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Clara Viebig: 'Das Weiberdorf'

Betrachtungen der männlichen und weiblichen Protagonisten unter Gender-Aspekten

Title: Clara Viebig: 'Das Weiberdorf'

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 24 Pages , Grade: 1.7

Autor:in: Simon Jakobs (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

1. Einleitung

In der folgenden Analyse soll der Roman „Das Weiberdorf“ von Clara Viebig aus dem Jahre 1900 näher betrachtet werden. Dabei soll das Werk, das in der gängigen Literatur entweder der Heimatkunst oder aber dem Naturalismus zugeordnet wird, nicht als ein solches interpretiert,
sondern als ein Opus betrachtet werden, das sich dem modernen Frauenroman verschreibt.
Unter der Lupe aktueller Gender-Betrachtungen sollen Machtverhältnisse im Roman aufgedeckt werden und erforscht werden, ob die Hauptfigur – Peter Miffert – als triebgeleitetes, rein von seiner Libido gesteuertes Wesen betrachtet werden kann oder ob die herausragende
Bedeutung von Weiblichkeit im Werk seine Rolle als „Hahn im Korb“ insofern determiniert, dass seine Handlungen quasi ferngeleitet sind.
Die Vorgehensweise soll dabei folgendermaßen ausgestaltet sein: In einem ersten Schritt führt eine kurze Inhaltsangabe sowie die Darstellung der Bedeutung des Werkes in seiner Zeit in
die Arbeit ein. Danach wird eine Analyse der verschiedenen Lesarten vorgenommen, unter denen sich das Werk betrachten lässt. Dabei wird selbstverständlich auch auf den Naturalismus- Begriff eingegangen werden, jedoch soll der Begriff des ‚Modernen Frauenromans‘ eine
ungleich stärkere Aufmerksamkeit erfahren. Darauf folgt eine Charakterisierung des Peter Miffert sowie eine Erläuterung seiner Position als ‚Hahn im Korb‘ im Dorfe. Dann wird ‚das Bäbbi‘ charakterisiert, die einzig weibliche Person im Werk, die sich nicht der herrschenden Moral beugt, sondern eine eigene Tugend entwirft. In einem weiteren Schritt wird ihr (besonderes) Verhältnis zum Protagonisten erläutert, woraufhin dieser schließlich einer erneuten
Betrachtung unterzogen wird. Ein Fazit soll abschließend darüber Auskunft geben, ob das Werk die Frauen im Weiberdorf als herrschende Gruppe bestimmt oder aber ob sich der Peter Miffert in eine Lage bringt, aus der nur er sich – wenn überhaupt – selbst retten könnte. Dabei soll die Forschungsfrage beantwortet werden, ob im ‚Weiberdorf‘ die fehlende Sexualmoral, bedingt durch eine verschobene, einst patriarchalische Machtstruktur, Ausgangspunkt aller ‚Sünde‘ ist oder ob die soziale Ausgangssituation, in die sämtliche Bewohner hineingeboren wurden, als solche dargestellt ist, dass keinem Bewohner eine andere Wahl bleibt, als seine von den Umständen definierte Rolle einzunehmen und bis zum Schluss durchzuspielen.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Clara Viebig – ‚Das Weiberdorf‘

2.1 Inhaltsangabe des Werkes

2.2 Das Werk im Kontext seiner Zeit

2.3 Das Werk in seinen Lesarten

2.3.1 Kriminalroman

2.3.2 Der Roman als Beispiel des Naturalismus

2.3.3 Der Roman als Soziale Prosa

2.3.4 Moderner Frauenroman

2.4 Die Figur des Peter Miffert

2.4.1 Charakterisierung der Figur

2.4.2 Peter Miffert als ein ‚Hahn im Korb‘?

2.5 Die Figur der ‚Bäbbi‘

2.5.1 Charakterisierung der Figur

2.5.2 Peter Miffert und ‚Bäbbi‘ – ein ganz besonderes Verhältnis

2.6 Peter Miffert – abschließende Betrachtungen zur Figur

3. Fazit

4. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Analyse untersucht den Roman „Das Weiberdorf“ (1900) von Clara Viebig unter spezifischen Gender-Aspekten. Ziel ist es, die Machtverhältnisse im Werk zu dekonstruieren und die Forschungsfrage zu beantworten, ob die Protagonisten durch die soziale Ausgangssituation determiniert sind oder aus eigenem Handlungsspielraum agieren.

  • Die Darstellung und Analyse von Männlichkeit und Weiblichkeit im „Weiberdorf“.
  • Die Untersuchung des Werkes als „Moderner Frauenroman“.
  • Die Charakterisierung der Hauptfiguren Peter Miffert und Bäbbi in ihren Rollen.
  • Die kritische Auseinandersetzung mit der sozialen Struktur der Eifel zur Jahrhundertwende.

Auszug aus dem Buch

2.4.1 Charakterisierung der Figur

Peter Miffert, ein hagerer, aber dennoch kraftvoller 35 Jahre alte Schlosser, zeichnet sich schon dadurch im ‚Weiberdorf‘ aus, dass er durch sein lahmes Bein nicht in der Lage ist, einer Arbeit im Ruhrgebiet nachzugehen. Er verbleibt also als einziger Mann seiner Altersklasse im Dorf Eifelschmitt und verbringt seinen Tag unter anderem mit ziellosen Wanderungen und Besuchen von Festivitäten. Sein Wohnort im Dorf zeichnet sich dadurch aus, dass er in der „letzten Hütte“ und „abseits von allen übrigen“ wohnt, was seine herausgehobene Position noch untermalt. Miffert zeigt sich im Werk aber nun nicht als ‚dummer, einfältiger Eifeler‘, sondern als ein durchaus differenzierter Charakter, der konsequent dadurch auffällt, dass er der eigenen Sexualität geradezu ausgeliefert zu sein scheint. Dieser Charakterzug fällt jedoch nicht nur dem Leser auf, sondern auch den anderen, ausgezogenen Männern, unter denen bei der zu Beginn des Werkes dargestellten Rückkehr sofort die „wüsteste Schlägerei“ im Gange ist. Miffert zeigt sich dabei als äußerst gewaltbereit und aggressiv, er ist nicht zurückhaltend, was das Austeilen von Schlägen angeht. Die lodernde Flamme der Gewalt keimt zu einem späteren Zeitpunkt im Roman nochmal auf, Anzeichen dafür finden sich jedoch schon bei der Behandlung des eigenen Kindes: „Das Kind auf Pittchens Arm fing kläglich an zu schreien; er warf es der Mutter in den Schoß: „Dao lieg, dau Bankert!““ Während sich nun die Handlung Stück für Stück zuspitzt, treten auch weitere Facetten des Charakters des Peter Miffert offen zu Tage: Er leidet unter der Angst, seiner Frau kein ihr angemessenes Leben bieten zu können und macht sich Vorwürfe, arm zu sein, wobei er jedoch auch nicht in der Lage ist, einer geregelten Arbeit nachzugehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Romans als „Moderner Frauenroman“ und Formulierung der Forschungsfrage hinsichtlich der Machtverhältnisse und der Determination durch die soziale Struktur.

2. Clara Viebig – ‚Das Weiberdorf‘: Eine inhaltliche Einführung in das Eifeldorf Eifelschmitt sowie die Einordnung des Werkes in den literarischen Kontext des Naturalismus, der Sozialen Prosa und des Frauenromans.

3. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung, dass die im Roman dargestellte Geschlechtersituation das Resultat einer gesellschaftlichen Unordnung ist, an welcher der männliche Protagonist letztlich zugrunde geht.

4. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Sekundärliteratur und Quellen.

Schlüsselwörter

Clara Viebig, Das Weiberdorf, Eifel, Naturalismus, Moderner Frauenroman, Gender-Studies, Peter Miffert, Bäbbi, Sozialstruktur, Geschlechterrollen, Männlichkeit, Weiblichkeit, Determinismus, Heimatkunst, Soziale Prosa

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Roman „Das Weiberdorf“ von Clara Viebig unter dem Fokus von Gender-Aspekten und untersucht die Rollenverteilung zwischen Mann und Frau in einem entvölkerten Eifeldorf.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Machtstrukturen, die Darstellung von Männlichkeit und Weiblichkeit, soziale Armut sowie die Auswirkungen der Abwesenheit der Männer im Dorf.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, ob die Romanfiguren durch ihre soziale Umgebung determiniert sind oder ob sie eigenständig handeln, insbesondere ob die fehlende Sexualmoral eine Folge der Machtstrukturen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die das Werk primär als „Modernen Frauenroman“ unter Einbeziehung von Gender-Studies betrachtet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Inhaltsangabe, die Einordnung in den Zeitkontext, die Analyse verschiedener Lesarten (Krimi, Naturalismus, Frauenroman) sowie eine detaillierte Charakterisierung der Figuren Peter Miffert und Bäbbi.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen: Clara Viebig, Naturalismus, Gender-Studies, Peter Miffert, Bäbbi, Eifel und Geschlechterrollen.

Warum wird die Rolle des Peter Miffert als „Hahn im Korb“ hinterfragt?

Weil das Rollenbild im Roman von der traditionellen Geschlechterordnung abweicht und Miffert eher als ein durch die Überzahl an Frauen in eine prekäre Rolle gepresstes Individuum erscheint.

Welche Sonderrolle nimmt die Figur der ‚Bäbbi‘ ein?

Bäbbi dient als moralischer Gegenpol zu den anderen Frauen im Dorf; sie zeichnet sich durch aufrichtige Liebe, Arbeitsamkeit und den Mut aus, ihr Schicksal durch einen Neuanfang aktiv zu verändern.

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Details

Title
Clara Viebig: 'Das Weiberdorf'
Subtitle
Betrachtungen der männlichen und weiblichen Protagonisten unter Gender-Aspekten
College
University of Trier
Grade
1.7
Author
Simon Jakobs (Author)
Publication Year
2010
Pages
24
Catalog Number
V168564
ISBN (eBook)
9783640861125
ISBN (Book)
9783640859443
Language
German
Tags
clara viebig weiberdorf betrachtungen protagonisten gender-aspekten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simon Jakobs (Author), 2010, Clara Viebig: 'Das Weiberdorf', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168564
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