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Wahrnehmung des Fremden: Psychologische Aussagen zur Fremdwahrnehmung

Title: Wahrnehmung des Fremden: Psychologische Aussagen zur Fremdwahrnehmung

Presentation (Elaboration) , 2002 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Simone Smit (Author)

Pedagogy - Pedagogic Psychology
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Summary Excerpt Details

Ausländerhass, Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung, Rassismus, Antisemitismus, Vorurteile, Integration, Asylanten, Migration: all dies sind Begriffe mit denen wir fast täglich konfrontiert werden. Kaum vergeht ein Tag, an dem nicht in irgendeiner Spalte der Tageszeitung eine Headline erscheint, die uns auf grausame meist auch mit tödlicher Folge endenden Übergriffe auf Ausländer jeglicher Art aufmerksam macht. Bestimmt hat jeder von uns noch ein Ereignis im Gedächtnis oder Bilder vor Augen, die durch das Fernsehen gingen, die uns die schreckliche Realität und den Alltag von unseren ausländischen Mitbürgern/innen vor Augen führt. Und wenn man ehrlich zu sich selbst ist, dann weiß man, daß einem selbst auch einmal das Schicksal treffen kann, daß schon vor uns so viele Menschen erleiden mussten. Denn kaum verlassen wir unser Land und begeben uns in ein anderes, zum Beispiel um Urlaub zu machen, dann sind wir auch Fremde oder Ausländer. Gerade dieser Gedanke sollte uns zu Denken geben und uns zudem motivieren, uns mit der Thematik auseinander zu setzen. Dieser Gedanke und ein allgemeines Interesse an interkultureller Pädagogik hat mich in das Seminar „Einführung in die interkulturelle Pädagogik“ geführt. Um nicht den Rahmen des Seminars zu sprengen, wurden von der Dozentin Schwerpunkte gesetzt, die dann in den einzelnen Veranstaltungen sowie einer Kompaktveranstaltung nacheinander bearbeitet wurden. So ging es zum Beispiel um Begrifflichkeiten, wie Heimat, Kultur, kulturelle Identität, aber auch um Themen, wie Migration, Integration und interkulturelles Lernen. Weitere Themenbereiche handelten von Einstellungen gegenüber Fremden und Fremdem und der Fremdwahrnehmung.

Viele dieser Inhalte wurden von den Studenten-/innen selbst erarbeitet und dann vor der gesamten Gruppe in Form eines Referates vorgetragen. Ich persönlich habe mich sofort für den Bereich „Fremdwahrnehmung“ und hier insbesondere für die psychologischen Aussagen zur Fremdwahrnehmung interessiert. Dies ist auch der Grund, warum ich ein Referat zu diesem speziellen Thema vorbereitet habe und heute in dieser Hausarbeit die wichtigsten Aussagen dieses Referates noch einmal aufgreife und ausarbeite.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entstehung der Fremdenrepräsentanz nach Sigmund Freud

3. Das Fremde als das eigene Unbewusste und das unbewusste Eigene: Die Fremdheitskonzeption von Julia Kristeva

4. "Kritische Selbstreflexion" als zusammenfassendes Ergebnis der oben genannten Ansätze zur Fremdenrepräsentanz

5. Das psychologische Bild des Fremden

6. Zum Umgang mit Selbst- und Fremdbildern

6.1 Eine interkulturelle Übung: "Ich-Tier - Fremd-Tier"

6.1.1 Einige Erfahrungen über den Einsatz der Übung innerhalb des Seminars

6.1.2 Reaktionen auf die Übung innerhalb des Seminars

6.2 Welchen Nutzwert hat diese Übung im schulischen Alltag?

7. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologischen Hintergründe der Fremdwahrnehmung und deren Entstehung aus einer tiefenpsychologischen Perspektive, um daraus Ansätze für einen reflektierten Umgang mit Fremd- und Selbstbildern in pädagogischen Kontexten abzuleiten.

  • Psychoanalytische Theorien der Fremdenrepräsentanz (Sigmund Freud, Julia Kristeva).
  • Die Bedeutung von Projektionsmechanismen und unbewussten Triebstrukturen bei der Wahrnehmung des Fremden.
  • Notwendigkeit kritischer Selbstreflexion als Bildungsziel.
  • Praktische Erprobung und kritische Evaluation der interkulturellen Übung "Ich-Tier – Fremd-Tier".

Auszug aus dem Buch

Die Übung „Ich-Tier – Fremd-Tier“

Mann/ Frau denke sich ein Tier aus, das die eigene Person symbolisiert. Wenn dies geschehen ist, denke Mann/ Frau sich ein Tier aus, das den/ die/ das Fremde/ n symbolisiert. Je nach Situation, Kontext und Ziel der Übung kann das „Fremde“ durch „Ausländer“, „Franzose“, „Türke“, bzw. die jeweiligen weiblichen Formen ersetzt werden. Die TeilnehmerInnen werden anschließend aufgefordert, es sich so bequem wie möglich auf ihren Sitzen zu machen und sich- über eine Entspannungsübung auf sich, ihren Körper und die folgenden Anleitungen zu konzentrieren.

Sie können, müssen aber nicht, die Augen dabei schließen. Sie werden gebeten sich vorzustellen, dass sie in einem Theater sitzen, der Bühnenvorhang ist geschlossen, er öffnet sich, und von links betritt das „Ich-Tier“ die Bühne: Was macht es dort, wie bewegt es sich, wie sieht es aus, wie fühlt es sich etc.? Nach einer Weile betritt von der rechten Seite kommend das „Fremd-Tier“ die Bühne. Was macht es dort, wie bewegt es sich,...? Die „Tiere“ begegnen sich...Wie gehen sie miteinander um...? Was können sie miteinander anfangen...? Wie empfinden Sie das Schauspiel auf der Bühne? Nach einer Weile schließt sich der Vorhang wieder, das Licht im Theatersaal geht an.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Autorin begründet ihre Wahl des Themas durch die gesellschaftliche Relevanz von Fremdenfeindlichkeit und das persönliche Interesse an den psychologischen Mechanismen der Fremdwahrnehmung.

2. Die Entstehung der Fremdenrepräsentanz nach Sigmund Freud: Dieses Kapitel erläutert, wie durch Projektionsmechanismen und Triebkonflikte das „Fremde“ als abgewehrter Teil des eigenen Ichs in der Außenwelt konstruiert wird.

3. Das Fremde als das eigene Unbewusste und das unbewusste Eigene: Die Fremdheitskonzeption von Julia Kristeva: Hier wird dargelegt, dass das Fremde eine verborgene Seite der eigenen Identität darstellt, die eng mit frühkindlichen Trennungserfahrungen verknüpft ist.

4. "Kritische Selbstreflexion" als zusammenfassendes Ergebnis der oben genannten Ansätze zur Fremdenrepräsentanz: Dieses Kapitel fordert eine pädagogische Erziehung zur Selbstreflexion, um die projektive Ausagierung von Ängsten gegenüber Fremden zu überwinden.

5. Das psychologische Bild des Fremden: Es wird analysiert, wie das Fremde als imaginative Größe durch Zuschreibungen von Macht, Gewalt und Sexualität aufgeladen wird.

6. Zum Umgang mit Selbst- und Fremdbildern: Die Autorin untersucht hier die kognitiven und affektiven Schemata der Weltwahrnehmung und stellt die interkulturelle Übung „Ich-Tier – Fremd-Tier“ zur Sensibilisierung für diese Prozesse vor.

7. Fazit: Die Autorin reflektiert ihre subjektive Erfahrung bei der Durchführung der Übung und bekräftigt die Bedeutung, pädagogische Ansätze zur Fremdwahrnehmung trotz Herausforderungen praktisch zu erproben.

Schlüsselwörter

Fremdwahrnehmung, Psychoanalyse, Projektion, Fremdenrepräsentanz, Interkulturelle Pädagogik, Selbstreflexion, Identitätsbildung, Unbewusstes, Vorurteile, Fremd-Tier, Ich-Tier, Psychologie, Fremdenfeindlichkeit, Triebtheorie, Bildungsansatz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den psychologischen Grundlagen der Wahrnehmung von Fremden und zeigt auf, wie diese Prozesse tiefenpsychologisch durch das eigene Unbewusste beeinflusst werden.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind psychoanalytische Theorien der Identitätsbildung, Mechanismen der Projektion, die Bedeutung von Selbstreflexion in der Pädagogik sowie die praktische Anwendung kreativ-erfahrungsorientierter Übungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie innere psychische Prozesse zur Konstruktion des Fremden beitragen, und zu erörtern, wie pädagogische Arbeit diesen Mechanismus durch Reflexion aufbrechen kann.

Welche wissenschaftlichen Ansätze kommen zur Anwendung?

Es werden insbesondere die psychoanalytischen Konzepte von Sigmund Freud (Triebtheorie, Instanzenmodell) und Julia Kristeva (Fremdheitskonzeption) zur theoretischen Fundierung herangezogen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Fremdheitsentstehung und eine praxisorientierte Auseinandersetzung mit der interkulturellen Übung "Ich-Tier – Fremd-Tier" zur Arbeit an Selbst- und Fremdbildern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Fremdwahrnehmung, Psychoanalyse, Projektion, Fremdenrepräsentanz, Interkulturelle Pädagogik und Selbstreflexion.

Warum ist die Übung „Ich-Tier – Fremd-Tier“ für die Autorin von besonderem Interesse?

Die Autorin sieht in der Übung eine Methode, um jenseits rein kognitiver Wege an innere, oft unbewusste Bilder heranzukommen und so eine ganzheitliche Sensibilisierung für Fremdwahrnehmungsprozesse zu erreichen.

Wie bewertet die Autorin den Nutzwert der Übung für den schulischen Alltag?

Die Autorin ist kritisch gegenüber der Einsetzbarkeit in der Grundschule und den unteren Klassenstufen aufgrund der geforderten Abstraktionsfähigkeit, sieht jedoch ein großes Potenzial als niedrigschwelligen und spannenden Einstieg in ernste Themen für ältere Schüler.

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Details

Title
Wahrnehmung des Fremden: Psychologische Aussagen zur Fremdwahrnehmung
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Institut für Pädagogik)
Grade
1,0
Author
Simone Smit (Author)
Publication Year
2002
Pages
20
Catalog Number
V16838
ISBN (eBook)
9783638215664
Language
German
Tags
Wahrnehmung Fremden Psychologische Aussagen Fremdwahrnehmung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simone Smit (Author), 2002, Wahrnehmung des Fremden: Psychologische Aussagen zur Fremdwahrnehmung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16838
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