‚Mediengesellschaft’ und ‚Mediendemokratie’ sind wichtige Schlagwörter unserer Zeit, die eine Facette der Gesellschaft beschreiben. Tatsächlich spielen die Medien im gesellschaftlichen Leben eine herausragende Rolle, sie sind quasi omnipräsent. Ob Fernsehen, Hörfunk, Internet oder Printmedien, sie alle garantieren einen kontinuierlichen Informati-onsfluss als ständigem Begleiter der Menschen.
Ein Teilaspekt der Forschung beschäftigt sich seit einigen Jahren mit dem Verhältnis von Public Relations (PR) und Journalismus. Vorrangiges Ziel bei den dazugehörigen Arbeiten war und ist es, herauszufinden, wie stark der Einfluss der Öffentlichkeitsarbeit z.B. von Parteien, Regierungen, Verbänden, Wirtschaftsunternehmen und anderen gesellschaftlichen Institutionen auf den Journalismus ist.
Dabei etablierte sich im Laufe der Zeit die so genannte Determinationshypothese, die ganz allgemein gesprochen besagt, dass die Arbeit der Journalisten von der PR dominiert wird und dass Journalisten prinzipiell eine hohe Bereitschaft zeigen, das ihnen von der PR angebotene Material kritiklos und ohne eigene zusätzliche Rechercheleistung zu übernehmen. Seit Mitte der 70er Jahre wurden viele Studien durchgeführt, die diese Annahme belegen sollten. Zu Beginn der 90er Jahre setzte dann aber eine Gegenbewegung ein, die sich zum Teil sehr kritisch mit der bis dahin nahezu unangefochtenen Determinationshypothese auseinandergesetzt hat, wovon im Folgenden noch zu sprechen sein wird.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Determinationshypothese und deren Aussagekraft unter Berücksichtigung bestehender Arbeiten und eigener empirischer Daten zu untersuchen. Auch wenn die Zahl solcher Untersuchungen bereits recht hoch ist, so ist eine ständige Weiterbeschäftigung mit diesem Thema schon deshalb notwendig, da es sich bei dem Journalismus und der PR um dynamische Systeme handelt, die einem ständigen Wandel unterliegen und die Bewertung potenzieller Abhängigkeiten sich bereits nach wenigen Jahren erheblich ändern kann.
Da viele der bekannten Studien überregionale Medien zum Gegenstand hatten, wurden für diese Arbeit speziell die lokalen Printmedien am Beispiel der Stadt Freiburg ausgewählt. Als Datengrundlage dienen sowohl ein Fragebogen, der das subjektive Empfinden der jeweiligen Redaktionsleiter widerspiegeln soll, als auch eine Input-Output-Analyse.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Aufgabenstellung
- Forschungsstand
- Entstehung und Entwicklung der Determinationshypothese
- Die kritische Begleitung der Determinationshypothese
- Das Freiburger Beispiel
- Untersuchungsgegenstand und Methode
- Struktur der untersuchten Printmedien in Freiburg
- personelle und finanzielle Kapazitäten
- Die Journalisten und ihr Umgang mit den PR-Quellen
- Belege für und gegen die Determinationshypothese
- Informationsmasse
- Inhaltliche Struktur der BZ
- Diskussion und Kritik
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Determinationshypothese und deren Aussagekraft in Bezug auf das Verhältnis von Public Relations (PR) und Journalismus. Sie untersucht, ob die PR die Arbeit der Journalisten dominiert und ob Journalisten PR-Material kritiklos übernehmen. Die Arbeit basiert auf einer empirischen Untersuchung der lokalen Printmedien in Freiburg, die sowohl auf einem Fragebogen als auch auf einer Input-Output-Analyse beruht.
- Entwicklung und Kritik der Determinationshypothese
- Die Rolle der PR in der Medienlandschaft
- Der Einfluss von PR-Material auf journalistische Inhalte
- Die Bedeutung der lokalen Medienlandschaft
- Die Interaktion zwischen Journalisten und PR-Akteuren
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema der Mediendemokratie und die Bedeutung der Massenmedien ein. Dabei werden die verschiedenen Einflussfaktoren auf die Medienlandschaft beleuchtet. Die Aufgabenstellung definiert den Fokus der Arbeit auf die Untersuchung der Determinationshypothese anhand des Freiburger Beispiels. Der Forschungsstand präsentiert die Entstehung und Entwicklung der Determinationshypothese sowie die kritische Auseinandersetzung mit dieser. Das Freiburger Beispiel analysiert die Struktur der lokalen Printmedien und den Umgang der Journalisten mit PR-Quellen. Die Diskussion und Kritik bewertet die Ergebnisse der Untersuchung und setzt diese in den Kontext der bestehenden Forschung. Das Fazit fasst die wichtigsten Ergebnisse und Erkenntnisse der Arbeit zusammen.
Schlüsselwörter
Determinationshypothese, Public Relations, Journalismus, Mediendemokratie, lokale Medien, Input-Output-Analyse, Freiburg, Printmedien, PR-Material, Journalisten, Informationsfluss, Medienlandschaft.
Häufig gestellte Fragen
Was besagt die Determinationshypothese?
Sie besagt, dass Public Relations (PR) den Journalismus dominiert und Journalisten PR-Material oft kritiklos und ohne eigene Recherche übernehmen.
Wie wird das Verhältnis von PR und Journalismus in Freiburg untersucht?
Durch eine empirische Analyse lokaler Printmedien, die Fragebögen für Redaktionsleiter und eine Input-Output-Analyse nutzt.
Was ist eine Input-Output-Analyse in der Medienforschung?
Ein Verfahren, bei dem verglichen wird, wie viel des von der PR gelieferten Materials (Input) tatsächlich im redaktionellen Teil (Output) erscheint.
Gibt es Kritik an der Determinationshypothese?
Ja, seit den 90er Jahren gibt es eine Gegenbewegung, die betont, dass Journalisten trotz PR-Einfluss ihre Selektionshoheit behalten.
Warum sind lokale Medien ein besonderer Untersuchungsgegenstand?
Lokale Redaktionen haben oft geringere personelle Kapazitäten, was sie potenziell anfälliger für die Übernahme von fertigem PR-Material macht.
- Arbeit zitieren
- Sascha Fiek (Autor:in), 2004, Die Determinationshypothese aus der Perspektive lokaler Berichterstattung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168640