Die Leselehrmethode: „Wort-Welt-wir“


Hausarbeit, 2008
11 Seiten, Note: 1,00

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Didaktisch-methodisches Vorgehen im Unterricht

2. Begründung der Methodenwahl

3. Beschreibung der Arbeitsmaterialien

4. Hinweise für die Eltern

Quellenverzeichnis

1. Didaktisch-methodisches Vorgehen im Unterricht

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Dieses Gedicht von Ute Andresen lässt sich gut an den Anfang eines Elternabends zur Leselernmethode „Wort-Welt-wir“ stellen. Das Zitat verdeutlicht den Kerngedanken der Methode, alle Kinder mit ihren ganz individuellen und unterschiedlichen Lernvoraussetzungen sollen von Anfang an und ohne Fibel das Lesen so erlernen, dass die Schriftsprache für sie einen Sinn erhält. Dabei baut Ute Andresen auf das natürliche Interesse der Kinder an der Schrift, bzw. an den Geschichten, Märchen und Abenteuern die sie selbstständig lesen und schreiben möchten, auf.

Nachdem dieser Grundgedanke den Eltern ans Herz gelegt wurde, wird nun das didaktisch-methodische Konzept kurz vorgestellt. „ Wort * Welt * wir ist ein Konzept, dass es erlaubt, Phasen eines gemeinsamen und eines individualisierten, eines strukturierten, anleitenden und eines offenen, auf Selbstständigkeit und Initiative der Kinder basierenden Unterricht, die gleichermaßen nötig sind, miteinander in Balance zu bringen.“ (Ute Andresen, Das Atelier für Unterricht, Theoretisches).

Weitere Grundgedanken von „Wort-Welt-wir“ sind:

- Die Verschränkung von Lesen- und Schreibenlernen mit Hilfe des Lehrgangs „achtsam schreiben lernen“ (vgl. Ute Andresen, Das Atelier für Unterricht, Wort*Welt*wir kinderlogisch lesen und schreiben lernen).
- Die Erfahrung vom ersten Tag an, dass es beim Schriftspracherwerb um die Kinder selbst (ihre Erlebnisse, Erfahrungen, Interessen, etc.) geht, dass sie etwas können und beständig dazulernen (vgl. Ute Andresen, Das Atelier für Unterricht, Das Konzept).
- Die Lehrperson nimmt eine zentrale verantwortungstragende Rolle im Unterricht ein, lässt den Kindern aber auch viele Freiräume zur Selbstbestimmung, wo dies sinnvoll ist (vgl. ders.).
- Die Schriftsprache als kulturelles Erbe und als reiches Literaturmedium wird mit der unmittelbar erlebten Wirklichkeit der Kinder verknüpft (vgl. ders.).
- Im Idealfall ist der Unterricht ein „dreifacher Dialog“ zwischen Kindern, Lehrperson und Schriftwelt (vgl. ders.).

Das didaktisch-methodische Vorgehen im Unterricht ist in den ersten drei Tagen durch einen festen und beständigen Verlauf gekennzeichnet. Am ersten Tag bekommen die Kinder das Wortkärtchen „Wort“ in die Hand. Es wird geklärt was ein Wort ist und die Kinder dürfen ihre Lieblingsworte nennen, welche die Lehrerin ihnen aufschreibt. Als Hausaufgabe üben die Kinder das Wort „Wort“ in ihrem ABC-Buch zu schreiben. Die Wörter „Welt“ und „wir“ werden auf gleiche Weise eingeführt und es wird besonders darauf geachtet, dass der Lebensweltbezug der Kinder während des Unterrichts im Vordergrund steht.

Ab dem vierten Tag beginnt der Lesekurs, ein zentraler Bestandteil von „Wort-Welt-wir“, mit den erlernten Buchstaben „WORTELI“. Im Rahmen des Lesekurses wird den Kindern eine Lesewerkstatt mit vielfältigen Materialien, welche noch erläutert werden, angeboten. In einem Elternabend ist es sinnvoll Beispiele aus dem Materialsortiment mitzubringen, um den Eltern eine bessere Vorstellung von der praktischen Umsetzung der Methode zu geben, z. B. einige „Goldene Bücher“, ein Leporello, oder ein paar Buchstabenbilder.

2. Begründung der Methodenwahl

Die Entscheidung für die Leselernmethode „Wort-Welt-wir“ als Grundlage für den Schriftspracherwerb der Schüler lässt sich mit sehr vielen Argumenten begründen: Der Erstleseunterricht ist kindgerecht gestaltet und findet vor allem in offener Form statt. Langweiligem Frontalunterricht und der damit verbundenen Lehrerzentrierung wird vorgebeugt.

Das fibellehrgangstypische „Lernen im Gleichschritt“ wird durch individuelles und differenziertes Lernen vermieden, denn jeder Schüler kann sich ganz nach seinen Fähigkeiten an den verschiedenen Lernmaterialien erproben. Starke Leser beginnen beispielsweise gleich mit den schwereren „Goldenen Büchern“, während Schwächere genügend Zeit haben, um sich mit einfacheren Texten vertraut zu machen: „- Kinder, die in ihrer Lese- und Schreibkompetenz den anderen voraus sind, müssen sich nur so weit an gemeinsamen Übungen beteiligen, bis ihr Können belegt ist. Man soll sie nicht unterfordern und aufhalten. (…) – Kinder, die Hilfe brauchen, bekommen sie so schnell wie möglich.“ (Ute Andresen, Mal allein und mal gemeinsam mit Wort*Welt*wir, Lesewege für ganz verschiedene Kinder, S. 2).

Und dennoch wird auf gleichschrittigen Unterricht an wichtigen Stellen, z. B bei der Einführung neuer Buchstaben nicht verzichtet: „Ein guter Leseanfangs-Unterricht kann für das aktive Lernen in der Schule, besonders aber für das selbstständige Lernen gewinnen, sogar begeistern, wenn er die Balance hält zwischen gemeinsamem, gelegentlich auch gleichschrittigem Lernen und individuellem Lernen,…“ (ders., S. 1), sagt Ute Andresen selbst.

Die Lehrkraft steht beim Lesenlernen stets als Helfer, Planer und Berater zur Seite (vgl. ders., S. 4). Diese Lehrerrolle ist von Vorteil, da das Lesenlernen so vom Kind ausgehen kann und diesem nicht von der Lehrperson „aufgedrückt“ wird, wie es im Erstleseunterricht mit der Fibel der Fall ist. Die Vorbildwirkung der Lehrkraft als ein erwachsener Leser ist ebenfalls nicht zu unterschätzen.

Entdeckendes Lernen mit allen Sinnen ist auch ein wichtiger Bestandteil von „Wort-Welt-wir“ und wird durch den offenen Unterricht möglich. Es werden beispielsweise Zuckertüten gepackt, die Gegenstände enthalten, welche mit demselben Buchstaben beginnen. Die Gegenstände dürfen von den Kindern ertastet und natürlich im Wort erlesen werden. Auch werden neue Laute gemeinsam gesprochen und passende Lieder, Reime und Gedichte zu ihnen gelernt. Die Leselernmethode bietet also vielfältige Übungsmöglichkeiten, welche bei den Kindern keine Langeweile aufkommen lassen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Die Leselehrmethode: „Wort-Welt-wir“
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für Schulpädagogik und Grundschulpädagogik)
Veranstaltung
Didaktik des Schriftspracherwerbs und Erstleseunterrichts
Note
1,00
Autor
Jahr
2008
Seiten
11
Katalognummer
V168379
ISBN (eBook)
9783640853175
ISBN (Buch)
9783640853458
Dateigröße
391 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Grundschule, Deutsch, Wort-Welt-wir, Ute Andresen, Leselehrmethode, Leselernmethode
Arbeit zitieren
Petra Hoffmann (Autor), 2008, Die Leselehrmethode: „Wort-Welt-wir“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168379

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