Alternative Geldanlagen - Eine Untersuchung zur Verbreitung von Green Investments und deren Bedeutung im Bereich der Sparkassen in Bayern


Diplomarbeit, 2010
93 Seiten, Note: 1,8

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Management Summary

1 Einleitung
1.1 Begründung der Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

2 Green Investments
2.1 Begriffsdefinition „Green Investments“
2.2 Abgrenzungen
2.2.1 Abgrenzung zu anderen Geldanlagen
2.2.2 Abgrenzung zu „Green Finance“
2.3 Arten von Green Investments
2.3.1 Anlageformen
2.3.2 Wirkungsklassen
2.4 Chancen und Risiken der Alternativen Geldanlage

3 Der Markt für Green Investments
3.1 Die Akteure auf dem Markt für Green Investments
3.1.1 Anleger
3.1.2 Finanzdienstleister
3.1.3 Ethische, ökologische und nachhaltige Unternehmen
3.2 Entwicklung von alternativen Geldanlagen
3.2.1 Entstehung und Geschichte
3.2.2 Ethisch, ökologisch und nachhaltige Indizes
3.2.3 Greenwashing
3.3 Bedeutung von Green Investments für den Finanzdienstleistungssektor

4 Sparkassen in Bayern
4.1 Der Sparkassenverband Bayern
4.2 Geschäftsgebiet
4.3 Aufbau einer Sparkasse
4.4 Aufgaben der Sparkassen

5 Befragung von Sparkassen in Bayern zu Green Investments
5.1 Ziel der Untersuchung
5.2 Die Befragungskonzeption
5.2.1 Art der Untersuchung
5.2.2 Datengewinnung durch Befragung
5.3 Aufbau und Ablauf der Befragung
5.3.1 Aufbau des Fragebogens
5.3.2 Befragungszeitraum

6 Ergebnis der Befragung
6.1 Die Befragungsteilnehmer
6.1.1 Die Teilnehmergruppen nach ihrer Bilanzsumme
6.1.2 Marktanteil der teilnehmenden Sparkassen
6.1.3 Kundenzahl der befragten Sparkassen
6.2 Auswertung und Interpretation der Ergebnisse
6.2.1 Begriffsverständnis von Green Investments
6.2.2 Green Investments als Ergänzung des Finanzdienstleistungsangebots
6.2.3 Bevorzugte Anlagen und Anlagestrategie im Eigengeschäft
6.2.4 Akzeptanz und Konkurrenz in der Region
6.2.5 Bankberatung im Bereich Green Investments
6.2.6 Kunden gewinnen durch Green Investments
6.2.7 Produkte für ethisch-ökologisch orientierte Anleger
6.3 Bedeutung von Green Investments für Sparkassen in Bayern
6.4 Nachhaltigkeit vor Rendite
6.5 Trendbranche im Geschäftsgebiet
6.6 Einschätzung einzelner Befragungsteilnehmer

7 Abschließende Betrachtung
7.1 Fazit
7.2 Ausblick

Anhangsverzeichnis

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Wirkungsklassen von Green Investments

Tabelle 2: Die 30 Unternehmen des NAI

Tabelle 3: Marktanteile im Privatkundengeschäft

Tabelle 4: Befragungsteilnehmer nach Bilanzsumme

Tabelle 5: Marktanteile der befragten Sparkassen

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Synonyme für Green Investments

Abb. 2: Akteure auf dem Markt für Green Investments

Abb. 3: Kriterien die Unternehmen berücksichtigen müssen

Abb. 4: Die drei Säulen der Nachhaltigkeit

Abb. 5: Chartvergleich NAI vs. DAX

Abb. 6: Entwicklung des nachhaltigen Fondvermögens in Deutschland

Abb. 7: Aufbau einer Sparkasse

Abb. 8: Die fünf Phasen der Marktforschung

Abb. 9: Der Fragebogen im Überblick

Abb. 10: Rücklauf im Befragungszeitraum

Abb. 11: Kundenzahl der befragten Sparkassen

Abb. 12: Begriffsbestimmung von Green Investments

Abb. 13: Green Investments als Ergänzung des
Finanzdienstleistungsangebotes

Abb. 14: Bevorzugte Anlagen im Eigengeschäft

Abb. 15: Aspekte bei der Anlagestrategie

Abb. 16: Akzeptanz von Green Investments im Geschäftsgebiet

Abb. 17: Aktives Anbieten von Green Investments

Abb. 18: Einschätzung der Sparkassen zur Gewinnung neuer Kunden

Abb. 19: Einführung eines "Grünen Sparbuch"

Abb. 20: Bedeutung von Green Investments für Sparkassen in Bayern

Abb. 21: Durchsetzung von grünen Geldanlagen am Markt

Abb. 22: Anlage in Werte des NAI

Abb. 23: Nachhaltigkeit vor Rendite

Management Summary

Green Investments haben in den letzten Jahren einen enormen Zuwachs erlebt. Im Jahr 2000 betrug das Fondsvermögen ethisch-ökologischer Fonds in Deutschland 1,5 Mrd. EUR, nur sieben Jahre später im Jahr 2007 betrug es mit 16,1 Mrd. EUR bereits mehr als das 10-fache. Angeboten wurden diese Geldanlagen bisher größtenteils nur von Umweltbanken oder kirchlichen Banken. Um Informationen über die Bedeutung und die Verbreitung dieser Geldanlage bei Sparkassen zu erhalten, wurden Sparkassen in Bayern zum Thema „Green Investments“ befragt. Von den 73 befragten Sparkassen in Bayern nahmen 13 an der Befragung teil. Bei der Befragung die sich in vier Teile gliederte wurden die Sparkassen als erstes zu Green Investments allgemein befragt. Demnach sahen viele Sparkassen diese Geldanlage als Geldanlage mit rein ökologischen Zielen, welche sich aber langfristig am Markt durchsetzten wird. Im zweiten Teil des Fragebogens wurden die Sparkassen zu ihrem Eigengeschäft befragt. Dabei stellte sich heraus, dass derzeit nur eine der befragten Sparkassen in Green Investments investiert. Eine geringere Rendite für den „guten Zweck“ würden hingegen drei der Befragten akzeptieren. Im Kundengeschäft gaben die befragten Sparkassen an, dass eine Akzeptanz für diese Art der Geldanlage in ihrem Geschäftsgebiet vorhanden ist. Durch diese aber neue Kunden zu gewinnen, schätzten die Befragten als eher mittelmäßig ein. Dennoch könnten sich acht der befragten Sparkassen vorstellen, ein eigenes Produkt im Bereich Green Investments für ihre Kunden zu entwerfen. Bei zwei der befragten Sparkassen ist dies sogar schon in Planung bzw. eingeführt. Im letzten Teil der Befragung wurden Daten zum Institut erfasst, um eventuelle Zusammenhänge zu erkennen. Bei den Kunden der befragten Sparkassen sind Green Investments sehr verbreitet, bei den Sparkassen selbst hingegen werden oftmals zugunsten der Rendite konventionelle Geldanlagen vorgezogen.

1 Einleitung

1.1 Begründung der Problemstellung

Am 20. April 2010 wurde durch eine Explosion auf der Hochsee-Ölbohrplattform „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko die wohl größte Ölkatastrophe der Geschichte ausgelöst.[1] Die ökologischen Folgen und die Folgekosten dieser Katastrophe sind heute noch nicht absehbar. Aber gerade durch dieses Beispiel wird deutlich, dass die Wiederherstellung und die Erhaltung unserer Umwelt sehr viel Engagement und vor allem Geld kosten. Dass Umweltschutz Geld kostet, wurde natürlich schon vor dieser Katastrophe erkannt, aber gerade durch solche Ereignisse wird dies nochmals verdeutlicht. Im Januar 2010 fand in Berlin die Aktionswoche „Klima und Finanzen“ statt. Diese vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit geplante Aktionswoche wurde in Kooperation mit Banken, Sparkassen und Versicherungen durchgeführt. Mit der von Bundesminister Dr. Norbert Röttgen eröffneten Aktionswoche wollte das Bundesumweltministerium zusammen mit namenhaften Finanzdienstleistern darauf aufmerksam machen, dass für die Umsetzung der deutschen Klimaschutzziele bis 2020 noch ein Finanzierungsbedarf von ca. 400 Mrd. Euro besteht.[2] So wurden während dieser Aktionswoche auch zahlreiche Geldanlagemöglichkeiten vorgestellt, die aktiv zum Umweltschutz beitragen. Deutlich wurde auf dieser Aktionswoche, dass ethische, ökologische und nachhaltige Geldanlagemöglichkeiten längst ihre Nische verlassen haben. So erhält ein Anleger mittlerweile für fast alle herkömmlichen Anlageprodukte auch ethische, ökologische und nachhaltige Anlagealternativen.[3] Diese werden aber größtenteils von Umweltbanken und kirchlichen Banken vertrieben. Wie verbreitet diese Anlagealternativen im Bereich der Sparkassen in Bayern sind, kann nicht gesagt werden. Ebenso ist nicht bekannt, welche Bedeutung ethische, ökologische und nachhaltige Geldanlagen für die Sparkassen in Bayern haben.

1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

Das Ziel dieser Diplomarbeit ist, Erkenntnisse darüber zu erlangen, wie verbreitet Green Investments bei Sparkassen in Bayern sind und welche Bedeutung diese für Sparkassen in Bayern haben. Diese Erkenntnisse werden aus den Befragungsergebnissen gezogen die aus der Umfrage „Befragung von Sparkassen in Bayern zu Green Investments“ gewonnen wurden. Die Konzeption zu dieser Befragung wurde im vorangegangenen Projektbericht entwickelt und wird im Verlauf dieser Arbeit nochmals kurz dargestellt.[4]

Diese Arbeit bezieht sich ausschließlich auf die ethische, ökologische und nachhaltige Anlage von Geldern. Der Aspekt der Kreditvergabe für ethische, ökologische und nachhaltige Unternehmen und Projekte, wie z.B. energieeffizientes Sanieren von Wohngebäuden sowie Mikrofinanzierung, werden in dieser Arbeit nicht betrachtet. Die Kreditvergabe stellt für Sparkassen zwar eine Geldanlage da, welche aber für sich betrachtet werden sollte.

Im zweiten Kapitel wird zunächst der Begriff „Green Investments“ definiert, sowie weitere synonym verwendete Begriffe für ethische, ökologische und nachhaltige Geldanlagen aufgezeigt. Anschließend werden Green Investments zu herkömmlichen Geldanlagen und zum Begriff „Green Finance“ abgegrenzt. Im weiteren Verlauf des zweiten Kapitels werden ethische, ökologische und nachhaltige Anlagemöglichkeiten und deren Wirkungsklassen aufgezeigt. Das zweite Kapitel endet mit den Chancen und Risiken von alternativen Geldanlagen.

In Kapitel drei werden der Markt für Green Investments sowie dessen Akteure näher dargestellt. Des Weiteren werden in diesem Kapitel die Entstehung und Entwicklung alternativer Geldanlagemöglichkeiten erläutert. Abschließend wird noch die Bedeutung für den Finanzdienstleistungssektor hervorgehoben.

Das vierte Kapitel beschäftigt sich mit den Sparkassen in Bayern. Anfangs werden die Trägerschaft einer Sparkasse und die Aufteilung der Geschäftsgebiete erläutert. Abschließend werden die Aufgaben der Sparkassen, welche diesen durch das Gesetz über die öffentlichen Sparkassen auferlegt werden, erläutert, soweit diese für die Arbeit von Relevanz sind.

Kapitel fünf stellt anfangs das Ziel der Untersuchung nochmals dar. Im weiteren Verlauf wird zunächst die Befragungskonzeption, die im vorangegangenen Projektbericht erstellt wurde, erläutert. Im Anschluss daran wird noch auf den Aufbau und den Ablauf der durchgeführten Befragung eingegangen.

Im sechsten Kapitel werden die Befragungsergebnisse ausgewertet und interpretiert, sowie die Stellungnahmen einzelner Befragungsteilnehmer kommentiert.

Mit dem siebten Kapitel schließt diese Arbeit ab. Es wird eine Schlussbetrachtung zu den aus der Arbeit erlangten Informationen und Erkenntnissen gezogen. Ein Ausblick in die Zukunft und die weitere Entwicklung dieser Art der Geldanlage beenden diese Arbeit.

2 Green Investments

2.1 Begriffsdefinition „Green Investments“

Für Green Investments gibt es zurzeit noch keine einheitliche und allgemeingültige Definition. Eine sehr weit gefasste Definition besagt, dass “Green Investments” alle Investments sind, die neben den herkömmlichen Investitionszielen auch ethischen, ökologischen und nachhaltigen Zielen Aufmerksamkeit schenken.[5] Eine weitere, etwas präzisere, Definition beschreibt auch den Einfluss, den diese Geldanlage auf ihre Umwelt haben soll. So werden in dieser Definition „Green Investments“ als Investitionen, die erfolgreich negativen Umwelteinflüssen entgegenwirken oder einen positiven Einfluss auf ihre Umwelt haben, verstanden.[6] Durch diese beiden Definitionen wird aber deutlich, dass es sich bei Green Investments um Geldanlagen mit einem positiven Nebeneffekt handelt. Bei Green Investments ist vor allem die Mittelverwendung von Bedeutung. Bei diesen Investments geht es nicht um den kurzfristen Ertrag der Anlage, im Vordergrund steht hier das langfristig ausgerichtete und verantwortungsvolle Handeln. Mit Green Investments soll also neben der Rendite auch auf die Interessen zukünftiger Generationen Rücksicht genommen werden.[7] Das Handelsblatt beschreibt das Ziel, welches mit Green Investments erreicht werden soll, folgendermaßen: „Ziel ist, dass Unternehmen und Staaten wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, Umweltverträglichkeit und soziale Gerechtigkeit in Einklang bringen. Anleger setzen auf solch langfristig orientierte Produkte nicht nur weil sie das Gewissen beruhigen, sondern auch weil sie die Renditen der „klassischen“ Produkte erreichen und in Einzelfällen übertreffen.“[8] Als „Green Investments“ werden in dieser Arbeit Anlagemöglichkeiten bezeichnet, die neben der Rendite auch ethische, ökologische und nachhaltige Aspekte berücksichtigen.[9] Oftmals werden auch andere Begriffe für diese Art der Geldanlage synonym verwendet. Im deutschsprachigen Raum sind die Begriffe der nachhaltigen und grünen Geldanlage am verbreitetsten. Aber auch weitere Begriffe werden häufig verwendet, welche in der folgenden Abbildung beispielhaft dargestellt werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: Synonyme für Green Investments

Green Investments bieten somit dem Anleger die Möglichkeit, mit seiner Geldanlage eine Rendite zu erwirtschaften und gleichzeitig noch etwas „Gutes“ zu tun.

2.2 Abgrenzungen

2.2.1 Abgrenzung zu anderen Geldanlagen

Zu anderen Geldanlagemöglichkeiten unterscheiden sich Green Investments durch die Art der Mittelverwendung. Die Besonderheit bei der Mittelverwendung ist, dass die angelegten Mittel ethischen, ökologischen und nachhaltigen Unternehmen und Projekten zugutekommen.[10] Viele der neu erschaffenen Indizes haben einen Kriterienkatalog, der für die Aufnahme in diesen Index erfüllt sein muss. So besagen beispielsweise die Kriterien des Natur-Aktien-Index (NAI), dass die darin gelisteten Unternehmen Produkte oder Dienstleistungen anbieten müssen, die wesentlich dazu beitragen, Menschheitsprobleme ökologisch, sozial und nachhaltig zu lösen. Auch Ausschlusskriterien sind durch den NAI definiert.

Nicht in den NAI aufgenommen oder verbleiben dürfen beispielsweise Unternehmen die:

- Frauen oder soziale und ethnische Minderheiten diskriminieren,
- Atomenergie erzeugen oder diese Technologien fördern,
- Zulieferteile beziehen, die durch Kinder- oder Zwangsarbeit gefertigt wurden,
- genetisch veränderte Lebensmittel herstellen oder vertreiben, sowie die
- in der Rüstungsindustrie tätigen Unternehmen und deren Zulieferer,

um nur einige wenige Kriterien zu nennen.[11] Aber nicht jeder Index hat dieselben Vorgaben bzw. Ausschlusskriterien an die darin aufgeführten Unternehmen. Dennoch fordern aber alle dieser Indizes von den darin gelisteten Unternehmen, dass diese bestimmte ethische, ökologische und nachhaltige Anforderungen erfüllen.

2.2.2 Abgrenzung zu „Green Finance“

Green Finance und Green Investment dienen zwar beide der Finanzierung und Förderung der Grünen Ökonomie, können aber nicht synonym verwendet werden. Green Finance beschreibt die von der öffentlichen Hand (Bund, Länder und Kommunen) zur Förderung bestimmter Umweltprojekte bereitgestellten Mittel. Der Begriff Green Finance wird unabhängig davon verwendet, ob diese Mittel über die jeweilige Körperschaft direkt oder über öffentliche Unternehmen bereitgestellt werden. Green Investment hingegen fasst alle Mittel zusammen, die durch den privaten Sektor zur Finanzierung von Umweltprojekten zur Verfügung gestellt werden.[12]

2.3 Arten von Green Investments

2.3.1 Anlageformen

Anleger können Green Investments in jeder beliebigen Form z.B. Wertpapiere, Beteiligungen aber auch als Spareinlagen tätigen. So gibt es bereits Banken, die für ihre Kunden Sparbücher eingerichtet haben, auf denen diese ihr Geld nach ethischen, ökologischen und nachhaltigen Gesichtspunkten anlegen können. Die Spareinlagen dieser „Grünen Sparbücher“ werden nur für Kredit an ethische, ökologische und nachhaltige Unternehmen und Projekte vergeben. Die am verbreitetsten vorkommende Anlageform von Green Investments ist der Investmentfonds. Investmentfonds sind nicht nur für ethische, ökologische und nachhaltige Geldanlagen interessant, da sie ebenso im Bereich der konventionellen Geldanlage die gleichen Vorteile für den Anleger haben. Der wohl größte Vorteil für viele ist, dass der Anleger nicht selbst die einzelnen Werte des Fonds auswählen und beobachten muss. Dies übernimmt für den Anleger ein Fondsmanager. Ein weiterer Vorteil ist das keine Einmalanlage erforderlich ist. Der Investmentfond kann wie ein Sparbuch in monatlichen Raten bespart werden. Somit wird diese Anlageart auch Anlegern mit geringen Einkommen zugänglich gemacht.[13] Banken bieten aber Kunden im Fondsbereich meist hauseigene Produkte an, so dass z.B. Sparkassen meist auf Produkte der Deka Bank zurückgreifen. Aber auch Direktinvestitionen in Form von Private-Equity-Fonds sind möglich. Diese werden aber aufgrund des hohen Beratungsaufwands nur vereinzelt von den auf das Retailbanking ausgerichteten Sparkassen vertrieben. Aus diesem Grund werden Green Investments im Bereich Privat Equity in dieser Arbeit nicht berücksichtigt.[14]

2.3.2 Wirkungsklassen

Investitionen können bei Green Investments mit einem Fokus auf die Rendite oder auf die Förderung bestimmter ethisch-ökologischer Projekte getätigt werden. Legt der Anleger den Fokus auf die Rendite, so steht für ihn eine möglichst hohe Rendite im Vordergrund. Trotz dieser Renditeorientierung soll diese nur mit Rücksicht und Einhaltung der ethischen, ökologischen und nachhaltigen Aspekte dieser Geldanlage erreicht werden. Bei förderorientierten Green Investments liegt der Schwerpunkt in der sinnvollen Verwendung des Anlagebetrages. Im Vordergrund steht die direkte Investition in ethische, ökologische und nachhaltige Projekte und Unternehmen. Spenden oder Zahlungen, welche ohne Anspruch auf Rendite oder Rückzahlung ebenfalls direkt ethisch, ökologischen und nachhaltigen Projekten oder Unternehmen zugutekommen, werden in dieser Arbeit nicht als Green Investments betrachtet.[15]

Die Einteilung in Wirkungsklassen verdeutlicht, dass es bei Green Investments vor allem auf den ethischen, ökologischen und nachhaltigen Effekt der Anlage ankommt. Die Wirkungsklassen geben Auskunft über die Förderwirkung sowie die Intensität des ethischen, ökologischen und nachhaltigen Effekts von Green Investments.[16]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Wirkungsklassen von Green Investments[17]

Anlageformen, bei denen das Geld dem jeweiligen Zweck abzüglich Gebühren und Provisionen vollständig zufließt, haben einen hohen Wirkungsgrad und sind somit förderungsorientiert ausgerichtet. Bei renditeorientierten Green Investments, die eine geringe Wirkungsklasse aufweisen, kommt meist nur ein kleiner Teil der Anlage dem eigentlichen Zweck zugute.[18] Am Beispiel einer Geldanlage in Aktien wird dies deutlich. Bei der Neuemission von Aktien kauft der Anleger junge Aktien, d.h. er führt der Aktiengesellschaft direkt Kapital zu. Erwirbt der Anleger die Aktien allerdings über den Sekundärmarkt, so fließt der Aktiengesellschaft kein neues Kapital zu, da hier die Aktien nur von Anleger zu Anleger weitergegeben werden.

2.4 Chancen und Risiken der Alternativen Geldanlage

Eine Studie der „Roland Berger Strategy Consultants“ im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit im Jahre 2009 ergab, dass trotz des schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfelds immer mehr private Anleger in die Grüne Ökonomie investieren. Der Grund hierfür ist ganz einfach, Green Investments sind oft profitabler und im Vergleich deutlich stabiler als der Gesamtmarkt. Vor allem bei vermögenden Privatanlegern, den so genannten „Ultra High Net Worth Individuals“ (Ultra-HNWI) ist das Interesse an "Green Investments" extrem hoch. Zudem hat die Einführung von verschiedenen grünen Börsenindizes dazu beigetragen, dass Anleger auch die Renditechancen dieser Art der Geldanlage stärker wahrnehmen.[19] Aber auch für Privatanleger, die nur kleine Summen zur Verfügung haben, öffnet der stetig wachsende Markt der Grünen Ökonomie neue Wege der Geldanlage. So haben die neu eingeführten Börsenindizes wie z.B. der Natur-Aktien-Index (NAI) oder der Domini-Social-Index dafür gesorgt, dass die Märkte in diesem Bereich vor allem für Privatanleger transparenter werden. Auch für Banken bieten die Green Investments eine große Chance durch eine neue Lebenseinstellung vieler Menschen, die ihr Leben möglichst ganzheitlich auf die Gesundheit und die Nachhaltigkeit ausrichten. Dieser neue Lebensstil wird „Lifestyles of Health and Sustainability“ (LOHAS) genannt. Auch die Anhänger dieses Lebensstils werden oft als LOHAS bezeichnet. Ziel dieser Bewegung ist ein neues Bewusstsein, eine Umkehr der Lebensweise sowie Stressfreiheit, Gesundheit, Nachhaltigkeit und Beständigkeit. Dies alles mündet in eine Nachfrage von wirtschaftlich, gesundheitlich und ökonomisch sinnvollen Produkten und Dienstleistungen.[20] Natürlich bergen auch Green Investments Risiken, die aber zu vergleichen sind mit denen von konventionellen Geldanlagemöglichkeiten.[21]

3 Der Markt für Green Investments

3.1 Die Akteure auf dem Markt für Green Investments

Die folgende Abbildung stellt vereinfacht die einzelnen Akteure und ihre Beziehungen auf dem Markt für Green Investments dar, welche in den folgenden Kapiteln näher betrachtet werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.2: Akteure auf dem Markt für Green Investments

3.1.1 Anleger

Anleger, die in Green Investments investieren, können in konventionelle Anleger und in ethisch-ökologisch orientierte Anleger unterschieden werden. Als konventionelle Anleger werden in dieser Arbeit Anleger bezeichnet, dessen einziges Ziel die Gewinnmaximierung ist. Für konventionelle Anleger spielt daher die Rendite eine große Rolle bei der Geldanlage. Anleger, für die vor allem die Mittelverwendung ihres eingesetzten Kapitals eine zentrale Rolle spielt, werden in dieser Arbeit als ethisch-ökologisch orientiere Anleger bezeichnet. Die Rendite spielt bei ethisch-ökologisch orientierten Anlegern eine untergeordnete Rolle.[22] Green Investments sind aber nicht nur für ethisch-ökologisch orientierte Anleger interessant, diese sind es aber, die diese Art der Anlage bewusst nachfragen. Auch konventionelle Anleger tätigen Geldanlagen in Green Investments. Für diese steht aber nicht der ethisch-ökologische Anreiz, sondern die Rendite im Vordergrund. Ethisch-ökologisch orientierte Anleger hingegen suchen gezielt nach Geldanlagemöglichkeiten, die ihren Ansprüchen und moralischen Vorstellungen entsprechen. Oftmals haben sie bestimmte Voraussetzungen an eine Geldanlage geknüpft, die erfüllt sein müssen, um sich mit dieser zu identifizieren.

3.1.2 Finanzdienstleister

Anleger haben die Möglichkeit, ihre Anlagen direkt zu tätigen, ohne einen Finanzintermediär einzuschalten, indem sie sich direkt an einem Unternehmen beteiligen. Viele Anleger nutzen aber das Angebot der Finanzdienstleister, da dies für die Anleger oftmals einfacher und flexibler ist. Der Begriff Finanzdienstleister ist sehr umfassend, er beinhaltet vor allem Kreditinstitute, Kapitalanlagegesellschaften (KAG) und Versicherungsgesellschaften die ebenfalls Anlegern die Kapitalanlage in Green Investments über Versicherungsprodukte anbieten. Die in dieser Arbeit betrachteten Finanzdienstleister bieten ihren Kunden in der Regel die gesamte Produktpalette an Bankdienstleistungen im Bereich des Retailbanking an.[23] Diese Arbeit beschränkt sich auf die öffentlich-rechtlichen Sparkassen in Bayern und deren Engagement im Bereich der „Grünen Ökonomie“. Die Geschäftsgebiete sowie die Aufgaben der Sparkassen werden in Kapitel 4 näher erläutert.

3.1.3 Ethische, ökologische und nachhaltige Unternehmen

Unternehmen, die nachhaltig wirtschaften und auch ökologische sowie ethische Aspekte berücksichtigen, werden von den ethisch-ökologisch orientierten Anlegern für ihre Geldanlage ausgewählt. Dabei spielt die Branche, in der das Unternehmen tätig ist, ebenfalls eine wichtige Rolle. Natürlich kann ein Unternehmen nicht alle Anforderungen, die ein Anleger für sich beansprucht erfüllen, da diese meist subjektiv sind und für jeden Anleger eine andere Ausprägung haben. Es gibt auch keinen allgemeinverbindlichen Maßstab, mit dem man ein Unternehmen hinsichtlich ethisch, ökologischen und nachhaltigen Kriterien beurteilen kann. In der Regel werden aber die folgenden Kriterien für eine Beurteilung eines Unternehmens herangezogen.[24]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.3: Kriterien die Unternehmen berücksichtigen müssen[25]

Ein weiterer Aspekt bei der Betrachtung eines Unternehmens ist die Lieferkette. Die Lieferkette hat Auswirkungen bei der Betrachtung von Unternehmen. So kann entweder das Unternehmen, in das investiert wird, isoliert betrachtet werden, oder es kann mit seiner kompletten Lieferkette betrachtet werden. Betrachtet man das Unternehmen isoliert, ist es für den Anleger leichter, sich einen Überblick zu verschaffen. Betrachtet man allerdings auch alle Lieferanten, Vertriebspartner und Dienstleister eines Unternehmens, da diese schließlich an der Leistungserstellung beteiligt sind, so wird dies für den Anleger unüberschaubar und komplex.

3.2 Entwicklung von alternativen Geldanlagen

3.2.1 Entstehung und Geschichte

Der Begriff des nachhaltigen Wirtschaftens, so wie wir ihn heute verstehen, wurde erstmals in seinen Grundzügen im Jahre 1713 von Hannß Carl von Carlowitz in dessen Werk „Sylvicultura Oeconomica“ erkannt. Von Carlowitz verdeutlichte das nachhaltige Wirtschaften am Beispiel des Holzverbrauchs. Demnach sollten in einem Zeitraum nicht mehr Bäume gefällt werden, als in diesem nachwachsen konnten, um einer Holzknappheit vorzubeugen.[26] Diese Gedanken waren das Vorbild für die heutigen Nachhaltigkeitsüberlegungen, welche davon ausgehen, dass wir von den Erträgen, die man aus der Substanz erwirtschaftet, leben sollen und nicht von der Substanz selbst. Auf die Finanzwelt übertragen kann gesagt werden, dass von den Zinsen und nicht vom Kapital gelebt werden soll. Ist das Kapital erst einmal aufgezehrt, so können auch keine Zinserträge mehr erwirtschaftet werden.[27] Nachhaltigkeit eint somit ethische, ökologische und wirtschaftliche Ziele. Diese werden auch die drei Säulen der Nachhaltigkeit genannt.[28]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.4: Die drei Säulen der Nachhaltigkeit[29]

Auch der Gedanke der nachhaltigen Geldanlage ist keineswegs neu. In den USA beschlossen bereits im 19. Jahrhundert religiöse Gruppen ihr Geld nach bestimmten ethischen Kriterien anzulegen. So investierten diese ihr Geld nur in Betriebe, die für ihre Arbeiten keine Sklaven einsetzten. In den 1970er Jahren veranlasste der Vietnamkrieg einige Anleger dazu, ihr Geld nicht mehr in die Rüstungsindustrie zu investieren. Seit den 1980er Jahren hat die Umweltbewegung ihren Lauf genommen und es kamen zu den ethisch-sozialen auch ökologische Aspekte bei der Anlage des Geldes hinzu.[30] Seit dem Jahre 2005, ist das im Jahr 1997 beschlossene Kyoto-Protokoll, in dem sich die Industrieländer verpflichteten, ihren Treibhausgasausstoß zu senken, für alle Teilnehmerstaaten bindend. Dies verstärkt die Nachfrage nach ethischen, ökologischen und nachhaltigen Geldanlagen, welches im weiteren Verlauf der Arbeit die Abbildung 6 in Kapitel 3.3 noch verdeutlicht.[31]

3.2.2 Ethisch, ökologisch und nachhaltige Indizes

Die vier bekanntesten ethisch, ökologisch und nachhaltigen Indizes sind der Dow Jones Sustainability Index (DJSI), der Financial Times Stock Exchange Index (FTSE4Good), der Domini 400 Social Index und der Natur-Aktien-Index (NAI). Um diese beurteilen zu können, sollten sich Anleger genau informieren. Jeder dieser Indizes hat andere Ausschlusskriterien, nach denen er die darin gelisteten Unternehmen auswählt. Einige setzten nur auf die Besten einer bestimmten Branche, andere setzen nur auf ökologisch-innovative Unternehmen und schließen dadurch andere Unternehmen von vornherein aus.[32] Vor allem der FTSE4Good stand bei seiner Auflegung im Visier beim „Dachverband der kritischen Aktionärinnen und Aktionäre“. Diese bemängelten, dass die Aufnahme und Ausschlusskriterien für diesen Index größtenteils nur auf Selbstverpflichtungen der Unternehmen bestanden.[33] Der im deutschsprachigen Raum verbreitete Aktienindex, der sich auf ethische, ökologische und nachhaltige Unternehmen konzentriert, ist der Natur-Aktien-Index (NAI). Der NAI wurde am 01. April 1997 ins Leben gerufen. Die Idee hinter dem Index war, dass der ökonomische Erfolg ökologisch wirtschaftender Unternehmen sichtbar gemacht werden sollte. Seit Anfang 2007 umfasst der NAI 30 Werte, darunter befinden sich auch vier deutsche Unternehmen.[34]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Die 30 Unternehmen des NAI[35]

Die Liste der NAI Werte gibt Auskunft darüber, welche Unternehmen und Branchen im NAI aufgelistet sind. An der Jahreszahl erkennt man, seit wann ein Unternehmen im Index gelistet ist. Dabei fällt auf, dass seit der Auflegung im Jahre 1997 nur vier Unternehmen konstant im NAI vertreten waren. Dies mag ein Anzeichen für fehlende Kontinuität sein. Für den ethisch-ökologisch orientierten Anleger ist dies aber ein Zeichen dafür, dass die Kriterien des NAI auch überwacht werden, und Unternehmen, die diese nicht einhalten, aus dem Index genommen werden. Der fehlenden Kontinuität der Indexwerte kann aber mit einem Chartvergleich entgegengewirkt werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.5: Chartvergleich NAI vs. DAX[36]

Die obige Abbildung zeigt einen 10 Jahres Vergleich des deutschen Aktienindex (DAX)[37] mit dem Natur-Aktien-Index (NAI). Dabei wird deutlich, dass der NAI im Zeitraum von 12/2000 bis 12/2010 zwar deutlich größeren Schwankungen unterliegt, aber dennoch mehr Zuwachs hatte als der DAX. Auch während dem Tiefpunkt der Finanzkrise Anfang des Jahres 2009 notierte der NAI deutlich über dem Stand aus dem Jahr 2000. Zudem erholte sich der NAI deutlich besser als der DAX. Dies zeigt welches Potenzial im Bereich der grünen Geldanlage steckt.

3.2.3 Greenwashing

Die Unternehmen wollen natürlich auch vom Öko-Trend profitieren, daher bedienen sie sich verschiedenster Methoden. Die ehrlichen Methoden zielen darauf ab, die Produktion bzw. die Leistungserstellung umzustellen, so dass diese den ethischen, ökologischen und nachhaltigen Anforderungen der Gesellschaft entsprechen. Eine andere Methode ist das Greenwashing oder „grün waschen“. Beim Greenwashing werden von einem Unternehmen falsche Informationen zur eigenen Umweltpolitik verbreitet. Dies beeinflusst die Öffentlichkeit, die das Unternehmen nun als umweltbewusst wahrnimmt. Meist arbeiten Energie- oder Rohstoffkonzerne mit dieser Form der Öffentlichkeitsarbeit, um ihr Image „reinzuwaschen“.[38] Aber auch die Politik und andere Organisationen nutzen die Vorteile des Greenwashing, die durch das Überstreifen eines grünen Umhangs im übertragenen Sinne entstehen. So können z.B. Projekte als ethisch, ökologisch und nachhaltig dargestellt werden, die es in Wirklichkeit gar nicht sind.[39] Ein Beispiel für solch grün gewaschene Produkte sind z.B. Nahrungsmittelfonds bestimmter Kreditinstitute, die dem ersten Anschein nach die Produktion von Grundnahrungsmitteln fördern. Anleger, die in diese scheinbar ethische, ökologische und nachhaltige Geldanlage investieren, erfreuen sich an den steigenden Kursen, welche durch Spekulationen an den Weltmärkten in die Höhe getrieben werden. Grundsätzlich ist ein Kursgewinn nicht ethisch verwerflich, die in die Höhe getrieben Preise für Grundnahrungsmittel allerdings schon. Diese Preistreiberei an den Weltmärkten hat zur Folge, dass sich die Menschen in den ohnehin schon armen Ländern auf dieser Erde noch weniger Nahrungsmittel leisten können.[40]

3.3 Bedeutung von Green Investments für den
Finanzdienstleistungssektor

Mittlerweile gewinnen ökologische Produkte in allen Lebensbereichen immer mehr an Bedeutung. So ist es kein Wunder, dass der „Öko-Trend“ auch vor dem Bereich des Finanzdienstleistungssektors nicht Halt gemacht hat. Bei Green Investments handelt es sich allgemein betrachtet um Investitionen in ethische, ökologische und nachhaltige Unternehmen und Projekte.[41] Auch das Angebot an alternativen Geldanlagemöglichkeiten wächst ständig. Gerade im Bereich der regenerativen Energien öffnen sich immer neue Anlagemöglichkeiten nicht zuletzt durch den immer größer werdenden Energiebedarf. Die folgende Abbildung zeigt, wie sich das Fondsvermögens von nachhaltigen Investmentfonds in Deutschland vom Jahr 1998 bis ins Jahr 2007 entwickelt hat.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.6: Entwicklung des nachhaltigen Fondvermögens in Deutschland[42]

Der Anstieg des Fondsvermögens von nachhaltigen Investmentfonds in Deutschland - innerhalb der letzten 10 Jahre - ist beeindruckend. Allein vom Jahr 2005 bis zum Jahr 2007 hat sich das Fondsvermögen mehr als verdoppelt.[43] Auch dies spiegelt die immer größer werdende Bedeutung dieser Art der Geldanlage wider, welche sich durch eine neu heraus kristallisierte Lebenseinstellung ableitet. Die Anhänger dieser neuen Lebenseinstellung pflegen den bewussten Umgang mit Ressourcen, ohne aber auf Komfort verzichten zu müssen. Dieser nachhaltigkeitsorientierte und gesundheitsbewusste Lebensstil nennt sich „LifestyleofHealthandSustainability“ (LOHAS). Dieser Lebensstil dessen Anhänger meist nur als LOHAS bezeichnet werden, findet, wie bereits in Kapitel 2.4 angesprochen, immer mehr Anhänger.[44] Für Finanzdienstleister bedeutet dies eine immer größer werdende Zielgruppe. Das Interessante für Finanzdienstleister ist, dass sie keine neuen Anlageprodukte entwerfen müssen, da das Produkt das Gleiche bleibt. Ein Investmentfonds bleibt immer ein Investmentfonds, egal, ob er in konventionelle oder in ethische, ökologische und nachhaltige Werte investiert. Einzig und allein die Mittelverwendung ist eine andere. Dies bedeutet aber für die Finanzdienstleister in der Regel keinen sonderlich großen Mehraufwand.

4 Sparkassen in Bayern

4.1 Der Sparkassenverband Bayern

Der Sparkassenverband Bayern ist als zentraler Dienstleister für die Sparkassen in Bayern und ihre Träger tätig. Er berät diese in Rechts- und Steuerfragen und unterstützt sie bei der Entwicklung neuer Produkte. Als Sprachrohr der Sparkassen in Bayern vertritt der Sparkassenverband Bayern diese in der Öffentlichkeit und auf Bundesebene im Bereich des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV). Des Weiteren bietet er den angehörenden Sparkassen umfangreiche Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten an. Auch die Prüfung des Jahresabschlusses wird durch den Sparkassenverband in hoheitlichem Auftrag für die Sparkassen in Bayern durchgeführt. Der Sparkassenverband besitzt gegenüber seinen Verbandsmitgliedern keine Weisungsbefugnis, da dieser nur eine beratende Tätigkeit wahrnimmt.[45]

4.2 Geschäftsgebiet

In Bayern gibt es 71 Landkreise sowie 25 kreisfreie Städte, auf welche sich die 73 Sparkassen in Bayern verteilen.[46] Die Sparkassen in Bayern sind selbstständige Wirtschaftsunternehmen in kommunaler Trägerschaft. Dadurch sind die öffentlich-rechtlichen Sparkassen in Bayern Anstalten des öffentlichen Rechts. Die Bezeichnung Sparkasse und wer unter diesem Namen firmieren darf ist in § 40 KWG geregelt.[47] Sie werden in den meisten Fällen von den Landkreisen oder Städten, in denen Sie Ihre Hauptgeschäftsstellen betreiben, getragen. Vielerorts schließen sich auch Städte und Landkreise zu einer so genannten Zweckgemeinschaft zusammen, welche dann Träger der Sparkasse ist. Durch diese Eigenschaft, dass die jeweiligen Landkreise, Städte bzw. Zweckgemeinschaften Träger der Sparkassen in Bayern sind, ist das Geschäftsgebiet meist identisch mit den Landkreis- oder Stadtgrenzen des jeweiligen Trägers bzw. der jeweiligen Zweckgemeinschaft. Dadurch kann innerhalb eines Geschäftsgebietes keine direkte Konkurrenzsituation zwischen zwei Sparkassen entstehen.[48]

[...]


[1] Vgl. o.V.: Biosphaere http://www.biosphaere.info/biosphaere/index.php?artnr=000435, vom
24.10.2010, Ausdruck am 24.10.2010

[2] Vgl. o.V.: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit: Pressemitteilung
007/10, Berlin 25.01.2010

[3] Vgl. o.V.: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit: Klima und Finanzen
http://www.klima-und-finanzen.de/klima-und-finanzen/klimafreundliche-geldanlagen.html vom
28.11.2010, Ausdruck am 28.11.2010

[4] Vgl. Meyer, Christian: Projektbericht „Entwicklung einer Konzeption zur Befragung von Sparkassen in
Bayern zu Green Investments“ Unterdießen 2010

[5] Vgl. Kahlenborn, Walter: Transparency and the green investment market, in Bouma, Jan Jaap;
Juecken, Marcel; Klinkers Leon: Sustainable Banking – The Greening of Finance, Sheffield (UK) 2001,
Seite 174ff.

[6] Vgl. Kahlenborn, Walter: Transparency and the green investment market, in Bouma, Jan Jaap;
Juecken, Marcel; Klinkers Leon: Sustainable Banking – The Greening of Finance, Sheffield (UK) 2001,
Seite 174ff.

[7] Vgl. Pinner, Wolfgang: Nachhaltig investieren & gewinnen: Profitieren vom ökologischen Megatrend;
Wien 2008, Seite 21ff.

[8] o.V.: Handelsblatt.de – Definition http://www.handelsblatt.com/finanzen/anlagestrategie
/stichwort-nachhaltige-geldanlage;695156 vom 03.10.2010, Ausdruck am 03.10.2010

[9] Vgl. Rotthaus, Stephan: Erfolgreich investieren in grüne Geldanlagen: Ökologisch, ethisch, nachhaltig,
Frankfurt am Main / New York 2009, Seite 22ff.

[10] Vgl. Rotthaus, Stephan: Erfolgreich investieren in grüne Geldanlagen: Ökologisch, ethisch,
nachhaltig, Frankfurt am Main / New York 2009, Seite 45

[11] Vgl. o.V.: Natur-Aktien-Index – Kriterien http://www.nai-index.de/pdf/nai_kriterien.pdf vom
10.10.2010, Ausdruck am 10.10.2010

[12] Vgl. o.V.: Roland Berger Strategy Consultants; Innovation, Wachstum, Beschäftigung, Hamburg
2009, Seite 23http://www.bmu.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/wwk_leitlinien_bf.pdf vom
01.10.2010, Ausdruckam 01.10.2010

[13] Vgl. Grill, Wolfgang; Perczynski, Hans: Wirtschaftslehre des Kreditwesens, 43. Auflage
Sonderausgabe, Stuttgart 2009, Seite 261

[14] Vgl. Werner, Thomas: Ökologische Investments - Chancen und Risiken grüner Geldanlagen, 1.
Auflage, Wiesbaden 2009, Seite 191ff.

[15] Vgl. Werner, Thomas: Ökologische Investments - Chancen und Risiken grüner Geldanlagen, 1.
Auflage, Wiesbaden 2009, Seite 20

[16] Vgl. Rotthaus, Stephan: Erfolgreich investieren in grüne Geldanlagen: Ökologisch, ethisch,
nachhaltig, Frankfurt am Main / New York 2009, Seite 46ff.

[17] Vgl. Rotthaus, Stephan: Erfolgreich investieren in grüne Geldanlagen: Ökologisch, ethisch,
nachhaltig, Frankfurt am Main / New York 2009, Seite 46ff.

[18] Vgl. Rotthaus, Stephan: Erfolgreich investieren in grüne Geldanlagen: Ökologisch, ethisch,
nachhaltig, Frankfurt am Main / New York 2009, Seite 46ff.

[19] Vgl. o.V.: Roland Berger Strategy Consultants; Innovation, Wachstum, Beschäftigung, Hamburg
2009, Seite 23http://www.bmu.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/wwk_leitlinien_bf.pdf vom
01.10.2010, Ausdruckam 01.10.2010

[20] Vgl. o.V.: LOHAS – Ausrichtung der Lebensweise http://www.lohas.de/component/option,com_
frontpage/Itemid,1/ vom 03.10.2010, Ausdruck vom 03.10.2010

[21] Vgl. Pinner, Wolfgang: Nachhaltig investieren & gewinnen: Profitieren vom ökologischen Megatrend;
Wien 2008, Seite 57ff.

[22] Vgl. Vgl. Werner, Thomas: Ökologische Investments - Chancen und Risiken grüner Geldanlagen,
1. Auflage, Wiesbaden 2009, Seite 39

[23] Vgl. Tolkmitt, Volker: Neue Bankbetriebslehre - Basiswissen zu Finanzprodukten und
Finanzdienstleistungen 2. Auflage, Wiesbaden 2007, Seite 1ff.

[24] Vgl. Werner, Thomas: Ökologische Investments - Chancen und Risiken grüner Geldanlagen,
1. Auflage, Wiesbaden 2009, Seite 45

[25] Vgl. Werner, Thomas: Ökologische Investments - Chancen und Risiken grüner Geldanlagen,
1. Auflage, Wiesbaden 2009, Seite 45

[26] Vgl. Weiss, Alexander: Unternehmensbezogene Kernkostenanalyse – Theorie und Ausführung am
Beispiel einer Bergbauunternehmung, 1. Auflage, Wiesbaden 2005, Seite 201

[27] Vgl. Grunwald, Armin; Kopfmüller Joachim: Nachhaltigkeit, Frankfurt am Main / New York 2006
Seite 12ff.

[28] Vgl. Wildmann, Lothar: Wirtschaftspolitik - Module der Volkswirtschaftslehre Band 3, München 2007,
Seite 112ff.

[29] Vgl. Wildmann, Lothar: Wirtschaftspolitik - Module der Volkswirtschaftslehre Band 3, München 2007,
Seite 113

[30] Vgl. Hofknecht, Petra: Nachhaltigkeitsindizes –Messlatten für Anlagen mit Moral
http://www.wiwo.de/technik-wissen/messlatten-fuer-anlagen-mit-moral-246338/ vom 18.09.2007,
Ausdruck am 31.10.2010

[31] o.V.: Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg
http://www.lpb-bw.de/kyoto_protokoll.html vom 02.12.2010, Ausdruck am 02.12.2010

[32] Vgl. Hofknecht, Petra: Nachhaltigkeitsindizes - Messlatten für Anlagen mit Moral
http://www.wiwo.de/technik-wissen/messlatten-fuer-anlagen-mit-moral-246338/ vom 18.09.2007,
Ausdruck am 31.10.2010

[33] Vgl. o.V.: Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre: Kritik am Aktienindex
FTSE4Good http://www.kritischeaktionaere.de/Archiv/Aktuelles/FTSE4Good/ftse4good.html
vom 30.07.2001, Ausdruck am 01.11.2010

[34] Vgl. o.V.: Natur-Aktien-Index Geschichte;
http://www.nai-index.de/seiten/ausschuss_geschichte.html vom 01.11.2010, Ausdruck
am 01.11.2010

[35] Vgl. o.V.: Natur-Aktien-Index Unternehmen http://www.nai-index.de/seiten/firmen_liste.html, vom
01.11.2010, Ausdruck am 01.11.2010

[36] Vgl. OnVistaChartvergleich DAX vs. NAI http://www.onvista.de/index/charts.html?ID_NOTATION=
30634267&TIME_SPAN=10Y&VOLUME=1&TYPE=LINE&SCALE=rel&DISPLAY_TYPE=LINE&SUPP_
INFO=0&AVG1=0&AVG2=0&ID_NOTATION_COMP1=0&ID_NOTATION_COMP3=0&ID_NOTATION_
COMP4=20735#chart_01, vom 06.12.2010, Ausdruck am 06.12.2010

[37] Der DAX ist einer der bedeutendsten Indizes der Welt, er misst die Entwicklung der 30 größten und
umsatzstärksten deutschen Aktiengesellschaften.

[38] Vgl. Driessen, Paul: Öko-Imperialismus - grüne Politik mit tödlichen Folgen in Boersch, Cornelius;
Westerwelle, Guido: Das Summa Summarum von Politik und Wirtschaft: Ein Überblick über die
wichtigsten wirtschaftlich-politischen Auseinandersetzungen der Gegenwart, 1. Auflage, Wiesbaden
2009, Seite 269

[39] Vgl. Clemens, Harald.: Greenwashing - Wie Unternehmen und Politik Imagepflege mit ökologischen
Projekten betreibenhttp://www.klimawandel-global.de/klimawandel/kritische-stimmen/
greenwashing-wie-unternehmen-und-politik-imagepflege-mit-okologischen-projekten-betreiben/
vom 02.11.20007, Ausdruck am 03.11.2010

[40] Vgl. o.V.: Deutsche Bank – Leistung die Leiden schafft, http://konsumpf.de/?p=1263
vom 26.11.2010, Ausdruck vom 26.11.2010

[41] Vgl. Werner, Thomas: Ökologische Investments - Chancen und Risiken grüner Geldanlagen,
1. Auflage, Wiesbaden 2009, Seite 6ff.

[42] Vgl. o.V.: Zentralkomitee der deutschen Katholiken (Hrsg.): Ethisches Investment,

Handreichung für private und kirchliche Anleger, Stand: Oktober 2007,
http://www.bibessen.de/etc/medialib/i500m0209/pdf-dokumente_intern/zdk_-_ethisches_
investment.Par.0002.File.tmp/ZdK_EthInvest_0811_NEU.pdf vom 13.11.2010, Ausdruck
am 13.11.2010

[43] Vgl. o.V.: Zentralkomitee der deutschen Katholiken (Hrsg.): Ethisches Investment,

Handreichung für private und kirchliche Anleger, Stand: Oktober 2007,
http://www.bibessen.de/etc/medialib/i500m0209/pdf-dokumente_intern/zdk_-_ethisches_
investment.Par.0002.File.tmp/ZdK_EthInvest_0811_NEU.pdf vom 13.11.2010, Ausdruck
am 13.11.2010

[44] Kirig Anja; Rauch Christian; Wenzel Eike: Greenomics : Wie der grüne Lifestyle Märkte und
Konsumenten verändert, München 2008, Seite 37

[45] Vgl. Sparkassenverband Bayern – Aufgaben und Ziele: http://www.sparkassenverband-
bayern.de/contentserv/spk-verband.de/index.php?StoryID=50, vom 10.12.2010, Ausdruck
am 10.12.2010

[46] Vgl. o.V.: Übersicht über die Regionen,
http://www.behoerdenwegweiser.bayern.de/dokumente/region vom 16.10.2010, Ausdruck
vom 16.10.2010

[47] Vgl. Thiemann, Christian: Dissertation, Rechtsprobleme der Marke Sparkasse, Münster 2008,
Seite 105ff.

[48] Vgl. o.V. Sparkassenverband Bayern – Bilanzsummen 2009,
http://www.sparkassenverband-bayern.de/contentserv/spk-verband.de/data/media/505/
Bilanzsumme2009.pdf vom 06.12.2010, Ausdruck am 06.12.2010

Ende der Leseprobe aus 93 Seiten

Details

Titel
Alternative Geldanlagen - Eine Untersuchung zur Verbreitung von Green Investments und deren Bedeutung im Bereich der Sparkassen in Bayern
Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Note
1,8
Autor
Jahr
2010
Seiten
93
Katalognummer
V168754
ISBN (eBook)
9783640866762
ISBN (Buch)
9783640866458
Dateigröße
1841 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arbeit behandelt die Möglichkeit der Geldanlage in ethisch, ökologische und nachhaltige Geldanlagen und deren Verbreitung im Bereich der Sparkassen
Schlagworte
Green Investments, Nachhaltigkeit, Ökologie, Ethisch, Sozial, Wirtschaftlichkeit, Umweltschutz, Klimaschutz
Arbeit zitieren
Christian Meyer (Autor), 2010, Alternative Geldanlagen - Eine Untersuchung zur Verbreitung von Green Investments und deren Bedeutung im Bereich der Sparkassen in Bayern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168754

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