treten zwischendurch Pausen und Sprünge auf, die auch kurz von rechts nach links verlaufen können. Bleibt dies in einem sehr geringen Maß, ist es keine Behinderung. Häuft sich diese falsche Blickrichtung jedoch, treten weitere Leseprobleme auf. Diese Blicksprünge werden auch ‘Sakkaden’ genannt. Ihre Aufgabe ist es, die beste Sehschärfe einzufangen, denn die Netzhaut kann nicht an jeder Stelle gleich scharf eingestellt werden. Nur ein kleiner Bereich, die sogenannte ‘Fovea’, ist die schärfste Stelle auf der Netzhaut. Um diese zu erreichen, benötigt das Auge die Sakkaden.

Bei leseschwachen Kinder treten diese Sakkaden und Resakkaden zu häufig auf. Ihre Blickbewegungen sind unkontrolliert und springen zwischen den Graphemen hin und her. Die Blicksprünge sind oftmals so groß, dass ganze Buchstaben überlesen und auslassen werden. Das entfremdet das Wort und der Leser ist nicht mehr in der Lage einen Zusammenhang herzustellen und die Bedeutung des gelesenen Wortes zu verstehen. Eine weitere Vermutung ist, dass „während einer Sakkade das Bild der soeben gesehenen Buchstaben nicht hinreichend gelöscht wird und sich deshalb mit dem Bild der Buchstaben überlagert, die in der nächsten Fixationsphase gesehen werden. Die Folge wäre ein verschwommenes Bild der zu lesenden Buchstaben“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung und gesellschaftliche Relevanz des Themas Lesestörung sowie die hohe Prävalenz bei Grundschulkindern.

2. Definitionen: Hier werden zentrale Begriffe wie Lesestörung, Leseschwäche, Legasthenie und Dyslexie voneinander abgegrenzt und die ICD-10 Definition erläutert.

3. Lesestörungen: Dieses Kapitel klassifiziert Lesestörungen nach visuellen, mnestischen, phonologischen und entwicklungsbedingten Ursachenbereichen.

4. Weitere mögliche Ursachen der Lesestörungen: Das Kapitel vertieft organisch-physiologische Faktoren sowie grundlegende Differenzierungsfähigkeiten, die als Basis für den Leseerwerb dienen.

5. Diagnose von Lesestörungen: Es werden sowohl klassische testpsychologische Verfahren als auch ganzheitliche, mehrdimensionale Diagnoseansätze vorgestellt.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Lesestörungen multifaktoriell bedingt sind und betont die Dringlichkeit frühzeitiger Erkennung und Förderung.

Schlüsselwörter

Lesestörung, Legasthenie, Dyslexie, Lese-Rechtschreibschwäche, Phonologische Bewusstheit, Sakkaden, Graphem-Phonem-Zuordnung, visuelle Wahrnehmung, Diagnose, Förderung, Grundschule, Sprachverarbeitung, Gedächtnis, Teilleistungsschwäche, Differenzierungsfähigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet einen Überblick über das Phänomen der Lesestörung bei Kindern, beleuchtet die verschiedenen Ursachen und diskutiert Möglichkeiten der professionellen Diagnose.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen neurobiologische, genetische und psychologische Faktoren, visuelle und phonologische Prozesse beim Lesen sowie die schulische Diagnosepraxis.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Entstehung von Lesestörungen zu schaffen, um betroffenen Kindern durch frühzeitige Diagnose effektiver helfen zu können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender psychologischer und medizinischer Studien sowie Definitionen internationaler Klassifikationen wie der ICD-10.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Differenzierung verschiedener Störungsarten, eine detaillierte Analyse der Ursachen (visuell, phonologisch, genetisch) und die Beschreibung von Diagnoseverfahren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Legasthenie, Lesestörung, Phonologische Bewusstheit, Graphem-Phonem-Zuordnung und Diagnoseverfahren.

Was genau sind Sakkaden und warum sind sie für das Lesen wichtig?

Sakkaden sind schnelle Blicksprünge, die notwendig sind, um Informationen auf die schärfste Stelle der Netzhaut, die Fovea, zu projizieren. Bei Leseanfängern mit Störungen sind diese oft unkontrolliert, was das Textverständnis erheblich beeinträchtigt.

Warum ist die Unterscheidung zwischen linker und rechter Gehirnhälfte bei Lesestörungen relevant?

Die linke Hemisphäre ist primär für die sprachliche Analyse (Graphem-Phonem-Zuordnung) zuständig. Eine mangelnde Interaktion zwischen den beiden Hirnhälften kann die Interpretation von geschriebenen Wörtern massiv erschweren.

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Details

Title
Lesestörungen - Ursachen, Verlauf, Diagnose
College
University of Duisburg-Essen  (FB Deutsch)
Course
Seminar: Erstes Lesen - Erstes Schreiben
Grade
2,0
Author
Julia Kloiber (Author)
Publication Year
2003
Pages
19
Catalog Number
V16823
ISBN (eBook)
9783638215534
ISBN (Book)
9783638758550
Language
German
Tags
Lesestörungen Ursachen Verlauf Diagnose Seminar Erstes Lesen Erstes Schreiben
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Kloiber (Author), 2003, Lesestörungen - Ursachen, Verlauf, Diagnose, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16823
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