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Der Unterricht an den Polytechnischen Oberschulen in der DDR

Der Versuch einer ideologischen Indoktrination der Heranwachsenden in den Fächern Staatsbürgerkunde und Geschichte und seine pädagogische Legitimation durch Lothar Klingberg

Titel: Der Unterricht an den Polytechnischen Oberschulen in der DDR

Seminararbeit , 2025 , 19 Seiten

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Geschichte Deutschlands
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die zentrale Forschungsfrage der vorliegenden Arbeit untersucht, mit welchen Methoden eine ideologische Indoktrination der Heranwachsenden an den Polytechnischen Oberschulen der DDR gelingen sollte. Dabei erfolgt eine Beschränkung auf die Unterrichtsfächer Staatsbürgerkunde und Geschichte. Inwieweit dieser Versuch einer Indoktrinierung tatsächlich erfolgreich war, liegt außerhalb des Arbeitsrahmens und lässt sich nicht generalisieren. Ziel dieser Arbeit ist es, die These zu beleuchten, dass der Unterricht auf theoretischer Grundlage darauf ausgelegt war, eine ideologische Indoktrination vollziehen zu können. Bei der inhaltlichen Gestaltung des Unterrichts spielte die Lehrkraft als steuernder Faktor der Kommunikation innerhalb eines sich als legitim und logisch betrachtenden Systems eine wesentliche Rolle, die sachlich und analytisch untersucht werden soll, ohne eine eigene politische Wertung der damaligen Idealvorstellungen vorzunehmen. Da der Begriff der Indoktrination als wertend interpretiert werden könnte, wird sich im Laufe der Arbeit erschließen, warum dieser Begriff auf theoretischer Ebene genutzt werden kann. Über die Extreme der tatsächlichen Unterrichtspraxis sind seit 1989 verschiedene Berichte im Umlauf, die auf subjektiven, unterschiedlich erlebten und wahrgenommenen Erinnerungen basieren. Aus diesem Grund bezieht sich die Arbeit ausschließlich auf die theoretische Konzeption der Unterrichtskommunikation und der Inhalte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

  • 1. Einleitung
  • 2. Begriffsbestimmung
  • 3. Die Polytechnischen Oberschulen
    • 3.1 Die gesellschaftswissenschaftlichen Fächer
    • 3.2 Staatsbürgerkunde und Geschichte: Unterrichtsziele- und Inhalte
  • 4. Unterrichtskommunikation
    • 4.1 Katechisierendes Unterrichtsgespräch
    • 4.2 Dialektisches Unterrichtsgespräch
  • 5. Lothar Klingberg
  • 6. Fazit
  • 7. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, mit welchen Methoden eine ideologische Indoktrination der Heranwachsenden an den Polytechnischen Oberschulen der DDR gelingen sollte, wobei der Fokus auf den Unterrichtsfächern Staatsbürgerkunde und Geschichte liegt. Das primäre Ziel ist es, die These zu beleuchten, dass der Unterricht auf theoretischer Grundlage darauf ausgelegt war, eine ideologische Indoktrination zu vollziehen und dabei das Bildungssystem als politisches Instrument diente.

  • Ideologische Indoktrination im Bildungssystem der DDR
  • Rolle der Polytechnischen Oberschulen
  • Unterrichtsfächer Staatsbürgerkunde und Geschichte
  • Theoretische Konzeption der Unterrichtskommunikation (katechisierend und dialektisch)
  • Pädagogische Legitimation durch Lothar Klingberg
  • Marxistisch-leninistische Weltanschauung als Grundlage der Erziehung

Auszug aus dem Buch

Der Unterricht an den Polytechnischen Oberschulen in der DDR: Der Versuch einer ideologischen Indoktrination der Heranwachsenden in den Fächern Staatsbürgerkunde und Geschichte und seine pädagogische Legitimation durch Lothar Klingberg

Das Seminar zu dieser Arbeit thematisierte die Institutionalisierung und die Beschulung der Massen in der deutschen Geschichte und erörterte unter anderem auch die DDR. Meine eigene weitere Recherche führte mich zu den Polytechnischen Oberschulen der DDR, durch die eine ganze Generation an Jugendlichen gebildet werden sollte. Die Massenbeschulung durch die Polytechnischen Oberschulen zeigt auf, wie ein Bildungssystem als politisches Instrument eingesetzt und dies durch den Staat und seine führenden Pädagogen legitimiert werden kann. In der DDR waren an den Polytechnischen Oberschulen die Fächer Staatsbürgerkunde und Geschichte besondere Mittel der Ideologievermittlung, da sie inhaltlich auf die marxistisch-leninistische Weltanschauung zentriert waren und zur Formung einer allseitigen sozialistischen Persönlichkeit führen sollten. Um die Fächer im Unterricht unter dieser Motivation erfolgreich vermitteln zu können, unterlagen sie nicht nur einer inhaltlichen Zielführung, sondern auch einer genau vorgegebenen Kommunikationsform zwischen Lehrer und Schüler, die einen erfolgreichen Erkenntnisprozess sicherstellen sollten.

Die zentrale Forschungsfrage der vorliegenden Arbeit untersucht, mit welchen Methoden eine ideologische Indoktrination der Heranwachsenden an den Polytechnischen Oberschulen der DDR gelingen sollte. Dabei beschränke ich mich auf die Unterrichtsfächer Staatsbürgerkunde und Geschichte. Inwieweit dieser Versuch einer Indoktrinierung tatsächlich erfolgreich war, liegt außerhalb des Arbeitsrahmens und lässt sich nicht generalisieren. Ziel dieser Arbeit ist es, die These zu beleuchten, dass der Unterricht auf theoretischer Grundlage darauf ausgelegt war, eine ideologische Indoktrination vollziehen zu können. Bei der inhaltlichen Gestaltung des Unterrichts spielte der Lehrer als steuernder Faktor der Kommunikation innerhalb eines sich

als legitim und logisch betrachtenden Systems eine ganz wesentliche Rolle, die sachlich und analytisch untersucht werden soll, ohne eine eigene politische Wertung der damaligen Idealvorstellungen vorzunehmen. Da der Begriff der Indoktrination als wertend interpretiert werden könnte, wird sich im Laufe der Arbeit erschließen, warum dieser Begriff auf theoretischer Ebene genutzt werden kann. Über die Extreme der tatsächlichen Unterrichtspraxis sind seit 1989 verschiedene Berichte im Umlauf, die auf subjektiven unterschiedlich erlebten und wahrgenommenen Erinnerungen basieren. Ich werde mich in meiner Arbeit aus diesem Grund nur auf die theoretische Konzeption der Unterrichtskommunikation und der Inhalte beziehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage vor, die sich mit den Methoden der ideologischen Indoktrination an DDR-Polytechnischen Oberschulen durch die Fächer Staatsbürgerkunde und Geschichte befasst und die theoretische Grundlage der Arbeit skizziert.

2. Begriffsbestimmung: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Indoktrination, Legitimation und Ideologie auf Basis der Bundeszentrale für politische Bildung, um eine klare wissenschaftliche Grundlage zu schaffen.

3. Die Polytechnischen Oberschulen: Es wird die Konzeption der polytechnischen Erziehung und Bildung in der DDR erläutert, deren Ursprünge in der Sowjetpädagogik und marxistischen Theorie liegen und deren Entwicklung beschrieben wird.

3.1 Die gesellschaftswissenschaftlichen Fächer: Dieser Abschnitt beschreibt die Einführung und Bedeutung der Fächer Staatsbürgerkunde und Geschichte als zentrale Instrumente zur ideologischen Erziehung und zur Vermittlung sozialistischer Moral.

3.2 Staatsbürgerkunde und Geschichte: Unterrichtsziele- und Inhalte: Hier werden die spezifischen Unterrichtsziele und Inhalte der Fächer Staatsbürgerkunde und Geschichte analysiert, wobei ihre Ausrichtung auf die marxistisch-leninistische Weltanschauung und die Formung einer sozialistischen Persönlichkeit hervorgehoben wird.

4. Unterrichtskommunikation: Dieses Kapitel untersucht die theoretischen Formen der Unterrichtskommunikation – katechisierendes und dialektisches Unterrichtsgespräch – und wie diese zur effektiven Vermittlung der Ideologie eingesetzt werden sollten.

4.1 Katechisierendes Unterrichtsgespräch: Die Methode des katechisierenden Unterrichtsgesprächs wird als direkte Wissensvermittlung und Festigung des Lehrstoffes beschrieben, bei der fest definierte Antworten erwartet und alternative Denkmuster nicht zugelassen wurden.

4.2 Dialektisches Unterrichtsgespräch: Das dialektische Unterrichtsgespräch wird als eine scheinbar offenere Diskussionsform dargestellt, die jedoch gezielt darauf abzielte, die Schüler zu "richtigen" sozialistischen Schlussfolgerungen zu führen und Überzeugungsbildung indirekt herbeizuführen.

5. Lothar Klingberg: In diesem Kapitel wird die Rolle des DDR-Pädagogen Lothar Klingberg erörtert, der mit seinen Theorien zur Didaktik und Unterrichtsmethoden die ideologische Ausrichtung des Bildungssystems und die führende Rolle der Lehrer legitimierte.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen, dass die gesellschaftswissenschaftlichen Fächer und die spezifischen Unterrichtsmethoden der Indoktrination dienten, um eine sozialistische Persönlichkeit zu formen und die "einzig richtige Weltanschauung" zu verinnerlichen.

Schlüsselwörter

DDR, Polytechnische Oberschulen, Indoktrination, Staatsbürgerkunde, Geschichte, Marxismus-Leninismus, Ideologie, Unterrichtskommunikation, Katechisierendes Unterrichtsgespräch, Dialektisches Unterrichtsgespräch, Lothar Klingberg, Pädagogische Legitimation, Sozialistische Persönlichkeit, Bildungssystem, Erziehungsziel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Diese Arbeit befasst sich mit dem Versuch der ideologischen Indoktrination von Jugendlichen an den Polytechnischen Oberschulen der DDR, insbesondere durch die Fächer Staatsbürgerkunde und Geschichte, und der pädagogischen Legitimation dieses Vorgehens.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder sind die Institutionalisierung und Nutzung des Bildungssystems als politisches Instrument, die spezifischen Lehrinhalte der Fächer Staatsbürgerkunde und Geschichte sowie die theoretischen Formen der Unterrichtskommunikation (katechisierend und dialektisch).

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, zu untersuchen, mit welchen Methoden eine ideologische Indoktrination der Heranwachsenden an den Polytechnischen Oberschulen der DDR gelingen sollte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert methodisch auf einer Literaturanalyse, insbesondere der Auswertung von Primärliteratur von DDR-Pädagogen wie Lothar Klingberg und der Analyse offizieller Lehrpläne.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zentrale Begriffe definiert, die Polytechnischen Oberschulen vorgestellt, die Unterrichtsziele und -inhalte von Staatsbürgerkunde und Geschichte analysiert, die Formen der Unterrichtskommunikation erläutert und die Rolle von Lothar Klingberg bei der Legitimation der Indoktrination thematisiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Schlüsselwörter wie DDR, Polytechnische Oberschulen, Indoktrination, Staatsbürgerkunde, Geschichte, Marxismus-Leninismus, Ideologie, Unterrichtskommunikation und Lothar Klingberg charakterisiert.

Inwiefern unterschieden sich katechisierende und dialektische Unterrichtsgespräche?

Das katechisierende Gespräch diente der direkten Reproduktion und Festigung auswendig gelernten Wissens ohne Abweichungen, während das dialektische Gespräch scheinbar offene Problemdiskussionen führte, die jedoch vom Lehrer gelenkt wurden, um die Schüler zu "richtigen" sozialistischen Schlussfolgerungen zu bringen.

Welche Rolle spielte Lothar Klingberg bei der Legitimation der Indoktrination?

Lothar Klingberg legitimierte die Indoktrination, indem er Unterricht als "ideologisches Phänomen" definierte und die zielgerichtete Steuerung des Bildungssystems, die dominante Lehrerrolle und die Lehrpläne als notwendig zur Aufrechterhaltung der marxistisch-leninistischen ideologischen Ordnung ansah.

Warum waren Staatsbürgerkunde und Geschichte besondere Mittel der Ideologievermittlung?

Diese Fächer waren inhaltlich explizit darauf ausgelegt, die marxistisch-leninistische Weltanschauung zu vermitteln und die "allseitige sozialistische Persönlichkeit" zu formen. Staatsbürgerkunde galt sogar als "ideologisches Schlüsselfach", dem zusammen mit Geschichte eine zentrale Rolle zukam.

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Details

Titel
Der Unterricht an den Polytechnischen Oberschulen in der DDR
Untertitel
Der Versuch einer ideologischen Indoktrination der Heranwachsenden in den Fächern Staatsbürgerkunde und Geschichte und seine pädagogische Legitimation durch Lothar Klingberg
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2025
Seiten
19
Katalognummer
V1683906
ISBN (PDF)
9783389171738
ISBN (Buch)
9783389171745
Sprache
Deutsch
Schlagworte
unterricht polytechnischen oberschulen versuch indoktrination heranwachsenden fächern staatsbürgerkunde geschichte legitimation lothar klingberg
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2025, Der Unterricht an den Polytechnischen Oberschulen in der DDR, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1683906
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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