Zentrale Fragen, wie „Warum wende ich Ersatzgefühle an?“, „Warum kann ich nicht alle echten Gefühle zeigen?“, „Merken meine Mitmenschen, daß ich von Ersatzgefühlen Gebrauch mache?“ oder „Merke ich selbst die Anwendung von Ersatzgefühlen bei meinen Mitmenschen, z.B. bei meinen Eltern oder bei meinem besten Freund?“ beschäftigen mich seitdem. Daher habe ich mich dazu entschlossen, zu diesem Thema eine Hausarbeit zu schreiben, um dadurch die Möglichkeit zu haben, mich noch weiter in diese Materie hineinzuarbeiten und Antworten auf meine Fragen zu erhalten.
In meiner Hausarbeit befasse ich mich mit dem Umgang von Ersatzgefühlen in Beratungssituationen. Mit dieser Arbeit verfolge ich mehrere Ziele. Zum einen möchte ich deutlich die nötigen Qualifikationen eines Beraters hervorheben, der erfolgreich mit Klienten arbeiten möchte, die Ersatzgefühle anwenden. Zum anderen ist es mir sehr wichtig Hilfestellung zu geben, damit es jemandem, egal ob Berater oder Laie (so wie ich einer bin), nicht mehr so schwer fällt, Ersatzgefühle von realen Gefühlen zu unterscheiden. Und zum Dritten möchte ich anhand der Transaktionsanalyse Wege aufzeigen, wie der Berater seinen Klienten aus seinem Maschensystem befreien kann, damit der Klient fähig ist, seine verbotenen Gefühle aus der Vergangenheit zu erkennen und lernt, seine echten Gefühle seiner Umwelt mitzuteilen.
Zum Aufbau der Arbeit ist soviel zu sagen, daß ich im folgenden zunächst die wichtigsten Begriffe der Transaktionsanalyse, nämlich echte Gefühle, Ersatzgefühle und Maschengefühle definiere und zwar primär anhand der Literatur von Leonard Schlegel und Manfred Gührs und Claus Nowak. Im nächsten Schritt gehe ich dann auf das Thema meiner Hausarbeit ein und zwar mit Hilfe der Literatur von Fanita English und Ian Stewart und Vann Joines.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1 Echte Gefühle
2.2 Ersatzgefühle
2.3 Maschengefühle
3. Wie entstehen Ersatzgefühle?
4. Ersatzgefühle in Beratungssituationen
4.1 Wie kann man als Berater Gefühle als Ersatzgefühle identifizieren?
4.2 Welche Qualifikationen sollte ein guter Berater besitzen?
4.3 Wie sollte man mit Ersatzgefühlen in Beratungssituationen umgehen?
4.4 Wie kann man Klienten aus ihrem Maschensystem befreien?
4.5 Wann ist das Ziel einer Beratung erreicht?
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Umgang mit sogenannten Ersatzgefühlen im Kontext der Transaktionsanalyse in Beratungssituationen. Ziel ist es, Beratern fundierte Kenntnisse zur Identifikation dieser künstlichen Gefühle zu vermitteln, Qualifikationsanforderungen an den Berater zu definieren und Methoden aufzuzeigen, wie Klienten aus ihrem manipulativen Maschensystem befreit und zur Äußerung echter Gefühle befähigt werden können.
- Grundlagen der Transaktionsanalyse (Echte Gefühle vs. Ersatzgefühle)
- Mechanismen der Entstehung von Ersatzgefühlen in der Kindheit
- Typologie von Ausbeutungstransaktionen und deren Schweregrade
- Strategien der therapeutischen Durchkreuzung zur Störung von Maschensystemen
- Qualifikationsprofil und Haltung eines professionellen Beraters
Auszug aus dem Buch
4.1 Wie kann man als Berater Gefühle als Ersatzgefühle identifizieren?
Am leichtesten erscheint es Gefühle als Ersatzgefühle zu identifizieren, wenn man als Berater bei der Äußerung eines Gefühls von Seiten seines Klienten auf sein eigenes Empfinden achtet. Denn Ersatzgefühle sind in ihrer Qualität aufgesetzt und künstlich.
Diese Gefühle haben den falschen `Geschmack`, den falschen Ton des Ersatzes. Ersatzgefühle wiederholen sich ständig ohne größere Veränderungen, und man stellt bei sich selbst ein Unbehagen fest, da man sich ausgebeutet fühlt.
Sowohl Fanita English als auch Manfred Gührs und Claus Nowak haben in ihrer Literatur auf Fragen aufmerksam gemacht, die als Hilfestellung zum Erkennen von Ersatzgefühlen dienen sollen. Im folgenden Absatz werde ich jedoch nur einige Fragen von Manfred Gührs und Claus Nowak wiedergeben und verweise im weiteren auf die Seite 120 des Werkes von F. English.
Wie auch schon erwähnt, sollte man sich selbst fragen, ob man sich in irgendeiner Form ausgenutzt fühlt und ob einem das Gefühl und Verhalten der betreffenden Person typisch vorkommt. Weiterhin wäre zu fragen, ob sich die Gefühlsäußerung einer Position des Dramadreiecks zuordnen lässt, oder, ob für das zum Ausdruck gebrachte Gefühl im Hier und Jetzt ein adäquater Anlaß zu erkennen ist. Eine weitere wichtige Frage lautet, ob das gezeigte Gefühl bzw. Verhalten die Voraussetzung für eine konstruktive Lösung des Problems birgt. Für mich sind diese Fragen sehr sinnvoll und auch leicht nachzuvollziehen, nachdem ich schon sehr viele Merkmale und Eigenheiten der Ersatzgefühle genannt habe. Trotzdem ist es mir wichtig gewesen, diese Fragen nocheinmal auf den Punkt zu bringen, um mir selbst und den Lesern dieser Hausarbeit die wichtigsten Anzeichen für ein unechtes Gefühl nochmal ins Gedächtnis zu rufen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autorin beschreibt ihre erste Begegnung mit der Transaktionsanalyse und die Motivation für ihre Hausarbeit, die aus der Beobachtung eigener und fremder Verhaltensmuster resultiert.
2. Definitionen: Hier werden die zentralen Begriffe der Transaktionsanalyse erläutert, wobei eine klare Abgrenzung zwischen echten Gefühlen, Ersatzgefühlen und Maschengefühlen vorgenommen wird.
3. Wie entstehen Ersatzgefühle?: Dieses Kapitel beleuchtet den Erziehungsprozess und die kindliche Entwicklung, durch die bestimmte Gefühle als verboten deklariert und durch Ersatzgefühle kompensiert werden.
4. Ersatzgefühle in Beratungssituationen: Der Hauptteil analysiert die Schweregrade von Ausbeutungstransaktionen, die Typen von Ausbeutern sowie die notwendigen beraterischen Interventionen und Qualifikationen.
5. Fazit: Die Autorin resümiert, dass die Transaktionsanalyse ein unverzichtbares Instrument ist, um Ersatzgefühle zu identifizieren und Klienten bei der Rückkehr zu echter emotionaler Authentizität zu unterstützen.
Schlüsselwörter
Transaktionsanalyse, Ersatzgefühle, Maschengefühle, rackets, Beratung, Ausbeutungstransaktionen, Therapeutische Durchkreuzung, Gefühlsspektrum, Maschensystem, Klienten, Intervention, Beraterkompetenz, Authentizität, Kind-Ich, Erwachsenen-Ich
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung der Transaktionsanalyse im Bereich der psychologischen Beratung, speziell im Hinblick auf den Umgang mit Ersatzgefühlen, die Klienten in ihrem Handeln einschränken.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die Identifikation von Ersatz- und Maschengefühlen, die Entstehung dieser Muster in der Kindheit sowie die therapeutischen Interventionsmöglichkeiten für Berater.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Beratern Werkzeuge an die Hand zu geben, um Ersatzgefühle bei Klienten zu erkennen, die therapeutische Durchkreuzung anzuwenden und Klienten zur Entwicklung echter, situationsbezogener Gefühle zu befähigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Autorin stützt sich primär auf die Literatur und Theorien der Transaktionsanalyse nach Autoren wie Fanita English, Manfred Gührs, Claus Nowak sowie Stewart und Joines.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Identifizierung von Ersatzgefühlen, dem Anforderungsprofil an Berater, Strategien zum Umgang mit Ausbeutungstransaktionen und dem konkreten Prozess der Befreiung aus dem Maschensystem.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Transaktionsanalyse, Ersatzgefühle, Ausbeutungstransaktionen, Maschensystem und therapeutische Durchkreuzung geprägt.
Wie unterscheidet die Autorin zwischen Ausbeuter Typ 1 und Typ 2?
Typ 1 agiert aus einer hilflosen oder frech-trotzigen Position des Kind-Ichs, während Typ 2 aus einem unechten, befehlerischen oder hilfreich agierenden Eltern-Ich-Zustand agiert.
Was versteht man unter einer therapeutischen Durchkreuzung?
Es ist eine Methode, bei der der Berater den komplementären, manipulativen Ablauf der Transaktion stört, um den Klienten mit seinen Illusionen zu konfrontieren und den Weg zu authentischen Gefühlen zu ebnen.
- Quote paper
- Simone Smit (Author), 2000, Der Umgang mit Ersatzgefühlen in Beratungssituationen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16835