Das Bildungsmotiv in Platons Höhlengleichnis


Hausarbeit (Hauptseminar), 2002

12 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Kurze Einführung in Platons Lehre
2.1 Platons Ideenlehre
2.2 Das Liniengleichnis
2.3 Das Sonnengleichnis
2.4 Eros
2.5 Platons pädagogischer Aspekt
2.6 Platons Schriften
2.7 Der Mensch bei Platon
2.8 Was ist die Seele
2.9 Die Aufgaben der Seelenteile
2.10 Himmel und Hölle
2.11 Platons Politeia „Der Staat“
2.12 Brennpunkt Bildung
2.13 Probleme des Idealstaates
2.14 Platons Alterswerk

3. Was ist das Höhlengleichnis
3.1 Der angekettete Mensch
3.2 Die Anámnesis
3.3 Der pädagogische Auftrag
3.4 Kurze Skizze

4. Bildung
4.1 Die Entfernung zur Bildung
4.2 Eingebildete Bildung
4.3 Die Befreiung von Meinung und Täuschung
4.4 Der Bildungszwang
4.5 Bildung als Zumutung
4.6 Bildung als Verwirrung
4.7 Bildung als Schmerz
4.8 Bildung als Umwendung
4.9 Bildung als Wissensgewinn
4.10 Wissen und Nichtwissen
4.11 Erkenntnisglück
4.12 Lehrer
4.13 Bildungsmittel
4.14 Schattenseiten der Bildung
4.15 Platons elitäres Denken

5. Diskussion und Fazit

6. Denkanstoß: Volker Brauns Höhlengleichnis

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In dieser Hausarbeit über „Das Bildungsmotiv in Platons Höhlengleichnis“ möchte ich zunächst die Grundzüge der platonischen Philosophie darstellen. Im Hinblick auf Platons Grundlagen, werde ich zu seinem Höhlengleichnis übergehen, welches in seiner Schrift „Der Staat“ geschildert wird. Um dieses Höhlengleichnis visuell zu verdeutlichen, werde ich eine kurze Skizze desselbigen einfügen, um danach auf das darin enthaltene Bildungsmotiv eingehen.

Im Rückblick auf die Grundzüge der platonischen Lehre, werde ich versuchen das Höhlengleichnis in aktuellere Bezüge einzuordnen und zu erklären, was es für die Bildung des einzelnen Menschen bedeutet.

Nachdem ich die wichtigsten Funktionen von Bildung im menschlichen Denkprozess dargestellt habe, werde ich die Diskussion aus dem Referat vom 10.06.2002 aufgreifen und Position dazu einzunehmen. Hierbei verdeutliche ich die Diskussion in ihren Kernpunkten.

Daran versuche ich ein Fazit anknüpfen, welches für mich hauptsächlich den Begriff der Selbstbildung verdeutlichen soll. Zum Schluss möchte ich einen kleinen Denkanstoß aufkommen lassen, welchen ich auch den Zuhörern des Referates habe zukommen lassen. Ich bin der Meinung, dass Volker Brauns Denkanstoß das Höhlengleichnis Platons aktualisiert und dass man die Neuzeit darin wiederfindet. Leider werde ich in dieser Ausarbeitung nicht näher auf Brauns Höhlengleichnis eingehen, als einen kurzen Reflexionsvollzug meinerseits dazu zu schildern, um eventuell in einer zukünftigen Hausarbeit das Braunsche Höhlengleichnis zu bearbeiten

2. Kurze Einführung in Platons Lehre

Platon lebte von 427 bis 347 vor Christus und er war Schüler des Sokrates von Athen, welcher von 470 bis 399 vor Christus lebte.

2.1 Platons Ideenlehre

Für Platon gibt es etwas, das er Idee nennt. Die Idee selbst ist bei Platon immateriell, ewig und hat eine Art unveränderliche Wesenheit. Ideen sind für Platon Urbilder der Realität, nach welchen die Gegenstände der sichtbaren Welt geformt sind. Für Platon kennt die Seele des Menschen Ideen a priori, das heißt vor jeder Erfahrung damit. Er geht davon aus, dass Ideen nur wiedererinnert werden müssen. Diese Wiedererinnerung nennt Platon Anámnesis.

2.2 Das Liniengleichnis

Das Liniengleichnis ist eine Art Zwei-Welten-Theorie. Platon unterscheidet zum einen die Welt des Sichtbaren und zum anderen die Welt des nur dem Geiste zugänglichem. In der Welt des Sichtbaren gibt es indirekte Wahrnehmungen, z.B. Schatten und Spiegelbilder und direkte Wahrnehmungen, z.B. Gegenstände und Lebewesen. In der Welt des nur dem Geiste zugänglichem gibt es die Wissenschaften, z.B. Mathematik und Physik und das Reich der Ideen, welches nach Platons Auffassung nur der reinen Vernunft zugänglich ist.

2.3 Das Sonnengleichnis

Die Sonne stellt bei Platon einen sehr zentralen Punkt dar, nämlich die Idee des Guten. Platon verdeutlicht mit dem Gleichnis, dass der Mensch nur im Lichte des Guten (Vergleich Sonne) das Sein (also alles was wirklich ist) zu erkennen vermag.

2.4 Eros

Eros ist der Antrieb im Menschen sich in Regionen des wahren Seins und des Guten zu begeben, um auf das Höhlengleichnis vorauszugreifen: Sich aus der Höhle hinaus, in das Licht der Sonne (des Guten) zu begeben, auch wenn der Weg dahin schwierig ist. Zu erklären ist dies damit, dass in jedem Menschen die Sehnsucht nach Erkenntnis verborgen liegt, bei manchen von uns tiefer als bei den anderen.

2.5 Platons pädagogischer Aspekt

Platon ist der Ansicht, dass der erkennende Mensch, welcher das Licht des Guten gesehen hat, eine pädagogischen Auftrag zu erfüllen hat. Er soll jeden an seiner Erkenntnis teilhaben lassen, der noch nicht erkannt hat. Platon nennt die Methode, welche jeden zur Erkenntnis führt die Dialektik. Die Dialektik beschäftigt sich mit Dingen des wirklichen Seins (wahrem Wissen).

2.6 Platons Schriften

Platons Schriften sind zumeist Dialoge, in welchen Sokrates die Hauptrolle hat. Angeblich gibt es circa 25 als echt geltender Dialoge, welche Fragen der Tugend, der Erkenntnis, der Politik und der Naturphilosophie nachgehen.

2.7 Der Mensch bei Platon

Sicherlich definiert jeder Philosoph den Menschen etwas anders. Für Platon besteht der Mensch aus Leib und Seele, wobei die Seele die Herrschaft über den Leib übernimmt.

2.8 Was ist die Seele?

Für Platon besteht die Seele vor und nach der körperlichen Existenz. Dadurch, dass es die Seele schon vor der körperlichen Existenz gibt ist eine Anámnesis überhaupt möglich. Außerdem stammt die Seele des Menschen vom Göttlichen ab und nur deshalb hat sie Anlagen zum Vernünftigen, wobei hier noch die Frage ist, ob jeder Mensch diese Anlagen auch nutzt. Platon gliedert die Seele des Menschen in drei Teile: die Vernunft, den Mut und die Begierde.

Platon gibt hierzu das Gleichnis eines Pferdewagenführers. Die Vernunft entspricht hierbei dem Wagenlenker, welcher weise sein soll. Der Mut entspricht einem willigen Pferd, welches tapfer sein soll und die Begierde entspricht einem widerspenstigen Pferd, welches gemäßigt werden soll.

2.9 Die Aufgaben der Seelenteile

Jeder Seelenteil bekommt eine Tugend zugeordnet, was auch schon im Gleichnis des Wagenführers angedeutet wird. Die Aufgabe der Vernunft ist es hiernach weise zu werden. Der Mut soll energisch der Vernunft gehorchen und Tapferkeit zeigen. Die Begierde soll die Mäßigung üben. Des weiteren ordnet Platon den drei Tugenden die Tugend der Gerechtigkeit über. Gerechtigkeit herrscht nur, wenn alle drei Tugenden ihre Aufgabe erfüllen. Platon nennt seine vier Tugenden Kardinaltugenden.

2.10 Himmel und Hölle

Platon vertritt außerdem zwei relativ umstrittene Thesen. Er behauptet zum einen, dass nur die Seele des Vernünftigen in das Reich des reinen Geistes übergehen kann, also so etwas wie den Himmel und er behauptet zum anderen, dass die Seele des Unvernünftigen sich nicht zu den Ideen des Vernünftigen aufschwingen kann und deshalb Buße leisten muss, dies geschieht in einer Art Hölle (Erde, Jammertal).

2.11 Platons Politeia „Der Staat“

In seiner Staatsverfassung gliedert er die Bevölkerung in drei Stände. Er nennt zum einen den herrschenden Stand, welcher aus Philosophen bestehen soll, die einen fünfzig jährigen Bildungsweg durchlaufen haben. Zum anderen den Wehrstand, welcher aus Wächtern besteht und für den Schutz der Menschen und des Staates zuständig ist. Zuletzt gibt es bei Platon den bürgerlichen Stand, welcher die Aufgabe hat die Gemeinschaft zu versorgen.

2.12 Brennpunkt Bildung

Platon definiert die Bildung der Philosophenkönige sehr genau. Schon hier ist vorwegzunehmen, dass die Philosophenkönige (PK) ein Modell elitärer Bildung sind, also eine Bildung, die nur wenige genießen können. Bis zum zwanzigsten Lebensjahr sollen die angehenden Philosophenkönige in Elementarerziehung unterrichtet werden, z.B. Musik, Dichtung und Gymnastik. Bis zum dreißigsten Lebensjahr sollen sie eine wissenschaftliche Bildung erhalten, d.h. Mathematik, Astronomie und Harmonielehre. Dann sollen die PK fünf Jahre lang in der Dialektik unterwiesen werden, d.h. in Philosophie. Hiernach geht es für die PK an eine praktische Tätigkeit im Staat. Erst nach fünfzig Jahren können Sie eine Herrscherrolle im Staat übernehmen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Das Bildungsmotiv in Platons Höhlengleichnis
Hochschule
Universität Kassel  (Institut für Erziehungswissenschaft und Philosophie)
Veranstaltung
Philosophische Fragestellungen im Unterricht
Note
2
Autor
Jahr
2002
Seiten
12
Katalognummer
V16829
ISBN (eBook)
9783638215589
Dateigröße
396 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Hausarbeit wurde in Philosophie eingereicht ist aber genausogut in Erziehungswissenschaft oder Didaktik Philosophie zu gebrauchen. Dichter Text - einzeiliger Zeilenabstand.
Schlagworte
Bildungsmotiv, Platons, Höhlengleichnis, Philosophische, Fragestellungen, Unterricht
Arbeit zitieren
Jasmin Weitzel (Autor), 2002, Das Bildungsmotiv in Platons Höhlengleichnis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16829

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