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Die Wirtschaftspartnerschaftsabkommen zwischen der EU und der ECOWAS

Mögliche Auswirkungen von freiem Handel zwischen Europa und Westafrika

Titel: Die Wirtschaftspartnerschaftsabkommen zwischen der EU und der ECOWAS

Hausarbeit , 2010 , 21 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Nils Redeker (Autor:in)

Politik - Thema: Europäische Union
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Seit dem Contonou-Abkommen von 2002 verhandelt die Europäische Union mit den Ländern der afrikanischen, karibischen und pazifischen Staatengruppe über den Abschluss so genannter „Wirtschaftspartnerschaftsabkommen“. Ziel dieser Abkommen ist die einseitigen Handelspräferenzen, die die EU den AKP-Staaten gewährt, zu reformieren. Gemäß den Regeln der WTO sollen sie durch reziproke Handelsliberalisierung ersetzt werden. Der freie Handel zwischen der EU und den AKP-Staaten soll vor allem der nachhaltigen sozio-ökonomischen Entwicklung der Region und ihrer Integration in den Weltmarkt dienen. Bis heute stoßen diese Maßnahmen in vielen Entwicklungsländern und bei verschiedenen Nichtregierungs-Organisationen auf Skepsis. Statt wirtschaftlichen Aufschwung und Entwicklung fürchten sie die Verdrängung der einheimischen Produktion, einen Anstieg der Arbeitslosigkeit und Zollverluste. Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwiefern diese Befürchtungen für den Fall der ECOWAS-Staaten berechtigt sind und welche Gefährdungspotenziale Handelsliberalisierung im Rahmen der WPAs bergen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

2. Hintergrund und Ziele der Wirtschaftspartnerschaftsabkommen

2.1 Hintergrund der WPAs

2.2 Kernelemente der WPAs

3. Der theoretische Zusammenhang zwischen freiem Handel und Entwicklung

3.1 Entwicklung durch freien Handel: klassische Außenhandelstheorie

3.2 Wirkungskanäle von Handelsliberalisierung

3.3 Zwischenfazit

4. Mögliche Auswirkungen von Handelsliberalisierung auf die Staaten der ECOWAS

4.1 Wirtschafts- und Handelsstruktur des westlichen Afrikas

4.3 Rückbezug auf Theorie

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der durch die EU forcierten Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (WPAs) auf die sozio-ökonomische Entwicklung der ECOWAS-Staaten. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern die Befürchtungen hinsichtlich einer Verdrängung einheimischer Produktion, steigender Arbeitslosigkeit und Zollverlusten berechtigt sind und welche spezifischen Gefährdungspotenziale für die Region bestehen.

  • Analyse der theoretischen Grundlagen der Handelsliberalisierung
  • Untersuchung der Handelsstruktur zwischen EU und Westafrika
  • Bewertung von Wirkungskanälen (Wachstum, Beschäftigung, Preise, fiskalische Effekte)
  • Diskussion von Anpassungskosten und Risiken für den Agrarsektor
  • Erörterung der entwicklungspolitischen Zielsetzungen der WPAs

Auszug aus dem Buch

3.1 Entwicklung durch freien Handel: klassische Außenhandelstheorie

In der klassischen Außenhandelstheorie spielt der freie Handel zwischen Staaten allgemein eine positive Rolle für die sozio-ökonomische Entwicklung. Unabhängig davon, ob es sich bei den Handelspartnern um Entwicklungsländer oder Industrienationen handelt, führt internationaler freier Wettbewerb zur Mehrung des Wohlstandes für alle Beteiligten (Bachinger/ Matis, 2009: 48). Elementar für diese Annahme ist das Theorem des komparativen Kostenvorteils von David Ricardo.

Der Theorie nach spezialisiert sich unter den Bedingungen des freien Handels jeder Staat auf die Produktion des Gutes, das er aufgrund seiner natürlichen Faktorausstattung relativ am kostengünstigsten produzieren kann. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Staat seinem Handelspartner absolut gesehen in der Produktionseffizienz in allen Industrien unterlegen ist. Spezialisierung ist selbst dann vorteilhaft, wenn es sich dabei nur um die Branche handelt, in der der eine Staat die wenigsten Nachteile gegenüber dem anderen Staat hat. Internationale Arbeitsteilung führt nach dem Theorem des komparativen Kostenvorteils immer zu einem Anstieg der absoluten Produktion und somit zu einer Mehrung des Wohlstands (Ricardo, 1821: 131 - 60). Später wurde dieses Theorem durch Eli F. Heckscher und Bertil G. Ohlin ergänzt. Sie fügten der ursprünglichen Analyse dabei die unterschiedliche Ausstattung mit Produktionsfaktoren hinzu. Ihrem Theorem zufolge spezialisieren sich Industrienationen gemäß des komparativen Kostenvorteils vor allem auf die Produktion von kapitalintensiven Gütern, während in weniger entwickelten Ländern vor allem arbeitsintensive Produkte hergestellt werden (vgl. Ohlin, 1967: 5 - 24).

Auf der Basis dieser Annahmen gehen liberale Theoretiker bis heute davon aus, dass Handelsliberalisierung zwischen Entwicklungsländern und Industrienationen eine positive Rolle bei der Reduzierung von Armut spielen kann. Allerdings gehen viele liberale Autoren nicht mehr von einem zwingenden Automatismus von Handelsliberalisierung zu sozio-ökonomische Entwicklung aus. Vielmehr zeigen sie, dass der Abbau von Handelshemmnissen durchaus auch Gefahren für Entwicklungsländer bergen kann. Wohlstandsmehrende Effekt sollen vor allem über vier Wirkungskanäle entstehen. Diese Kanäle sowie mögliche Gegenargumente innerhalb der liberalen Debatte sollen kurz dargestellt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

2. Hintergrund und Ziele der Wirtschaftspartnerschaftsabkommen: Dieses Kapitel skizziert die Entstehungsgeschichte der WPAs im Rahmen des Cotonou-Abkommens und erläutert die wesentlichen Grundsätze wie Reziprozität und Entwicklungsorientierung.

3. Der theoretische Zusammenhang zwischen freiem Handel und Entwicklung: Hier werden die liberalen Außenhandelstheorien und deren Wirkungskanäle kritisch analysiert, um theoretische Argumente für und gegen die Effekte von Handelsliberalisierungen zu identifizieren.

4. Mögliche Auswirkungen von Handelsliberalisierung auf die Staaten der ECOWAS: Dieses Kapitel überträgt die theoretischen Erkenntnisse auf die empirische Situation in Westafrika und bewertet die konkreten wirtschaftlichen Gefahren für die ECOWAS-Staaten.

5. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Beantwortung der Forschungsfrage und konstatiert, dass die Risiken einer vorschnellen Liberalisierung die theoretischen Wohlstandsgewinne für die Region Westafrika derzeit überwiegen.

Schlüsselwörter

Wirtschaftspartnerschaftsabkommen, ECOWAS, EU, Handelsliberalisierung, Außenhandelstheorie, Reziprozität, Armutsreduzierung, Wirtschaftswachstum, Entwicklungsländer, Zollverluste, Agrarsektor, Beschäftigungseffekte, Protektionismus, Westafrika, Cotonou-Abkommen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Analyse der Auswirkungen von Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (WPAs) zwischen der EU und den Staaten der ECOWAS auf die sozio-ökonomische Entwicklung Westafrikas.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Betrachtung?

Zentrale Felder sind die liberale Außenhandelstheorie, die Handelsstrukturen Westafrikas, die ökonomischen Folgen einer Handelsliberalisierung sowie die entwicklungspolitische Zielsetzung der EU-Handelspolitik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob die Skepsis gegenüber den WPAs berechtigt ist und inwieweit diese Abkommen eine Gefahr für die Armutsreduzierung und die wirtschaftliche Entwicklung in Westafrika darstellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen theoretisch-analytischen Ansatz, bei dem die liberale Außenhandelstheorie und deren Wirkungskanäle auf empirische Modellstudien angewandt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Herleitung möglicher Wirkungen des freien Handels und eine daran anschließende empirische Diskussion der Auswirkungen für die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (WPAs), ECOWAS, Handelsliberalisierung, Reziprozität, Armutsbekämpfung und wirtschaftliche Anpassungskosten.

Welche Rolle spielt die Ricardo-Theorie in der Argumentation des Autors?

Das Theorem des komparativen Kostenvorteils von David Ricardo dient als theoretischer Ankerpunkt, um sowohl die klassische Begründung für Freihandel als auch die kritischen Punkte hinsichtlich der Spezialisierung auf sogenannte Ricardogüter zu diskutieren.

Warum sind fiskalische Effekte für die ECOWAS-Staaten besonders problematisch?

Da viele ECOWAS-Staaten einen signifikanten Teil ihrer Staatseinnahmen aus Zöllen beziehen, führt ein Wegfall dieser Zölle durch die WPAs zu massiven Haushaltsdefiziten, die staatliche Investitionen in Entwicklung und soziale Sicherung weiter einschränken.

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Details

Titel
Die Wirtschaftspartnerschaftsabkommen zwischen der EU und der ECOWAS
Untertitel
Mögliche Auswirkungen von freiem Handel zwischen Europa und Westafrika
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1,0
Autor
Nils Redeker (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
21
Katalognummer
V168308
ISBN (eBook)
9783640852505
ISBN (Buch)
9783640852628
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Freihandelsabkommen EU-Außenhandel ECOWAS Freier Handel
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nils Redeker (Autor:in), 2010, Die Wirtschaftspartnerschaftsabkommen zwischen der EU und der ECOWAS, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168308
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Leseprobe aus  21  Seiten
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