Seit der Vereinigung der Pikten und Gälen zu dem Reich Alba im Jahr 843 regierte auf dem Land, das heute als Schottland bekannt ist, ein König. In der Entwicklung des Königreiches vergrößerte sich das Herrschaftsgebiet und die Stellung des Königs stärkte sich. Im Speziellen führte die Einführung der Erbfolge im 12. Jahrhundert durch David I. zu einer Stabilisierung der Dynastie. Daraus folgten Phasen, in denen das Königreich von einem minderjährigen König regiert wurde. In ebendiesen Jahren unterstützte ein Rat, der sich später zum Parlament entwickelte, den jungen Monarchen. Der Rat und auch das spätere ‚Parliament of Scotland‘ wurden in der Zusammensetzung von Klerikern durch ihre Kenntnisse in Wort und Schrift und ihr Eigentum großer Landflächen geprägt. Folglich waren Kirche und Politik von Beginn an miteinander verflochten. Ziel dieser Arbeit ist es, die Behandlung kirchenpolitischer Angelegenheiten im Parliament of Scotland und seinen Vorläufern von 1235 bis 1560 darzulegen. Der Begriff ‚Parlament‘ wird synonym für das Parliament of Scotland und auch für die Sitzungen der Vorläufer angewandt. Hierbei soll besonders auf den Wandel der Anwendung von Kirchenpolitik eingegangen werden, der mit dem Bedeutungswandel der Kirche und dem Parlament im schottischen Königreich einhergeht. Kirchenpolitik fasst solche Angelegenheiten zusammen, die im Parlament diskutiert oder beschlossen wurden und in Bezug zur Kirche stehen. Da Politik ebenfalls mit Macht in Verbindung steht, ist weiter zu untersuchen, inwiefern die Kirchenpolitik der Macht des Parlamentes zu Gute kam.
- Arbeit zitieren
- Sinja Köhne (Autor:in), 2020, Kirchenpolitik im Parliament of Scotland und seinen Vorläufern von 1235-1560, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1689059