Green Investments haben in den letzten Jahren einen enormen Zuwachs erlebt. Im Jahr 2000 betrug das Fondsvermögen ethisch-ökologischer Fonds in Deutschland 1,5 Mrd. EUR, nur sieben Jahre später im Jahr 2007 betrug es mit 16,1 Mrd. EUR bereits mehr als das 10-fache. Angeboten wurden diese Geldanlagen bisher größtenteils nur von Umweltbanken oder kirchlichen Banken. Um Informationen über die Bedeutung und die Verbreitung dieser Geldanlage bei Sparkassen zu erhalten, wurden Sparkassen in Bayern zum Thema „Green Investments“ befragt. Von den 73 befragten Sparkassen in Bayern nahmen 13 an der Befragung teil. Bei der Befragung die sich in vier Teile gliederte wurden die Sparkassen als erstes zu Green Investments allgemein befragt. Demnach sahen viele Sparkassen diese Geldanlage, als Geldanlage mit rein ökologischen Zielen, welche sich aber langfristig am Markt durchsetzten wird. Im zweiten Teil des Fragebogens wurden die Sparkassen zu ihrem Eigengeschäft befragt. Dabei stellte sich heraus, dass derzeit nur eine der befragten Sparkassen in Green Investments investiert.Eine geringere Rendite für den „guten Zweck“ würden hingegen drei der Befragten akzeptieren. Im Kundengeschäft gaben die befragten Sparkassen an, dass eine Akzeptanz für diese Art der Geldanlage in ihrem Geschäftsgebiet vorhanden ist. Durch diese aber neue Kunden zu gewinnen,schätzten die Befragten als eher mittelmäßig ein. Dennoch könnten sich acht der befragten Sparkassen vorstellen ein eigenes Produkt im Bereich Green Investments für ihre Kunden zu entwerfen. Bei zwei der befragten Sparkassen ist dies sogar schon in Planung bzw. eingeführt. Im letzten Teil der Befragung wurden Daten zum Institut erfasst um eventuelle Zusammenhänge zu erkennen. Bei den Kunden der befragten Sparkassen sind Green Investments sehr verbreitet, bei den Sparkassen selbst hingegen,werden oftmals zugunsten der Rendite konventionelle Geldanlagen vorgezogen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Begründung der Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2 Green Investments
2.1 Begriffsdefinition „Green Investments“
2.2 Abgrenzungen
2.2.1 Abgrenzung zu anderen Geldanlagen
2.2.2 Abgrenzung zu „Green Finance“
2.3 Arten von Green Investments
2.3.1 Anlageformen
2.3.2 Wirkungsklassen
2.4 Chancen und Risiken der Alternativen Geldanlage
3 Der Markt für Green Investments
3.1 Die Akteure auf dem Markt für Green Investments
3.1.1 Anleger
3.1.2 Finanzdienstleister
3.1.3 Ethische, ökologische und nachhaltige Unternehmen
3.2 Entwicklung von alternativen Geldanlagen
3.2.1 Entstehung und Geschichte
3.2.2 Ethisch, ökologisch und nachhaltige Indizes
3.2.3 Greenwashing
3.3 Bedeutung von Green Investments für den Finanzdienstleistungssektor
4 Sparkassen in Bayern
4.1 Der Sparkassenverband Bayern
4.2 Geschäftsgebiet
4.3 Aufbau einer Sparkasse
4.4 Aufgaben der Sparkassen
5 Befragung von Sparkassen in Bayern zu Green Investments
5.1 Ziel der Untersuchung
5.2 Die Befragungskonzeption
5.2.1 Art der Untersuchung
5.2.2 Datengewinnung durch Befragung
5.3 Aufbau und Ablauf der Befragung
5.3.1 Aufbau des Fragebogens
5.3.2 Befragungszeitraum
6 Ergebnis der Befragung
6.1 Die Befragungsteilnehmer
6.1.1 Die Teilnehmergruppen nach ihrer Bilanzsumme
6.1.2 Marktanteil der teilnehmenden Sparkassen
6.1.3 Kundenzahl der befragten Sparkassen
6.2 Auswertung und Interpretation der Ergebnisse
6.2.1 Begriffsverständnis von Green Investments
6.2.2 Green Investments als Ergänzung des Finanzdienstleistungsangebots
6.2.3 Bevorzugte Anlagen und Anlagestrategie im Eigengeschäft
6.2.4 Akzeptanz und Konkurrenz in der Region
6.2.5 Bankberatung im Bereich Green Investments
6.2.6 Kunden gewinnen durch Green Investments
6.2.7 Produkte für ethisch-ökologisch orientierte Anleger
6.3 Bedeutung von Green Investments für Sparkassen in Bayern
6.4 Nachhaltigkeit vor Rendite
6.5 Trendbranche im Geschäftsgebiet
6.6 Einschätzung einzelner Befragungsteilnehmer
7 Abschließende Betrachtung
7.1 Fazit
7.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, den Verbreitungsgrad und die Bedeutung von Green Investments bei bayerischen Sparkassen zu analysieren. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwieweit diese nachhaltigen Anlageprodukte bereits in das Portfolio und die Beratung der Sparkassen integriert sind und welche Rolle sie bei der Kundengewinnung spielen.
- Grundlagen und Definition von Green Investments sowie Abgrenzung zu Green Finance
- Analyse des Marktes für nachhaltige Anlagen und deren Akteure
- Untersuchung der Struktur und Aufgaben bayerischer Sparkassen im Kontext nachhaltiger Geldanlagen
- Durchführung und Auswertung einer empirischen Befragung unter den 73 bayerischen Sparkassen
- Einschätzung der Bedeutung von Green Investments für die Zukunftsfähigkeit und Kundenbindung im Sparkassensektor
Auszug aus dem Buch
3.2.3 Greenwashing
Die Unternehmen wollen natürlich auch vom Öko-Trend profitieren, daher bedienen sie sich verschiedenster Methoden. Die ehrlichen Methoden zielen darauf ab, die Produktion bzw. die Leistungserstellung umzustellen, so dass diese den ethischen, ökologischen und nachhaltigen Anforderungen der Gesellschaft entsprechen. Eine andere Methode ist das Greenwashing oder „grün waschen“. Beim Greenwashing werden von einem Unternehmen falsche Informationen zur eigenen Umweltpolitik verbreitet. Dies beeinflusst die Öffentlichkeit, die das Unternehmen nun als umweltbewusst wahrnimmt. Meist arbeiten Energie- oder Rohstoffkonzerne mit dieser Form der Öffentlichkeitsarbeit, um ihr Image „reinzuwaschen“. Aber auch die Politik und andere Organisationen nutzen die Vorteile des Greenwashing, die durch das Überstreifen eines grünen Umhangs im übertragenen Sinne entstehen. So können z.B. Projekte als ethisch, ökologisch und nachhaltig dargestellt werden, die es in Wirklichkeit gar nicht sind. Ein Beispiel für solch grün gewaschene Produkte sind z.B. Nahrungsmittelfonds bestimmter Kreditinstitute, die dem ersten Anschein nach die Produktion von Grundnahrungsmitteln fördern. Anleger, die in diese scheinbar ethische, ökologische und nachhaltige Geldanlage investieren, erfreuen sich an den steigenden Kursen, welche durch Spekulationen an den Weltmärkten in die Höhe getrieben werden. Grundsätzlich ist ein Kursgewinn nicht ethisch verwerflich, die in die Höhe getrieben Preise für Grundnahrungsmittel allerdings schon. Diese Preistreiberei an den Weltmärkten hat zur Folge, dass sich die Menschen in den ohnehin schon armen Ländern auf dieser Erde noch weniger Nahrungsmittel leisten können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung begründet die Relevanz von Green Investments angesichts globaler ökologischer Krisen und legt die Zielsetzung der Untersuchung fest.
2 Green Investments: Das Kapitel definiert Green Investments, grenzt sie von anderen Anlageformen ab und erläutert die verschiedenen Wirkungsklassen.
3 Der Markt für Green Investments: Hier werden die zentralen Marktakteure sowie die historische Entwicklung und die Problematik des Greenwashings detailliert betrachtet.
4 Sparkassen in Bayern: Dieser Abschnitt beschreibt die Organisation, das Geschäftsgebiet und die gesetzlichen Aufgaben der bayerischen Sparkassen.
5 Befragung von Sparkassen in Bayern zu Green Investments: Dieses Kapitel erläutert das Ziel, das Design und den Ablauf der durchgeführten empirischen Umfrage.
6 Ergebnis der Befragung: Hier erfolgt die detaillierte Auswertung der Umfrageergebnisse inklusive der Einschätzungen der teilnehmenden Sparkassen.
7 Abschließende Betrachtung: Das letzte Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und wagt einen Ausblick auf die zukünftige Marktentwicklung.
Schlüsselwörter
Green Investments, Sparkassen in Bayern, Nachhaltigkeit, Grüne Geldanlagen, Ethisches Investment, Ökologische Anlage, Greenwashing, Finanzdienstleister, Marktforschung, Kundenbindung, Rendite, Nachhaltigkeitsindizes, Natur-Aktien-Index, Nachhaltiges Wirtschaften, Anlagepolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit untersucht die Verbreitung und Bedeutung von sogenannten Green Investments bei den 73 bayerischen Sparkassen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Definition nachhaltiger Geldanlagen, die Marktentwicklung, die Rolle der bayerischen Sparkassen sowie eine empirische Befragung zur Praxis vor Ort.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie verbreitet Green Investments bei Sparkassen in Bayern sind und welche Bedeutung sie für diese Institute im täglichen Geschäft haben.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor führt eine deskriptive Marktforschung in Form einer schriftlichen Befragung der bayerischen Sparkassen durch, ergänzt um eine theoretische Literaturanalyse.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung zu Green Investments, die Vorstellung der Sparkassenorganisation in Bayern sowie die detaillierte Auswertung der Befragungsdaten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Green Investments, Sparkassen, Nachhaltigkeit, Renditeorientierung und ökologische Geldanlagen.
Wie stehen die bayerischen Sparkassen zu Green Investments?
Die Umfrage zeigt ein ambivalentes Bild: Einerseits wird das langfristige Potenzial erkannt, andererseits handeln die Institute momentan noch sehr renditeorientiert und zurückhaltend.
Welche Rolle spielt das "Grüne Sparbuch" in der Arbeit?
Das "Grüne Sparbuch" dient als konkretes Beispiel für eine mögliche Produktinnovation innerhalb der Sparkassen, wobei die Bereitschaft zur Einführung bei den Befragten untersucht wurde.
Was ist das Hauptergebnis zur Renditeerwartung?
Die meisten befragten Sparkassen sind stark renditeorientiert und akzeptieren nur in wenigen Fällen eine geringere Rendite zugunsten ökologischer oder ethischer Kriterien.
- Arbeit zitieren
- Christian Meyer (Autor:in), 2010, Alternative Geldanlagen - Eine Untersuchung zur Verbreitung von Green Investments und deren Bedeutung im Bereich der Sparkassen in Bayern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168754