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Einfluss dysfunktionaler Emotionsregulation auf die prämenstruelle dysphorische Störung

Titel: Einfluss dysfunktionaler Emotionsregulation auf die prämenstruelle dysphorische Störung

Hausarbeit , 2025 , 36 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Ursula Klang (Autor:in)

Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die prämenstruelle dysphorischen Störung (PMDS) ist eine schwere affektive Störung, gekennzeichnet durch phasische kognitive-affektive und körperliche Symptome in der späten Luteal-Phase (LL-Phase), die nach Einsetzen der Menstruation abklingen. PMDS wirkt sich signifikant negativ auf gesundheitsbezogene Lebensqualität, Hobbies, soziale Interaktionen bzw. soziale Beziehungen aus. Fehlzeiten, hohe Produktivitätseinbußen und eine intensive Inanspruchnahme des Gesundheitssystems verursachen beträchtliche wirtschaftliche Kosten. Dennoch ist PMDS unterdiagnostiziert und unzureichend therapiert, häufig durch ein mangelndes Bewusstsein der medizinischen Fachkräfte.
Studienergebnisse zeigen eine Interaktion zwischen dysfunktionaler Emotionsregulation (ER) und Menstruationszyklus (MZ), mit der Folge von zyklusbedingten Stimmungsveränderungen. Über mögliche Einflussfaktoren für eine dysfunktionalen ER bei PMDS ist noch wenig bekannt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

  • Abkürzungsverzeichnis
  • 1 Einleitung
  • 2 Prämenstruelle Dysphorische Störung
    • 2.1 Epidemiologie von PMDS
    • 2.2 Ätiologie von PMDS
    • 2.3 Komorbiditäten
    • 2.4 Diagnosestellung
    • 2.5 Therapie
  • 3 Dysfunktionale Emotionsregulation und PMDS
    • 3.1 Zusammenhang zwischen dysfunktionaler ER und PMDS
      • 3.1.1 Adaptive Emotionsregulationsstrategien
      • 3.1.2 Maladaptive Emotionsregulationsstrategien
    • 3.2. Einflussfaktoren auf eine dysfunktionale Emotionsregulation
      • 3.2.1 Persönlichkeitsmerkmale
      • 3.2.2 Negative Kindheitserfahrungen
      • 3.2.3 Alexithymie
      • 3.2.4 Bindungsstile
      • 3.2.5 Somatosensorische Amplifikation (SSA)
      • 3.2.6 Psychologische Resilienz und Stresswahrnehmung
      • 3.2.7 Biologische Faktoren
  • 4 Diskussion
  • Literaturverzeichnis
  • Anhangsverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss dysfunktionaler Emotionsregulation auf die Prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS) und erforscht die Faktoren, die diese dysfunktionale Emotionsregulation bei PMDS beeinflussen. Das primäre Ziel ist es, ein tieferes Verständnis der komplexen Zusammenhänge zwischen Emotionsregulation und PMDS zu schaffen.

  • Definition, Epidemiologie und Ätiologie der Prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS).
  • Zusammenhang zwischen dysfunktionaler Emotionsregulation (ER) und PMDS.
  • Analyse adaptiver und maladaptiver Emotionsregulationsstrategien.
  • Identifikation und Diskussion psychologischer und biologischer Einflussfaktoren auf dysfunktionale ER bei PMDS, einschließlich Persönlichkeitsmerkmalen, Kindheitserfahrungen und neurologischen Aspekten.
  • Betrachtung von Diagnosestellung und Therapieansätzen für PMDS.

Auszug aus dem Buch

3 Dysfunktionale Emotionsregulation und PMDS

Dysfunktionale ER beschreibt die Unfähigkeit, flexibel auf emotionale Zustände zu reagieren und zu bewältigen. Die Folge sind intensivere und anhaltendere emotionale Reaktionen (McRae & Gross, 2020, S. 2-3). Mehrere Studienergebnisse weisen darauf hin, dass Frauen mit PMDS, Schwierigkeiten in der ER haben (Azoulay et al., 2020, S. 6; Gao et al., 2021, S. 19533-19536; Kaluve & Graham, 2025, S. 9; Lin et al., 2022, S. 9; Manikandan et al., 2016, S. 7-8; Nayman et al., 2023c, S. 5345; Petersen et al., 2016, S. 6).

Petersen et al. (2016, S. 2-7) konnten in ihrer Studie mit einem ERs-Paradigma und dem bildgebenden Verfahren „Funktionelle Magnetresonanztomographie“ (fMRT), eine deutliche Verschlechterung der emotionalen Symptome in der Follikelphase, bis hin zur prämenstruellen Phase bei Teilnehmer (TN) der PMDS-Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe (KG) ohne PMDS belegen. PMDS reduzierte die emotionale Reaktion auf Bilder mit negativen Emotionen, wie z. B. Wut und Depression, während der LL-Phase (Gao et al., 2021, S. 19532-19536). Auch bei Stiernmann et al. (2025, S. 3-4) hatten TN der PMDS-Gruppe höhere Level an negativen Affekten in der LL-Phase als in der KG. Dies könnte ein Hinweis auf eine geringere emotionale Anpassung während der prämenstruellen Phase sein, bei gleichzeitiger Zunahme der negativen ER (Gao et al., 2021, S. 19536.). Bei PMS scheint die dysfunktionale ER schwächer ausgeprägt zu sein als bei PMDS, was darauf hinweist, dass die emotionale Dysregulation ein relevanter psychologischer Faktor für alle Ausprägungen von prämenstruellen Symptomen sein könnte (Kaluve & Graham, 2025, S.11). Die „Difficulties in Emotion Regulation Scale" (DERS) ist ein geeignetes Instrument, um eine dysfunktionale ER zu erheben (Azoulay et al., 2020, S. 3; Gratz & Roemer, 2004, S. 43; Petersen et al., 2016, S. 5). Eine dysfunktionale ER erzeugt Gefühle von geringer Kontrolle über angstbezogene Ereignisse während des gesamten MZ (Manikandan et al., 2016, S. 7-8).

Zu den adaptiven Emotionsregulationsstrategien gehören kognitive Neubewertung, Problemlösung und Akzeptanz (Schäfer et al., 2017, S. 261). PMDS erhöht die Tendenz, Emotionen seltener während der LL-Phase kognitiv neu zu bewerten. Das erhöht die Stressanfälligkeit (Kaluve & Graham, 2025, S. 6; Lin et al., 2022, S. 9; Nayman et al., 2023c, S. 5345-5347). Ein hohes Maß an kognitiver Neubewertung führt zu mehr positiven Affekte und zu geringeren negative Affekte (NA) während der Menstruation, Follikel- und Ovulationsphase, aber nicht in der LL-Phase (Nayman et al., 2023c, S. 5347). PMDS verringert die Tendenz für die Fähigkeit der Perspektivenübernahme (Lerner et al., 2024, S. 5). Dagegen reduzieren aktive Problemlösungen emotionale Reaktionen (Lerner et al., 2024, S. 5). Günstige Strategien können sich positiv auf die Stimmung auswirken, schützen aber nicht vor einer Stimmungsverschlechterung in der LL-Phase (Nayman et al., 2023c, S. 5346).

Zu den maladaptiven ER-Strategien zählen Rumination, Vermeidung, und Unterdrückung (Schäfer et al., 2017, S. 261). Rumination (Grübeln, Reflektieren, Sorgen) ist ein signifikanter positiver Prädiktor für PMDS-Symptome wie z. B. NA (Kaluve & Graham, 2025, S. 6; Nayman et al., 2023c, S. 5345-5347; Roomaney & Lourens, 2020, S. 5). In der Studie von Kaluve & Graham (2025, S. 11) war Grübeln konsistent mit der Schwere verschiedener Symptome von PMDS verbunden und war der größte individuelle Prädiktor für die Symptomminderung im Vergleich zu anderen ER-Maßnahmen. Beddig et al. (2019, S. 7) fanden einen verstärkten intraindividuellen Effekt von Stress auf Grübeln bei PMDS, unabhängig von der Zyklusphase. Umso ein höheres Maß an Rumination vorliegt, desto mehr sind depressive- und Angstsymptome, mehr NA und weniger positive Affekte zu erwarten (Aldao et al., 2010, S. 231; Beddig et al., 2019, S. 5-8; Nayman et al., 2023c, S. 5347-5348; Schäfer et al., 2017, S. 265). Bei PMS ist die Rumination schwächer ausgeprägt (Kaluve & Graham, 2025, S. 9). Nach Kaluve & Graham (2025, S. 9) unterscheiden sich Personen mit PMDS und gesunde Personen nicht in der Unterdrückung von Emotionen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Prämenstruelle Dysphorische Störung (PMDS) ein, beschreibt ihre Auswirkungen auf die Lebensqualität und stellt die zentrale Forschungsfrage nach den Einflussfaktoren auf dysfunktionale Emotionsregulation bei PMDS vor.

2 Prämenstruelle Dysphorische Störung: Hier werden Epidemiologie, Ätiologie, Komorbiditäten, Diagnosestellung und Therapie der PMDS detailliert erläutert, inklusive der Symptomatik und diagnostischer Kriterien nach DSM-5 und ICD-11.

3 Dysfunktionale Emotionsregulation und PMDS: Das Kapitel beleuchtet den Zusammenhang zwischen dysfunktionaler Emotionsregulation und PMDS, identifiziert adaptive und maladaptive Regulationsstrategien und diskutiert verschiedene psychologische und biologische Einflussfaktoren auf diese Dysregulation.

4 Diskussion: Die Diskussion fasst die Studienergebnisse zusammen, hebt die Schlüsselrolle der Rumination hervor, benennt Neurotizismus, negative Kindheitserfahrungen, Alexithymie, Bindungsstile, Somatosensorische Amplifikation, Resilienz, Stresswahrnehmung, Mikrobiom und biologische Faktoren als Einflussgrößen und schlägt therapeutische Implikationen vor.

Schlüsselwörter

Prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS), Emotionsregulation, dysfunktionale Emotionsregulation, Menstruationszyklus, psychologische Resilienz, Stresswahrnehmung, Neurotizismus, Alexithymie, Bindungsstile, Somatosensorische Amplifikation, Kindheitserfahrungen, Rumination, kognitive Verhaltenstherapie, Serotonin, Hormonschwankungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Einfluss dysfunktionaler Emotionsregulation auf die Prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS) und untersucht die verschiedenen Faktoren, die eine solche Dysregulation bei PMDS-Betroffenen beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind die Prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS) selbst, die Emotionsregulation, sowohl adaptive als auch maladaptive Strategien, sowie psychologische und biologische Einflussfaktoren wie Persönlichkeitsmerkmale, Kindheitserfahrungen und neurobiologische Aspekte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten: „Welche Faktoren beeinflussen die dysfunktionale Emotionsregulation bei PMDS?“, um ein umfassendes Verständnis dieses komplexen Zusammenspiels zu entwickeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf Literaturrecherchen über PubMed, die Bayrische Nationalbibliothek München und Google Scholar, was auf eine systematische Literaturanalyse hindeutet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Prämenstruelle Dysphorische Störung (PMDS) hinsichtlich ihrer Epidemiologie, Ätiologie, Diagnostik und Therapie, sowie den Zusammenhang zwischen dysfunktionaler Emotionsregulation und PMDS inklusive adaptiver und maladaptiver Strategien und ihrer Einflussfaktoren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter wie Prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS), Emotionsregulation, dysfunktionale Emotionsregulation, Menstruationszyklus, psychologische Resilienz und Stresswahrnehmung charakterisieren die Arbeit.

Wie unterscheidet sich die Diagnosestellung von PMDS zwischen DSM-5 und ICD-11?

Während DSM-5 PMDS als psychiatrische Erkrankung im Kapitel „Depressive Störungen“ klassifiziert und eine prospektive Zyklusdokumentation von mindestens zwei symptomatischen Zyklen fordert, ist PMDS im ICD-11 erst seit 2022 eine eigenständige gynäkologische Störung, bei der die Zyklusdokumentation lediglich empfohlen wird.

Welche Rolle spielen negative Kindheitserfahrungen bei der dysfunktionalen Emotionsregulation bei PMDS?

Negative Kindheitserfahrungen, insbesondere sexueller Missbrauch, emotionale Misshandlung oder Vernachlässigung, sind ein wichtiger Risikofaktor für dysfunktionale Emotionsregulation und können den Zusammenhang zwischen negativen Kindheitserfahrungen und PMDS verstärken.

Welche Bedeutung hat Rumination im Kontext von PMDS?

Rumination (Grübeln, Reflektieren, Sorgen) ist ein signifikanter positiver Prädiktor für PMDS-Symptome, insbesondere negative Affekte, und kann zusammen mit Stress und prämenstruellen Symptomen einen Teufelskreis bilden, der die Symptomatik langfristig verstärkt und aufrechterhält.

Inwiefern beeinflussen biologische Faktoren die Emotionsregulation bei PMDS?

Biologische Faktoren wie Hormonschwankungen, insbesondere ein Absinken der Serotoninspiegel und eine gestörte Interaktion zwischen Allopregnanolon und GABA-Rezeptoren, sowie neuroinflammatorische und veränderte Darmmikrobiom-Prozesse, tragen zur dysfunktionalen Emotionsregulation und den affektiven Symptomen bei PMDS bei.

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Details

Titel
Einfluss dysfunktionaler Emotionsregulation auf die prämenstruelle dysphorische Störung
Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule
Note
1,0
Autor
Ursula Klang (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2025
Seiten
36
Katalognummer
V1684664
ISBN (PDF)
9783389173046
ISBN (Buch)
9783389173053
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Prämenstruelle dysphorische Störung PMDS Alexithymie Bindungsstile dysfunktionale Emotionsregulation Resilienz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ursula Klang (Autor:in), 2025, Einfluss dysfunktionaler Emotionsregulation auf die prämenstruelle dysphorische Störung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1684664
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  36  Seiten
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