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Great Depression 1929 und Finanzmarktkrise

Ein Vergleich der Krisenursachen und der folgenden Regulierungsänderungen

Title: Great Depression 1929 und Finanzmarktkrise

Bachelor Thesis , 2011 , 48 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Fabian Burner (Author)

Economics - Finance
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Summary Excerpt Details

Die aktuelle Finanzkrise zeigt, dass Zusammenbrüche des Finanzmarktes immer wieder auftreten, obwohl nach jeder Krise regulatorische Maßnahmen ergriffen werden, die das verhindern sollen.
Die Entwicklung auf den Finanzmärkten scheint den politischen Entscheidungsträgern und Regulierungsbehörden immer wieder aufs Neue zu enteilen, sodass Regeln als Reaktion auf eine Krise oft nur kurzzeitig wirksam sind und es den regulierten Unternehmen in der Folge ermöglicht wird, diese durch Finanzinnovationen und genau auf die neuen gesetzlichen Regelungen zugeschnittene Finanzprodukte und Verhaltensweisen zu umgehen.
Im Jahr 1929 wurde die Finanzwelt von einem Zusammenbruch erschüttert, der in seiner Schwere vorerst einmalig war. Er war schon vor dem Zeitalter der Globalisierung auf der ganzen Welt spürbar und seine Folgen wirkten international eine lange Zeit nach.
Schon damals wurden bis zum Beginn des zweiten Weltkriegs eine Reihe von Maßnahmen beschlossen, um erkannte vorherige Fehlentwicklungen vermeiden und künftige ähnlich schwere Exzesse verhindern zu können.
In der Folgezeit zwischen dem Jahr 1929 und der aktuellen Finanzmarktkrise konnten weitere Anpassungen der Regulierung vorgenommen werden, aufgrund neuer Erfahrungen und Lernprozesse. Trotzdem konnte dieses, noch dichtere Netz an Regulierung den vergleichbar schweren Zusammenbruch der internationalen Finanzmärkte und die aktuelle Finanzkrise mit Folgen auf der ganzen Welt nicht verhindern.
So konnte es nicht nur im Jahr 1929 zu Kettenreaktionen auf den Finanzmärkten kommen, die weitreichende negative Auswirkungen mit sich brachten, etwa Bankenzusammenbrüche und die Notwendigkeit von umfangreichen staatlichen Hilfsmaßnahmen auf der ganzen Welt, sondern auch aktuell in Form der erneuten schweren Finanzmarktkrise.
Es stellt sich die Frage, wodurch beide Krisen ausgelöst wurden, inwiefern sich die Ursachen womöglich ähneln und wieso bestehende Regulierungen und bereits durchgeführte Regulierungsänderungen das Auftreten von Finanzkrisen bisher nicht dauerhaft verhindern konnten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Ausgangslage

1.2. Ziel der Arbeit

1.3. Vorgehen

2. Great Depression 1929

2.1. Ursachen

2.1.1. Hohe Liquidität und fehlende Regulierung

2.1.2. Neue Finanzprodukte und Manipulation auf dem Aktienmarkt

2.1.3. Aktienboom und Spekulationsblase

2.1.4. Probleme des Bankensektors

2.1.5. Vorhergehende und begleitende Wirtschaftsdepression

2.2. Regulierungsänderungen

2.2.1. Emergency Banking Act

2.2.2. Glass-Steagall-Act und Securities Act

2.2.3. Securities Exchange Act

2.2.4. Banking Act

2.2.5. Weitere gesetzliche Regelungen

3. Finanzmarktkrise

3.1. Ursachen

3.1.1. Hohe Liquidität und Geldpolitik des Federal Reserve Systems

3.1.2. Immobilienboom und Immobilienkrise

3.1.3. Neue Finanzprodukte und Verhalten der Ratingagenturen

3.1.4. Fehler in der Regulierung und in der Bankaufsicht

3.1.5. Fehlanreize und Moralische Probleme

3.2. Regulierungsänderungen

3.2.1. Neue Vorschriften für Finanzprodukte

3.2.2. Reform der Eigenkapital- und Bilanzierungsvorschriften

3.2.3. Reform der Ratingagenturen

3.2.4. Reform der Anreizsysteme für Manager und Aktionäre

3.2.5. Glaubhafte Regulierung und Transparenz

3.2.6. International anerkannte Standards und makroprudentielle Aufsicht

4. Vergleich der Krisenursachen und Regulierungsänderungen

4.1. Vergleich der Krisenursachen

4.1.1. Hohe Liquidität und Politik des FED

4.1.2. Versagen der Aufsicht und der Regelwerke

4.1.3. Neue Finanzprodukte

4.1.4. Riskante Kreditprodukte

4.1.5. Boom und Spekulation

4.1.6. Krisenanfälliges Bankensystem

4.1.7. Falsche Anreize

4.1.8. Wirtschaftslage

4.2. Vergleich der Regulierungsänderungen

4.2.1. Stabilität

4.2.2. Wirkungsvolle Aufsicht

4.2.3. Transparenz und Integrität

4.2.4. Vermeidung von Interessenskonflikten

5. Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Ursachen der "Great Depression" von 1929 sowie der aktuellen Finanzmarktkrise zu analysieren und die jeweils darauf folgenden Regulierungsänderungen vergleichend gegenüberzustellen, um Erkenntnisse für zukünftige Stabilitätsmechanismen zu gewinnen.

  • Vergleich der Entstehungsursachen beider Finanzkrisen
  • Analyse regulatorischer Maßnahmen nach 1929 und ihrer Wirkung
  • Untersuchung der Rolle von Finanzinnovationen und komplexen Produkten
  • Bewertung von Anreizstrukturen für Manager, Banken und Investoren
  • Gegenüberstellung heutiger Reformvorschläge mit historischen Lehren

Auszug aus dem Buch

2.1.1. Hohe Liquidität und fehlende Regulierung

Eine grundsätzliche Ursache der Finanzkrise im Jahr 1929 war die hohe zur Verfügung stehende Liquidität, welche von verschiedenen Entwicklungen getrieben wurde. Sie führte dazu, dass Aktien in hohem Ausmaß erworben werden konnten.

Die Zinspolitik des „Federal Reserve Systems“ (FED) war geprägt von niedrigen Zinsen. Das inkonsequente Vorgehen nach Ausbruch des Aktienbooms verschlimmerte die Situation zusätzlich. Denn auch als der Aktienboom solche Dimensionen angenommen hatte, dass man etwas dagegen unternehmen wollte und musste, reagierte die FED, nach einigen wirkungslosen Zinsanhebungen, nicht angemessen. Am Ende beschränkten sich ihre Interventionen auf Empfehlungen an die Mitgliedsbanken, Spekulationskredite abzulehnen, eine weitere wirkungslose Zinsanhebung auf 6% und Untätigkeit, auch dann noch, als die Krise längst begonnen hatte. Die Situation wurde verschlimmert durch auf den Finanzmarkt drängendes Kapital von Unternehmen, Privaten und dem Ausland, was den Einfluss des FED auf die Geldversorgung zusätzlich untergrub.

Die niedrigen Zinsen begünstigten die Kreditvergabe der Banken, sodass im Vorfeld der Finanzkrise sogenannte Maklerkredite eingeführt werden konnten, die es Investoren ermöglichten Aktien zu erwerben, ohne den vollen Kaufpreis zahlen zu müssen. So wurden auch die Menschen zu Aktienkäufen motiviert, welche nicht über ausreichendes Eigenkapital verfügten. Als Sicherheit für den aufgenommenen Kredit dienten die erworbenen Aktien. Wenn diese in ihrem Wert sanken, mussten die Kreditnehmer zusätzliche Sicherheitsleistungen in bar entrichten. Wenn sie dazu nicht in der Lage waren, mussten sie ihre Aktien veräußern, was dazu führte, dass die Aktienpreise in Folge des steigenden Aktienangebotes fielen. So wurde im Jahr 1929 von zunächst wenigen im Wert sinkenden Aktien und nicht erfüllten Nachschussaufforderungen eine Abwärtsspirale ausgelöst, die im Zusammenbruch des Finanzmarktes endete.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die wiederkehrende Natur von Finanzkrisen ein und umreißt das Ziel der Arbeit, Ursachen und Regulierungsmaßnahmen der Jahre 1929 und der Gegenwart zu vergleichen.

2. Great Depression 1929: Hier werden die Ursachen des Börsencrashs wie hohe Liquidität und spekulative Investmenttrusts analysiert sowie die darauf folgenden regulatorischen Reaktionen, insbesondere der Emergency Banking Act und der Glass-Steagall-Act, erläutert.

3. Finanzmarktkrise: Dieses Kapitel untersucht die Auslöser der aktuellen Krise, darunter die Geldpolitik des FED, den Immobilienboom und neue komplexe Finanzprodukte, gefolgt von einer Diskussion aktueller Reformansätze zur Stabilität.

4. Vergleich der Krisenursachen und Regulierungsänderungen: Hier erfolgt eine synoptische Gegenüberstellung, in der Parallelen bei Liquiditätsüberfluss und Regulierungsversagen sowie Unterschiede in den Rahmenbedingungen der Krisen herausgearbeitet werden.

5. Schluss: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass Lehren aus der Geschichte zwar für Reformen entscheidend sind, die zunehmende Komplexität heutiger Finanzsysteme jedoch flexiblere und detailliertere Regulierungsansätze als im Jahr 1929 erfordert.

Schlüsselwörter

Finanzmarktkrise, Great Depression, Regulierung, Federal Reserve, Aktienboom, Immobilienkrise, Finanzinnovationen, Eigenkapital, Basel III, Ratingagenturen, Spekulationsblase, Systemrelevanz, Transparenz, Interessenskonflikte, Bankenaufsicht

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Ursachen und die anschließenden regulatorischen Reaktionen auf die Weltwirtschaftskrise von 1929 im Vergleich zur aktuellen Finanzmarktkrise.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind Liquiditätspolitik, das Versagen der Bankenaufsicht, neue Finanzprodukte, Anreizstrukturen für Akteure auf den Finanzmärkten und die Reform der Eigenkapitalvorschriften.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, ob die aktuelle Krise aus vergangenen Fehlern hätte erkannt werden können und inwiefern historische Regulierungsänderungen heute noch Gültigkeit besitzen oder modifiziert werden müssen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven und vergleichenden Literaturanalyse, die historische Erkenntnisse systematisch den aktuellen Ereignissen gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der Ursachen beider Krisen, die Analyse der jeweiligen gesetzlichen Gegenmaßnahmen und den direkten Vergleich der Wirksamkeit dieser Regulierungen anhand ausgewählter Stabilitätsziele.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Systemrisiko, Transparenz, Finanzmarktregulierung, Basel-Standards und Anreizproblematik charakterisiert.

Wie bewertet der Autor die Rolle des "Glass-Steagall-Act" heute?

Der Autor weist darauf hin, dass eine strikte Trennung von Geschäfts- und Investmentbanken heute kritisch gesehen wird, da sie in einer global vernetzten Welt die Finanzierungsmöglichkeiten von Instituten in Krisenzeiten zu stark einschränken könnte.

Warum wird die Bilanzierung nach IFRS in der Arbeit als kritisch betrachtet?

Sie wird kritisiert, da die "Mark-to-Market"-Bewertung prozyklische Effekte verstärkt und Unternehmen daran hindert, in guten Zeiten stille Reserven für Krisenzeiten zu bilden.

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Details

Title
Great Depression 1929 und Finanzmarktkrise
Subtitle
Ein Vergleich der Krisenursachen und der folgenden Regulierungsänderungen
College
University of the Federal Armed Forces München
Grade
1,3
Author
Fabian Burner (Author)
Publication Year
2011
Pages
48
Catalog Number
V168659
ISBN (eBook)
9783640864744
ISBN (Book)
9783640864928
Language
German
Tags
Great Depression Great Depression 1929 Finanzmarktkrise Finanzkrise Vergleich der Ursachen Ursachen Vergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Fabian Burner (Author), 2011, Great Depression 1929 und Finanzmarktkrise, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168659
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