Ausführlicher Unterrichtsentwurf: Szenische Darstellung von Otfried Preußlers KRABAT

9. Klasse Realschule im Rahmen eines Tagespraktikums


Unterrichtsentwurf, 2009

15 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Zur Ausgangslage des Unterrichts
1.1 Institutionelle Bedingungen
1.2 Anthropologische Bedingungen

2 Überlegungen und Entscheidungen zum Unterrichtsgegenstand
2.1 Die Klärung der Sache
2.1.1. Zum Kontext
2.1.2 Der Bezug zum Bildungsplan S. 8 2.2. Didaktische Überlegungen S. 8 2.2.1. Ganzheitliches Lernen
2.2.2. Die Szenische Interpretation als Methode
2.2.3. Einbindung in die Unterrichtseinheit

3 Intentionen des Unterrichts

4 Überlegungen zum Lehr- Lernprozess

5 Unterrichtsverlauf

6 Reflexion

7 Verwendete Literatur und Materialquellen

Anlage

1. Zur Ausgangslage des Unterrichts

1.1 Institutionelle Bedingungen

Die XXXX- Realschule in XXXX besuchen zur Zeit rund 600 Schülerinnen und Schüler*, die von etwa 35 Lehrpersonen unterrichtet werden. Die Schule ist drei- bis vierzügig.

XXXX ist ein eher ländlich gelegener Weinort in der Nähe von XXXX. Er hat mit ca. 8.000 Einwohnern (davon leben wiederum ca. 1.500 in dem Ortsteil XXXX und ca. 800 in XX und XXX) eine überschaubare Größe, das Einzugsgebiet der Schule erstreckt sich über einige weitere, kleine Ortschaften. Die ländliche Lage der Schule führt dazu, dass die Zahl der Schüler mit Migrationshintergrund weit unter dem Landesdurchschnitt zurückliegt. In der von uns besuchten Klasse waren es von 29 Schülern nur zwei, ihnen war der nicht-deutsche Hintergrund in Sprache und Ausdruck keineswegs anzumerken.

Die XXXX-Realschule hat hat ein umfangreiches Angebot an außerschulischen Veranstaltungen und Projekten. Initiativen von Schülern werden nach Möglichkeit unterstützt.

Das Klassenzimmer der 9d ist für die 29 Schüler sehr klein. Dies ist besonders problematisch wegen des Overheadprojektors (OHP), der daher nicht sehr weit zurück geschoben werden kann. Das macht eine starke Vergrößerung der Schrift unmöglich. Auch ist der OHP nicht voll funktionsfähig. Bei der Planung des Unterrichts ist daher darauf zu achten, dass das Medium OHP nur eine untergeordnete Rolle spielt und notfalls auf ein anderes Medium ausgewichen werden kann. Bedruckt man eine Folie ist darauf zu achten, dass die Vorlage schon eine ausreichende Größe hat. Ansonsten besitzt das Klassenzimmer eine ausklappbare Tafel.

Eine weitere Besonderheit ist ein Vorsprung, der sich im hinteren Teil des Zimmers oben an der Decke befindet. Er fängt viel Schall von vorne ab, und erschwert so das Verstehen im hinteren Teil des Klassenzimmers. Das war jedoch hauptsächlich für uns Studenten relevant, da die Schüler etwas weiter vorne sitzen.

Die geringe Größe des Klassenzimmers ist hier der bedeutendere Nachteil: Die Lehrperson hat zwischen der Tafel und den Schülertischen nur wenige Meter Platz, um sich zu bewegen. Gruppentische können zwar gestellt werden, hier sitzen die Schüler allerdings auch etwas beengt und zur Arbeitsfläche und restlichen Gruppe suboptimal. Die Aufführung einer Inszenierung, wie in der Stunde geplant, wäre in dem Klassenzimmer aufgrund der Größe eher schwierig. Ein schöner Zufall ist es allerdings, dass in den beiden ersten Stunden Dienstags das sehr große, benachbarte Klassenzimmer frei ist und mit benutzt werden kann. Ebenso kann der Gang vor den Klassenzimmern für das Proben genutzt werden.

1.2 Anthropologische Bedingungen

Ich selbst kenne die Klasse 9d seit Beginn des Tagespraktikums vor sechs Wochen.

Aufgrund des Alters befindet sich die Klasse gerade in einer Umbruchphase; die Pubertät findet sich hier in vielen Intensitäten und auch Stadien.

Die Klasse setzt sich aus 15 Schülerinnen und 14 Schülern zusammen. Besonders auffallend ist eine große Diskrepanz zwischen den Geschlechtern, wobei die Jungs die dominanteren sind und den Mädchen (zumindest einigen) fast schon feindlich gegenüber stehen. Die stilleren Mädchen (XXX,XXX und XXX) machen einen beinahe ängstlichen Eindruck. Andere Schülerinnen (allen voran XXX, aber auch XXX und XXXX) haben ein nach außen hin sicheres Auftreten, zeigen aber nicht das geringste Interesse am Unterrichtsgeschehen -ihre Haltung gegenüber der Lehrperson kann durchaus treffend als „ablehnend“ beschrieben werden.

Bei den männlichen Schülern findet sich hingegen meines Erachtens keiner, der sein Desinteresse deutlich zeigt. Zwar ist „Zuspätkommen“ oder „Mit-dem-Kopf-auf-dem-Tisch-dösen“ kein Verhalten, welches Lerneifer ausdrückt, jedoch fiel mir hier nie eine offene Provokation auf, wie das bei den erwähnten Schülerinnen der Fall war.

Besonderes Augenmerk bei der Beobachtung der Klasse richteten sich bei mir auf die vier im Folgenden beschriebenen Schüler:

XXXX habe ich als einen gut in den Klassenverbund integrierten, aber nicht zu auffälligen Jungen wahrgenommen. Er hat eine nette Art gegenüber Lehrperson und Mitschülern, er erscheint mir schon recht einig mit seiner (eher ruhigen?) Persönlichkeit. XXXX beteiligt sich mäßig am Unterricht: Beitragsreiche Stunden gleichen sich hier durch verschlafenen aus. Qualitativ sind seine Wortmeldungen okay und können den Unterricht durchaus bereichern.

XXXX hat, so mein sicherlich sehr oberflächlicher Eindruck, auf dem Weg der Selbstfindung noch einige Schritte zu machen. Er scheint mir stark mit sich selbst beschäftigt und eher unsicher. Das mag zum einen daran liegen, dass er der Nebensitzer von XXXX ist (und nicht umgekehrt), in dem er ein Vorbild sehen könnte. Seine eher schwachen Leistungen versucht er, mit Witz zu überspielen, wobei ihm wohl bewusst ist, dass die Qualität seiner Beiträge in beider Hinsicht eher schwach ist. Ich kann mir vorstellen, dass dies, noch verstärkt durch die dauernde Konfrontation mit XXXX überdurchschnittlichen Leistungen, nicht zum Aufbau eines großen Selbstwertgefühls beiträgt. Dennoch bin ich davon überzeugt, dass sich Patrick bei gegebener Zeit von David ablösen und sein eigenes Potential entdecken wird.

XXXX macht einen sehr erwachsenen, ja schon fast altklugen Eindruck. Ich denke, das könnte an seiner Ernsthaftigkeit liegen, die für das Alter eher ungewöhnlich ist. Soweit ich das beurteilen kann verfügt er über eine gute Allgemeinbildung und das manifestiert sich nicht zuletzt in einem gesunden Selbstbewusstsein. Er gehört ohne Zweifel zu den Leistungsträgern der Klasse, sein Arbeitstempo ist sehr schnell und das Ergebnis immer gut. Am Anfang des Tagespraktikums viel er durch zahlreiche Wortmeldungen auf, die jedoch mit zunehmender Dauer seltener wurden. Vielleicht lässt das darauf schließen, dass er sich bei dem Unterrichtsgeschehen oft langweilt und ihn neue Situationen motivieren?

XXXX ist mit XXXX der auffälligste Schüler der Klasse. Schnell wird sein großes Selbstbewusstsein deutlich und er entpuppt sich als Redeführer und Klassenclown (nicht unbedingt mit negativer Konnotation zu verstehen): Die Kombination aus sozialer Kompetenz, Schlagfertigkeit und Hang zur Selbstdarstellung prädestinieren ihn für diese Rolle. Diese nimmt er auch dankbar an, bleibt dabei aber immer in einem höflichen und respektvollen Rahmen. Er nimmt motiviert am Unterrichtsgeschehen teil und leistet sowohl wertvolle als auch alberne Beiträge, die qualitativ hohen Beiträge nahmen auch bei ihm zum Schuljahresende merklich ab. Auf die Leistung bezogen ist XXX sicherlich im vorderen Bereich anzusiedeln.

[...]


* Ich werde um der Lesbarkeit Willen die Schülerinnen und Schüler unter der männichen Pluralform subsumieren.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Ausführlicher Unterrichtsentwurf: Szenische Darstellung von Otfried Preußlers KRABAT
Untertitel
9. Klasse Realschule im Rahmen eines Tagespraktikums
Hochschule
Pädagogische Hochschule Ludwigsburg  (Deutsch)
Veranstaltung
Tagespraktikum
Autor
Jahr
2009
Seiten
15
Katalognummer
V168674
ISBN (eBook)
9783640863693
ISBN (Buch)
9783640863945
Dateigröße
510 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Krabat, Preußler, Unterrichtsentwurf Realschule, Ausfühlricher Entwurf, Szenische Interpretation, Krabat szenisch, szenische Darstellung
Arbeit zitieren
Denise Hestner (Autor), 2009, Ausführlicher Unterrichtsentwurf: Szenische Darstellung von Otfried Preußlers KRABAT, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168674

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