Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Franz Kafkas "Die Verwandlung" und der "Patient" Franz Kafka. Eine literaturwissenschaftlich-psychoanalytische Interpretation

Titel: Franz Kafkas "Die Verwandlung" und der "Patient" Franz Kafka. Eine literaturwissenschaftlich-psychoanalytische Interpretation

Seminararbeit , 2014 , 16 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel dieser Arbeit ist es, das "Therapiemodell“ der psychoanalytischen Interpretation literarischer Texte anhand ausgewählter Textstellen durchzuexerzieren und eigene Ideen des Autors zur Interpretation von Franz Kafkas"Die Verwandlung" zu artikulieren. Bei dieser Vorgehensweise wird eine „Patientenakte“ des zu analysierenden Autors erstellt. Beobachtungsgegenstände in der Textarbeit sind Metaphern und Symbole, die im Kontext der Erfahrungen des Autors gedeutet werden. Dabei werden auch vorangegangene Auslegungen angesprochen und diskutiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis des Buches

  • 1. Einleitung
  • 2. Der „Patient“ Franz Kafka
  • 3. Interpretation
    • 3.1 Biographische Querverweise
    • 3.2 Deutung traumhafter Symbolik
    • 3.3 Deutung ödipaler Symbolik
  • 4. Schlussbetrachtung
  • 5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit befasst sich mit der psychoanalytischen Literaturinterpretation von Franz Kafkas Novelle „Die Verwandlung“. Sie wendet das sogenannte „Therapiemodell“ an, um aus dem Leben und den Schriften Kafkas Rückschlüsse auf die Deutung seines Werkes zu ziehen und eigene Interpretationen zu artikulieren, während sie auch vorangegangene Auslegungen diskutiert.

  • Psychoanalytische Literaturtheorie nach Sigmund Freud und Jacques Lacan
  • Der Vater-Sohn-Konflikt in Franz Kafkas Biografie und Werk
  • Analyse von Kafkas „Brief an den Vater“ als Materialbasis
  • Biographische Querverweise zwischen Kafkas Leben und „Die Verwandlung“
  • Deutung traumhafter und ödipaler Symbolik in der Novelle
  • Kritische Reflexion des „Therapiemodells“ in der Literaturinterpretation

Auszug aus dem Buch

Der „Patient“ Franz Kafka

Allen voran beschreibt Kafka, dass er den Vater in ihrer Beziehung als „zu stark“ für sich erlebt habe, beziehungsweise gesteht er sich eine schwächliche Haltung diesem gegenüber ein. Interessant sind im Kontext der Deutung ödipaler Konstellationen und des Gesetzes des Vaters die Ausführungen Kafkas über das Erleben ihrer Beziehung in der Kindheit. Auf der einen Seite „das langsam sich entwickelnde Kind“ und andererseits „der fertige Mann“, der das Kind problemlos „niederstampfen“ könne. Wobei Franz Kafka keinen Schuldspruch anführt, sondern dies als legitim ansieht. Retrospektiv könnte dies als Anerkennung der Macht des Vaters interpretiert werden. Zudem ist im weiteren die Divergenz im Verhalten der Mutter, die ihren Sohn verwöhnt und dem des Vaters, der eher einen harschen Umgang mit seinem Spross pflegt, erkennbar. Die Mutter wird als Gegenpol zu dem Vater empfunden (,,Das Urbild der Vernunft“), dennoch vermag sie es nicht, den entstandenen Schaden abzuwenden. Die Erziehung durch das Familienoberhaupt wird mitunter als willkürlich empfunden, da die Weisungen des Vaters von diesem selber nicht befolgt werden, Franz Kafka aber Folge leisten muss. Es entsteht der Eindruck seitens des Sohnes, dass diese „Gebote“ nur für ihn bestimmt seien, er bezeichnet sich selbst als „Sklave “.

Du sagtest: >>Kein Wort der Widerrede!<< und wolltest damit die Dir unangenehmen Gegenkräfte in mir zum Schweigen bringen, diese Einwirkung war aber für mich zu stark, ich war zu folgsam, ich verstummte gänzlich, verkroch mich vor Dir und wagte mich erst zu regen, wenn ich so weit von Dir entfernt war, daß Deine Macht, wenigstens direkt, nicht mehr hinreichte.

Franz Kafka erwähnt in Bezug auf die Rolle des Vaters den Begriff der Macht, derer er sich nie vollständig entziehen konnte. Eine räumliche Distanz zwischen Vater und Sohn erlaubt es ihm, von seiner devoten Haltung abzuweichen, aber selbst dies nur minimalst. Dieses Ungleichgewicht in der Beziehung der beiden Kafkas schien nur schwer aufzulösen sein, wenn man bedenkt, wie lange Franz Kafka das Elternhaus bewohnte.

Die Macht des Vaters wird auch in der Mutter-Sohn-Beziehung deutlich. Kafka führt aus, dass wenn er vor ihm fliehen möchte, er die Familie verlassen müsse. Die schutzgebende Mutter ist, alleinig für den Sohn, durch den Vater unerreichbar. Zudem wurde sie durch die häufigen Konflikte zwischen ihren Kindern und ihrem Gatten in Mitleidenschaft gezogen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Stellt die psychoanalytischen Ansätze von Freud und Lacan in der Literaturtheorie vor und begründet die Wahl des "Therapiemodells" für die Analyse von Kafkas "Die Verwandlung".

2. Der „Patient“ Franz Kafka: Beleuchtet den Vater-Sohn-Konflikt als zentrales Motiv in Kafkas Werk und nutzt den "Brief an den Vater" als Hauptquelle für die psychoanalytische Deutung des Autors.

3. Interpretation: Setzt biographische Querverweise, traumhafte Symbolik und ödipale Symbolik aus Kafkas Leben und dem "Brief an den Vater" in den Kontext von "Die Verwandlung".

3.1 Biographische Querverweise: Zeigt Parallelen zwischen Kafkas Leben und Gregor Samsas Situation auf, wie die Tätigkeit als Handelsreisender, die Schwesterbeziehung und das Wohnen im Elternhaus.

3.2 Deutung traumhafter Symbolik: Erörtert die Interpretation der Verwandlung in ein Insekt im Sinne Freudscher Traumdeutung und symbolisiert Gregors Entfremdung, sein "Über-Ich" und den Vater-Sohn-Konflikt.

3.3 Deutung ödipaler Symbolik: Analysiert eine metaphorische Szene in "Die Verwandlung" (Gregor und das Bild der Dame in Pelz) und interpretiert sie als Ausdruck ödipaler Konstellationen und ungelebter sexueller Phantasmen.

4. Schlussbetrachtung: Reflektiert die Stärken und Schwächen des angewandten "Therapiemodells" und die Herausforderungen der psychoanalytischen Literaturinterpretation, insbesondere hinsichtlich empirischer Fundierung und des Fokus auf ödipale Symbole.

Schlüsselwörter

Psychoanalyse, Literaturtheorie, Franz Kafka, Die Verwandlung, Sigmund Freud, Jacques Lacan, Ödipus-Komplex, Vater-Sohn-Konflikt, Traumdeutung, Symbolik, Biographische Querverweise, Entfremdung, Therapiemodell, Über-Ich, Es, Gesetz des Vaters

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Diese Arbeit befasst sich mit der psychoanalytischen Interpretation von Franz Kafkas Novelle "Die Verwandlung", wobei der Fokus auf Kafkas Biografie und die Deutung von Symbolen im Text liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind die psychoanalytischen Ansätze von Sigmund Freud und Jacques Lacan, der Vater-Sohn-Konflikt in Kafkas Leben und Werk, sowie die Deutung biographischer, traumhafter und ödipaler Symbolik in "Die Verwandlung".

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, das "Therapiemodell" der psychoanalytischen Literaturinterpretation anhand von Kafkas "Die Verwandlung" durchzuexerzieren, eigene Interpretationsideen zu artikulieren und bestehende Auslegungen zu diskutieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet das "Therapiemodell" der psychoanalytischen Literaturinterpretation, das sich auf die Analyse des Autors als "Patienten" stützt, um Metaphern und Symbole in seinen Werken zu deuten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden biographische Querverweise zwischen Kafka und seiner Erzählung, die Deutung traumhafter Symbolik und die Deutung ödipaler Symbolik in "Die Verwandlung" detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter wie Psychoanalyse, Literaturtheorie, Franz Kafka, Die Verwandlung, Sigmund Freud, Jacques Lacan, Ödipus-Komplex, Vater-Sohn-Konflikt, Traumdeutung, Symbolik, Biographische Querverweise, Entfremdung, Therapiemodell, Über-Ich, Es, Gesetz des Vaters charakterisieren die Arbeit.

Wie wird der Prokurist in "Die Verwandlung" interpretiert?

Der Prokurist wird als Metapher für den Vater verstanden, der Gregor gegenüber zunächst wohlwollend, dann aber drohend und einschüchternd auftritt, ähnlich Kafkas eigener Wahrnehmung seines Vaters.

Welche Rolle spielt das Bild der „Dame in Pelz“ in der ödipalen Deutung?

Das Bild der „Dame in Pelz“, an das sich Gregor klammert, wird als Symbol für das Stillen durch die Mutter, latente erotische Bedeutung oder unerfüllte sexuelle Phantasmen interpretiert und in Bezug auf eine inzestuöse Konstellation zur Schwester gesetzt.

Welche kritischen Punkte werden am "Therapiemodell" geäußert?

Kritische Punkte sind der Mangel an Empirie, die Vermischung des Interpreten-Erfahrungshorizonts mit dem Text und die Tendenz, sich zu stark auf ödipale Symbole zu konzentrieren, was andere Interpretationsmöglichkeiten verdecken kann.

Was symbolisiert die Verwandlung Gregors in ein Insekt im Kontext der Triebtheorie?

Im Kontext der Triebtheorie könnte die Verwandlung in ein Insekt als erste Triebbefriedigung interpretiert werden, da Gregor sich zuvor dem "Über-Ich" beugte und seine eigenen Bedürfnisse unterdrückte. Sie symbolisiert auch die zunehmende Entfremdung und eine Art (Selbst-)Bestrafung.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Franz Kafkas "Die Verwandlung" und der "Patient" Franz Kafka. Eine literaturwissenschaftlich-psychoanalytische Interpretation
Hochschule
Universität Augsburg  (Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft)
Veranstaltung
Literaturtheorie
Note
2,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
16
Katalognummer
V1684344
ISBN (PDF)
9783389172643
ISBN (Buch)
9783389172650
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Freud, Kafka, Psychoanalyse, Verwandlung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2014, Franz Kafkas "Die Verwandlung" und der "Patient" Franz Kafka. Eine literaturwissenschaftlich-psychoanalytische Interpretation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1684344
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  16  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum