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Rollen- und Organisationsmuster im Gesundheitswesen: Patientenrolle, Arztrolle, Pflegerollen etc.

Title: Rollen- und Organisationsmuster im Gesundheitswesen: Patientenrolle, Arztrolle, Pflegerollen etc.

Presentation (Elaboration) , 2001 , 26 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Simone Smit (Author)

Sociology - Medicine and Health
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Summary Excerpt Details

Hilfsbedürftigkeit in der Not war und ist nicht „objektiv“ bestimmbar und daher der
Deutung unterlegen.
Die Armenfürsorge der Kirche, die Krankensorge der Handwerkerstände und die
gemeindliche Krankenversicherung sind eine Form des Ersatzes für Krankenpflege
im Familienverband und gehören zu den historischen Wurzeln solidarischen
Handelns im Gesundheitssystem.
Was mit der gesellschaftlichen Organisation von Hilfebedürftigkeit begann und sich
mit der Ausdifferenzierung ärztlicher Behandlung fortsetzte, wurde später zu einem
Ort von Interessenkämpfen und politisch- ideologischen Konflikten.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden Tendenzen zur Vereinheitlichung der
Gesundheitsversorgung sichtbar. Zudem stieg das Lebensrisiko der Familien in der
Industriegesellschaft.
Die Entwicklung des Deutschen Nationalstaates forderte eine Ausdehnung der
Teilhabe an der Gesamtgesellschaft und dadurch Integration der Bevölkerung. Da
die wirtschaftliche bzw. politische Teilnahme nur schwach ausgeprägt war, schien
„sozialstaatlich“ eine sinnvolle Alternative zu sein.
Am 15. Juni 1883 führte die kaiserliche Regierung das allgemeine System der
Krankenversicherung ein.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Entwicklung des Gesundheitssystems

2. Definition: Soziale Rolle

3. Arztrolle

3.1 Berufliche Sozialisation zum Arzt

3.2 Merkmale der Arztrolle

3.3 Selbstbild des Arztes

3.4 Ärztliche Kommunikation

4. Patientenrolle

4.1 Die psychosoziale Lage des Patienten

5. Arzt- Patient- Beziehung

5.1 Soziale Distanz

5.2 Rollenerwartungen und Beziehungsstruktur

5.3 Institutionelle Faktoren

5.4 Weitere Variablen

5.5 Rollenbewusstsein

6. Kontaktformen zwischen Arzt und Patient im Krankenhaus

7. Das Krankenhaus als Organisation

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die soziologischen Rollen- und Organisationsmuster im Gesundheitswesen, insbesondere das Zusammenspiel zwischen ärztlichem Personal und Patienten. Das primäre Ziel ist es, die strukturellen und institutionellen Rahmenbedingungen zu beleuchten, die die Arzt-Patient-Beziehung sowie die Patientenrolle im Krankenhauskontext prägen und maßgeblich beeinflussen.

  • Historische Entwicklung und soziologische Definition sozialer Rollen im Gesundheitswesen.
  • Die berufliche Sozialisation und das Selbstbild des Arztes als Profession.
  • Strukturelle Dynamiken der Patientenrolle und deren psychosoziale Aspekte.
  • Analyse der asymmetrischen Arzt-Patient-Beziehung unter institutionellen Gesichtspunkten.
  • Das Krankenhaus als komplexe Organisation und die Folgen für die Patienteninteraktion.

Auszug aus dem Buch

3.2. Merkmale des Arztes

Das allgemeinste Unterscheidungsmerkmal verschiedener Berufe liegt in der Unterschiedlichkeit von Sachverstand und spezialisierten Fertigkeiten.

Der Ärztestand war bereits lange vor der Entstehung der modernen Medizin eine gesellschaftlich zentrale Berufsgruppe. Das beruhte jedoch nicht nur auf fachlicher Kompetenz, sondern ebensosehr auf organisatorischen und politischen Faktoren. Der Berufskodex existiert seit Anbeginn und ist das Instrument der Rechtfertigung und Begründung berufsspezifischer Verhaltensweisen. Preisabsprachen und Behandlungsrichtlinien praktizierender Ärzte gehen offenbar auf griechische Tradition zurück. Erst seit der Gründung medizinischer Fakultäten konnte sich die berufliche Macht gegenüber Außenseitern sowie abweichenden Gruppen verstärken.

Die Ärzteschaft hat weltweit das staatlich anerkannte Monopol bei der Beurteilung und Behandlung von Krankheitsangelegenheiten (= Definitionsmonopol). Außerdem herrscht weitgehende Selbstkontrolle der organisierten Ärzte. Der Arzt ist gekennzeichnet durch eine spezifische Berechtigung oder Lizenz, die ihn aufgrund der erworbenen Spezialkenntnisse zum Handeln befähigt. Lizenzen solcher Art werden oft z.B. im Wartezimmer des praktizierenden Arztes als Nachweis seiner Kompetenz aufgehängt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Entwicklung des Gesundheitssystems: Dieses Kapitel zeichnet die historischen Wurzeln solidarischer Hilfeleistungen nach und analysiert den Wandel der Gesundheitsversorgung bis zur Einführung der allgemeinen Krankenversicherung.

2. Definition: Soziale Rolle: Hier werden theoretische Grundlagen der Rollentheorie erläutert, um zu verdeutlichen, wie gesellschaftliche Erwartungen das Handeln von Individuen in spezifischen sozialen Positionen formen.

3. Arztrolle: Das Kapitel beleuchtet die professionelle Sozialisation, fachliche Kompetenzen, das ärztliche Selbstbild sowie die Bedeutung der Kommunikation im ärztlichen Alltag.

4. Patientenrolle: Die Analyse konzentriert sich auf die Rechte und Pflichten des Patienten nach Parsons sowie die psychosozialen Belastungen, die mit einer stationären Behandlung einhergehen.

5. Arzt- Patient- Beziehung: Hier werden die asymmetrische Interaktionsstruktur, soziale Distanzen und die institutionellen Faktoren wie die Gebührenordnung als Einflussgrößen auf die Arzt-Patient-Beziehung untersucht.

6. Kontaktformen zwischen Arzt und Patient im Krankenhaus: Dieses Kapitel verdeutlicht das Beziehungsdilemma im klinischen Alltag und analysiert die Gründe für die oft unbefriedigende Kommunikationssituation.

7. Das Krankenhaus als Organisation: Abschließend wird das Krankenhaus als spezialisierte Organisation betrachtet und kritisch hinterfragt, wo die Schwachstellen in der Humanisierung des Patientenbildes liegen.

Schlüsselwörter

Gesundheitswesen, Arztrolle, Patientenrolle, Soziale Rolle, Arzt-Patient-Beziehung, Soziologie, Profession, Krankenhausorganisation, Berufliche Sozialisation, Institutionelle Faktoren, Medizinsoziologie, Kommunikation, Machtgefälle, Rollenerwartungen, Gesundheitssystem.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die soziologischen Rollenmuster von Ärzten und Patienten im modernen Gesundheitssystem sowie die Strukturen, die diese Rollen im Krankenhausalltag bestimmen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Rollentheorie, die professionelle Sozialisation von Medizinern, die institutionellen Rahmenbedingungen der Gesundheitsversorgung und die Dynamik der Arzt-Patient-Interaktion.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die asymmetrische Natur der Arzt-Patient-Beziehung sowie die strukturellen Bedingungen, die Patienten in eine passive Rolle drängen, soziologisch zu fundieren und kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine soziologische Literaturanalyse, die theoretische Konzepte (wie die von Talcott Parsons) auf die institutionellen Realitäten im Gesundheitswesen anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Rollendefinitionen, der ärztlichen Sozialisation, der Patientenrolle, der Arzt-Patient-Beziehung sowie der organisationalen Struktur des Krankenhauses.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Arztrolle, Patientenrolle, Medizinsoziologie, Asymmetrie, Professionalisierung und institutionelle Rahmenbedingungen.

Welchen Einfluss hat die "Gebührenordnung für Ärzte" auf die Patientenbeziehung?

Die Arbeit legt dar, dass die Gebührenordnung implizit eine bestimmte Theorie von Krankheit festschreibt und durch die Honorierung bestimmter Leistungen die Arzt-Patient-Beziehung steuert, beispielsweise indem apparative Untersuchungen besser vergütet werden als das Patientengespräch.

Wie wirkt sich der Aufenthalt im Krankenhaus auf den Patienten aus?

Durch die "Stripping"-Prozedur bei der Aufnahme, den Liegezwang und die institutionelle Übermacht erfährt der Patient einen Bruch mit seiner Alltagswelt, was häufig zu Entfremdung und einer passiven Rolle führt.

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Details

Title
Rollen- und Organisationsmuster im Gesundheitswesen: Patientenrolle, Arztrolle, Pflegerollen etc.
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Institut für Soziologie)
Course
Krankheit und Gesellschaft
Grade
2,0
Author
Simone Smit (Author)
Publication Year
2001
Pages
26
Catalog Number
V16836
ISBN (eBook)
9783638215640
Language
German
Tags
Rollen- Organisationsmuster Gesundheitswesen Patientenrolle Arztrolle Pflegerollen Krankheit Gesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simone Smit (Author), 2001, Rollen- und Organisationsmuster im Gesundheitswesen: Patientenrolle, Arztrolle, Pflegerollen etc., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16836
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