Entlang der Deutschen Bucht, von der Emsmündung bis nach Sylt, auf ca. 1155 km Länge, erstreckt sich die Deutsche Nordseeküste. Sie umfasst dabei die beiden Bundesländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Dieser südliche Teil der Nordsee ist heute geprägt von den Gezeiten, verschiedenartigen Inseln und der Landschaft, welche sich entlang der Küste erstreckt. Letztendlich aber auch durch die Menschen, die die Nordseeküste bewohnen und bewirtschaften. Diese Arbeit befasst sich mit den heute noch erkennbaren geomorphologisch Formen, die sich an der Deutschen Bucht entwickelt haben, beginnend im Pleistozän. Danach soll ein Überblick über die Landschaftstypen an der Nordseeküste gegeben werden. Am Ende wird noch auf das Thema Küstenschutz eingegangen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Prozesse
2.1 Pleistozän
2.2 Holozän
3. Der Formenschatz
3.1 Marsch
3.2 Geest
3.3 Wattenmeer
3.4 Inseln
4. Zusammenfassung
5. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, einen geomorphologischen Überblick über die Entwicklung der Deutschen Nordseeküste zu geben, beginnend bei den eiszeitlichen Prozessen im Pleistozän bis hin zur heutigen Küstengestalt und den notwendigen Maßnahmen des Küstenschutzes.
- Entwicklung des norddeutschen Reliefs durch glaziale Serien
- Veränderungen des Meeresspiegels während des Holozäns
- Unterscheidung der Landschaftstypen Marsch, Geest und Wattenmeer
- Bedeutung der Barriereinseln für den Küstenschutz
- Anthropogene Einflüsse auf die Küstenentwicklung und Hochwasserschutz
Auszug aus dem Buch
2.1 Pleistozän
Ihre heutige Gestalt erhielt sie durch geologische-geomorphologische Prozesse, die sich während des letzten Eiszeitalters abgespielt haben. Sie hinterließen das flache Relief der Marsch und die Wattflächen. Zum einen wurde das Gebiet während des Pleistozäns wiederholt glazial geprägt (Falk, 2002). Insbesondere die letzten drei Kaltzeiten sind für den heute noch sichtbaren Formenschatz entscheidend. Zu dieser Zeit, war die Nordsee noch weit von ihrer heutigen Küstenlinie entfernt (siehe Kap. 2.2). Während der Eiszeiten spielten sich glaziale Prozesse ab, welche das Land prägten. Man spricht hierbei von einer glazialen Serie (→ Abb. 1). Dabei handelt es sich um ein Modell, dass zur Erklärung einer bestimmten Landschaftsform dient. Im Idealfall können mehrere Elemente in der Natur gefunden werden. Die glaziale Serie beginnt mit einer Grundmoränenlandschaft, danach folgt eine Kette von Endmoränen. Dazu kommen die aufgeschütteten Sander und ein Urstromtal (Koppe, 2009). Eine Grundmoräne kommt nach dem Abschmelzen des Gletschers zum Vorschein. Dabei entstehen verschiedene Landschaftsformen. Mit Endmoränen werden Hügel bezeichnet, welche sich durch Aufschüttung am Rande eines Gletschers bilden können. Diese Moränen werden immer wieder von Wasser durchstoßen. Hinter ihnen entstehen die sogenannten Sander.
Das Wasser transportiert Sedimente durch die Endmoränenkette, welche sich dahinter ansammeln. Entscheidend dabei ist, die Größe der Sedimente. Die Schwersten, beispielsweise Findlinge, setzen sich zuerst ab. Dahinter folgen Kiese und Sande. Feinste Sedimente, wie Tone und Schluffe, werden komplett davon getragen. Das von Sedimenten gereinigte Wasser fließt weiter Südlich mit den Flüssen zusammen. So entstehen große Ströme, die ein Urstromtal bilden und in die Nordsee abfließen. Ein Beispiel dafür ist das Elbe-Urstromtal.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung gibt einen Überblick über die geographische Ausdehnung der Deutschen Nordseeküste und führt in die Thematik der geomorphologischen Entwicklung seit dem Pleistozän ein.
2. Prozesse: Dieses Kapitel erläutert die glazialen Einflüsse der Eiszeiten sowie die nacheiszeitliche Formung durch Meeresspiegelanstiege und Sedimentationsvorgänge.
3. Der Formenschatz: Hier werden die drei Landschaftstypen Marsch, Geest und Wattenmeer detailliert beschrieben und die Rolle der Inseln als natürlicher Schutzfaktor analysiert.
4. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung reflektiert das Zusammenspiel von natürlichen Kräften und menschlichem Handeln sowie die Notwendigkeit eines effektiven Küstenschutzes.
5. Literaturverzeichnis: Das Verzeichnis listet sämtliche verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Abbildungen auf.
Schlüsselwörter
Deutsche Nordseeküste, Pleistozän, Holozän, glaziale Serie, Marsch, Geest, Wattenmeer, Barriereinseln, Sedimentation, Meeresspiegelanstieg, Küstenschutz, Eindeichung, Gezeiten, Tidenhub, Landschaftsformen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung und der geomorphologischen Beschaffenheit der deutschen Nordseeküste von der Eiszeit bis heute.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder sind die glaziale Formung, die holozänen Meeresspiegelschwankungen, die Landschaftstypen Marsch, Geest und Watt sowie der Küstenschutz.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Entwicklungsprozesse aufzuzeigen, die zur heutigen landschaftlichen Ausprägung der Deutschen Bucht geführt haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse geowissenschaftlicher Fachliteratur und geomorphologischer Modelle.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die glazialen Prozesse der Vergangenheit und die differenzierte Darstellung der aktuellen Küstenlandschaft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem glaziale Serie, Marsch, Geest, Wattenmeer und Küstenschutz.
Wie unterscheidet sich die Entstehung von Marsch und Geest?
Während die Geest ein durch Gletscher geformtes Altmoränengebiet ist, entstand die Marsch durch die Verlandung von Wattflächen und Sedimentation.
Warum sind die Inseln für das Wattenmeer wichtig?
Die Inseln fungieren als Barriereinseln, die das Wattenmeer vor der direkten Erosion durch die Meeresbrandung und Sturmfluten schützen.
- Arbeit zitieren
- Patrick Boll (Autor:in), 2010, Formenschatz der Deutschen Nordseeküste, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168386