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Kinderalltag - Medienalltag. Medienbesitz und Nutzungsverhalten

Title: Kinderalltag - Medienalltag. Medienbesitz und Nutzungsverhalten

Diploma Thesis , 2000 , 131 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Carolin Seibel (Author)

Pedagogy - Media Pedagogy
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Summary Excerpt Details

In der Öffentlichkeit wird in regelmäßigen Abständen die Diskussion über die heutige „Medienkindheit“ laut. Einen Tag ohne Medien kann sich im 21. Jahrhundert kaum noch jemand vorstellen. Die mediale Durchdringung im Familien- und Freizeitbereich ist in den letzten Jahren extrem fortgeschritten. Das Radio am Morgen, die Zeitung beim Frühstück, der Computer am Arbeitsplatz und der Fernseher nach Feierabend Medien sind in unserer modernen Gesellschaft zum ständigen Begleiter geworden. Selbst Kleinkinder haben sich zu einer immer wertvolleren Zielgruppe in der neuen wettbewerbsorientierten Medienlandschaft entwickelt. Sie werden immer früher, oft schon im Säuglingsalter, mit den verschiedensten Medien konfrontiert. Das hat zur Folge, daß, Kinder heute in einer „(...) sich schnell verändernden Medienlandschaft auf[wachsen], deren Ausmaß und Grenzen noch keiner genau zu überblicken vermag.“
Besonders Eltern und Pädagogen befürchten, daß durch den Einzug der „Teletubbies“, „Pokémon“ und „Sailor Moons“ in die Kinderzimmer die natürliche Entwicklung gefährdet sei. Sogar vom „Verschwinden der Kindheit“ durch Medien ist die Rede.
Was ist dran an den Vorwürfen, Kinder würden zum Spielball der Medien? Ja, die Kindheit löse sich auf durch die Enttabuisierung aller Themen der Erwachsenenwelt, wie es der amerikanische Medienökologe Neil Postman befürchtet.
Sind die Vorwürfe, daß Medienerfahrungen Naturerfahrungen und Sekundärerfahrungen Primärerfahrungen ersetzen müssen haltbar?
Seit den 50er Jahren beschäftigt man sich in Deutschland mit Forschungen zum Thema Medienwirkung. Die Ergebnisse fallen sehr unterschiedlich aus.
Mein eigenes Interesse an diesem Thema ergibt sich aus meinen Erfahrungen, die ich selbst immer wieder mit Kindern und deren Medienerlebnissen mache. So kann ich immer wieder beobachten, wie Medieninhalte und Medienhelden das Spiel von Kindern beeinflussen und weitgehend bestimmen.
Auch ich sehe ein Problem für Kinder, deren eigene Erfahrungen durch erhöhten Medienkonsum immer weiter zurückgedrängt werden.
In meinem Umfeld wird mir immer wieder deutlich, daß selbst Erwachsene nicht vor der Anziehungskraft, die Fernseher, Spielkonsolen, Computer und das Internet auszuüben scheinen, gefeit sind. Wenn ein angemessener Umgang mit Medien selbst für Erwachsene nicht immer einfach ist, wie kann er es dann für Kinder sein?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Aufbau und Zielsetzung

3. Begriffserläuterungen

3.1. Alte Medien, neue Medien

4. Kindheit und Medien

4.1. Wandel der Kindheit

4.1.1. Wandel der Familie

4.2. Verschwinden der Kindheit

4.3. Wohnumwelt von Kindern und Verlagerung der Spielorte

4.4. "Terminkindheit" - Freizeitgestaltung von Kindern

5. Medienausstattung

5.1. Medienausstattung in Familien in Abhängigkeit zur sozialen Schicht

5.1.1. Medienbesitz von Kindern in Abhängigkeit zur sozialen Schicht der Eltern

5.2. KIM 90 und KIM 99

5.2.1. Medienausstattung in Familien (KIM 90/ KIM 99)

5.2.2. Ausstattung der Kinderzimmer mit Medien

6. Medienerziehung der Eltern

6.1. Einstellungen der Eltern zu bestimmten Tätigkeiten ihrer Kinder

6.2. Das Vorbildverhalten der Eltern im Umgang mit Medien

6.3. In welchen Situationen nutzen Kinder Medien?

7. Bücher, ein Medium des Kindes

7.1. Buchbesitz von Kindern

7.2. Leseentwicklung von Kindern und Motivation zum Lesen

7.3. Die Nutzung des Bilderbuches durch Kinder

7.4. Benutzung von Büchern durch Schulkinder

7.5. Präferierte Buchgenres

7.5.1. Nutzung von Comics und Zeitschriften

8. Bildschirmreize

8.1. Anziehungskraft des Bildschirms

8.2. Situationen, in denen Kinder fernsehen

8.3. Einfluß des Lebensumfeldes auf die Mediennutzung

8.3.1. Medienerfahrungen ersetzen Naturerfahrungen

8.3.2. Verkümmerte Erlebnisfähigkeit durch Überfürsorge

9. Fernsehnutzung von Kindern

9.1. Reichweiten und Nutzungsgewohnheiten

9.2. Entwicklung der durchschnittlichen Sehdauer in den letzten acht Jahren

9.2.1. Wenigseher, Vielseher, Exzessivseher

9.2.2. Vielseher, ein Problem der unteren Sozialschichten

9.3. Entwicklung der Verweildauer

9.4. Fernsehnutzung nach verschiedenen Wochentagen und Jahreszeiten

9.5. Vorbehalte der Eltern gegenüber kindlichem Fernsehkonsum

10. Wahrnehmung und Verständnis von Kindern beim Fernsehen

10.1. Säuglinge und Kleinkinder

10.2. Vorschulkinder (3 bis 5 Jahre)

10.3. Grundschulkinder (6 bis 9 Jahre)

10.4. Schulkinder (10 bis 13 Jahre)

10.5. Aufmerksamkeit beim Fernsehen

10.5.1. Phasen der Aufmerksamkeit und Filmerleben bei Kindern

10.5.2. Aufmerksamkeitsbeeinflussende Faktoren

10.6. Zusammenfassung über Wahrnehmung von Kindern beim Fernsehen

11. Programmpräferenzen in Abhängigkeit zum Entwicklungsstand

11.1. 3- bis 4jährige

11.2. 5- bis 7jährige

11.3. 8- bis 9jährige

11.4. 10jährige

11.5. Spannung und Action im Kinderprogramm

11.5.1. Möglichkeiten der Bewältigung

12. Zeichentrickfilme

12.1. Was Kinder an Zeichentrick mögen

12.2. Hauptthemen in Zeichentricksendungen

12.3. Zeichentrick als Gefahr für Kinder

13. Helden der Kinderwelt

13.1. Identifikation mit Helden

13.2. Geschlechterverhältnisse im Fernsehen

13.2.1. Weibliche Helden

13.3. Zusammenfassender Überblick über das Geschlechterverhälnis im Fernsehen

14. Auswirkungen des Fernsehens

14.1. Auswirkungen verschiedener Medien auf das Erinnerungsvermögen

14.2. Auswirkungen verschiedener Medien auf die Vorstellungskraft und Kreativität von Kindern

14.3. Schlußfolgerung

15. Sinnvoller Umgang mit Medien

15.1. Tips für den Umgang mit dem Fernseher

16. Abschließend

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht den Wandel der Kindheit durch Medien und analysiert, wie sich der Medienbesitz und das Nutzungsverhalten von Kindern in Deutschland verändert haben, um daraus Empfehlungen für einen sinnvollen Umgang mit Medien abzuleiten.

  • Einfluss des sozialen Umfelds und der Familie auf die Mediennutzung
  • Vergleich von Fernsehkonsum und Printmediennutzung
  • Auswirkungen von Medien auf Phantasie, Kreativität und Wahrnehmung
  • Geschlechtsspezifische und schichtabhängige Unterschiede bei Medienpräferenzen
  • Rolle von Helden und Identifikationsfiguren im Kinderfernsehen

Auszug aus dem Buch

12.1. Was Kinder an Zeichentrick mögen

Zeichentrickfilme bieten viel Bewegung, Abwechslung, bunte Bilder und wenig Dialoge. Sie weisen einfache Strukturen auf, was sie leicht nachvollziehbar macht. Wichtig ist vor allem die klare Rollenverteilung zwischen „Gut“ und „Böse“, die oftmals schon am äußeren Erscheinungsbild der Figuren festzumachen ist und es auch den jüngeren Rezipienten einfach macht, der Handlung zu folgen. Der Ausgang der Geschichte ist von vornherein klar: das Gute siegt, das Böse wird bestraft (das Böse kann in vielen Fällen jedoch nicht endgültig ausgeschaltet werden, damit es in der nächsten Folge zum erneuten Kampf kommen kann.) Ich denke, dieser Ablauf, der Kindern schon aus Märchen bekannt ist, ist wichtig, da er ihren Gerechtigkeitssinn unterstützt. Kleine Kinder wollen, daß das Gute gewinnt, jeder andere Ausgang würde sie verunsichern.

Kinder benutzen die Sendungen oft auch, um sich mit ihrer eigenen Lebenswelt auseinanderzusetzen. Die gleichen Macht-/Ohnmachts-Relationen, wie sie im kindlichen Alltag wichtig sind, werden in Zeichentrickfilmen thematisiert. So setzt sich z. B. bei „Tom und Jerry“ die kleine Maus erfolgreich gegen die viel größere Katze durch. Kinder vergleichen die dargestellten Szenen mit ihrem eigenen „Kampf“ gegen „Größere“ oder „Stärkere“, wie Eltern, Lehrer, Bruder, Schwester, usw. ...

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die zunehmende Mediatisierung der Kindheit und stellt die Forschungsfrage nach den Auswirkungen auf die Entwicklung von Kindern.

2. Aufbau und Zielsetzung: Dieser Abschnitt erläutert den strukturellen Aufbau der Diplomarbeit und definiert die wissenschaftlichen Zielsetzungen.

4. Kindheit und Medien: Es wird untersucht, wie sich der Begriff Kindheit und das familiäre Umfeld durch den technologischen und gesellschaftlichen Wandel verändert haben.

5. Medienausstattung: Dieses Kapitel analysiert die zunehmende Verbreitung von Medien in deutschen Haushalten und den Eigenbesitz von Kindern.

6. Medienerziehung der Eltern: Hier wird das elterliche Vorbildverhalten und deren Einflussnahme auf den Medienkonsum der Kinder thematisiert.

7. Bücher, ein Medium des Kindes: Das Kapitel vergleicht die Bedeutung von Printmedien mit elektronischen Medien und beleuchtet die Leseentwicklung.

8. Bildschirmreize: Es wird analysiert, warum das Medium Fernsehen eine so hohe Anziehungskraft auf Kinder ausübt und wie die Umgebung das Sehverhalten beeinflusst.

9. Fernsehnutzung von Kindern: Dieser Teil befasst sich mit statistischen Daten zur Reichweite und Sehdauer in verschiedenen Altersgruppen.

10. Wahrnehmung und Verständnis von Kindern beim Fernsehen: Die kognitiven Fähigkeiten von Kindern beim Verständnis von Filmen werden in Abhängigkeit vom Alter dargestellt.

11. Programmpräferenzen in Abhängigkeit zum Entwicklungsstand: Dieses Kapitel zeigt auf, welche Genres von Kindern in welchem Alter bevorzugt werden.

12. Zeichentrickfilme: Es werden die Beliebtheit von Zeichentrick, die Themenwahl und mögliche Gefahren für Kinder diskutiert.

13. Helden der Kinderwelt: Die Bedeutung von TV-Helden für die Identifikation und das Geschlechterverhältnis in Medieninhalten werden hier analysiert.

14. Auswirkungen des Fernsehens: Dieses Kapitel diskutiert die Einflüsse auf Gedächtnis, Vorstellungskraft und Kreativität.

15. Sinnvoller Umgang mit Medien: Die Arbeit schließt mit Empfehlungen für Eltern und Pädagogen zur Medienerziehung.

Schlüsselwörter

Medienkindheit, Fernsehen, Kindheit, Medienkompetenz, Zeichentrick, Sozialisation, Medienausstattung, Leseverhalten, Vorbildverhalten, Familienleben, Bildschirmreize, Medienwirkung, Programmpräferenzen, Identifikation, Medienerziehung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit beschäftigt sich mit dem Medienbesitz und dem Nutzungsverhalten von Kindern im heutigen Informationszeitalter und hinterfragt die Auswirkungen dieser Medienpräsenz auf die kindliche Entwicklung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Medienausstattung in Familien, der Medienerziehung durch Eltern, der Leseentwicklung, dem Fernsehverhalten von Kindern und der Bedeutung von Medienhelden sowie deren Auswirkungen auf die kindliche Phantasie.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu untersuchen, wie Medien den Kinderalltag prägen, inwiefern sie Naturerfahrungen ersetzen und wie ein sinnvoller, verantwortungsbewusster Umgang mit diesen Medien gestaltet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Studien (wie z.B. KIM-Studien, Bertelsmann-Studie) sowie der Einbettung pädagogischer Theorien zur Sozialisations- und Kindheitsforschung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Aspekte der Mediennutzung, unterteilt in Themen wie Medieninhalte (Zeichentrick), die Wahrnehmungsentwicklung beim Fernsehen, geschlechtsspezifische Unterschiede und die Rolle der Eltern als Erziehende.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Medienkindheit, Medienkompetenz, Sozialisation, Fernsehnutzung, Zeichentrick und Medienerziehung beschreiben.

Wie beeinflussen "Teletubbies" oder "Pokémon" die kindliche Entwicklung laut der Autorin?

Die Autorin betrachtet die frühe Konfrontation mit diesen Medien kritisch und warnt vor einem Gewöhnungseffekt, der Kinder bei Langeweile dazu verleitet, den Fernseher einzuschalten, anstatt eigene Spielmöglichkeiten zu entwickeln.

Welche Rolle spielt das Geschlecht bei der Mediennutzung?

Es bestehen klare geschlechtsspezifische Unterschiede: Jungen bevorzugen eher Action- und Abenteuerformate, während Mädchen häufiger zu Musik-CDs, Büchern oder Formaten tendieren, die zwischenmenschliche Beziehungen thematisieren.

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Details

Title
Kinderalltag - Medienalltag. Medienbesitz und Nutzungsverhalten
College
University of Marburg  (Institut für Erziehungswissenschaften)
Grade
1,0
Author
Carolin Seibel (Author)
Publication Year
2000
Pages
131
Catalog Number
V16883
ISBN (eBook)
9783638215947
Language
German
Tags
Kinderalltag Medienalltag Medienbesitz Nutzungsverhalten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carolin Seibel (Author), 2000, Kinderalltag - Medienalltag. Medienbesitz und Nutzungsverhalten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16883
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