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Der Makkabäeraufstand

Inwiefern sind die religionspolitischen Maßnahmen des Antiochos IV. Epiphanes zu begründen und können als Ursache für den Aufstand gedeutet werden?

Titel: Der Makkabäeraufstand

Hausarbeit , 2020 , 18 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Sinja Köhne (Autor:in)

Geschichte - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Chanukka-Fest ist bis heute fester Bestandteil der jüdischen Religionspraktiken. Seinen Ursprung hat das Lichterfest im Makkabäeraufstand und der daran anschließenden Wiedereroberung Jerusalems sowie der Weihung des Tempels im Jahr 164 vor Christus durch Judas. Der Makkabäeraufstand stellt den Höhepunkt der Auseinandersetzungen zwischen einem Teil des Judentums und dem Seleukidenkönig Antiochos IV. Epiphanes dar. In der vorliegenden Arbeit werden vor allem die Voraussetzungen für den Aufstand in Hinblick auf die religionspolitischen Maßnahmen des Antiochos IV. untersucht. Im Laufe der Analyse ist folglich die Forschungsfrage, inwiefern die religionspolitischen Maßnahmen des Antiochos IV. Epiphanes zu begründen sind und als Ursache für den Aufstand gedeutet werden können, zentral.
Bevor auf die Ereignisse in der Regierungszeit des Antiochos IV. Epiphanes eingegangen wird, soll die Rolle der Religion und speziell die des Judentums im Hellenismus thematisiert werden. Darauf folgt ein Kapitel, das den Seleukidenkönig in den Fokus stellt, um mögliche Motive hinsichtlich der Religionspolitik aufdecken zu können. Primär werden hier die Geldnot durch den anstehenden Krieg mit den Ptolemäern, in dem Judäa als umkämpfte Zwischenregion eine zentrale Rolle spielte, und ein möglicher Antijudaismus analysiert. Die Untersuchung wird allerdings die Bedeutung des Hohepriesteramtes und die innerjüdischen Machtkonflikte zeigen, weshalb diesem Thema ein Kapitel zukommt. Hier mag der Bezug zu Antiochos IV. vorerst fehlen, doch um den Ausbruch des Makkabäeraufstandes zu verstehen, ist das Einbeziehen dieser Machtkonflikte zwingend notwendig. Schließlich kann der Seleukidenkönig in den innerjüdischen Konflikten als Erzieher interpretiert werden, der jedoch eigene Interessen verfolgt, die sich primär auf die Stabilität Judäas beziehen. Erneut wird das Dasein Judäas als Zwischenregion des Ptolemäerreiches und des Seleukidenreiches deutlich, da sich Antiochos IV. zur Zeit der Eskalation des Machtkonfliktes in Jerusalem im 6. Syrischen Krieg (170-168 v. Chr.) befindet. Dies führt die Arbeit zum letzten Kapitel, in dem der Makkabäeraufstand hinsichtlich des Anlasses, den das Religionsedikt darstellt, und dem Verlauf sowie einem vorübergehenden Frieden analysiert wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis des Buches

  • I. Einleitung
  • II. Religion und das Judentum im Hellenismus
  • III. Antiochos IV. Epiphanes
    • III.1. Legitimationsbestreben
    • III.2. Theos Epiphanes oder Epimanes?
  • IV. Hohepriestertum in Jerusalem und innerjüdische Konflikte
  • V. Makkabäeraufstand
    • V.1. Religionsedikt
    • V.2. Aufstand des Judas Makkabäus
  • VI. Fazit
  • VII. Quellen- und Literaturverzeichnis
    • VII.1. Quellen
    • VII.2. Literatur

Zielsetzung & Thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Makkabäeraufstand, wobei sie insbesondere die religionspolitischen Maßnahmen des Antiochos IV. Epiphanes analysiert, um zu klären, inwiefern diese begründet sind und als Ursache für den Aufstand gedeutet werden können.

  • Rolle von Religion und Judentum im Hellenismus
  • Persönlichkeit, Legitimationsbestrebungen und Herrscherkult des Antiochos IV. Epiphanes
  • Bedeutung des Hohepriesteramtes und innerjüdische Machtkonflikte in Jerusalem
  • Analyse der Ursachen und des Verlaufs des Makkabäeraufstandes, inklusive des Religionsediktes
  • Kritische Betrachtung der überwiegend projüdischen Quellenlage

Auszug aus dem Buch

V.1. Religionsedikt

„Am fünfzehnten Kislew des Jahres 145 ließ der König auf dem Altar den Gräuel der Verwüstung errichten [...]. Alle Buchrollen des Gesetzes, die man fand, wurden zerrissen und verbrannt. Wer im Besitz einer Bundesrolle angetroffen wurde oder zum Gesetz hielt, wurde aufgrund der königlichen Anordnung zum Tode verurteilt. [...] Frauen, die ihre Kinder hatten beschneiden lassen, wurden auf Befehl des Königs hingerichtet; dabei hängte man die Säuglinge an den Hals ihrer Mütter. [...] Dennoch blieben viele aus Israel fest und stark; sie aßen nichts, was unrein war. Lieber wollten sie sterben, als sich durch die Speisen unrein machen und den heiligen Bund entweihen. So starben sie."

So beschreibt das Erste Makkabäerbuch die Auswirkungen des von Antiochos IV. verhängten Religionsedikts. Das Religionsedikt trat 168 v. Chr. in Kraft und verbot zentrale Elemente des jüdischen Kultes. Im Falle des Widersetzens wurden die Juden mit dem Tod bestraft. In einem Ähnlichen Umfang wird das Edikt im Zweiten Makkabäerbuch geschildert. Demnach durfte „man [...] sich überhaupt nicht mehr als Jude bekennen“. Die Frage nach dem Urheber ist umstritten und verbunden mit der Frage nach den Motiven, die zu dem Edikt geführt haben. Denn solch ein gewaltbegleitetes Edikt zur Unterdrückung einer Gruppierung war nicht loyalitätsfördernd und daher auch nicht von positivem Einfluss auf die Abgaben geprägt, weshalb es keines der bevorzugten Mittel antiker Herrscher gewesen sei, wie Satlow betont. Auf die Frage nach dem Motiv des Antiochos IV. haben Historiker bis heute keine eindeutige Erklärung. Dem widerspricht Ma unter Einbezug der Aufhebung des Ediktes: „The situation outlined above – punitive unequal synoikism after deprivation of rights, followed by the restoration of rights – is not an unusual one in the Hellenistic world“. Allerdings sei laut Ma die Folge der Bestrafung ungewöhnlich gewesen und auf die Besonderheit des jüdischen Glaubens und den dazugehörigen Regeln zurückzuführen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Stellt die Forschungsfrage vor, untersucht die religionspolitischen Maßnahmen Antiochos IV. als Ursache des Makkabäeraufstandes und skizziert den Aufbau der Arbeit sowie die verwendete Quellenlage.

II. Religion und das Judentum im Hellenismus: Beleuchtet den Gegensatz zwischen jüdischem Monotheismus und hellenistischem Polytheismus sowie die Entstehung von Antijudaismus und die Integration hellenistischer Lebensweisen durch bestimmte jüdische Eliten.

III. Antiochos IV. Epiphanes: Analysiert die Person Antiochos IV., seine Legitimationsbestrebungen durch militärische Erfolge und Herrscherkult sowie die daraus resultierenden Spannungen mit dem Judentum.

IV. Hohepriestertum in Jerusalem und innerjüdische Konflikte: Beschreibt die zentrale Rolle des Hohepriesteramtes, die innerjüdischen Machtkonflikte (Oniaden vs. Tobiaden, hellenisierte vs. orthodoxe Juden) und die Einmischung Antiochos IV. durch die Ernennung der Hohepriester.

V. Makkabäeraufstand: Erläutert die multikausalen Ursachen des Aufstandes, die Rolle des Religionsediktes von Antiochos IV. als direkter Auslöser und den Verlauf der Rebellion unter Judas Makkabäus.

VI. Fazit: Fasst die Erkenntnisse zur Forschungsfrage zusammen, betont die Multikausalität der Ursachen und die Problematik der projüdischen Quellenlage, und interpretiert das Handeln Antiochos IV. als machtorientiert, welches den Konflikt verschärfte.

Schlüsselwörter

Makkabäeraufstand, Antiochos IV. Epiphanes, Religionspolitik, Hellenismus, Judentum, Hohepriestertum, Jerusalem, Religionsedikt, Judas Makkabäus, Seleukidenreich, Innerjüdische Konflikte, Antijudaismus, Herrscherkult, Chanukka-Fest, Quellenkritik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Makkabäeraufstand und analysiert, inwiefern die religionspolitischen Maßnahmen des Seleukidenkönigs Antiochos IV. Epiphanes als Ursache für diesen Aufstand gedeutet werden können und welche Motive dahintersteckten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind die Rolle von Religion und Judentum im Hellenismus, die Persönlichkeit und Politik Antiochos IV., die innerjüdischen Machtkonflikte um das Hohepriesteramt in Jerusalem sowie die Ereignisse und Ursachen des Makkabäeraufstandes.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten: Inwiefern sind die religionspolitischen Maßnahmen des Antiochos IV. Epiphanes zu begründen und können als Ursache für den Aufstand gedeutet werden?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit analysiert historische Ereignisse und Deutungsmuster anhand primärer Quellen (Makkabäerbücher, Flavius Josephus, Polybios) und sekundärer Forschungsliteratur, wobei die Quellenkritik aufgrund des projüdischen Bias eine wichtige Rolle spielt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Religionsrolle des Judentums im Hellenismus, die Motivationen und Legitimationsbestrebungen Antiochos IV., die innerjüdischen Machtkonflikte um das Hohepriesteramt sowie die Ereignisse, die zum Makkabäeraufstand und dem Religionsedikt führten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Makkabäeraufstand, Antiochos IV. Epiphanes, Religionspolitik, Hellenismus, Judentum, Hohepriestertum, Religionsedikt und Innerjüdische Konflikte.

Welche Rolle spielten innerjüdische Konflikte beim Ausbruch des Makkabäeraufstands?

Innerjüdische Machtkonflikte, insbesondere zwischen den Oniaden und Tobiaden sowie hellenisierten und orthodoxen Juden, destabilisierten die jüdische Elite. Antiochos IV. griff durch die Ernennung von Hohepriestern in diese Konflikte ein, was die Situation zusätzlich verschärfte und den Aufstand begünstigte.

Wie wird die Darstellung des Antiochos IV. in den Quellen bewertet?

Die Quellenlage ist problematisch, da die biblischen Makkabäerbücher und Josephus projüdisch geprägt sind. Polybios hingegen beschreibt Antiochos IV. als „verrückt“ (Epimanes) und seine Motive für das Religionsedikt bleiben bis heute umstritten und undurchsichtig.

Welche Bedeutung hatte das Hohepriesteramt im Kontext des Konflikts?

Das Hohepriesteramt war von zentraler Bedeutung, da der Hohepriester nicht nur das Oberhaupt der Juden, sondern auch deren Vertreter gegenüber dem König war. Die Vergabe dieses Amtes durch Antiochos IV. gegen finanzielle Versprechen führte zu einer Destabilisierung und verstärkte die Abhängigkeit der jüdischen Elite vom Seleukidenkönig.

Warum ist das Chanukka-Fest für das Verständnis der Arbeit relevant?

Das Chanukka-Fest hat seinen Ursprung in der Wiedereroberung Jerusalems und der Tempelweihe nach dem Makkabäeraufstand. Es dient als historischer Bezugspunkt und zeigt die bis heute andauernde Relevanz des Themas auf.

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Details

Titel
Der Makkabäeraufstand
Untertitel
Inwiefern sind die religionspolitischen Maßnahmen des Antiochos IV. Epiphanes zu begründen und können als Ursache für den Aufstand gedeutet werden?
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Institut für Klassische Altertumskunde)
Veranstaltung
Aufbauseminar zur Alten Geschichte: Ein hellenistisches Königreich zwischen Orient und Okzident. Das Seleukidenreich vom ausgehenden 4. bis in die Mitte des 2. Jh. v. Chr.
Note
1,3
Autor
Sinja Köhne (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
18
Katalognummer
V1689056
ISBN (PDF)
9783389173466
ISBN (Buch)
9783389173473
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Seleukidenreich Antiochos IV. Antijudaismus Judäa Religionspolitik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sinja Köhne (Autor:in), 2020, Der Makkabäeraufstand, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1689056
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  18  Seiten
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