Die zentrale Forschungsfrage der vorliegenden Arbeit untersucht, mit welchen Methoden eine ideologische Indoktrination der Heranwachsenden an den Polytechnischen Oberschulen der DDR gelingen sollte. Dabei erfolgt eine Beschränkung auf die Unterrichtsfächer Staatsbürgerkunde und Geschichte. Inwieweit dieser Versuch einer Indoktrinierung tatsächlich erfolgreich war, liegt außerhalb des Arbeitsrahmens und lässt sich nicht generalisieren. Ziel dieser Arbeit ist es, die These zu beleuchten, dass der Unterricht auf theoretischer Grundlage darauf ausgelegt war, eine ideologische Indoktrination vollziehen zu können. Bei der inhaltlichen Gestaltung des Unterrichts spielte die Lehrkraft als steuernder Faktor der Kommunikation innerhalb eines sich als legitim und logisch betrachtenden Systems eine wesentliche Rolle, die sachlich und analytisch untersucht werden soll, ohne eine eigene politische Wertung der damaligen Idealvorstellungen vorzunehmen. Da der Begriff der Indoktrination als wertend interpretiert werden könnte, wird sich im Laufe der Arbeit erschließen, warum dieser Begriff auf theoretischer Ebene genutzt werden kann. Über die Extreme der tatsächlichen Unterrichtspraxis sind seit 1989 verschiedene Berichte im Umlauf, die auf subjektiven, unterschiedlich erlebten und wahrgenommenen Erinnerungen basieren. Aus diesem Grund bezieht sich die Arbeit ausschließlich auf die theoretische Konzeption der Unterrichtskommunikation und der Inhalte.
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- Anonym (Autor:in), 2025, Der Unterricht an den Polytechnischen Oberschulen in der DDR, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1683906