Das Werk behandelt den kommunalen Finanzausgleich in Nordrhein-Westfalen anhand des Gemeindefinanzierungsgesetzes NRW (GFG NRW) 2010. Die Darstellung erfolgt sowohl in textlicher als auch in graphischer Form mit Berechnungsbeispielen.
Gliederung
A Einleitung und historischer Hintergrund
B Verfassungsrechtliche Grundlagen des Gemeindefinanzausgleichs
C Das GFG NRW 2010
I. Finanzausgleichsmasse
II. Verteilung der Verbundmasse
1. Schlüsselzuweisung
a) Gesamtansatz
aa) Hauptansatz
bb) Schüleransatz
cc) Soziallastenansatz
dd) Zentralitätsansatz
b) Grundbetrag
c) Ausgangsmeßzahl
d) Steuerkraftmeßzahl
- Exkurs Gewerbesteuerumlage
e) Unterschiedsbetrag
f) Ausgleichssatz/Ausgleichsfaktor
g) Schlüsselzuweisungen an Kreise und die Städteregion Aachen
h) Schlüsselzuweisungen an die Landschaftsverbände
2. Pauschalzuweisungen
a) Investitionspauschale
b) Schul-/Bildungspauschale
c) Sportpauschale
d) Pauschalzuweisungen zur Überwindung außergew. und unvorhersehbarer Lasten
3. Zuweisungen außerhalb des Steuerverbundes
D Reformansätze
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den kommunalen Finanzausgleich in Nordrhein-Westfalen, basierend auf dem Gemeindefinanzierungsgesetz (GFG) 2010. Dabei wird analysiert, wie die Finanzausgleichsmasse ermittelt und auf die verschiedenen kommunalen Ebenen verteilt wird, um die finanzielle Handlungsfähigkeit der Kommunen im Rahmen der verfassungsrechtlichen Vorgaben zu gewährleisten.
- Struktur und Berechnung der Finanzausgleichsmasse
- Mechanismen der Schlüsselzuweisungen und deren Bemessung
- Systematik der Pauschalzuweisungen zur investiven Unterstützung
- Bedeutung der Steuerkraftmeßzahl im Vergleich zum fiktiven Bedarf
- Diskussion aktueller Reformansätze zur Weiterentwicklung des Finanzausgleichs
Auszug aus dem Buch
A Einleitung und historischer Hintergrund
Nihil pecuniae, nihil ioci -das gilt nicht nur für das Privatleben, sondern auch für alle Ebenen eines modernen Staates. Um die Handlungsfähigkeit desselben zu erhalten, bedarf es seiner Ausstattung mit den notwendigen Finanzmitteln von Bund, Ländern und Gemeinden. Für letztere gilt das insbesondere, da sie einen großen Strauß von öffentlichen Aufgaben zu erfüllen haben und erfüllen, während ihnen hierzu nur in sehr eingeschränktem Maß eigene Finanzmittel durch Erhebung von Steuern, Gebühren und Beiträgen erschlossen sind und sie als Teile der Länder im zweistufigen Staatsaufbau behandelt werden.
Um dieses Ungleichgewicht zu lindern, wurden bereits in der Anfangszeit der Weimarer Republik durch Matthias Erzberger die sog. Reichsüberweisungssteuern eingeführt. Dieses System wurde in den Dreißiger Jahren des vergangen Jahrhunderts von Johannes Popitz umgestaltet und wesentliche Elemente des heutigen Finanzausgleiches eingefügt. In der Bundesrepublik Deutschland übernahmen die meisten Länder nach der Gemeindefinanzreform 1969 das von Popitz entwickelte System für ihre Gemeindefinanzausgleiche.
Diese Untersuchung befaßt sich ausschließlich mit dem Gemeindefinanzausgleich des Landes Nordrhein-Westfalen. In einem ersten Schritt werden die verfassungsrechtlichen Grundlagen dargestellt, danach folgt eine Darstellung des GFG NRW.
Zusammenfassung der Kapitel
A Einleitung und historischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die Notwendigkeit des kommunalen Finanzausgleichs aufgrund der begrenzten eigenen Einnahmemöglichkeiten der Kommunen und gibt einen historischen Abriss der Entwicklung in Deutschland.
B Verfassungsrechtliche Grundlagen des Gemeindefinanzausgleichs: Hier werden die Vorgaben des Grundgesetzes sowie der nordrhein-westfälischen Landesverfassung für die Gestaltung eines übergemeindlichen Finanzausgleichs dargestellt.
C Das GFG NRW 2010: Das zentrale Kapitel analysiert die Ermittlung der Finanzausgleichsmasse sowie die komplexe Verteilungssystematik über Schlüssel- und Pauschalzuweisungen.
D Reformansätze: Dieses Kapitel diskutiert die Kritik am bestehenden System und beleuchtet Vorschläge des IFO-Instituts zur Weiterentwicklung des kommunalen Finanzausgleichs in NRW.
Schlüsselwörter
Kommunaler Finanzausgleich, GFG NRW 2010, Schlüsselzuweisung, Finanzausgleichsmasse, Steuerkraftmeßzahl, Ausgangsmeßzahl, Verbundbetrag, Pauschalzuweisungen, Investitionspauschale, Soziallastenansatz, Schüleransatz, Zentralitätsansatz, Redistribution, kommunale Finanzen, Reformansätze.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den kommunalen Finanzausgleich im Bundesland Nordrhein-Westfalen auf Grundlage des Gemeindefinanzierungsgesetzes (GFG) des Jahres 2010.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der Ermittlung der Finanzausgleichsmasse, den Verteilungskriterien für Schlüsselzuweisungen an Gemeinden, Kreise und Landschaftsverbände sowie den unterschiedlichen Pauschalzuweisungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist eine detaillierte Darstellung und Analyse der Berechnungsmechanismen und Systematik des kommunalen Finanzausgleichs in NRW unter besonderer Berücksichtigung des GFG 2010 und dessen Änderungsgesetzes.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten rechts- und finanzwissenschaftlichen Analyse der gesetzlichen Regelungen, ergänzt durch Eigengrafiken zur Visualisierung der komplexen Berechnungsmodelle.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil wird die Systematik des Finanzausgleichs schrittweise erläutert, von der Berechnung des Verbundbetrages über die Ermittlung des fiktiven Bedarfs bis hin zur finalen Zuweisungslogik für die verschiedenen kommunalen Ebenen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Kommunaler Finanzausgleich, Schlüsselzuweisung, Finanzausgleichsmasse, Steuerkraftmeßzahl, fiktiver Bedarf und Reformansätze.
Welche Bedeutung hat die "Einwohnerveredelung" im Hauptansatz?
Die Einwohnerveredelung berücksichtigt, dass Einwohner in einwohnerstarken Gemeinden einen höheren Finanzbedarf verursachen als in einwohnerschwachen Gemeinden, weshalb die Gewichtung progressiv anhand einer Staffel erfolgt.
Warum gibt es einen "Zentralitätsansatz"?
Der Zentralitätsansatz dient dazu, Kostenbelastungen durch Einpendler abzubilden, die in der Einwohnerstatistik nicht erfasst werden, und soll Anreize für Gewerbeansiedlungen in Kommunen schaffen.
Was unterscheidet Schlüsselzuweisungen von Pauschalzuweisungen?
Während Schlüsselzuweisungen konsumtiv sind und sich am Bedarf der Kommunen orientieren, sind Pauschalzuweisungen primär investiv angelegt und erfolgen unabhängig vom individuellen Bedarf.
Wie bewertet der Autor die aktuelle Reformdiskussion?
Der Autor weist darauf hin, dass eine bloße Gewichtungsänderung der Ansätze die finanzielle Not der Kommunen nur lindern, aber nicht beheben kann, da eine tatsächliche Entlastung eine Erhöhung der Finanzausgleichsmasse erfordert.
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- Clemens Mindt (Author), 2010, Der kommunale Finanzausgleich in Nordrhein-Westfalen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168491