Die Landreform in Namibia

Ein geeignetes Mittel zur Armutsreduzierung?


Hausarbeit (Hauptseminar), 2010
27 Seiten, Note: 2.3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Landreform in Namibia
2.1 Theoretischer Hintergrund
2.2 Gründe für die Landreform in Namibia
2.3 Ausgestaltung der Landreform in der Praxis
2.3.1 National Development Plan und Agricultural Land Refom Act
2.3.2 Das National Resettlement Programme
2.3.3 Das Affirmative Action Loan Scheme
2.3.4 Implikationen der Landreform
2.4 Auswirkungen der Landreform auf die Armutsreduzierung
2.5 Zwischenfazit: Ist die Landreform ein geeignetes Mittel, um die Armut im Land zu reduzieren?

3. Weitere Ansätze zur Problemlösung: Verringerung der absoluten Armut durch gezielte Modifizierung der Landreform
3.1 Farmen als Touristenmagnet: Ein boomender Sektor in Namibia
3.2 Alternative Methoden zur Bodenbewirtschaftung
3.3 Infrastrukturausbau durch Joint Ventures
3.4 Zwangsenteignungen ohne Kompensation als Königsweg?

4. Fazit

1. Einleitung

Namibia gilt als eines der reichsten Länder Afrikas, hat jedoch mit einer exorbitanten Ungleichverteilung, die Weltspitze ist, zu kämpfen. Zur Beseitigung dieser Ungleichheiten im ländlichen Bereich greift die Regierung auf das altbekannte Instrument der Landreform zurück, die auf friedlichem Weg Land an ehemals Benachteiligte umverteilen soll. Die Forschungsfrage, die diese Arbeit dabei stellt, ist zum einen, ob die Landreform in ihren Zielsetzungen bisher geglückt ist und ob sie zum anderen einen signifikanten Beitrag zur Beseitigung der absoluten Armut leisten konnte. Dabei wird zuerst die Thematik der Landreform an sich untersucht und ihre Ausgestaltung in Namibia betrachtet, woraufhin Lösungsvorschläge entwickelt werden, die über eine Modifizierung der Landreform das allgemeine Konzept verbessern sollen.

2. Die Landreform in Namibia

Im folgenden Kapitel soll nun im Vordergrund stehen, was man unter Landreform verstehen kann, was sie bewirken soll und wie sie in Namibia ausgestaltet ist. Dabei wird abschließend zum Kapitel die Frage gestellt, ob die Landreform einen positiven Effekt auf den Rückgang der absoluten Armut hat oder ob sie – ganz im Gegenteil – die absolute Armut noch verschlimmert hat.

2.1 Theoretischer Hintergrund

Im folgenden Abschnitt wird dargestellt, auf welchen theoretischen Grundlagen und Konzepten eine Landreform basiert, wie sie definiert wird und welche Chancen aber auch Risiken ihre Anwendung impliziert. Dabei soll jedoch nicht im Vordergrund stehen, bereits implementierte Landreformen zu beschreiben, sondern lediglich erläutert werden, was Landreform gerade auf dem afrikanischen Kontinent ausmacht.

Eine erste Definition für Landreform kann lauten: „[Land reform is] the redistribution of property or rights in land for the benefit of the landless, tenants and farm labourers”[1], was bedeutet, dass Landreform in erster Linie eine Umverteilung impliziert. Diese Umverteilung ist von Nöten, da mittlerweile über 3,3 Milliarden Menschen in ländlichen Gebieten leben, wovon sich ca. ein Viertel in extremer Armut befindet[2] ; eine Umverteilung von Land scheint also die einfachste Möglichkeit zu sein, diese Armut zu reduzieren, da der größte Teil der 3,3 Milliarden Subsistenzwirtschaft betreibt[3] ; eine Vergrößerung der Landmenge impliziert also vordergründig auch eine Vergrößerung des produktiven Outputs. Doch mit der Redistribution von Land alleine kann eine Landreform nicht erledigt sein: „…subsistence farmers cannot purchase modern seeds, fertilizers, and other essentials of modern agriculture; the result canb e a poverty trap…“[4]. Des Weiteren muss angenommen werden, dass Subsistenzfarmer zum Großteil keine unabhängigen unternehmerischen Entscheidungen fällen können[5] und dem Versagen weiterer Märkte, z.B. des Kreditmarktes unterliegen[6]. Denn wie kann ein Subsistenzfarmer, der zwar über Land, aber nicht über zusätzliches Kapital verfügt, einen ausreichend hohen Kredit erhalten, um zum einen infrastrukturelle Probleme und zum anderen landwirtschaftliche Technik zu beschaffen, die eine Steigerung seiner Produktion in dem Maße bewirkt, dass der Farmer zusätzlich produzierte Ware am offenen Markt verkaufen kann? Nun steht selbstverständlich der jeweilige Staat in der Pflicht, nach der Umverteilung von Land auch ‚Nachsorge‘ zu betreiben, also entweder Unterstützung zu geringen Refinanzierungsraten oder aber landwirtschaftliche Arbeitsgeräte bereitzustellen, mit denen ein Farmer über den Zustand der Subsistenzwirtschaft hinaus kommen kann. Dass nun jedoch finanzielle Hürden bei der Bewältigung all dieser Aufgaben im Wege stehen, ist logisch und unvermeidbar; vorgeschlagen wird in der Forschung unter anderem die direkte Enteignung mit Entschädigung zu Marktpreisen, um die Kosten für Preisverhandlungen und aufwendige juristische Verfahren gering zu halten[7]. Des Weiteren ist „[t]enure security […] a traditional goal of land reform, most notieceably in its efforts to give tenants either full ownership or contract security“[8], denn wenn schriftlich vorgelegt werden kann, dass man rechtmäßiger Besitzer eines eingetragenen Stück Landes ist, sind Kredite wesentlich einfacher zu erlangen als durch bloße Umverteilung ohne schriftlichen Nachweis.[9] In einem letzten Schritt, sprich: nach der Umverteilung und der Zuweisung von Kapital ist es nun vor allem essentiell, diversifizierte Landwirtschaft in klimatisch geeigneten Gebieten vorzunehmen, spezialisierte Landwirtschaft hingegen in den Gebieten, in denen eine diversifizierte Landwirtschaft aufgrund klimatischer oder geologischer Hindernisse nicht möglich ist[10]. Jedoch muss gewährleistet werden, dass die Infrastruktur aufrechterhalten bleibt, da diversifizierte Landwirtschaft gerade im rückständigen ländlichen Bereich zumeist an scheinbar banalen Problemen wie einer defekten Wasserpumpe oder einem defekten Transportmittel zu scheitern droht.

Landreform, wie sie nun im Fallbeispiel von statten geht, scheint sich eher dem ‚modernen Schema‘ von Landreformen zuzuordnen, welches sich dadurch auszeichnet, dass Landreform dezentralisiert, marktfreundlich und integrativ sein soll[11]. Des Weiteren entspricht die Landreform im Fallbeispiel eher dem ‚liberalen Modell‘, das besonders die Beseitigung von Ungleichheiten einer Gesellschaft im Auge hält als die wirtschaftliche Notwendigkeit einer solchen Reform[12].

2.2 Gründe für die Landreform in Namibia

Die Gründe für die Initiierung einer Landreform liegen in Namibia eher auf der Seite der kolonialen Vergangenheit denn auf der Seite einer wirtschaftlichen Immanenz:„Ourgrandparentsdiedwithoutseeingjusticedonetothelandissue, ourparentsaredying in povertywithsufferingengraved on theirfaces”[13]. Nachdem Namibia im Jahre 1990 nach über 100 Jahren kolonialer Herrschaft wieder unabhängig wurde, stand der Staat einer horrenden Ungleichverteilung von Land gegenüber: Ca. 52 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche sind sog. kommerzielles Farmland, auf das vor der Unabhängigkeit nur weiße Farmer zugreifen konnten. 2004 befanden sich von diesem Land immer noch ca. 90 % im Besitz von ungefähr 4.500 weißen Farmern; in den kommunalen Gebieten, die ca. 48 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche ausmachen, existieren ca. 150.000 Haushalte, die in Subsistenzwirtschaft leben[14]. Alles in Allemist die NotwendigkeiteinerLandreformalsFolge der kolonialenVergangenheitherauszusehen, aberauchals „…prerequisite for successful rural development, and hence, poverty alleviation“[15] „…in order to break the cycle of poverty and dependency from which generational workers, in particular, suffer“[16] und, wie das MLR selbstverlautenließ: „The aim of Namibia’s land reform process is not only to right past colonial wrongs, but also to achieve social and economic equity for all itscitizens“[17].

2.3 Ausgestaltung der Landreform in der Praxis

Die Landreform fand ihren Ursprung schon 1990, doch seitdem hat sich an der Implementierung einzelner Konzepte einiges geändert. Im Folgenden werden nun die wichtigsten Programme vorgestellt, die Teil der Landreform in Namibia sind und die wichtigsten Faktorenzu einer möglichen Armutsreduzierung darstellen.

2.3.1 National Development Plan und Agricultural Land Refom Act

Der erste Schritt zur Landreform wurde bereits 1990 gelegt, als ein Programm gestartet wurde, in dem „Redistributivelandreform, Tenurereform, Development ofunutilisedcommunallandand The Affirmative Action LoanScheme“[18] bereits fester Bestandteil des Reformvorhabens waren. Danach folgte der Agricultural (Commercial) Land Reform Act, No. 6 of 1995, der unter anderem regelte, dass der Staat das Vorkaufsrecht beim Verkauf von kommerziellem Farmland hat, wobei der „willingseller – willingbuyer“-Ansatz verfolgt wird, der „…essentiallymarket-driven“ ist.[19] Des Weiteren wurden Vorschriften über die Zuteilung von Land festgeschrieben sowie Schiedsgerichte etabliert, die bei Preisfragen zwischen Regierung und Verkäufer vermitteln sollen.[20] Im selben Jahr wurde der NDP I verabschiedet, welcher die Ziele festsetzte, Arbeitsplätze zu schaffen, die herrschende Ungleichheit zu reduzieren sowie ökonomische und soziale Programme aufzustellen; die Landreform wird jedoch dabei in keinem Maße angesprochen[21], denn, wie in der später aufgestellten NPRS verlautet, ist „theagriculturalbase […]tooweaktooffer a sustainablebasisforprosperity“[22]. Der 2001/2002 bis 2005/2006 laufende NDP II lautete in den Grundzügen zwar ähnlich dem NDP I, jedoch wurde Landreform erstmals zum zentrale Aspekt erhoben, die sozio-ökonomische Entwicklung des Landes voran zu treiben, was, einhergehend mit der Vision 2030, das Land bis zu ebendiesem Jahr auf den Stand einer Industrienation bringen soll. Dabei wird die Landreform auch in Verbindung mit den Millenium Development Goals gebracht, wobei „eradicating extreme povertyandhunger; Ensure environmental sustainability, Develop a global partnershipfordevelopment“[23] im Vordergrund steht. Der nächste große Schritt daraufhin war die Einrichtung von Land Boards, welche die sog. Land Tribunals[24] erweiterten: Dabei wurde festgelegt, dass traditionelle Autoritäten Kontrolle über kommunales Land ausüben, indem sie die Registrierung des Landes vornehmen und sich gemeinsam mit dem MLR bei der Erwerbung von neuem Land beraten[25]. Diese Land Boards operieren auf einem räumlich begrenzten Gebiet, das bei der recht geringen Gesamteinwohnerzahl Namibias zwar keine große Bevölkerungsmenge in sich vereint, jedoch mehrere Millionen Hektar Land umfassen kann; 2006 waren bereits 12 Land Boards im ganzen Land eingerichtet[26], was darauf hoffen lässt, dass mittlerweile die doppelte Menge vorhanden ist. Die Land Boards sind vor allem dann hilfreich, wenn es um Landstreitigkeiten geht, bei denen unklar ist, wer der rechtmäßige Besitzer des jeweiligen Stück Land ist, da sie registriert haben (sollten), welches Stück Land welchem Farmer zugewiesen wurde. Der nächste Schritt, die Landreform energischer voran zu treiben, folgte im Jahr 2003, als eine Erweiterung zum Commercial Land Reform Act veröffentlicht wurde: Diese regelte nun, dass Enteignungen vorgenommen werden dürfen, wenn diese im öffentlichen Interesse sind. Dass damit die Stimmung der weißen Farmer umschwenkte und die Angst darüber entstand, dass Zustände vergleichbar mit denen in Simbabwe aufkommen könnten, war die Konsequenz daraus; dennoch schließt z.B. Willem Odendaal, einer der prominentesten Analysten der GTZ in Namibia, dass – ganz im Gegensatz zu den anderen afrikanischen Ländern – die Chancen für einen ordentlichen, in juristischen Grenzen ablaufenden Umverteilungsprozess in Namibia sehr gut stünden[27]. Dabei spielt selbstverständlich die immer noch heiß diskutierte ‚Land Tax‘ eine Rolle, nach der ein namibischer Farmbesitzer 0,75 % des ‚Unimproved Site Value‘ pro Hektar Landfläche abgeben muss, der ausländische Farmbesitzer jedoch 1,75%. Problematisch an dieser Regelung ist, dass Artikel 10(1) der namibischen Verfassung „makes everyone equalbeforethelaw“[28] und Artikel 10(2) „enumerates nationality as a prohibitedgroundofdiscrimination“[29]. Vorschläge, die dazu gemacht werden, beschränken sich darauf, Land nach seinem Potenzial zu besteuern, doch dies wirft freilich die Frage auf, ob die Kosten der Begutachtung noch in vernünftiger Relation zum Nutzen stehen. Die nächste Etappe zum Thema Landreform folgte dann in Gestalt des NDP III, der sich nun explizit mit der Landreform beschäftigte und 2007 mit mehr als einem Jahr Verspätung implementiert wurde. Paradox ist hierbei, dass die Landreform zwar als Schritt zur Überwindung von Armut gesehen wird, dies aber nicht in der NPRS festgehalten ist[30]. In den nun folgenden Unterkapiteln sollen die wichtigsten Programme der Landreform detaillierter beschrieben werden. Dazu zählen hier das National Resettlement Programme, das Affirmative Action LoanScheme und das Small-Scale Commercial Farming, das innerhalb des ersten Unterpunktes diskutiert werden soll.

2.3.2 Das National Resettlement Programme

Das NRP stellt wohl den wichtigsten und umfassendsten Teil der Landreform dar. Es wurde 1997 aufgenommen und soll laut NDP II dazu führen, dass pro Jahr 36 Familien umgesiedelt werden, doch „[b]ased on thesefigures, itwouldtakeabout 1111 yearstoresettlethe 240000 people [, die zur Umsiedlung berechtigt sind, Anm. d. Verf.]“[31]. Die ‚ResettlementPolicy‘, die dahinter steckt, soll dabei dazu führen, dass diese Familien sich selbst ernähren können, Arbeit durch ‚Full-Time Farming‘ erlangen, aktiv zum BIP von Namibia beitragen und die überweideten kommunalen Gebiete entlasten[32]. Nach fünf Jahren staatlicher Unterstützung sollen die Siedler sich dann vollständig selbst versorgen können, wozu auch gehört, dass sie ihre Infrastruktur in Gang halten können und Expertise in Bezug auf ihr Ackerland besitzen. Doch ob diese fünfjährige Unterstützung tatsächlich erfolgt, ist aus der Literatur nicht klar ersichtlich, es scheint jedoch so, dass eine von der Regierung gewährte Unterstützung beileibe nicht diesen Zeitraum umfasst bzw. auch nicht genau formuliert ist, wie weit sich diese Unterstützung erstreckt. Tapia Garcia z.B. erwähnt, dass „Settlersare not adequatelytrainedtoaccomplish a basicagriculturaloutput“[33], was dazu führt, dass die Selbstständigkeit, die die Farmer erlangen sollen, allein durch fehlendes Training in unerreichbare Sphären rückt. Dass die Farmer dabei selbst nur wenig landwirtschaftliche Expertise besitzen, resultiert schon allein daraus, wer überhaupt an dem NRP teilhaben darf: „Toqualifyforresettlement, applicantsmay not havemorethan 150 LSU [Large Stock Units, Anm. d. Verf.; zur Berechnung von LSUs siehe: http://gadi.agric.za/software/renting/lsu_calc

.php?PHPSESSID=13fc3a2b28147a67b881851fbe543945 [25/09/10]] or the small stock equivalent thereof”[34]. Diejenigen benachteiligten Bevölkerungsgruppen, die am NRP profitieren können, also die Gruppe der San, die ehemaligen Kämpfer der PLAN, SWADF und KOEVOET Armeen, sowie Ex-Flüchtlinge und Vertriebene, Erwerbsunfähige und Einwohner aus überbevölkerten Gebieten, erhalten nach ihrer Qualifizierung für das Programm eine Pacht für die Dauer von 99 Jahren, welche jedoch sowohl vor den namibischen Geschäftsbanken als auch vor der semi-institutionellen Agribank nicht als Besitz gilt und damit nicht zu einem Kredit berechtigt. Dass dies selbstverständlich zu einem Teufelskreis führte, wurde der Regierung 12 Jahre nach der Einführung des NRP schließlich bewusst, woraufhin der PSSF, der Post Settlement Support Fund, gegründet wurde, welcher speziell den umgesiedelten Farmern Unterstützung zukommen lassen sollte. Er wurde im Mai 2009 gegründet und rief sofortige Kreditwünsche hervor. Die bis Februar 2010 eingegangenen 276 Anfragen belaufen sich jedoch auf einen Wert von N$ 40 Millionen, was das Budget des Fonds um ca. N$ 27 Millionen sprengte[35]. Mit dem PSSF konnten dennoch die großen Probleme der Nachsorge schon zum Teil bewältigt werden, doch bleibt immer noch eines, das sich schon von Beginn an hartnäckig dem NRP in den Weg stellte: Der namibische Staat hat für sich selbst erklärt, der Umsiedlungs-Prozess würde in festgelegten juristischen Grenzen ablaufen und das „Willingseller – willingbuyer“ Prinzip verfolgen [siehe 2.3.1]. Doch der ‚Willingseller‘ hat selten den Wunsch, besonders kultivierbares Land zum Verkauf anzubieten, sondern zeigt sich eher kooperativ, wenn es um den Verkauf von Brachland geht. Die 2003 erlassene Regelung, Farmer zu enteignen, wenn es im ‚öffentlichen Interesse‘ ist, sorgte für die ersehnte Beschleunigung des Umsiedlungs-Prozesses (der jedoch 2006 immer noch ca. 411 – 441 Tage in Anspruch nahm[36]), jedoch auch für Furcht und Schrecken bei den kommerziellen Farmern, fürchten diese doch, dass man ihnen das ‚gute‘ Land wegnimmt und an irgendwelche ‚lazy natives‘ verteilt. 2007 wurde jedoch endgültig ein mathematisches Modell verabschiedet, das genau errechnet, welche Farmen sich zum Ankauf eignen und welche nicht[37], und sowohl das MLR als auch die NLU, die Gewerkschaft der kommerziellen Farmer, zufrieden stellte. Doch hierbei trat ein weiteres Problem zutage: „Althoughthevastmajorityoffarmersindicatedthatthegovernmentgavethempermissiontooccupythefarms, lessthan 30% couldprovideanywrittenproof“[38] ; bei der Überprüfung der Rechtmäßigkeit einer Pacht kann es also durchaus dazu kommen, dass der Farmer keinen Nachweis für seinen Besitz erbringen kann, was ihn in die ungünstige Situation bringt, für einen illegalen Siedler gehalten zu werden.

[...]


[1] Adams (1995): 1

[2] Vgl. Todaro/Smith (2009): 431

[3] Vgl. ebd.

[4] Ebd.: 436

[5] Vgl. Deininger (1999): 5

[6] Vgl. Deininger/Binswanger (1999): 247 u. 252

[7] Vgl. Deininger (2004): 13

[8] Geisler/Letsoalo (2000): 7.4

[9] Da dies im Falle Namibias lukrativer und segensreicher zu sein scheint, wird im weiteren Verlauf noch erläutert; das Thema „Sharecropping“, auf das Todaro/Smith (2009) viel Wert zu legen scheinen (vgl. ebd.: 458ff.) wird hier aufgrund der fehlenden Relevanz für die Fallstudie nicht behandelt.

[10] Vgl. Todaro/Smith (2009): 460ff.

[11] Vgl. Peters (2007): 9

[12] Vgl. Schüler (2009): 29

[13] Kameeta (2002): 29; dieseemotionalenReaktionen auf das ThemaLandreformsindnichtungewöhnlich; auch: Uazuva (2004): 94: „During colonialism, the price was paid in blood; to avoid a repetition of this cruel fate, it is hoped that, in the interests of peace, the price will now be paid in hard cash […] Sacrifices must be made. The choice is theirs. The land is ours!” und Alfred Angulaim Interview mit Justine Hunter (Hunter (2004): 120): “In the southern African region, every average farm worker I have met said, “Yes, Mugabe made a good decision.”

[14] Vgl. dazu: Kreutzberger (2004): 30

[15] Werner (2003): 2

[16] Werner (2003a): 7

[17] MLR (2005): VIII

[18] Werner (2003): 7

[19] Horsthemke (2004): 89

[20] Vgl. Schüler (2009): 107

[21] Vgl. ebd.: 98

[22] Werner (2001): 1

[23] Schüler (2009): 99; auch: MLR (2007): 3

[24] Vgl. Agricultural Land Reform Act (1995): 55, 56, 58

[25] Vgl. Communal Land Reform Act (2002): 5

[26] Vgl. Nesongano/Kalunduka (2006): 24

[27] Vgl. Odendaal (k.A.): 193

[28] Legal Assistance Centre (2006): 9

[29] Ebd.

[30] Vgl. Schüler (2009): 100

[31] Nesongano/Kalunduka (2006): 5

[32] Vgl. Werner (2003): 8

[33] Tapia Garcia (2004): 50

[34] Werner/Odendaal (2010a): 3

[35] Odendaal/Werner (2010): 3

[36] Vgl.Nesongano/Kalunduka (2006): 24

[37] Vgl. Allgemeine Zeitung (2007)

[38] Kruger (2006): 46, auchPröpper (2009) 296: „Permissions to settle or allocate a field are usually granted orally and informally“

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Die Landreform in Namibia
Untertitel
Ein geeignetes Mittel zur Armutsreduzierung?
Hochschule
Universität Trier
Veranstaltung
HS: Entwicklungs- und Schwellenländer: Politische Voraussetzungen wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung
Note
2.3
Autor
Jahr
2010
Seiten
27
Katalognummer
V168566
ISBN (eBook)
9783640867080
ISBN (Buch)
9783640867134
Dateigröße
484 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
landreform, namibia, mittel, armutsreduzierung
Arbeit zitieren
Simon Jakobs (Autor), 2010, Die Landreform in Namibia, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168566

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