Musik und Medien - Filmmusik


Seminararbeit, 2011
14 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II Filmmusik als Medium
1 Geschichte der Filmmusik
2 Formen der Filmmusik nach H.-J. Pauli
2.1 Paraphrasierung
2.2 Polarisierung
2.3 Kontrapunktierung
2.4 Graphik nach H. Pauli
3 Funktionen und Wirkung
3.1 Ganzheitliches und wirkungsorientiertes Modell nach H. Pauli
3.1.1 Persuasive Funktion
3.1.2 Syntaktische Funktion
3.1.3 Hermeneutische Funktion
3.2 Nach N.J. Schneider

4 Grundtechniken

III Schluss

I Einleitung

Filmmusik. Ein nicht mehr wegzudenkendes Medium, mit dem man beinahe täglich „beschallt“ wird, sei es im Kino oder vor dem Fernseher. Diese Musik, die zu Beginn des 19.Jahrhunderts seine Anfänge fand, findet man in nahezu allen Fernseh- und Kinofilmen, ja auch in Dokumentationen und Serien. Oft ist sie so in den Film integriert, dass sie vollkommen überhört wird, wo sie doch eine so zentrale Funktion spielt. Filmmusik bringt uns den Film näher, macht ihn greifbar, verständlich, sie emotionalisiert oder erklärt.

Und: Filmmusik beeinflusst den Film auf starke Weise. Die Frage, die sich viele Wissenschaftler stellen, wurde in einem kleinen Experiment innerhalb des Referats zu dem Thema „Musik und Medien – Filmmusik“ in einem Seminar des Studienganges Musikpädagogik greifbar gemacht. Eingespielt wurde die Eröffnungsszene des Filmes „The Shining“ gezeigt (Erklärungen hierzu weiter unten in 2.2). Die Originalmusik wurde allerdings extrahiert und statt ihrer drei andere jeweils sehr unterschiedliche Filmmusiken eingespielt. Die Musik aus „Into the Wild“ gab der Szene dann eher die Wirkung, als würde ein „Roadtrip-Movie“ oder ein recht lustiger Abenteuerfilm folgen. Ganz anders mit der Musik aus „A Map oft he World“, durch die die Szene einen eher romantischen, meditativen Charakter bekam. Und das sehr bekannte Anfangsstück der „Harry Potter“-Filme tauchte die Szene gleich eindeutig in den Charakter der Zauberwelt.
Drei unterschiedliche Musiken, drei unterschiedliche Wirkungen also. Und keine der Filmmusiken schaffte es, die eigentliche Stimmung, nämlich den mysteriös-unscheinbaren, herzustellen.

Doch wie entwickelte sich die Filmmusik? Welche Formen und Funktionen kann man ihr zuweisen? Und welche verschiedenen Techniken gibt es?
Diese Seminararbeit soll einen kleinen Überblick darüber schaffen, was in zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten und Büchern geschrieben steht.

II Filmmusik als Medium

Die Filmmusik ist so alt wie der Film selbst - seit den ersten Stummfilmen ist Musik imKino nicht mehr wegzudenken; Namen wie Bernard Herrmann, John Barry, JerryGoldsmith, Ennio Morricone, und nicht zuletzt Hans Zimmer, John Williams und Bill Conti, auf die sich diese Arbeit besonders bezieht, sind den meisten Leuten ein Begriffund sie verbinden diese Komponisten mit vermutlich unsterblichen Werken.
Filmmusik besitzt ihre eigenen speziellen Funktionen und entwickelte hierfür im Laufeder Jahre eine Unzahl der verschiedensten Techniken und Gestaltungsformen. Sowohldie Entwicklung der Filmmusik als auch ihre Funktionen und Techniken werden in denfolgenden drei Teilen erklärt.

1 Geschichte der Filmmusik

Der Anfang der Filmmusik ist in der Stummfilmzeit (ca.1900-1930) festzusetzen:
Zunächst erreichten die Filme noch keine hohe Popularität und wurden „nur“ von sogenannten „Kinoorgeln“, Klavier oder Salonmusik begleitet, die ohne jegliche Beziehung zu den Geschehnissen des Filmes stand. Es hatte lediglich die Funktion, „das Geräusch des Projektors zu übertönen“ (K.London) oder auch „das Gespenstische der stummen Schatten vergessen zu machen“(H. Eisler, T.W.Adorno).

Diese Funktion änderte sich mit der zunehmenden Popularität der Filmindustrie in der„Bürgerschicht“. Häufig wurde auch bereits komponierte „autonome“ Musik gespielt, um die Emotionen des Filmes mit dem passenden Klang zu unterstützen. Beispielsweise hinterlegte man eine Hochzeitsszene mit dem „Hochzeitsmarsch“ von Mendelssohn-Bartholdy oder eine Beerdigungsszene mit einem Trauermarsch. Wurden diese Stücke extra fürdie Filme neu arrangiert, so wurde die Reihenfolge der Stücke auf einem „cue sheet“(„Stichwortzettel“) als „Gedächtnisstütze“ festgehalten, die Übergängezwischen den Titeln wurden improvisiert.

Mit der Größe der Filmtheater änderte sich auch die Besetzung für die Filmmusik, sieentwickelte sich vom Klavier über das Salonorchester bis hin zuSymphonieorchestern. Gleichzeitig stieg der künstlerische Anspruch und immer mehr „ernste“Komponisten widmeten sich Kompositionen für Filme, so zum Beispiel Schostakowitch und Prokoviev.

Die erste komponierte Filmmusik stammt von Camille Saint-Saëns: Suite für Streicher, Klavier und Harmonium, op.128 zu dem Film L'Assassinat du duc de Guise (1908).

Der Wunsch nach einerstrukturellen Verbindung zwischen Bild und Ton wurde immer größer.Mit dem Auftreten des Tonfilms (um etwa 1930) gewann die Filmmusik eingesteigertes Interesse bei den Komponisten der sogenannten „Neuen Sachlichkeit“, d.h.die technischen Möglichkeiten zur „Koppelung von Bild und Ton“ wurden durch dieErfindung der „elektroakustischen Schallaufzeichnung“ realisiert, wodurch der Klanggesteigert wurde. Die erste aufgenommene Filmmusik auf Schallplatte war 1942 die Komposition zu Das Dschungelbuch von Miklós Rósza.

Anfangs war es noch schwierig, das Verhältnis von Sprache und Musik auszugleichen. Manunterschied zwischen reinen Sprechfilmen (sog. „All-Talkies“) und Musicals. Erst diegetrennte Aufnahme von Bild und Ton und deren nachträgliche Synchronisationermöglichte wieder die zu Stummfilmzeiten verbreitete Untermalung des Films durchMusik, die jetzt entweder im Wechsel oder in Überlagerung mit der Sprache geschah.
Die wichtigsten Komponisten dieser „Frühen Tonfilmzeit“ sind unter Anderem Erich Wolfgang Korngold (Robin Hood, The Sea-Hawk), Max Steiner (King Kong, Casablanca, Vom Winde verweht) und Bernard Herrmann (Citizen Kane, Psycho).

Mit dem Aufkommen des Fernsehens in den 50er Jahren wandte sich die Filmindustrieweitgehend der Jugend als neue Zielgruppe zu, wodurch sich auch die Musik änderte:Der symphonische Klang wurde immer mehr durch Unterhaltungsmusik und Jazzverdrängt. Filmmusik wurde zum Massenmedium. Sie folgt mittlerweile immermehr der Mode innerhalb der Unterhaltungsbranche, anstatt sich an den dramatischenFunktionen zu orientieren.

Dennoch gibt es immer noch Filmmusikkomponisten, die den „typischenHollywoodsound“, also den symphonischen Klang in ihrer Filmmusik beibehalten.Beispiele hierfür sind in erster Linie John Williams (zum Beispiel: Star Wars, Harry Potter, Schindlers Liste, E.T., Indiana Jones), Hans Zimmer (König der Löwen, The Rock, Inception, Fluch der Karibik, Rain Man), Howard Shore (Herr der Ringe), Gabriel Yared (Der englische Patient, Das Leben der Anderen), John Barry (Der mit dem Wolf tanzt, Jenseits von Afrika), Alan Silvestri (Forrest Gump), James Horner (Titanic, Avatar), Yann Tiersen (Die fabelhafte Welt der Amélie) und nicht zuletzt Ennio Morricone (Spiel mir das Lied vom Tod, Cinema Paradiso), um nur einige zu nennen.[1]

2 Formen der Filmmusik nach H.-J. Pauli

Die Beziehung von Bild und Ton wurde schon durch viele Musikwissenschaftlerkategorisiert. Die bis heute gängigste und sehr treffende Einteilung traf aber Hansjörg Pauli in seinem Werk„Filmmusik: Stummfilm“ (1981). Er unterteilt die Formen der Filmmusik in„Paraphrasieren“, „Polarisieren“und „Kontrapunktieren“:

[...]


[1] Metzler 1998, S.285ff

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Musik und Medien - Filmmusik
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Musikpädagogik)
Veranstaltung
Empirische Musikpädagogik
Note
1
Autor
Jahr
2011
Seiten
14
Katalognummer
V168502
ISBN (eBook)
9783640857371
ISBN (Buch)
9783640856121
Dateigröße
615 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
musik, medien, filmmusik, Musikpädagogik, Musikwissenschaft
Arbeit zitieren
Regina Steinbügl (Autor), 2011, Musik und Medien - Filmmusik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168502

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Titel: Musik und Medien - Filmmusik


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