In der Arbeit wird der Frage nachgegangen, ob Modedesign grundsätzlich als eine Disziplin der Kunst – ähnlich wie Fotografie oder Film – angesehen werden kann. Es wird dargestellt, welche Rolle Mode insbesondere für die junge Generation hat und dass sie weit mehr ist als Kleidung. Einige herausragende Modedesigner/innen und ihre Werke werden vorgestellt. Dabei wird auf zeitgenössische Modeschöpfer/innen und ihren Beitrag zu Mode und Kunst eingegangen. Ein wichtiger Teil der Arbeit widmet sich der Frage, welche Rolle Mode in der Malerei spielt und wie sie in Kunstwerken dargestellt wird. Die Arbeit stützt sich auf fundierte Literatur.
Die Arbeit endet mit der Beschreibung eines Modeprojekts in einer neunten Klasse, in der Kunst unterrichtet wird. Fotos vom Projekt sind beigefügt. Das Buch richtet sich an alle, die an der Schnittstelle von Kunst und Mode interessiert sind.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung und Zusammenfassung
- 1.1. Fragestellung
- 2. Mode: Begriffsabgrenzung, Funktionen. Mode und Kunst allgemein.
- 3. Kunst auf dem Laufsteg.
- 3.1. Kleid oder Bild. Kreative Liaison oder Kollaboration von Kunst und Mode.
- 3.2. Ein zweites Leben
- 3.3. Alles nur Show?
- 3.4. Muss Mode tragbar sein?
- 3.5. Modebranche unter Schock
- 3.6. Die Rebellin..
- 4. Wenn Mode zum wichtigsten Sujet des Bildes wird
- 4.1. Künstler und Modedesigner.
- 4.2. Das Brautpaar
- 4.3. Auf die Poste kommt es an
- 4.4. Rüschen, Schleifen, Spitze.
- 4.5. Eine Hochzeit
- 5. Mode plus Kunst mehr als eine Symbiose: Ein Individuum
- 5.1. Der Filzanzug in Gefahr..
- 5.2. Modeskulptur oder Modeplastik
- 5.3. Keine Grenzen für Materialien
- 5.4. Mode wurde 102..
- 6. Quo vadis?
- 7. Die oberflächlichen Hüllen seiner selbst
- 7.1. Jugend und ihr Mode
- 7.2. Die oberflächengestaltung der Kleidung und die Kommunikation
- 7.3. Die Kleidung als Teil der Inszenierung
- 8. Mode im Kunstunterricht.
- 8.1. Schule macht Müll
- 8.1.2. Projektbeschreibung, Methoden und Durchführung
- 8.1.3. Pädagogische Ansätze und Theoriebezug
- 8.1.4. Reflexion und Ausblick..
- 9. Fazit.
- Literaturverzeichnis.
- Abbildungsverzeichnis und Beschreibung der Fotos
Zielsetzung & Themen
Diese Masterarbeit untersucht die vielfältigen Schnittstellen zwischen Kunst und Mode mit dem primären Ziel zu klären, inwiefern Mode als eigenständige Kunstform anerkannt werden kann und welche Voraussetzungen sie dafür erfüllen muss. Sie beleuchtet die historische und konzeptuelle Entwicklung beider Disziplinen und deren gegenseitige Beeinflussung.
- Die Definition und Abgrenzung von Mode und Kleidung im Kontext der Kunst.
- Die Wechselwirkung und Kollaboration zwischen Künstlern und Modedesignern.
- Die Darstellung und Bedeutung von Mode in der bildenden Kunst verschiedener Epochen.
- Die Rolle der Jugendmode als Ausdruck von Identität und Kommunikationsmittel.
- Pädagogische Ansätze zur Integration von Mode und Design im Kunstunterricht.
- Die Entwicklung der Mode von einem Gebrauchsgegenstand zu einem ästhetischen Medium und Kunstobjekt.
Auszug aus dem Buch
3.1. Kleid oder Bild. Kreative Liaison oder Kollaboration von Kunst und Mode.
Kunst als direkte Inspiration ist offensichtlich in den Kreationen von Yves Saint Laurent, dem Modeschöpfer, der die Branche auf Olymp erhoben hat. 1965 hat Saint Laurent eine Modekollektion entwickelt, die auf den Werken von modernen Künstlern basierte, darunter Serge Poliakoff, Kasimir Malewitsch und vor allem Piet Mondrian, dem Vertreter von De Stijl. In den sechs nach Mondrian designten Cocktailkleidern wurde die Übersetzung der Bilder von Mondrian erreicht. Diese wurden zum Aushängeschild der Kollektion und bekamen den Spitznamen „Mondrian Collection".
YSL sind die berühmtesten Initialen der Modewelt. Die Kleider waren aufwendig hergestellt. Das gestalterische Grundelement sind die Farbblöcke in Primärfarben (hier Ultramarin statt der Primärfarbe Cyan und Rot statt Magenta), die in die Kleider reingeschneidert und reingenäht und nicht einfach gefärbt wurden. Geometrie und teilweise Symmetrie bestimmen das Design der Meisterstücke. Um sicherzugehen, dass die Designs richtig eingehalten werden, hat Laurent die Erstellung selbst beaufsichtigt. Das Gewicht der Kleider (ursprünglich aus Wolle gefertigt) ließ sie ab Schulter steif und unbeweglich hängen. Das verstärkte die Wirkung der Kleider als Kunststücke. Die Kleider betraten die Modebühne genau zum richtigen Zeitpunkt und lösten einen Hype aus, prägten mit ihren schlichten, geometrischen Mustern den Modestil der 60er Jahre. Die Kleider wirken schon fast wie die Leinwände von Mondrian und Kopf und Beine ragen heraus wie damals bei einem Sandwichmann aus der Werbetafel (vgl. Smith/Kubler, 2013, S. 24).
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1. Einleitung und Zusammenfassung: Dieses Kapitel führt in die Forschungsfrage ein, ob Mode als Kunstform anerkannt werden kann, und beleuchtet die historische Entwicklung von Kleidung als Bedeckung und individuellen Ausdruck.
Kapitel 2. Mode: Begriffsabgrenzung, Funktionen. Mode und Kunst allgemein.: Hier werden die Begriffe Mode und Kleidung voneinander abgegrenzt, ihre Funktionen als nonverbale Kommunikationsmittel analysiert und ihre gesellschaftliche Rolle beleuchtet.
Kapitel 3. Kunst auf dem Laufsteg.: Das Kapitel untersucht die Schnittstellen zwischen Kunst und Mode anhand von Beispielen bekannter Modedesigner, die sich von Kunst inspirieren lassen oder Kunst in ihre Kreationen integrieren.
Kapitel 4. Wenn Mode zum wichtigsten Sujet des Bildes wird: Es wird analysiert, wie Mode in der bildenden Kunst als zentrales Motiv dient und dabei symbolische sowie soziale Bedeutungen in Werken wie Gemälden von Klimt und van Eyck offenbart.
Kapitel 5. Mode plus Kunst mehr als eine Symbiose: Ein Individuum: Dieses Kapitel betrachtet, wie Künstler wie Joseph Beuys und Erwin Wurm Modeelemente in ihre Kunstwerke integrieren und damit die Grenzen der reinen Funktionalität von Mode überschreiten.
Kapitel 6. Quo vadis?: Es diskutiert die wachsende Akzeptanz von Mode in Museen und Galerien und plädiert für eine gleichberechtigte Anerkennung von Modekunstwerken im Kunstsystem.
Kapitel 7. Die oberflächlichen Hüllen seiner selbst: Hier wird die Jugendmode als wichtiges Kommunikationsmedium und Ausdruck der Identität erforscht, wobei die Rolle von Subkulturen und die Entfunktionalisierung von Kleidung hervorgehoben werden.
Kapitel 8. Mode im Kunstunterricht.: Das Kapitel stellt ein schulisches Projekt namens "Mode aus Müll" vor, das Schülerinnen und Schülern ermöglicht, sich kreativ und nachhaltig mit Mode und Design auseinanderzusetzen.
Kapitel 9. Fazit.: Zusammenfassend argumentiert das Fazit, dass Mode eine eigenständige Kunstform ist, die den Zeitgeist widerspiegelt, und plädiert für ihre vollständige Anerkennung in der Kunstgeschichte.
Schlüsselwörter
Mode als Kunstform, Kunst und Mode, Modedesign, Kleidung, Jugendmode, Identität, Kreativität, Nachhaltigkeit, Performancekunst, Haute Couture, Surrealismus, Joseph Beuys, Yves Saint Laurent, Elsa Schiaparelli, Modeskulptur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob und inwiefern Mode als eigenständige Kunstform anerkannt werden kann, indem sie die Schnittstellen und Wechselwirkungen zwischen Mode und Kunst beleuchtet.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder sind die Begriffsabgrenzung von Mode und Kunst, die Kollaboration zwischen Designern und Künstlern, die Darstellung von Mode in der bildenden Kunst, die Bedeutung der Jugendmode und die Integration von Mode in den Kunstunterricht.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die Forschungsfrage „Inwiefern kann Mode als eine Kunstform anerkannt werden?" und „Welche Voraussetzungen muss die Mode erfüllen, um als eine Kunstform angesehen zu werden?" zu beantworten.
Welche Ansätze werden zur Untersuchung des Themas verfolgt?
Die Arbeit verfolgt eine multidisziplinäre Analyse, die Fallbeispiele aus der Modegeschichte und Kunst, theoretische Abgrenzungen und die praktische Anwendung im Kunstunterricht umfasst.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden spezifische Beispiele von Modedesignern und Künstlern, historische Kontexte der Mode in der bildenden Kunst, sowie die Rolle von Jugendmode und ein Schulprojekt zur Mode thematisiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter wie Mode als Kunstform, Modedesign, Jugendmode, Kreativität, Nachhaltigkeit, Haute Couture und Performancekunst charakterisieren die Arbeit.
Welche besondere Bedeutung hat die "Mondrian Collection" von Yves Saint Laurent für die Beziehung von Kunst und Mode?
Die "Mondrian Collection" von Yves Saint Laurent aus dem Jahr 1965 ist ein ikonisches Beispiel für die direkte Inspiration von Mode durch Kunst, indem sie die Farbblöcke und geometrischen Muster Piet Mondrians in tragbare Cocktailkleider übersetzt und so die Kunstwerke selbst zum Kleidungsstück werden lässt.
Wie wird das Thema Nachhaltigkeit im Kontext der Mode im Schulprojekt "Mode aus Müll" behandelt?
Im Schulprojekt "Mode aus Müll" setzen sich die Schülerinnen und Schüler praktisch mit der Definition von Müll und Nachhaltigkeit auseinander, indem sie weggeworfene Materialien sortieren, wiederverwenden und ihnen ein "zweites Leben" in Form von Modekreationen geben.
Warum wird Elsa Schiaparelli in der Arbeit als "Die Rebellin" bezeichnet?
Elsa Schiaparelli wird als "Die Rebellin" bezeichnet, weil ihre Mode unkonventionell war, sie bewusst den traditionellen Vorstellungen von Schönheit und der Rolle der Frau widersprach und sich von surrealistischen Künstlern wie Salvador Dalí inspirieren ließ, um einzigartige und oft provokante Kunstzitate in ihre Designs zu integrieren.
Welche pädagogischen Ansätze untermauern das Projekt "Mode aus Müll" im Kunstunterricht?
Das Projekt ist durch Ansätze von Pestalozzi, die Ganzheitlichkeit (Hirn, Herz, Hand) und die Förderung intrinsischer Motivation betonen, geprägt. Es ermöglicht den Schülerinnen und Schülern, ihre Persönlichkeit und Fähigkeiten durch interdisziplinäres, erfahrungsorientiertes Lernen einzubringen.
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- Irena Konrad-Sidoruk (Author), 2025, Kunst die uns anzieht. Mode als multimedialer Komplex. Wechselwirkung zwischen Kunst und Mode, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1684953