Das erweiterte Thesenpapier zum Referat "Spanische Lexikologie" soll einen Überblick über französische Lehnwörter in der spanischen Sprache vermitteln. Hierzu werden die Okzitanismen bzw. Gallizismen thematisch geordnet und in den (sprach-)historischen Zusammenhang eingeordnet.
Diese Referatsausarbeitung wurde in Stichpunkten verfasst.
Inhaltsverzeichnis
- Thema: Zum Einfluss von Okzitanismen und Gallizismen in der spanischen Sprache
- I Definitionen (Gallizismen, zu Okzitanismen, langue d'oïl, langue d'oc)
- II Okzitanismen
- II.1 Die Reconquista (722-1492)
- II.1.2 Entlehnungen
- II. 1.2.1 Entlehnungen aus den Bereichen „Militärwesen“ und „Krieg"
- II. 1.2.1.1 Zu Lehnwörtern germanischen Ursprungs
- II. 1.2.1.2 Zu Lehnwörtern altokzitanischer Herkunft
- II. 1.3 Entlehnungen aus den Bereichen „Rittertum“ und „Feudalsystem"
- II. 1.4 Zu Lehnwörtern aus dem Bereich der Troubadourlyrik
- II. 1.2.1 Entlehnungen aus den Bereichen „Militärwesen“ und „Krieg"
- II.1.2 Entlehnungen
- II. 1.5 Zu Lehnwörtern aus dem Bereich des volkssprachigen Heldenepos
- II. 1.5.1 Zum Cantar de Mio Cid [Lehnwörter nach Messner (1979)]
- II. 1.6 Der „Camino Francés", das Jacobsbuch, die „cluniacensische Reform"
- II. 1.6.1 Okzitanismen aus den Bereichen „Pilgerwesen“ und „Kirche"
- II. 1.6.2 Okzitanismen aus den Bereichen „Haus“, „Nahrung“, „Natur“; Abstrakta, Verben, Adjektive
- II.1 Die Reconquista (722-1492)
- III Gallizismen
- III. 1 Siglos de Oro (1492-1681)
- III 1.1 Entlehnungen
- III 1.1.1 Gallizismen aus dem Bereich „Militär, Krieg"
- III 1.1.2 Entlehnungen aus dem Bereich „savoir-vivre"
- III 1.2 Zur Normierung der spanischen Sprache in Frankreich
- III 1.1 Entlehnungen
- III. 2 Zum 18. Jh. (19. und 20. Jh.)
- III. 2.1 Zur Normierung der spanischen Sprache in Spanien
- III 2.1.1 Die Angst vor „Überfremdung"
- III 2.2 Zu Lehnwörtern griechischen Ursprungs
- III 2.3 Entlehnungen von Gallizismen aus den Bereichen „Militärwesen und Krieg“, „Bildung“, „savoir-vivre“, „Haushalt und Lebensmittel"
- III. 2.1 Zur Normierung der spanischen Sprache in Spanien
- III 3 Zu Entlehnungen aus dem 19. und 20. Jh.
- III. 1 Siglos de Oro (1492-1681)
- IV Zur Integration und Transferenz französischer Lehnwörter und Strukturen
- V Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Einfluss von Okzitanismen und Gallizismen auf die spanische Sprache. Sie verfolgt die historische Einführung und thematische Verbreitung dieser Lehnwörter, indem sie sowohl die soziokulturellen als auch die politischen Rahmenbedingungen beleuchtet, die diesen Transfer ermöglichten.
- Historische Entwicklung der spanischen Sprache und ihrer Lehnwortschichten.
- Analyse von Okzitanismen und Gallizismen in verschiedenen semantischen Feldern (Militär, Rittertum, Alltag, Kirche).
- Einbettung der Sprachphänomene in historische Kontexte wie die Reconquista, den Jakobsweg und die Siglos de Oro.
- Betrachtung der Normierung und der Reaktionen auf fremdsprachliche Einflüsse.
- Untersuchung der Integration und Transferenz von Lehnwörtern und sprachlichen Strukturen.
Auszug aus dem Buch
Der „Camino Francés", das Jacobsbuch, die „cluniacensische Reform"
Der Pilgerweg nach Santiago de Compostela zum Grab des Apostels Jakobus ersetzte die aufgrund der arabischen Eroberung nicht mehr mögliche Pilgerreise nach Jerusalem. Der baskisch-navarrische König Sancho III. öffnete den Weg der Pilger nach Santiago durch Wegebau. Unzählige Mönche und Santiago-Pilger begaben sich auf den „Camino Francés". Dieser beginnt an den Pyrenäenpässen von Somport (Aragón) oder von Roncevalles (Navarra) und verbindet beide in Puente la Reina (bask. Gares), wo der weitere Weg des „Camino Francés" bis Santiago de Compostela führt.
Das Jacobsbuch (lat. Liber Sancti Jacobi, Codex Calixtanus), eine um 1130/40 entstandene Sammelschrift, entstand vermutlich als Anregung zum Besuch des Reliquienschreins des evangelischen Apostels Jakobus in der Kathedrale in Santiago de Compostela.
Entlang des „Camino Francés“ wurden während des 11. und 12. Jahrhunderts zahlreiche Kirchen, Hospitäler und Herbergen zu Ehren des Apostels Jakobus errichtet. Durch Sancho el Mayor und Ferdinand I., welche politische Kontakte zu Cluny hatten, kam das bislang eher abgeschlossene Spanien dadurch auch im kirchlichen Bereich in Kontakt mit den neuen Entwicklungen, d.h. der Ablösung von der westgothisch-mozarabischen Liturgie durch die römisch-katholische Klosterreform der Cluniazenser im Konzil von Burgos 1080 („cluniacensische Reform“). Ausgehend von der Benediktinerabtei in Cluny, Burgund (910 von Wilhelm von Aquitanien gegründet), sollte das Kloster von weltlicher Herrschaft unabhängig sein und direkt dem Papst unterstellt sein. Ziel war eine verstärkte religiöse Verinnerlichung, eine geistige Erneuerung des Mönchstums und mittelbar die Heilung der Welt.
In den folgenden Jahrzehnten errichteten die Mönche von Cluny hunderte weitere Klöster. Hierzu kamen Baumeister aus Frankreich nach Nordspanien und wirkten an romanischen Bauwerken mit (rosetón 1737 < rosette). In Kastilien wurden Gotteshäuser im Stil der französischen Gotik gebaut (so in Burgos ab 1221). Die Einwohner Spaniens kamen auch durch Siedler mit Franken, d.h. Ausländern von jenseits der Pyrenäen, in der Mehrheit Franzosen, Burgunder und Okzitanen in Kontakt. Fränkische Siedlungen entstanden z.B. in Sangüesa (bask. Zangosa), Puente la Reina, Estella, Zaragoza und Logroño.
Zusammenfassung der Kapitel
I Definitionen: Dieses Kapitel führt in die grundlegenden Begriffe der Arbeit ein, darunter Gallizismen, Okzitanismen, Langue d'oïl und Langue d'oc.
II Okzitanismen: Dieser Hauptteil beleuchtet die historische Einführung und die thematische Verbreitung von Okzitanismen in der spanischen Sprache, insbesondere im Kontext der Reconquista, des Rittertums und des Camino Francés.
III Gallizismen: Der Fokus dieses Kapitels liegt auf der Rolle von Gallizismen in der spanischen Sprache während der Siglos de Oro und des 18. bis 20. Jahrhunderts, einschließlich ihrer Entlehnung in Bereichen wie Militär, Savoir-vivre und Alltag.
IV Zur Integration und Transferenz französischer Lehnwörter und Strukturen: Hier werden die Mechanismen der sprachlichen Integration und Übertragung französischer Lehnwörter und Strukturen in das Spanische detailliert analysiert.
V Literaturverzeichnis: Dieses Kapitel listet alle wissenschaftlichen Quellen und Referenzen auf, die für die Erstellung der Arbeit herangezogen wurden.
Schlüsselwörter
Okzitanismen, Gallizismen, Spanische Sprache, Lehnwörter, Sprachgeschichte, Reconquista, Camino Francés, Siglos de Oro, Sprachkontakt, Etymologie, Sprachwandel, Kultureller Einfluss, Normierung, Troubadourlyrik, Rittertum
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Einfluss und der Integration von Okzitanismen und Gallizismen in die spanische Sprache, wobei ihre historischen Ursprünge und thematischen Verbreitungsgebiete untersucht werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder sind die Sprachgeschichte des Spanischen, die Analyse von Lehnwörtern (Okzitanismen und Gallizismen), der Sprachkontakt im Kontext historischer Ereignisse wie der Reconquista und des Jakobswegs sowie die Normierung der spanischen Sprache.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, wie und warum okzitanische und französische Lehnwörter in die spanische Sprache integriert wurden und welche sprachlichen, kulturellen und politischen Faktoren diesen Prozess beeinflussten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verwendet eine historisch-linguistische Methode, die die chronologische Einführung und die semantische Kategorisierung von Lehnwörtern innerhalb spezifischer historischer Kontexte untersucht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden detailliert die Okzitanismen und Gallizismen in verschiedenen historischen Epochen (Reconquista, Siglos de Oro, 18.-20. Jh.) und semantischen Feldern (Militär, Rittertum, Kirche, Alltag, Automobilindustrie) behandelt, ergänzt um Aspekte der sprachlichen Integration.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter wie Okzitanismen, Gallizismen, Spanische Sprache, Lehnwörter, Sprachgeschichte, Reconquista, Camino Francés, Siglos de Oro, Sprachkontakt und Etymologie charakterisieren die Arbeit.
Welche Rolle spielte der "Camino Francés" bei der Einführung von Okzitanismen?
Der "Camino Francés" fungierte als wichtiger Kultur- und Sprachkorridor, der nicht nur den Pilgerweg nach Santiago de Compostela sicherte, sondern auch zur Einwanderung von Franzosen, Burgundern und Okzitanen nach Nordspanien führte, wodurch deren Sprache und somit Okzitanismen in das Spanische gelangten.
Wie reagierte die spanische Sprachnormierung auf die Flut von Gallizismen im 18. Jahrhundert?
Im 18. Jahrhundert, einer Phase intensiver Entlehnungen von Gallizismen, wurde die Real Academia Española (RAE) gegründet, um die spanische Sprache zu reinigen und zu stabilisieren, wobei es jedoch auch zu Abwehrhaltungen und Ablehnung von fremdsprachlichen Einflüssen kam.
Welche historischen Epochen sind besonders prägend für den Einfluss von Okzitanismen und Gallizismen?
Für Okzitanismen sind insbesondere die Reconquista (8.-15. Jh.) und der Aufstieg des Rittertums sowie der Jakobsweg prägend. Gallizismen prägen die Siglos de Oro (16.-17. Jh.) und verstärkt das 18. bis 20. Jahrhundert durch politische und kulturelle Verflechtungen mit Frankreich.
- Arbeit zitieren
- Angelika Felser (Autor:in), 2023, Zum Einfluss von Okzitanismen und Gallizismen in der spanischen Sprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1682833