Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Frage, ob in der heutigen Gesellschaft weiterhin stabile Stereotype über bestimmte Vornamen existieren und ob sich diese zwischen Generationen unterscheiden. Aufbauend auf theoretischen Ansätzen der sozialen Kategorisierung, der Stereotype-Content-Theorie sowie der Forschung zur kulturellen Transmission von Vorurteilen wurde ein quantitatives Studiendesign entwickelt, das die wahrnehmungsbezogene Bewertung von vier exemplarischen Vornamen (Alexander, Laura, Kevin, Chantal) in drei Altersgruppen (16–20, 21–40, 41+) erfasste.
In einer Online-Befragung (N = 81) bewerteten die Teilnehmenden die Träger der genannten Namen anhand von elf Persönlichkeitsmerkmalen auf fünfstufigen Likert-Skalen. Die Daten wurden mittels Varianzanalysen (ANOVA) ausgewertet. Zusätzlich wurden Effektstärken, Interaktionseffekte und Post-hoc-Vergleiche berechnet.
Die Ergebnisse zeigen hochsignifikante Haupteffekte des Namens (η²p bis .71), was auf stabile, kulturell verankerte Stereotype hinweist. Alexander und Laura wurden durchweg positiv, Kevin und Chantal dagegen deutlich negativer bewertet. Darüber hinaus ergaben sich signifikante Generationsunterschiede (η²p ≈ .04–.21) sowie starke Interaktionen zwischen Name und Altersgruppe (η²p ≈ .16–.37). Besonders die jüngste Kohorte (16–20 Jahre) zeigte ausgeprägtere negative Bewertungen, was auf eine medial vermittelte und internalisierte Weitergabe von Namensbildern schließen lässt.
Teilnehmende mit persönlicher Bekanntschaft zum Namensträger bewerteten die betreffenden Namen weniger stereotyp, was den Kontakthypothesen-Effekt bestätigt. Damit erweist sich die soziale Wahrnehmung von Namen als robustes, aber partiell plastisches Konstrukt, das kulturell stabil und zugleich erfahrungsabhängig modulierbar ist.
Die Arbeit leistet damit einen Beitrag zur empirischen Erforschung sprachlich codierter sozialer Wahrnehmungsprozesse und zeigt, dass Vornamen als symbolische Marker gesellschaftlicher Zugehörigkeit fungieren. Sie verdeutlicht zugleich die Relevanz bewusster Reflexion über Sprache, Mediennarrative und intergenerationale Stereotypisierung, sowohl für die sozialpsychologische Forschung , als auch für Bildung, Medienethik und gesellschaftliche Praxis.
- Arbeit zitieren
- Alexandra Tries (Autor:in), 2025, Namensbilder im Generationsvergleich. Wahrnehmung von Persönlichkeitseigenschaften anhand von Vornamen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1687031