Das Finalziel der vorliegenden Arbeit ist die Diskussion und Verdeutlichung der Relevanz des Change Managements bei der Umsetzung von unternehmensinternen Veränderungsprozessen im Kontext eines konkreten Beratungsprojekts im Einzelhandel. Die Welt befindet sich in einem stetigen Wandel. Dabei werden Umfang und Geschwindigkeit von Veränderungen, welche vor allem das Unternehmensumfeld betreffen, an wesentlichen Treibern der Wandlungsprozesse, wie der Globalisierung oder Digitalisierung, festgemacht. Aber auch unvorhersehbare Ereignisse, wie die Corona-Pandemie, haben in nahezu jedem Geschäftsfeld einen maßgeblichen Einfluss auf die technologische Entwicklungsgeschwindigkeit und folglich den Digitalisierungsgrad der Unternehmen. Insbesondere für Organisation aus dem Bereich des Einzelhandels hat die Digitalisierung in dieser Phase an Bedeutung gewonnen. In einer Umfrage von Bitkom gaben rund 50% der befragten Handelsunternehmen an, dass die Digitalisierung im Rahmen der Corona-Pandemie in einem deutlichen Anstieg der Bedeutung resultiert hat, während weitere 41% einen leichten Anstieg der Relevanz angegeben haben.
Die Verwendung zeitgemäßer Technologien zur Sicherung der Existenz eines Unternehmens ist unerlässlich. Demnach erfordert vor allem der durch einen starken Wettbewerb charakterisierte stationäre Einzelhandel eine grundlegende Überarbeitung bestehender Strukturen. Die Dringlichkeit dieses Wandels zeigt sich in einem Anstieg des Online-Handels am gesamten Einzelhandelsumsatz. Während 2015 in Deutschland lediglich 3,7% des Umsatzes über den Online-Handel generiert wurden waren es 2022 bereits 6,5%. Da hierbei in umfassender Weise Veränderungsprozesse stattfinden sollte folglich eine Betrachtung der Notwendigkeit eines adäquaten Change Managements unter Einbeziehung der hierfür erforderlichen Erfolgsfaktoren stattfinden.
Inhaltsverzeichnis
- Abbildungsverzeichnis
- Tabellenverzeichnis
- 1 Einleitung
- 1.1 Begründung der Problemstellung
- 1.2 Aufbau und Zielsetzung der Arbeit
- 2 Grundlagen und etablierte Modelle des Change Managements
- 2.1 Change Management
- 2.2 Anerkannte Modelle im Change Management
- 2.2.1 Drei-Phasen-Modell von Lewin
- 2.2.2 Acht-Stufen-Modell nach Kotter
- 2.3 Kritische Erfolgsfaktoren
- 3 Umsetzung eines Beratungsprojekts im Einzelhandel unter Einbeziehung des Change Managements
- 3.1 Beschreibung der Ausgangssituation
- 3.2 Einordnung der Beraterrolle im Change Management-Projekt
- 3.3 Durchführung des Beratungsprojekts
- 3.3.1 Gestaltung des Veränderungsprozesses
- 3.3.2 Nachhaltigkeit und langfristige Begleitung
- 3.3.3 Wissenstransfer
- 4 Schluss
- 4.1 Zusammenfassung
- 4.2 Kritische Würdigung
- Anhang
- Anhang 1: Stakeholder-Analyse im Rahmen des Veränderungsprozesses
- Anhang 2: Balanced Scorecard mit qualitativen Werten
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Relevanz des Change Managements bei der Umsetzung von unternehmensinternen Veränderungsprozessen im Kontext eines konkreten Beratungsprojekts im Einzelhandel zu diskutieren und zu verdeutlichen.
- Erklärung der notwendigen Grundlagen des Change Managements.
- Beschreibung etablierter Change Management-Modelle (Lewin, Kotter).
- Identifikation kritischer Erfolgsfaktoren im Change Management.
- Analyse der Rolle des Beraters in Change Management-Projekten.
- Praktische Umsetzung eines Beratungsprojekts im Einzelhandel unter Berücksichtigung von Change Management.
- Dokumentation wichtiger Ergebnisse und kritische Würdigung der Arbeit.
Auszug aus dem Buch
Grundlagen und etablierte Modelle des Change Managements
Unter Change Management wird die Gesamtheit aller Aufgaben, Methoden und Instrumente zur Analyse, Steuerung und Kontrolle von grundlegenden Wandlungsprozessen in Unternehmen verstanden. Die Erforderlichkeit für Wandlungsprozesse entsteht dabei aus dem Wandlungsbedarf, welcher das sachliche Ausmaß der notwendigen Veränderungen und die dadurch betroffenen Bereiche festlegt. Der Bedarf für Wandlung muss demnach anhand der Wissensbasis des Unternehmens primär festgestellt, beziehungsweise analysiert, und anschließend von allen Stakeholdern anerkannt werden. Des Weiteren müssen vielfältige Einflussfaktoren, wie sich stetig ändernde externe Rahmenbedingungen, die sich rechtlich, sozial, politisch oder wirtschaftlich auswirken können, oder interne Antriebe, wie Strukturation, welche die Änderung unternehmensinterner Strukturen und Prozesse beschreibt, betrachtet werden. Damit die Durchführung eines Wandlungsprozesses erfolgreich ist muss das Unternehmen hinsichtlich der Organisationumgebung in der Lage sein einen Wandel vollziehen zu können. Dazu zählen unter anderem das Vorhandensein personeller Kompetenzen und eine anpassungsfähige Unternehmensstruktur, welche den Prozess des Wandels zulässt. Zuletzt müssen alle am Wandlungsprozess beteiligten Personen für Veränderungen bereit sein. Dabei ist es die Aufgabe der Change Management-Führungskräfte auf die subjektiven Gefühle und Stimmungen der Mitarbeiter zu achten und diese wertzuschätzen. Da eine aktive Mitwirkung am Wandlungsprozess ausschlaggebend für den Erfolg ist muss die Haltung der beteiligten Mitarbeiter gegenüber der Ziele und Maßnahmen der Veränderung in eine konstruktive Richtung gelenkt werden. In Hinsicht auf die soeben beschriebenen Voraussetzung für ein erfolgreichen Wandlungsprozess bietet das Change Management diverse Methoden und Werkzeuge an, welche vorzugsweise in definierten Phasen des Projektmanagements zum Einsatz kommen. Hierzu zählen vor allem konkrete Vorgehensmodelle zur adäquaten Anwendung von Change Management-Maßnahmen in den spezifischen Projektphasen.
Mit dem Drei-Phasen-Modell hat Kurt Lewin in den 1940er Jahren eine Feldtheorie entwickelt, welche als Grundidee die Übertragung physischer Kräfte auf sozialpsychologische Sachverhalte beinhaltet und noch heute für zahlreiche soziale Veränderungsmodelle als Basis dient. In Hinsicht auf den Wandel beschreibt Lewin demnach zwei sich gegenüberstehende Kräfte, die zur langfristigen Sicherung der Existenz eines Unternehmens in einem ausgewogenen Verhältnis stehen müssen. Kräfte, die in Richtung des Wandels gerichtet sind, und akzelerierend genannt werden, stehen retardierenden, beziehungsweise widerständigen, Kräfte entgegen. Sobald eine Einheit dominiert muss entweder mit einen Stillstand im Wandlungsprozess oder einer Überforderung der Mitarbeiter durch zu viel Wandlung gerechnet werden. Zu Beginn der Veränderungsmaßnahmen kommt es in der Regel zu einem Leistungsrückgang in der Organisation, welcher auf Widerstände und die notwendigen Ressourcenaufwendungen zurückzuführen sind. Zudem benötigt der Umgestaltungsprozess Zeit zur Entfaltung seines positiven Einflusses auf die Produktivität (siehe Abbildung 1).
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 Einleitung: Dieses Kapitel begründet die Notwendigkeit des Wandels und der Digitalisierung im Einzelhandel, skizziert den Aufbau der Arbeit und legt das Ziel fest, die Relevanz von Change Management in Beratungsprojekten zu beleuchten.
Kapitel 2 Grundlagen und etablierte Modelle des Change Managements: Hier werden Change Management definiert, anerkannte Modelle wie Lewins Drei-Phasen-Modell und Kotters Acht-Stufen-Modell vorgestellt und die kritischen Erfolgsfaktoren für Wandlungsprozesse erläutert.
Kapitel 3 Umsetzung eines Beratungsprojekts im Einzelhandel unter Einbeziehung des Change Managements: In diesem Teil wird die Theorie auf ein fiktives Beratungsprojekt im Einzelhandel angewendet, die Ausgangssituation beschrieben, die Beraterrolle eingeordnet und die Durchführungsschritte des Veränderungsprozesses inklusive Nachhaltigkeit und Wissenstransfer detailliert dargelegt.
Kapitel 4 Schluss: Das Schlusskapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen, bestätigt die Erreichung der Zielsetzung und bietet eine kritische Würdigung des Detaillierungsgrades und potenzieller Verbesserungsmöglichkeiten der Umsetzung.
Schlüsselwörter
Change Management, Beratungsprojekt, Einzelhandel, Digitalisierung, Wandlungsprozess, Lewin-Modell, Kotter-Modell, Erfolgsfaktoren, Beraterrolle, Stakeholder-Analyse, Balanced Scorecard, Wissenstransfer, Führungskoalition, Transformation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung des Change Managements bei der Umsetzung von unternehmensinternen Veränderungsprozessen, insbesondere im Kontext eines Beratungsprojekts im Einzelhandel, und untersucht dessen Grundlagen, Modelle und Erfolgsfaktoren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder sind die Grundlagen und etablierten Modelle des Change Managements, dessen kritische Erfolgsfaktoren, die Rolle des Beraters sowie die praktische Umsetzung eines Beratungsprojekts im Einzelhandel.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die Relevanz des Change Managements bei der Durchführung von Veränderungsprozessen in einem Beratungsprojekt im Einzelhandel zu diskutieren und zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit wendet theoretische Grundlagen und etablierte Modelle des Change Managements auf ein fiktives Praxisbeispiel eines Beratungsprojekts im Einzelhandel an, um die Relevanz in der Praxis zu demonstrieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil (Kapitel 3) wird die Umsetzung eines konkreten Beratungsprojekts im Einzelhandel unter Einbeziehung des Change Managements beschrieben, einschließlich der Ausgangssituation, der Beraterrolle, der Gestaltung des Veränderungsprozesses, der Nachhaltigkeit und des Wissenstransfers.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind Change Management, Beratungsprojekt, Einzelhandel, Digitalisierung, Wandlungsprozess, Lewin-Modell, Kotter-Modell, Erfolgsfaktoren, Beraterrolle, Stakeholder-Analyse, Balanced Scorecard, Wissenstransfer, Führungskoalition, Transformation.
Welche spezifischen Change Management-Modelle werden vorgestellt?
Die Arbeit stellt das Drei-Phasen-Modell von Kurt Lewin und das Acht-Stufen-Modell nach John P. Kotter als anerkannte Modelle im Change Management vor.
Wie wird die Rolle des Beraters im Change Management-Projekt beschrieben?
Der Berater agiert als zentrale Beratungsinstanz, die den Wandlungsprozess als inhaltsneutraler Prozesssteuerer, Methodenlehrer oder Moderator begleitet und durch empathische Interaktion Widerstände minimiert.
Welche Herausforderungen der Digitalisierung im Einzelhandel werden diskutiert?
Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit der Digitalisierung im stationären Einzelhandel zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit, verstärkt durch unvorhersehbare Ereignisse wie die Corona-Pandemie und den Anstieg des Online-Handels.
Wie wird die Nachhaltigkeit von Veränderungen im Beratungsprojekt sichergestellt?
Die Nachhaltigkeit der Veränderungen wird durch die Einführung eines Change-Controllings, die Definition von Key Performance Indicators (KPIs) und die Nutzung eines Single Point of Truth Systems zur Sicherstellung einer kontinuierlichen Kommunikation gewährleistet.
- Arbeit zitieren
- Fabian Schnabel (Autor:in), 2024, Change Management im Kontext eines Beratungsprojekts im Einzelhandel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1683771