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The raving body. Körperkonstruktionen in der Techno-Szene

Titel: The raving body.  Körperkonstruktionen in  der Techno-Szene

Bachelorarbeit , 2022 , 63 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Olcay Karausta (Autor:in)

Design (Industrie, Grafik, Mode)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit soll sich mit den Fragen beschäftigen, wie der Körper in der Techno-Kultur durch einzelne stilgebende Elemente geprägt wird, welche Bedeutungen und Zuschreibungen folglich dieser hierbei erhält, welches körperliche Ideal insgesamt innerhalb der Szene angestrebt wird und inwiefern Technik das Körperkonstrukt hierbei beeinflusst. Als eines der führenden Musikgenres hat Techno und die dazugehörige Szene im Übergang in die Moderne viele Anhänger*innen gefunden und somit einen hohen Stellenwert in den zeitgenössischen Jugendkulturen erhalten. Techno unterscheidet sich von vielen anderen Musikrichtungen, da es es sich um Musik handelt, die mittels technologischen Equipments erzeugt wird. Der Körper ist neben der Musik das wichtigste Medium, wenn es darum geht, die kulturelle Praxis der Techno-Szene zu vollziehen, denn Techno wird „nicht nur als kommerzielle, sondern vor allem auch als ästhetische Bewegung“ betrachtet. Der Körper steht somit besonders im diskursiven Zentrum der Erforschung der Techno-Kultur. Dabei eröffnet sich bei der Deutung des Körpers die Frage: Wie stehen Technologie und Individuum in Bezug zueinander? Inwiefern spielt die Technologie, die für die Musik benötigt wird, bei der Konstruktion des Körperbildes eine Rolle?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

  • 1 Einleitung
  • 2 Techno-Musik
  • 3 Techno-Mode
  • 4 Drogen
    • 4.1 Ich-Auflösungen
  • 5 „Abfahrt!" – Der Rave als Techno-Tanz
    • 5.1 Mimesis
    • 5.2 Definitionen von Raum und Zeit
  • 6 Weiche Männer – starke Frauen: Techno und Geschlecht
  • 7 Individuum und Masse
    • 7.1 (Selbst-)Inszenierung
    • 7.2 Die Techno Gemeinschaft oder: die, Raving Society'
  • 8 Fazit
  • Anhang
  • Abbildungsverzeichnis
  • Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Bachelorarbeit, mit dem Thema „The raving body – Körperkonstruktionen in der Techno-Szene“, untersucht, wie der Körper in der Techno-Kultur durch stilbildende Elemente geprägt wird, welche Bedeutungen und Zuschreibungen er erhält, welches körperliche Ideal angestrebt wird und inwiefern Technik diesen Körperkonstrukt beeinflusst. Die Arbeit nutzt eine hermeneutische Herangehensweise, um ein umfassendes Bild des Körpers im Kontext kultureller Produktion im 21. Jahrhundert zu entwickeln.

  • Analyse der Struktur und Eigenschaften von Techno-Musik und deren atmosphärischen Effekten.
  • Untersuchung der Techno-Mode als Ausdrucksmittel des Selbst und der sozialen Identität.
  • Erforschung des Drogenkonsums und dessen Auswirkungen auf die Körperwahrnehmung und Ich-Auflösungen im Rave.
  • Definition des Raves als zentrale Tanzkultur und Praxis der Körperinszenierung.
  • Beleuchtung der Dekonstruktion traditioneller Geschlechterrollen und sexueller Normen.
  • Analyse des Zusammenspiels von Individuum und Masse sowie der Entstehung der „Raving Society“.

Auszug aus dem Buch

4.1 Ich-Auflösungen

Durch die Loslösung von räumlichen und zeitlichen Strukturen und der Ekstase, die teil-weise durch die Drogen induziert wird, ergibt sich im Rave eine transzendentale Auf-lösung, die das Verhältnis der Selbstwahrnehmung zum Umfeld beeinflusst und auf der psychischen Ebene abläuft.133 Diese kann sich sowohl als positiv und erfüllend oder aber auch als negativ und beängstigend für das Individuum ergeben, auch hier spielen Set und Setting des Drogengebrauchs eine entscheidende Rolle: „Ausschlaggebend für eine positive oder negative Wirkungsweise von Drogen sind nach Auffassung der akzeptierenden Dro-genarbeit das richtige Setting und die Riten des Drogen-Usings.“134 Es ist möglich, sich in einen Flow-Zustand zu versetzen, in der der Tanz wie im Unterbewussten abzulaufen scheint, welches die Gedanken und die körperliche Tätigkeit in eine Symbiose versetzt. 135 Transzendentale Erfahrungen können so gemacht werden, wobei die repetitive Musik durch ihre monotone und vertiefende Eigenschaft unterstützend wirkt, sich mit seinem Innenleben auseinanderzusetzen.136 Auch die Entgrenztheit kann, wenn sie positiv und somit erfolgreich verläuft, als therapeutisch empfunden werden.137

Da ist zunächst die positive Wirkungsweise, in der das Individuum mit sich im Reinen ist; ein Hochgefühl der Zufriedenheit und des Glücks überträgt sich in die Selbstwahrneh-mung, welches harmonisch mit dem Umfeld zur Einheit verschmilzt. Räumliche und zeit-liche Dimensionen werden sanft aufgehoben. Dies wird als „Ozeanische Selbstentgren-zung"138 bezeichnet und ist das angenehme Gefühl, welches mit der Drogeneinwirkung, der Musik, dem Tanz und der daraus resultierenden Ekstase in der subjektiven Empfindung erstrebt wird. 139 Die negative Wirkungsweise hingegen wird als „Angstvolle Ich-Auflö-sung"140 bezeichnet, in der das Individuum einen Horrortrip durchlebt: wenn Set und Setting nicht harmonieren oder nicht für den geschützten Konsum für Drogen ausreichen, kann dies einen Zustand der Paranoia erzeugen. Es entsteht das Gefühl, die subjektive Lage nicht mehr unter Kontrolle zu haben, Todesangst kann ausbrechen. Das Umfeld wird verzerrt wahrgenommen, es entsteht das Gefühl, sich in ihr aufzulösen.

Diese Ich-Zustände sind von vielen internen als auch externen Faktoren abhängig, sie können somit positiv als auch negativ verlaufen.¹41 Einer dieser Faktoren, der entscheidend sein kann, ist auch die Reinheit der Drogen: Streckstoffe, wie das stark halluzinogene LSD, können Horrortrips und somit die Angstvolle Ich-Auflösung hervorrufen. Dennoch lässt sich sagen, dass die transzendentale Erfahrung im Techno zur Erlangung metaphysischer Bewusstseinszustände als leibliche Erkenntnis des Selbst im Vordergrund steht.142

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Dieses Kapitel stellt die Forschungsfragen zur Körperkonstruktion in der Techno-Szene vor und beleuchtet, wie Stil, Bedeutungen, körperliche Ideale und Technologie den Körper beeinflussen.

Techno-Musik: Hier werden die spezifischen Merkmale der Techno-Musik beschrieben, insbesondere ihre Entstehung durch technologische Geräte, die Rolle von Beat und Repetition sowie die synästhetische Wahrnehmung.

Techno-Mode: Dieses Kapitel analysiert die Techno-Mode als Mittel zur Selbstexpression, inklusive Verkleidung, Maskerade, Materialien, Farben und Körpermodifikationen, und deren Einfluss auf die individuelle und kollektive Identität.

Drogen: Der Drogenkonsum in der Techno-Szene wird beleuchtet, wobei spezifische Substanzen wie MDMA und Amphetamin in ihrer Wirkung auf die Körperwahrnehmung und die daraus resultierenden Ich-Auflösungen während des Raves untersucht werden.

„Abfahrt!" – Der Rave als Techno-Tanz: Der Rave wird als zentrale Tanzkultur der Techno-Szene dargestellt, wobei die körperliche Inszenierung, mimetische Prozesse und die Auflösung räumlicher und zeitlicher Dimensionen im Fokus stehen.

Weiche Männer – starke Frauen: Techno und Geschlecht: Dieses Kapitel untersucht, wie die Techno-Szene traditionelle Geschlechtergrenzen aufbricht, die Auslebung von Maskulinität und Femininität ermöglicht und wie Sexualität im Kontext des Raves neu definiert wird.

Individuum und Masse: Hier wird das Spannungsverhältnis zwischen individueller Selbstinszenierung und kollektiver Zugehörigkeit in der Techno-Szene analysiert, sowie die Entstehung und die Werte der „Raving Society“ beschrieben.

Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und charakterisiert den „raving body“ als ein technologisch konstruiertes, maschinenhaftes und genussvolles Ideal, das sich der Posthumanen Theorie annähert.

Schlüsselwörter

Techno, Körperkonstruktion, Rave, Mode, Drogen, Ich-Auflösung, Mimesis, Geschlechtergrenzen, Selbstinszenierung, Raving Society, Cyborg, Posthumanismus, Musik, Tanz, Subkultur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die vielschichtige Konstruktion des Körpers in der Techno-Szene, wobei der Einfluss von Musik, Mode, Drogen und sozialen Interaktionen auf das körperliche Ideal und die Selbstwahrnehmung analysiert wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder sind die Analyse der Techno-Musik, der Techno-Mode, des Drogenkonsums und seiner Effekte, des Raves als Tanzkultur, der Geschlechterrollen in der Szene sowie des Verhältnisses von Individuum und Masse.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, zu verstehen, wie der Körper in der Techno-Kultur durch stilbildende Elemente geprägt wird, welche Bedeutungen er erhält, welches körperliche Ideal angestrebt wird und wie die Technologie diesen Körperkonstrukt beeinflusst.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verfolgt eine hermeneutische Herangehensweise, um ein umfassendes Bild des Körpers im Kontext kultureller Produktion und postmoderner Theorien zu entwickeln.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Musik als Grundlage, die Mode als Ausdruck des Selbst, den Einfluss von Drogen auf die Körperwahrnehmung und Ich-Auflösung, den Rave als Tanzform, die Auflösung von Geschlechtergrenzen und das soziale Gefüge der "Raving Society".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Techno, Körperkonstruktion, Rave, Mode, Drogen, Ich-Auflösung, Mimesis, Geschlechtergrenzen, Selbstinszenierung, Raving Society, Cyborg, Posthumanismus, Musik, Tanz und Subkultur.

Wie beeinflusst Techno-Musik die Körperwahrnehmung?

Techno-Musik beeinflusst die Körperwahrnehmung durch hohe Lautstärke und Bässe, die nicht nur akustisch, sondern auch taktil wahrgenommen werden, wodurch eine synästhetische Erfahrung entsteht und das Zeitempfinden verzerrt wird.

Welche Rolle spielt Mode in der Selbstinszenierung innerhalb der Techno-Szene?

Mode dient in der Techno-Szene als Ausdrucksmittel für Individualität und Zugehörigkeit. Verkleidungen, Masken und das Spiel mit unterschiedlichen Materialien und Farben ermöglichen eine ästhetische Neugestaltung des Ichs und die Dekonstruktion gesellschaftlicher Normen.

Wie wirkt sich Drogenkonsum auf die Ich-Wahrnehmung während eines Raves aus?

Drogen wie MDMA können zu einer transzendentalen Ich-Auflösung führen, die sowohl als positiv ("Ozeanische Selbstentgrenzung") als auch negativ (Horrortrip, Paranoia) erlebt werden kann, und beeinflussen die räumliche und zeitliche Wahrnehmung.

Inwiefern dekonstruiert die Techno-Szene traditionelle Geschlechterrollen?

Die Techno-Szene dekonstruiert traditionelle Geschlechterrollen, indem sie einen geschützten Raum für Crossdressing, Drag und die Auslebung einer genderfluiden Identität bietet. Männer können feminine Seiten entdecken, Frauen sich selbstbewusst präsentieren, und die Sexualität wird auf eine spielerische, sinnliche Ebene verschoben.

Ende der Leseprobe aus 63 Seiten  - nach oben

Details

Titel
The raving body. Körperkonstruktionen in der Techno-Szene
Hochschule
Technische Universität Darmstadt  (Mode und Ästhetik)
Note
1,0
Autor
Olcay Karausta (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
63
Katalognummer
V1683780
ISBN (PDF)
9783389173749
ISBN (Buch)
9783389173756
Sprache
Deutsch
Schlagworte
techno körperkonstrukt jugendkultur cyborg mode drogen Ästhetik Technologie Körperbild TechnoCulture RavingBody Tanz Körpererfahrungen Tanzkultur Körper und Gesellschaft Elektronische Musik Kulturwissenschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Olcay Karausta (Autor:in), 2022, The raving body. Körperkonstruktionen in der Techno-Szene, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1683780
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Leseprobe aus  63  Seiten
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