Aus den Seminaren zur "Interdisziplinären Betrachtung des Lebenslaufes: Fokus Kindheit, Jugend, Familie" entstand die Fragestellung, wie kommt es zu Aggression und Gewalt bei Kindern und Jugendlichen in Schulen. Die Arbeit wird sich im Kern mit der Frage auseinandersetzen, was unter Aggression und Gewalt zu verstehen ist und welchen Einfluss sie auf den schulischen Alltag hat. Vorab erfolgt die Begriffsbestimmung der einzelnen Aspekte. Im nächsten Schritt wird der Zusammenhang von Aggression, und Gewalt bei Kindern und Jugendlichen im Kontext der Schule näher beleuchtet. Der folgende Abschnitt gibt Auskunft über Präventions- und Interventionsmaßnahmen. Im letzten Teil schließt die Arbeit mit einem Fazit ab. Der Fokus der Arbeit wird auf Aggression und Gewalt liegen. An gegebener Stelle werden zusätzliche Informationen angeführt, um dem/der Leser*in das notwendige Wissen für ein besseres Verständnis zu geben.
Inhaltsverzeichnis des E-Books
- 1. FRAGESTELLUNG
- 2. AGGRESSION, GEWALT UND LABELING APPROACH
- 3. AGGRESSION UND GEWALT BEI KINDERN UND JUGENDLICHEN IN SCHULEN
- 4. PRÄVENTIONS- UND INTERVENTIONSMABNAHMEN
- 5. FAZIT
- 6. LITERATURVERZEICHNIS
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit befasst sich mit dem komplexen Phänomen von Aggression und Gewalt bei Kindern und Jugendlichen im schulischen Kontext. Das primäre Ziel der Arbeit ist es, zu definieren, was unter Aggression und Gewalt zu verstehen ist, welchen Einfluss diese auf den schulischen Alltag haben und wie diesen Phänomenen präventiv und interventiv begegnet werden kann.
- Begriffsbestimmung von Aggression und Gewalt
- Einfluss von Aggression und Gewalt auf den schulischen Alltag
- Analyse des Labeling Approach in Bezug auf abweichendes Verhalten
- Präventions- und Interventionsmaßnahmen im schulischen Umfeld
- Rolle von Bindungserfahrungen und Kommunikation bei der Entstehung von Aggression
- Soziologische und psychologische Perspektiven auf Gewaltphänomene
Auszug aus dem Buch
AGGRESSION, GEWALT UND LABELING APPROACH
Der Gewaltbegriff ist eher gebräuchlich als der Begriff der Aggression. Aggression beinhaltet subtilere Formen. Aggression kann etwa durch Schweigen, Gestiken oder Mimik ausgedrückt werden. Meist wird Ärger, Wut und Hass aber auch andere negative Gefühle assoziiert. Aggression geht auf Kosten anderer, etwa wenn Rache oder Vergeltung die Beweggründe sind. Sie dient zur Erlangung von Macht. Das Etikett „aggressiv“ bezeichnet meist eine Person, die streitsüchtig ist (vgl. Schottmayer 2011, 43). Der alltägliche Umgang bei Auseinandersetzungen im Miteinander ist geprägt durch eine Gewinner-Verlierer-Mentalität. Konflikte sind fundamental für die Interaktionen (vgl. Schottmayer 2011, 109).
Das Problem, um zwischen positiv und negativ aggressivem Verhalten zu unterscheiden, liegt in der kulturellen Unterscheidung. Homophobie, Steinigungen, Kannibalismus können in manchen Kulturen eine positive Haltung auslösen. Gewalt und Aggression werden im deutschen Sprachgebrauch oft als Synonyme verwendet (vgl. Breiner 2019, 10f.). Schwer nachzuvollziehen, scheint für Breiner, dass die Biologie evolutorisch den Menschen mit einem Trieb zur Selbstzerstörung ausgestattet haben soll (vgl. Breiner 2019, 13). Nach dem mittlerweile etablierten generellen Aggressionsmodell (engl.: general aggression model, GAM) von Craig A. Anderson und Brad J. Bushman („The general aggression model" 2001), werden kleine Teiltheorien zusammengeführt und stetig aktualisiert und ergänzt. GAM gewann in den 1990er Jahren zunehmend an Geltung und wurde zu eine der hervorragenden Thesen. Es besaß fast den Rang eines Axioms. GAM half, den Einfluss von Computerspielen auf Aggressionen zu untersuchen (vgl. Breiner 2019, 18). Niklowitz definiert Aggression als ein affektbezogenen inneren Angriffswunsch. Hieraus lassen sich zwei wesentliche Kriterien ableiten. Aggression kann als eine dem Menschen eigene Grunddisposition und Ursache für bestimmtes Verhalten gedeutet werden (vgl. Niklowitz 2014, 12ff.). Aggressives Verhalten ist nicht zu vergleichen mit abweichendem und dissozialem Verhalten (vgl. Niklowitz 2014, 16). Grund und Auslöser von Gewalt und Aggression können eine fehlerhafte Kommunikation sein. Das soziale Verhalten folgt keiner linearen Logik. Es ist eher ambivalent in ihren Erscheinungsformen. Dies führt zu Fehlaufassungen von Körpersprache. Der Grund für eine gestörte Kommunikation liegt an der Verschlossenheit von mindestens einem der Kommunikationspartner. Gelingende Kommunikation wird durch das Interesse am Gegenüber begründet (vgl. Schottmayer 2011, 101 – 103).
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1. FRAGESTELLUNG: Dieses Kapitel leitet die Arbeit ein, formuliert die zentrale Forschungsfrage nach den Ursachen von Aggression und Gewalt in Schulen und skizziert den Aufbau der Seminararbeit.
Kapitel 2. AGGRESSION, GEWALT UND LABELING APPROACH: Hier werden die Begriffe Aggression und Gewalt definiert, voneinander abgegrenzt und der soziologische Labeling Approach als Erklärungsmodell für abweichendes Verhalten eingeführt und diskutiert.
Kapitel 3. AGGRESSION UND GEWALT BEI KINDERN UND JUGENDLICHEN IN SCHULEN: Dieses Kapitel untersucht detailliert die Erscheinungsformen von Aggression und Gewalt im schulischen Kontext, beleuchtet deren Ursachen wie Mobbing und Bullying und analysiert die Rolle von Peers, Familie und Medien.
Kapitel 4. PRÄVENTIONS- UND INTERVENTIONSMABNAHMEN: Es werden verschiedene Ansätze zur Vorbeugung und zum Umgang mit Aggression und Gewalt in Schulen vorgestellt, darunter Mediationsprogramme, frühzeitige Prävention und die Bedeutung eines verantwortungsvollen Umgangstons.
Kapitel 5. FAZIT: Das Schlusskapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen, diskutiert offene Fragen bezüglich der Natur von Gewalt und betont die Notwendigkeit eines ganzheitlichen und präventiven Ansatzes im Umgang mit aggressivem Verhalten.
Kapitel 6. LITERATURVERZEICHNIS: Dieses Kapitel listet alle wissenschaftlichen Quellen und Internetquellen auf, die in der Seminararbeit zitiert wurden.
Schlüsselwörter
Aggression, Gewalt, Schule, Kinder, Jugendliche, Labeling Approach, Mobbing, Bullying, Prävention, Intervention, Bindungserfahrung, Kommunikation, Soziale Lerntheorie, General Aggression Model, Stigmatisierung, Sozialisation, Pädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Ursachen, Erscheinungsformen und Präventionsmöglichkeiten von Aggression und Gewalt bei Kindern und Jugendlichen im schulischen Umfeld.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder sind die Definition und Abgrenzung von Aggression und Gewalt, der Einfluss des Labeling Approach auf jugendliches Verhalten, spezifische Formen wie Mobbing und Bullying in Schulen sowie Maßnahmen zur Prävention und Intervention.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die Frage zu beantworten, wie es zu Aggression und Gewalt bei Kindern und Jugendlichen in Schulen kommt und wie diesen Phänomenen begegnet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und Diskussion verschiedener psychologischer, soziologischer und pädagogischer Theorien und Modelle, wie dem General Aggression Model und dem Labeling Approach.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Begriffsbestimmungen von Aggression und Gewalt, den Labeling Approach, die spezifische Situation von Aggression und Gewalt in Schulen bei Kindern und Jugendlichen sowie verschiedene Präventions- und Interventionsmaßnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter wie Aggression, Gewalt, Schule, Kinder, Jugendliche, Labeling Approach, Mobbing, Bullying, Prävention, Intervention und Sozialisation charakterisieren die Arbeit.
Wie beeinflusst der Labeling Approach das Verhalten von Jugendlichen?
Der Labeling Approach besagt, dass Zuschreibungen und Etikettierungen (z.B. als "aggressiv") das Selbstbild und das Verhalten von Jugendlichen maßgeblich beeinflussen und im Sinne einer selbsterfüllenden Prophezeiung verstärken können.
Welche Rolle spielen Kommunikation und Bindungserfahrungen bei Aggression und Gewalt?
Die Arbeit deutet darauf hin, dass fehlerhafte Kommunikation sowie unsichere oder wechselhafte Bindungserfahrungen in der Kindheit potenzielle Bedingungen für die Entwicklung von Aggression und Gewalt setzen können.
Warum wird das General Aggression Model (GAM) als bedeutsam erachtet?
Das General Aggression Model (GAM) wird als eine herausragende und stetig aktualisierte Theorie betrachtet, die verschiedene Teiltheorien zusammenführt und zum Verständnis des Einflusses externer Faktoren, wie Computerspielen, auf Aggressionen beiträgt.
Welche spezifischen Interventionsstrategien werden für Schulen vorgeschlagen?
Vorgeschlagen werden Mediationsprogramme, die Etablierung von klaren Regeln, frühe Präventionsarbeit durch Sport und Spiel, das Konfrontationsmodell zur Selbstreflexion sowie die Einbindung der Schule als Instanz sozialer Kontrolle.
- Arbeit zitieren
- Cem Köylüce (Autor:in), 2022, Aggression und Gewalt bei Kindern und Jugendlichen in der Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1687310