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Der Chor in der griechischen Tragödie am Beispiel der Hölderlinübersetzung von Sophokles‘ Trauerspiel „Antigonae“

Title: Der Chor in der griechischen Tragödie am Beispiel der Hölderlinübersetzung von Sophokles‘ Trauerspiel „Antigonae“

Seminar Paper , 2011 , 17 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Susanne Hahn (Author)

Literature - Comparative Literature
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In einem Lexikoneintrag zur Rolle des Chors in der griechischen Tragödie heißt es „Der Chor in der alten Tragödie ist ein Vermittelndes, etwas, das die Szene und die Zuschauer zusammenbringt.“ Aus dieser Beschreibung der Aufgabe und Rolle des Chors innerhalb eines Trauerspiels lässt sich schlussfolgern, dass der Chor eine signifikante und unverzichtbare Position innerhalb der griechischen Tragödie einnimmt, da er eine Verbindung zwischen dem Publikum und dem Geschehenen entstehen lässt.
Aber eine Verbindung, wie die eben genannte, entstehen zu lassen ist nicht die einzige Aufgabe des Chors. Welche anderen Aufgaben dem Chor zukommen und in wieweit er seinen Pflichten gerecht wird oder über seine Grenzen hinauswächst, wird innerhalb dieser Arbeit anhand eines der wohl bekanntesten Trauerspiele verdeutlicht: Antigonä von dem im Jahre 496 geborenen und im Jahre 406 verstorbenen griechischen Dichters SophoklesAbb.01. Als „der größte der antiken griechischen Tragödiendichter“ , schrieb er eine Vielzahl von Trauerspielen, so auch seine bekanntesten Antigonä und König Ödipus, die selbst in unserer Gegenwart noch Platz auf den Bühnen der ganzen Welt finden. Schwerpunkt dieser Hausarbeit soll die These sein, dass der Chor in Sophokles‘ ‚Antigonä‘ den generellen Aufgaben des Chores zu jener Zeit entspricht, seinen Anforderungen gerecht wird und unverzichtbar für die Handlung der Tragödie ist. Zunächst einmal muss darauf eingegangen werden, welche Rolle der Chor im Allgemeinen in griechischen Tragödien spielte und welche Aufgaben ihm zuteilwurden, um schlussfolgernd festzustellen, inwieweit Sophokles‘ Chor den Anforderungen entspricht. Wie inszeniert Sophokles den Chor innerhalb seines Stückes und wie stellt er ihn dar? In wie weit würde sich das Stück verändern, wenn der Chor nicht mehr Teil der Tragödie wäre? Würden die Geschehnisse dennoch so eintreffen, wie sie innerhalb des Werkes eintrafen, oder würde sich das Werk grundsätzlich ändern und nicht mehr den Grundzügen eines Typus der griechischen Tragödie entsprechen? Ist schlussfolgernd der Chor aufgrund seiner Aufgaben und Pflichten ein absolut notwendiger Bestandteil des Trauerspieles, sodass ohne ihn das Trauerspiel als solches einstürzen und nicht mehr funktionieren würde, oder würde sich inhaltlich das Trauerspiel nicht verändern?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Chor in der griechischen Tragödie am Beispiel der Hölderlinübersetzung von Sophokles‘ Trauerspiel „Antigonae“

2.1 Der Chor in der griechischen Tragödie

2.2 Sophokles: Antigonae

2.2.1 Die Darstellung und Personifikation des Chors

2.2.2 Die Aufgaben des Chors

2.2.3 Die Signifikanz des Chors und die Veränderungen des Trauerspiels durch dessen Verlust

3. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Rolle und die vielfältigen Funktionen des Chors in der griechischen Tragödie, insbesondere am Beispiel von Sophokles' „Antigonae“ in der Übersetzung von Friedrich Hölderlin. Es wird analysiert, inwieweit der Chor als vermittelndes Organ zwischen Publikum und Bühnengeschehen agiert und welche dramaturgischen Konsequenzen sein potenzieller Wegfall für die Struktur und das Verständnis des Trauerspiels hätte.

  • Die historische und theatrale Bedeutung des Chors in der griechischen Antike.
  • Die spezifische Darstellung und Funktion des Chors in Sophokles' „Antigonae“.
  • Die Analyse der dramaturgischen Eingriffe des Chors in den Handlungsverlauf.
  • Die moralische und beratende Instanz des Chors gegenüber den handelnden Figuren.
  • Die Untersuchung der Auswirkungen durch einen hypothetischen Verlust des Chors auf das Werk.

Auszug aus dem Buch

2.2.2 Die Aufgaben des Chors

Die wichtigste Aufgabe des Chores zu jener Zeit, in der die Tragödien im Theater aufgeführt wurden, war es, „ein Vermittelndes, etwas, das die Szene und die Zuschauer zusammenbringt“ zu sein. In Sophokles Antigonä ist die wichtigste Funktion ebendiese, denn diese besteht „darin, die Gestimmtheit, die sich aus einer dramatischen Situation ergibt, durch das Medium der emotionalen Musik mit Gesang und Tanz gleichsam in die Stimmung der Zuschauer zu <transportieren> [...].“ Neben dieser wichtigen Funktion durch Musik und Tanz eine Verbindung zum Publikum entstehen zu lassen, besitzt der Chor innerhalb der Tragödie selbst weitere wichtige Aufgaben.

Siegfried Melchinger schreibt über den generellen Chor in Sophokles Werken, der Chor „ hat stets dramatische Funktion; oft greift er in die Handlung ein [...].“ In wieweit Melchingers Aussage bei Antigonä zustimmt und welche anderen Funktionen der Chor noch besitzt, wird nun herausgearbeitet.

Der Chor hat seinen ersten Auftritt nach dem ersten Streitgespräch zwischen Antigonä und ihrer Schwester Ismene. Auffällig ist hierbei, dass, während Ismene und Antigonä recht kurze Sätze miteinander sprechen, der Chor im Anschluss dieses Gespräches einen Monolog über drei Seiten hält (S. 227-229). In seinem ersten Satz „O Blick der Sonne, du schönster, der dem siebentorigen Thebe seit langem scheint“, demonstriert der Chor zunächst zwei seiner Aufgaben. Zum einen legt der Chor den Ort der Handlung fest, indem er Theben als Ort angibt und zum anderen beschreibt er die Wettersituation am Handlungsort, indem er es als sonnig und schön schildert. Der Chor scheint zunächst einmal als Orientierungshilfe für das Publikum zu dienen, indem er den Zuschauern Ort und Wetter beschreibt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, ob der Chor ein unverzichtbarer Bestandteil der griechischen Tragödie ist und welche Bedeutung ihm in Sophokles’ „Antigonae“ zukommt.

2. Der Chor in der griechischen Tragödie am Beispiel der Hölderlinübersetzung von Sophokles‘ Trauerspiel „Antigonae“: Das Hauptkapitel beleuchtet theoretische Grundlagen des Chors und analysiert detailliert dessen Darstellung, Funktionen und dramaturgische Relevanz in „Antigonae“.

3. Schlusswort: Das Schlusswort fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass der Chor eine zentrale, aber für das strukturelle Fundament nicht zwingend notwendige Bereicherung der Tragödie darstellt.

Schlüsselwörter

Griechische Tragödie, Sophokles, Antigonae, Chor, Hölderlin, Theater, Dramaturgie, Funktion, Moral, Götter, Handlung, Antike, Rolle, Vermittlung, Reflexion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Funktion und die dramaturgische Bedeutung des Chors in der antiken griechischen Tragödie, fokussiert auf Sophokles' „Antigonae“ in der Hölderlin-Übersetzung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Mittelpunkt stehen die Aufgaben des Chors, wie die Vermittlung zwischen Publikum und Bühne, die Unterstützung der Handlung sowie die moralische Einordnung des Geschehens.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es, zu klären, ob der Chor eine unverzichtbare Instanz der Tragödie ist und wie sich das Stück verändern würde, wenn der Chor entfernt würde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Analyse des Dramentextes unter Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur zur antiken Tragödienform.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Chors in der Antike, die spezifische Analyse der „Antigonae“-Übersetzung von Hölderlin und die Bedeutung des Chors für den Handlungsverlauf.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Tragödie“, „Chorfunktion“, „griechische Antike“ und „dramatische Struktur“ definiert.

Welchen Einfluss hat die Übersetzung von Friedrich Hölderlin auf die Analyse?

Die Arbeit berücksichtigt spezifische Merkmale der Hölderlin-Übersetzung, wie etwa das Fehlen eines Chorführers im Vergleich zu anderen Übersetzungen.

Zu welcher Schlussfolgerung kommt die Autorin hinsichtlich der Notwendigkeit des Chors?

Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass der Chor eine tragende dramatische und moralische Funktion erfüllt, das Fundament der Tragödie jedoch auch ohne ihn funktionsfähig bliebe.

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Details

Title
Der Chor in der griechischen Tragödie am Beispiel der Hölderlinübersetzung von Sophokles‘ Trauerspiel „Antigonae“
College
University of Erfurt
Grade
2,0
Author
Susanne Hahn (Author)
Publication Year
2011
Pages
17
Catalog Number
V168843
ISBN (eBook)
9783640867585
ISBN (Book)
9783640867974
Language
German
Tags
Antigone Antigonae Sophokles Hölderlin Chor griechische Tragödie Tragödie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Susanne Hahn (Author), 2011, Der Chor in der griechischen Tragödie am Beispiel der Hölderlinübersetzung von Sophokles‘ Trauerspiel „Antigonae“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168843
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