Beim Lipödem handelt es sich um eine schmerzhafte, progredient verlaufende übermäßige Fettgewebsvermehrung der Extremitäten bei Frauen. Neben physiologischen Beschwerden steht die Erkrankung im signifikanten Zusammenhang mit psychischen Störungen. Bisherige Studien fokussierten sich hauptsächlich auf die Diagnostik von im späteren Verlauf bereits bestehenden psychischen Erkrankungen. Untersuchungen, die sich auf die körperlichen Aspekte und somit die Bewertung des Körperkonzepts der betroffenen Frauen konzentrieren, existieren bis dato nicht. Das Hauptziel dieser Studie bestand darin, zu analysieren, ob Unterschiede in der Bewertung des Körperkonzeptes zwischen Frauen mit und ohne Lipödem-Erkrankung existieren. Weiterhin sollte untersucht werden, ob das Stadium sowie der Typ einer Lipödem-Erkrankung Einfluss auf das Körperkonzept betroffener Frauen ausüben. Dazu wurde eine Onlinestudie mit 225 Probandinnen (103 Lipödempatientinnen und 125 gesunde Frauen) durchgeführt, die eine Fragebogenbatterie, bestehend aus Dimensionen des ‚Fragebogen zum Körperbild (FKB-20)‘ und der ‚Frankfurter Körperkonzeptskalen (FKKS)‘ beantworten sollten. Die Ergebnisse dieser Studie lassen darauf schließen, dass Frauen, die an einem Lipödem erkrankt sind, negativere Bewertung ihres Körperkonzepts aufweisen als gesunde Frauen, und dass das Lipödem-Stadium sowie der Typ einen Einfluss auf die Bewertung des Körperkonzepts betroffener Frauen haben. Durch weitere Forschung könnte das eingesetzte Messinstrument in der Prävention psychischer Erkrankungen für von Lipödem betroffene Frauen eingesetzt werden.
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- Claudia Reedwisch (Author), 2023, Einflüsse einer Lipödemerkrankung auf das Körperbild und Körperkonzept von Frauen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1688131