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Stereotypisierung im Native Drama. Der Umgang mit Indianthusiasm am Beispiel von "The Berlin Blues"

Titel: Stereotypisierung im Native Drama. Der Umgang mit Indianthusiasm am Beispiel von "The Berlin Blues"

Hausarbeit , 2021 , 27 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Lisa Sperlich (Autor:in)

Amerikanistik - Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Thema dieser Arbeit ist der Umgang mit Indianthusiasm im nativen Drama am Beispiel von "The Berlin Blues". Dabei soll gezeigt werden, dass Indianthusiasm in diesem Fall bewusst karikiert und das stereotypisierte Bild umgekehrt wird, um auf die kritische Seite des Indianthusiasm hinzuweisen.
Zu Beginn wird der theoretische Kontext dargestellt, indem auf die Stereotypisierung und die damit verbundenen Auswirkungen auf das indigene Drama eingegangen wird. Dabei erfolgt ein kurzer Abriss über die Entstehung, Unterscheidung und Relevanz von Stereotypen. In einem Unterkapitel wird zunächst der Indianthusiasm als Folge der indigenen Stereotype aufgegriffen und in diesem Zusammenhang erläutert, bevor näher auf die dargestellten Stereotype des indigenen Dramas, sowie dessen Umgang damit, eingegangen wird. Anschließend folgt die Analyse von "The Berlin Blues", die den Hauptteil der Arbeit darstellt. Untersucht wird hier der Umgang mit Stereotypisierung von Native North Americans, insbesondere die humoristische und subversive Umkehrung und Dekonstruktion der Stereotype. Im Hintergrund der Analyse steht stets die Hypothese, dass der Indianthusiasm in "The Berlin Blues" karikiert und das stereotypisierte Bild von indigenen Völkern auf die Deutschen gespiegelt wird. In einem abschließenden Fazit werden alle Ergebnisse dieser Arbeit zusammengefasst.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

  • 1. Einleitung
  • 2. Stereotypisierung von First Nations
    • 2.1. Deutscher Indianthusiasm als Folge
  • 3. Thematisierung von Stereotypen im Native Drama
    • 3.1. Reaktion der indigenen Dramatiker*innen
  • 4. Analyse von The Berlin Blues
  • 5. Fazit
  • 6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung des Umgangs mit "Indianthusiasm" im indigenen Drama am Beispiel von Drew Hayden Taylors "The Berlin Blues". Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie "Indianthusiasm" bewusst karikiert und stereotypisierte Bilder umgekehrt werden, um die kritischen Aspekte dieses Phänomens hervorzuheben und zur Selbstreflexion anzuregen.

  • Die Entstehung und Verbreitung von Stereotypen über indigene Völker.
  • Das Phänomen des deutschen "Indianthusiasm" als Form der kulturellen Aneignung.
  • Die Rolle des zeitgenössischen indigenen Dramas bei der Auseinandersetzung mit Stereotypen.
  • Die Anwendung von Humor, Ironie und Parodie zur Dekonstruktion von Klischees.
  • Die Analyse von "The Berlin Blues" als Beispiel für Rollenumkehr und Spiegelung von Stereotypen.
  • Die Auswirkungen stereotypischer Darstellungen auf nationale und kulturelle Identität.

Auszug aus dem Buch

4. Analyse von The Berlin Blues

Der Indianthusiasm wird von den beiden deutschen Charakteren Birgit und Reinhart verkörpert. Einerseits werden mit ihren Figuren die herrschenden Stereotype von indigenen Völkern aufgezeigt, anderseits dienen sie ebenso der deutschen Stereotypisierung im Allgemeinen. Diese allgemeinen Vorurteile beginnen bereits beim ersten Auftritt der beiden, die durch folgende Regieanweisungen in das Stück eingeführt werden: „A smartly dressed man and woman, both with briefcases stand at DONALDA's door. They speak with obvious German accents“ (Taylor Berlin 15). Das erste genannte Vorurteil ist also der offensichtlich deutsche Akzent, der im Englischen meist stark herausgehört werden kann. Kurz darauf wird das nächste Vorurteil aufgezeigt, in dem Birgit als erstes „Excuse me. We are seventeen minutes early but we are looking for Ms Donalda Kokoko” äußert (Taylor Berlin 15). Hier wird das Klischee der Überpünktlichkeit der Deutschen aufgegriffen. Ein weiteres stereotypes Merkmal ist die Verbindung zu ‚typisch deutschem‘ Essen und Bier. So wird Birgits Name von Trailer als „Beer gut" verstanden und die Vorstellung Trailers von „Some exotic German dish“ entspricht der einer Bratwurst (Taylor Berlin 68). Ein anderes angedeutetes Klischee ist die deutsche Effizienz und Innovation in Form der Firma, mit der Birgit und Reinhart OjibwayWorld geplant haben. Diese heißt GREAT und steht als Akronym für „German Recreational Entertainment, Arts&Technology“ (Taylor Berlin 17). Aber auch die indigenen Bewohner von Otter Lake verbinden Deutschland mit Effizienz und Innovation:

ANDREW. Look Angie, if the Germans pull this off, this community will be sitting pretty. Germans know what they're doing. They have this place running like a ...a Volvo.

ANGIE. The Swedes designed the Volvo. You're thinking of a Mercedes-Benz – an exclusive and overrated vehicle (Taylor Berlin 34)

Die deutsche Innovation wird an dieser Stelle mit der Automobilindustrie assoziiert, die einem weiteren deutschen Stereotyp entspricht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Phänomen des "Indianthusiasm" in Deutschland und seine problematische kulturelle Aneignung ein. Sie stellt Drew Hayden Taylors Drama "The Berlin Blues" als zentrales Beispiel vor, das diese Stereotypisierung satirisch aufgreift.

2. Stereotypisierung von First Nations: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung und Funktion von Stereotypen in Bezug auf indigene Völker als "das Fremde", deren Verarbeitung durch Vorurteile und die Rechtfertigung kolonialer Herrschaft. Es wird betont, dass Stereotype mehr über die bildende Gruppe als über die stereotypisierte aussagen.

2.1. Deutscher Indianthusiasm als Folge: Hier wird die spezifische, romantisierte Faszination Deutschlands für indigene Völker beleuchtet, deren Ursprung in einer "kolonialen Imagination" und der Sehnsucht nach "wilder Natur" liegt, verstärkt durch Karl Mays Winnetou-Geschichten. Dieses Phänomen wird als kulturelle Aneignung und Hobbyismus kritisiert, der bestehende Rassenhierarchien bestätigt.

3. Thematisierung von Stereotypen im Native Drama: Das Kapitel beschreibt, wie indigene Stereotype bereits im frühen Drama auftauchten und wie moderne indigene Theaterautoren versuchen, diese traditionellen Darstellungen zu revidieren und eine facettenreichere Sichtweise zu etablieren.

3.1. Reaktion der indigenen Dramatiker*innen: Indigene Dramatiker*innen nutzen Humor, Ironie und Parodie, um festgefahrene Stereotype zu dekonstruieren und eine "doppelte Mimikry" einzusetzen, bei der weiße Vorstellungen karikiert und die Rollen verkehrt werden, um Selbstreflexion anzustoßen.

4. Analyse von The Berlin Blues: Dieses zentrale Kapitel analysiert, wie Drew Hayden Taylor in "The Berlin Blues" sowohl indigene als auch deutsche Stereotypen übertrieben darstellt. Es zeigt auf, wie der "Indianthusiasm" der Deutschen durch Sarkasmus und Rollentausch kritisiert und ihr Verhalten gespiegelt wird.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass "The Berlin Blues" ein herausragendes Beispiel für den humorvollen Umgang mit Stereotypisierung und "Indianthusiasm" ist. Es unterstreicht die Wirksamkeit von Sarkasmus und Rollentausch zur Dekonstruktion von Vorurteilen und zur Anregung kritischer Selbstreflexion, die zur langfristigen Revidierung von Stereotypen beitragen soll.

Schlüsselwörter

Stereotypisierung, Indianthusiasm, Native Drama, The Berlin Blues, Drew Hayden Taylor, kulturelle Aneignung, First Nations, Postkolonialismus, Humor, Satire, Mimikry, Rollentausch, Winnetou, Deutsche Stereotypen, Selbstreflexion, indigene Literatur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie das Phänomen des "Indianthusiasm" im indigenen Drama satirisch und kritisch behandelt wird, insbesondere am Beispiel von Drew Hayden Taylors "The Berlin Blues".

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Stereotypisierung indigener Völker, der deutsche "Indianthusiasm", kulturelle Aneignung, die Funktion des indigenen Dramas und die Dekonstruktion von Vorurteilen durch Humor und Ironie.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie "Indianthusiasm" und stereotypisierte Bilder im Drama bewusst karikiert und umgekehrt werden, um die kritische Seite des Phänomens hervorzuheben und Selbstreflexion anzustoßen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine literaturwissenschaftliche Analyse, die theoretische Konzepte der Stereotypisierung und des "Indianthusiasm" mit einer detaillierten Textanalyse des Dramas "The Berlin Blues" verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird "The Berlin Blues" analysiert, um zu zeigen, wie indigene und deutsche Stereotypen karikiert, Verhaltensmuster gespiegelt und Rollen getauscht werden, um Fehlverhalten im Kontext des "Indianthusiasm" aufzudecken.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Stereotypisierung, Indianthusiasm, Native Drama, kulturelle Aneignung, Humor und Rollentausch.

Wie wird das Konzept des "Indianthusiasm" in der Arbeit definiert und kritisiert?

"Indianthusiasm" wird als eine problematische deutsche Schwärmerei für indigene Völker und Kulturen Nordamerikas definiert, die sich in kultureller Aneignung, Nachahmung und Kommerzialisierung äußert und bestehende Rassenhierarchien unbewusst bestätigt.

Welche Rolle spielen Humor und Sarkasmus im Drama "The Berlin Blues"?

Humor, Sarkasmus und Ironie dienen im Drama als zentrale Instrumente, um geglaubte Wahrheiten zu offenbaren, herrschende Machtverhältnisse umzukehren und eine kathartische Wirkung sowie Selbstreflexion bei den Rezipienten anzustoßen.

Welche deutschen Stereotypen werden im Stück "The Berlin Blues" aufgegriffen?

Im Stück werden deutsche Stereotypen wie der offensichtliche Akzent, Überpünktlichkeit, die Verbindung zu ,typisch deutschem' Essen und Bier (Bratwurst), Effizienz und Innovation (Automobilindustrie) sowie Assoziationen mit der nationalsozialistischen Vergangenheit karikiert.

Inwiefern trägt die Arbeit zur Revidierung langjähriger Stereotypen bei?

Die Arbeit legt dar, dass durch die subversive Dekonstruktion von Vorurteilen und Klischees, insbesondere durch die Spiegelung des "Indianthusiasm" und die Rollenumkehr, ein erster Weg für eine langfristige Revidierung der über Jahrhunderte gewachsenen, nicht-authentischen Stereotypen geebnet wird.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Stereotypisierung im Native Drama. Der Umgang mit Indianthusiasm am Beispiel von "The Berlin Blues"
Hochschule
Universität Augsburg  (Philologisch-Historische Fakultät)
Veranstaltung
Contemporary Indigenous Literatures in Canada and the United States
Note
1,7
Autor
Lisa Sperlich (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
27
Katalognummer
V1687126
ISBN (PDF)
9783389172209
ISBN (Buch)
9783389172216
Sprache
Deutsch
Schlagworte
stereotypisierung native drama umgang indianthusiasm beispiel berlin blues
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lisa Sperlich (Autor:in), 2021, Stereotypisierung im Native Drama. Der Umgang mit Indianthusiasm am Beispiel von "The Berlin Blues", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1687126
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Leseprobe aus  27  Seiten
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