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Das Leben finden

Meine Reise zu mir selbst

Titel: Das Leben finden

Kein Eintrag , 2026 , 102 Seiten

Autor:in: Anonym (Autor:in)

PureBiography: Biographien
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Ein Herzinfarkt reißt sie aus einem Leben, das nach außen stabil wirkt. Als fünffache Mutter, Heilpädagogin und jahrzehntelange „Kümmerin“ hält sie alles zusammen, nur sich selbst nicht. Erst der medizinische Kollaps zwingt sie anzuhalten. Und hinzuschauen.

Auf Intensivstation, in Reha und später in der psychosomatischen Klinik beginnt eine schonungslose Bestandsaufnahme: ein Funktionsmodus, der nie eine Pause kannte. Eine Kindheit voller Schweigen. Traumata, die im Körper weiterlebten. Ein Rollenverständnis, das Arbeit, Pflicht und Stärke über alle Bedürfnisse stellte.

Doch mit der Erkenntnis kommt die Bewegung. Sie lehnt die Rückkehr in den alten Alltag ab, steigt ins Wohnmobil und fährt los – ohne Ziel, aber mit der klaren Entscheidung, sich zum ersten Mal wirklich selbst zu finden. Zwischen Gardasee, Küstenwegen, einsamen Stellplätzen und ungewohnten Momenten der Ruhe entsteht ein neuer Kompass: weniger Müssen, mehr Sein.

„Das Leben finden“ ist die radikale, verletzliche und zugleich hoffnungsvolle Reise einer Frau, die ihren Körper, ihre Geschichte und ihren Wert neu entdeckt. Ein Buch für alle, die spüren: Irgendwo zwischen Verantwortung, Erwartungen und Erschöpfung wartet ein anderes Leben – das eigene.

Leseprobe


Auszüge aus dem Buch

Cover: Das Leben finden

Es war passiert. Am meinem lange herbeigesehnten freien Wochenende. Mein Herzinfarkt.

Ausgeschlafen machte ich mich an diesem Tag freudig - an meinem eigentlich freien Wochenende - auf den Weg. Eigentlich den Arbeitsweg. Ich wollte die Jungs meiner zu betreuende Asylantenfamilie abholen zum Schwimmen im Schwimmbad. Wenn ich eh schon zum Schwimmen gehen will. Mit meinen eigenen Kindern bin ich als sie klein waren ja auch zum Schwimmen gefahren an meinen freien Wochenenden.

Unterwegs während der Autofahrt begannen diese Schmerzen. Zu Beginn konnte ich sie gar nicht orten in meinem Körper. Dachte über verhoben und Rückenschmerzen nach. Dazu konnte ich jedoch kein Ereignis des Verursachens in meiner Erinnerung des gestrigen Tages finden.

So setzte ich meine Fahrt zu meiner zu betreuenden Asylantenfamilie fort. Es kam mir jedoch in den Sinn, dass ich in diesem meinem Zustand wohl besser nicht im Schwimmbad schwimmen sollte.

An meinem Ziel angekommen bemerkte ich, dass auch das Atmen immer anstrengender wurde. Ich klingelte. Nach dem Einlass in die Wohnung nahm ich wahr, dass die Jungs schon geduscht waren. So sagte ich nichts vom Schwimmen. Es wurde anscheinend vergessen, nicht erinnert die Absprache, diese Verabredung zum Schwimmen. Das war mir in dieser meiner Situation ganz recht.

Wir begannen ein Spiel zu spielen, Tee zu trinken. Alles war wie immer wenn ich die Familie besuchte. Nur diese Schmerzen im Körper, in der Brust, im Rücken. Es zog bis in die Arme hinein. Die Schmerzen wurden immer intensiver. Das Atmen viel mir immer schwerer. Ich konnte es nicht mehr ignorieren. Ich musste die Spieltherapie abbrechen, an die frische Luft gehen. Meine Kraft war erschöpft. Ich musste es mitteilen, dass ich so nicht weiter arbeiten kann.

Ich gab zu verstehen, dass es mir nicht gut gehe und ich leider wieder nach Hause fahren müsse. Die Frau des Hauses fragte mich noch ob ich nicht lieber in das nächste Krankenhaus fahren wolle. Da gäbe es einen Sonntagsdienst. Sie machte sogar das Angebot einen Krankenwagen zu rufen. Ich sagte zum Krankenwagen nein danke, so schlimm sei es auch wieder nicht und dass ich es mir überlege selbst ins Krankenhaus zu fahren. Ich müsse jetzt aber sofort gehen. Ich verabschiedete mich ganz schnell. Nichts wie hier raus. Ich glaubte zu ersticken. Platzangst machte sich in mir breit. So etwas kannte ich nicht. Ich war irritiert.

An der entscheidenden Kreuzung auf dem Weg nach Hause fuhr ich nach links. Die Route für das Krankenhaus wäre rechts gewesen. Die Entscheidung war somit getroffen. Kein Krankenhaus. Kein Krankenhaus, nicht so anstellen, wird schon besser, ausruhen aller höchstens.

Zu Hause legte ich mich ins Bett, Nachrichten auf dem Handy checken, schlafen. Der Wecker war gestellt. Rechtzeitig wach werden zum nächsten Termin. Pizza essen mit meiner Freundin.

Ich wurde wach als der Wecker klingelte…nur ….aufstehen, daran war gar nicht mehr zu denken. Panik kam in mir hoch. Was mache ich jetzt? Handy, Internet, wo ist ein Arzt zu erreichen? Diesen Gedanken gab ich schnell auf. Aussichtslos. Kein Notarzt rufen kam mir in den Kopf. Nun das kleinere Übel. Weinend meine Tochter anrufen. Sie kam mit ihrem Mann aus der Nachbargemeinde sofort angefahren. Sie machten mir das Angebot mich ins Krankenhaus zu fahren. Doch ich kam nicht aus dem Bett. Technisch und praktisch unmöglich. Ich konnte gerade mal den Kopf heben. Aufstehen selbst mir Unterstützung war undenkbar. Also doch Notarzt. Die einzige Lösung die in Sicht war. Der Anruf wurde getätigt. Es war mir so zuwider. Es war mir so peinlich. Nicht zu funktionieren, das gab es noch nie in meinem Leben. Selbst in den fünf Schwangerschaften konnte ich alle Erwartungen an mich erfüllen. Und jetzt ging gar nichts mehr.

Der Rettungewagen und der Notarzt kamen. Brachten meine kleine Ordnung in Unordnung. Natürlich mit der Absicht zu helfen. Am liebsten wäre ich im Erdboden verschwunden.

Schnell waren alle ungeliebten Fragen beantwortet, hatte die Tochter alle notwendigen Karten, Unterlagen, Wäsche und sonstiges zusammengesucht. Noch ehe ich mich versah war ich angeschlossen an alle notwendigen Schläuche und Geräte. Das EKG ist in Ordnung wurde mir mitgeteilt. Mir wird es spei übel. Ich denke von der Medizin die in Kürze in meinen Körper geflossen war. Noch nie in meinem Leben war mein Körper in so kurzer Zeit mit so viel Medizin konfrontiert. Und ich sah mich konfrontiert mit der sich immer wiederholenden Aussage, dass wenn man morgens einen Herzinfarkt hat man abends nicht erst den Notarzt ruft. Und dann wurde ich verladen in den Notarztwagen der blinkend vor meinem Haus stand. Alle Möbelstücke der Wohnung waren verrutscht. Alles war in Unordnung geraten. Alle Nachbarn schauten zu wie ich verladen wurde. Oh wie peinlich. Von jetzt auf gleich war alles anders, meine Selbstbestimmung dahin. Ich war ausgeliefert einem System vor dem ich so grosse Angst hatte. Ich kannte es allerdings nicht persönlich.

Innerlich merkte ich wie mein Zustand zur Ruhe kam. Bei der vielen Medizin auch kein Wunder. Es war wie wenn man im Fahrstuhl der Aufregung ganz oben im obersten Stock ist und nun ganz schnell unten ankommt.

Im Krankenhaus angekommen wurde ich in ein Bett auf der Intensivstation gelegt. Wieder die gleichen Fragen und da ist sie die Frage nach dem Alkohol. Natürlich trinke ich Alkohol, doch jetzt kam ich mir vor wie ein Alkoholiker. Radler, Wein, Sekt, Ouzo, Ramazotti, Obstler,….bekommt man davon einen Herzinfarkt ? Ich trinke ja nicht literweise, sondern hin und wieder ein Glas der aufgezählten Getränke.

Die Frage nach dem Rauchen. Nun ich rauche schon 40 Jahre nicht mehr und trotzdem wird dieser Zustand in den Unterlagen erwähnt. Altraucher.

Das EKG ist auch hier in Ordnung. Dann kann das Ganze ja nicht so schlimm sein. Schon wieder traute ich mir selbst nicht. Konnte ich mich anscheinend auf mich und meine Körperwahrnehmungen nicht verlassen? Vielleicht habe ich mich geirrt. Vielleicht bin ich auch sehr wehleidig. Und vielleicht ist alles gar nicht so schlimm. Am liebsten wäre ich aufgestanden und nach Hause gegangen, aber ich konnte nicht.

Der Arzt will bevor er Feierabend macht noch einen Ultraschall machen zur Vorsicht. Nur damit über Nacht alles in Ordnung ist. Ansonsten hat das Ganze ja auch bis morgen früh Zeit. Wie peinlich ist mir das alles. Am liebsten wäre ich im Erdboden versunken. Bin ich so blöd schiesst mir die Frage in den Kopf. Ich bin desorientiert. Ich traue mir nicht. Kann ich mich nicht auf mich verlassen? Zum wiederholten mal wäre ich am liebsten aufgestanden und nach Hause gegangen. Simulierender, rauchender Alkoholiker. Aber das bin ich doch gar nicht. Was wird da in Kürze für ein Bild von mir gezeichnet? Ich rauche seit meiner Jugend nicht mehr. Die Schmerzen waren echt, ich kann sie nur nicht einordnen. Ich kannte solche Schmerzen noch nicht in meinem Leben. Und Alkoholiker bin ich doch auch nicht. Ich trinke Alkohol, ja. Aber ist hin und wieder ein Glas Rotwein oder ein Sekt oder ein Ouzo, ein alkoholfreies Bier oder Radler wirklich zu viel? Ich bin ein Zweifler. Ich zweifle an mir. Habe ich in der Vergangenheit in meinem geliebten Leben alles falsch gemacht? Jetzt bin ich sehr in Sorge um mich.

Und dann geht alles ganz schnell. Noch bevor ich mir bewusst bin was geschieht bin ich im OP. Der Arzt muss seinen Feierabend verschieben. Tut mir aufrichtig leid, aber hier geht es gerade um mein Leben.

Der Ultraschall zeigte anscheinend eine sofort notwendige Intervention auf.

Ich bin ausgeliefert. Muss unterschreiben, dass ich mit allen Massnahmen einverstanden bin. Aber was bleibt mir in einer solchen Situation anderes übrig. Ich brauche Hilfe. Ich würde alles unterschreiben. Ich muss mich verlassen, dass das Richtige, Notwendige getan wird. Ich finde diese Unterschrift schon fast lächerlich.

Auf einem riesigen Bildschirm verfolge ich voller Spannung das Geschehen. Schmerzen habe ich nicht mehr. Das ist gut. Hoffentlich weiss der Mensch neben mir was er tut. Ich tröste mich mit dem Gedanken, dass er ja ansonsten wohl nicht an dieser Stelle wäre.

Ich finde es höchst interessant und spannend auf dem grossen Bildschirm links neben mir zu sehen wie etwas von meiner Leiste aus durch meinen Körper fährt. Erklärungen bekomme ich keine. Geredet wird nicht und ich traue mich nicht Fragen zu stellen. Ich bin Beobachter der Situation und bete obwohl ich eigentlich nicht gläubig bin, dass alles gut wird.

[...]

Ich bin in einer Familie gross geworden in der Leistung einfach wichtig war und so habe ich es auch an meine Kinder weitergegeben.

Und jetzt soll ich mich um mich kümmern? Nicht mehr leisten, arbeiten, betreuen, beraten, weiterhelfen, kümmern? Wie mache ich das? Mich um mich kümmern? Welche Ziele habe ich für meine Zukunft in der kurzen Zeit in den Kliniken entwickelt? Bin ich eins mit den Zielen? Habe ich meine bisherigen Lebenserfahrungen genügend reflektiert? Was ist mir in Zukunft in meinem Leben wichtig? Werde ich das richtige Leben führen? Was will ich? Was muss ich? Für was habe ich Verantwortung? Bin ich mit mir wirklich im Reinen? War der wiederholte Blick in meine Kindheit diesmal wirklich ausreichend genug während des Aufenthaltes in der Klinik?

Mit Mitte 20, während meiner Ausbildung als Erzieherin, realisierte ich das erste mal, was es wirklich war, die Situation in meiner Kindheit, in meinem Elternhaus. Ich war ein ganz schwaches autoritätsgläubiges Kind. Ich hatte nie darüber nachgedacht was ich selber fühle. Was will ich oder was will ich nicht war mir keine Frage. Ich habe es gar nicht realisiert dass mein zugezogener Cousin mich sexuell missbrauchte. Er schlich sich in mein Leben in dem er mit seiner Mutter in einer Scheidungssituation in eine Wohnung im Nachbarhaus einzog. Er spielte mit mir, die ich wesentlich jünger war und keiner der Erwachsenen fragte sich warum. Ich war völlig arglos. Auch als er sich mit mir im Nachbarzimmer ins Bett legte und mich streichelte. Seine Mutter saß in der Küche nebenan und lackierte Fingernägel. Ich hasse bis heute und ich bin mittlerweile 64 Jahre lackierte Fingernägel. Irgendwann wurde eine Grenze überschritten, die ich nicht wahrgenommen hatte. In meiner neuapostolischen Familie wurde nie über Sexualität gesprochen. Das war ein absolutes Tabuthema, das nicht vor kam und ich wusste nicht was das war. Es ist alles passiert was man sich vorstellen kann und seine Mama saß in der Küche und lackierte Fingernägel. Er hat sich an mir befriedigt, er hat mich masturbiert, es war alles dabei was man sich vorstellen kann. Es war seine Sexualität die er mir komplett überstülpte und ich hatte als kleines 10 jähriges Kind keine Chance. In der Welt meiner Eltern scheint so etwas auch nicht zu existieren mit ihrem neuapostolischen Glauben. Es war für alle unvorstellbar. Es konnte nicht sein. Sie fanden alles normal. Ich konnte mich niemandem anvertrauen. Ausserdem hatte ich ja gar nicht realisiert was das war. Ich hatte wirklich geglaubt es sei alles in Ordnung. War ausgeliefert in eine Situation, die ich gar nicht realisierte. Bis zu diesem Zeitpunkt in meiner Erzieherausbildung.

Die Kindheit ist wie eine Saat und erst im Erwachsenenalter kommt die Ernte und dann ist es zu spät.

Traumatisierte Menschen bleiben in der Vergangenheit stecken. Sie befassen sich geradezu zwanghaft mit dem Horror, den sie auf der bewußten Ebene hinter sich lassen wollen, erleben diesen weiterhin und verhalten sich als bestünde er noch immer. Da sie außerstande sind das Trauma in die Vergangenheit zu verweisen erfordert es ihre gesamte Energie die eigenen Emotionen in Schach zu halten. Der Preis dafür ist zu wenig Aufmerksamkeit für das, was die Gegenwart verlangt.

Ich war lange Zeit weder vernünftigen Argumenten zugänglich noch mit Einsicht, Verhaltensänderungen oder Bestrafungen zu kurieren.

Meine Flucht aus der Situation war dann mit 15 Jahren. Ich hatte einen Freund Franz und er war meine Möglichkeit die andere Situation zu verlassen. Hauptsache raus, weg sofort. Das ist heute noch meine Handlungsstrategie. Meine Flucht als Chance der Befreiung. Heute fahre ich Wohnmobil und es steht stets gepackt vor meiner Haustür. Aber an einer ganz bestimmten Stelle meines Lebens laufe ich heute noch vor eine Wand. Alles was mit meinem Körper zu tun hat: Ernährung, Bewegung, Schlaf,….obwohl ich viele Bücher über diese Themen gelesen habe und sehr informiert bin. Dieses traumatische Erlebnis hatte ich lange Zeit verdrängt, aber anscheinend hat es doch grössere Auswirkungen auf meinen Körper als ich bisher gedacht habe.

Schön empfand ich auch in der psychosomatischen Klinik die Gemeinschaft mit den Mitpatienten der Klinik. Ein Austausch ist mir echt wichtig. Ich kann vielen Menschen Denkanstöße geben, Kumpel für diese Zeit sein, Begleiter, Unterstützer, Zuhörer, …..

Und dann kommt auch schon der Zeitpunkt wo ich aus der Klinik entlassen werde.

Aber hat mich mal einer wirklich in einem persönlichen Gespräch gefragt von du zu du warum ich vielleicht verzweifelt bin, was in meinem Leben vorgeht, was mir weh tut, was ich ändern könnte, …….ich hätte wahrscheinlich eh keine Antwort geben können. Mein Leben, hätte ich immer noch gesagt, verlaufe gut.

Eines nehme ich mit: „ Weisheit bedeutet nicht nur Unterscheidungsvermögen zu entwickeln, sie bedeutet sich mit den Dingen auseinander zu setzen, die uns von jener Verbundenheit abgeschnitten haben, die letztlich der Sinn des Lebens ist.“ John Vervaeke. Durch Verbundenheit entsteht Sinn und das ist der Kern von Weisheit.

Der Fokus meines Lebens richtet sich da hin wo meine Aufmerksamkeit ist.

Auf jeden Fall habe ich vor mir und meinen Kindern und Enkelkindern mehr Herz entgegen zu bringen.

Auf dem Weg in mein neues Leben. Hurra. Ich freue mich darauf. Ich will es gut hinbekommen.

Frühe Verletzungen und Entwicklungstraumata entkörpern Menschen. Viele Menschen sind deshalb nie wirklich in ihrem Körper und damit in ihrem Leben gelandet, so wie ich.

Wiedereingliederung wird vom entlassenden Arzt empfohlen. Aber ich will weg….weg in die Welt. Egal wohin. Hauptsache weg. Nichts wie weg. Sieht vielleicht schon wieder nach Flucht aus, ist aber mein inneres Bedürfnis. Der Herzinfarkt war die Schockstarre. Jetzt kommt die Flucht. Ein mir bekanntes Muster.

Jeder Mensch hat seine Sicht der Dinge, seine eigene Wahrheit.

Wiedereingliederung und arbeiten kommt für mich nicht in Frage obwohl alle dazu raten.

In einem schnell organisierten Mitarbeitergespräch vereinbare ich meinen Jahresurlaub zu nehmen, 35 Arbeitstage und meine Überstunden abzubauen. Und dann nichts wie weg.

Grundsätzlich stehen uns wie bei den Tieren bei Gefahr drei angeborene Überlebensstrategien zur Verfügung: Flucht, Kampf oder Erstarrung. Sagt Peter Levine. Können wir fliehen oder uns erfolgreich verteidigen, stellt sich im Organismus danach meist das natürliche Gleichgewicht wieder her. Wenn Kampf oder Flucht keine sinnvolle Alternative darstellt, erstarren wir vor Schreck. Wenn wir die in einer bedrohlichen Situation mobilisierte Energie nicht irgendwie entladen können, indem wir sie z. B. abschütteln, bleibt sie im Nervensystem gefangen. Wir sind weiterhin im Alarmzustand. Hochfunktional nicht bei sich verspüren wir keinen Schmerz. Diesen Austritt eigentlich eine Gnade der Natur muß ich lernen zu bemerken. Im Nervensystem gebundene Überlebensenergie nennen wir Trauma.

Ich will weg…..Flucht….raus. Ich muss mich neu sortieren. Einen Punkt setzen sonst bekomme ich noch einen Drehschwindel. Meine wertfreie Aufmerksamkeit auf mein Leben richten. Im Mittelpunkt soll das Aufspüren meiner Gedanken, Entscheidungen, Überzeugungen, inneren Bildern, Impulsen und Emotionen stehen.

Rhythmus trägt das Leben und ist Ursprung für Heilung habe ich in anthroposophischen Ausbildungen erlernt. Ich habe Vertrauen in mich und in meinen Körper. Der Herzinfarkt war ein Ausrutscher. Eine Sackgasse in die ich mich selbst hinein manövriert hatte. Nach Meinung der Ärzte. Aber habe ich das wirklich?

Ja man kann immer alles noch besser machen. Aber schließlich bin ich ein bemühter Mensch in allen Lebenslagen. Und ich hatte stets versucht mein bestes zu geben.

Ab jetzt richte ich meine Aufmerksamkeit auf mich, meine Kinder und Enkel. Energie folgt der Aufmerksamkeit. Arbeiten stelle ich erst mal hinten an. Das kurze Stück des Meterbandes bleibt mir in eindrücklicher Erinnerung.

Gestern fuhr ich los. Mit dem Wohnmobil in meine Zukunft.

Das ganze Leben ist eine Reise. Wo soll meine Reise an der Stelle hingehen?

In meinem Heimatort hatte ich alle Erledigungen gemacht…Arbeitgeber Arzt…..Apotheke…….Post…… Strom …meinen Hund abgeholt….Wäsche gewaschen…nass eingepackt …und los…bis Ulm….in Kempten Frühstücksstopp und die letzte Medizin in der Apotheke besorgt…..Diese vom Arzt verordnete Medizin will ich durch individuelle Medizin mit Schüssler Salzen, Nahrungsergänzungen und anthroposophischer Medizin erweitern.

Ende der Leseprobe aus 102 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Leben finden
Untertitel
Meine Reise zu mir selbst
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2026
Seiten
102
Katalognummer
V1684414
ISBN (PDF)
9783389171400
ISBN (Buch)
9783389171417
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Herzinfarkt Erfahrungen Lebenskrise überwinden Trauma und Heilung Selbstfindung Reise Sinnsuche im Leben Ausstieg aus dem Funktionsmodus Burnout und Erschöpfung Psychosomatische Reha Innere Kindheilung Persönliche Transformation Umgang mit Überforderung Neuorientierung nach Krankheit Selbstfürsorge lernen Heilung durch Achtsamkeit Mut zur Veränderung Herzinfarkt Biografie Biographie Heilpädagogik
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Anonym (Autor:in), 2026, Das Leben finden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1684414
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