Die Europäische Gemeinschaft hat sich in den letzten 60 Jahren kontinuierlich von einer wirtschaftlichen Interessensgemeinschaft mit wenigen Ländern zur heutigen Europäischen Union mit inzwischen 27 Ländern entwickelt
Im Jahr 2007 wurden durch den Lissaboner Vertrag neue Rahmenbedingungen festgelegt und aus der EG, sowie der Westeuropäischen Union(WEU) entstand die Europäische Union, welcher noch weitere Kompetenzen zugeordnet wurden.
Im Moment ist die EU ein Staatenbund und es stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist diese als Staatenverbund oder als Bundesstaat in der Zukunft zu gestalten.
Prinzipiell stellt sich die Frage, inwieweit die Autonomie der Mitgliedsstaaten erhalten bleiben soll, sowie welche Rechte und Pflichten den einzelnen Staaten zukommen sollen.
Als Vorbild könnte der deutsche Föderalismus dienen.
Der Föderalismus hat in Deutschland eine lange Tradition und steht für eine strikte Kompetenztrennung zwischen Bund und Ländern.
Die Europäische Gemeinschaft hat sich in den letzten 60 Jahren fortlaufend weiter entwickelt. Die Ansicht der EU-Bürger in den verschiedenen Ländern zur EU gehen zum Teil teilweise stark auseinander und so stellt sich die Frage, welche Entwicklung die EU nehmen soll, um zum einen eine starke Europäische Macht zu bilden und zum anderen die Bedürfnisse der einzelnen Mitgliedsländer zu stillen.
Es stellt sich die Frage, ob die Praxis des föderalen Prinzips der BRD auf die EU übertragbar und vor allem, ob dies auch sinnvoll ist. Im Verlauf dieser Wissenschaftlichen Arbeit möchte ich dies hinsichtlich wirtschaftspolitischer Ziele untersuchen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Föderalismus
2.1. Föderalismus in Deutschland
2.2. Föderalismus in der Euopäischen Union
3. Wirtschaftspolitik
3.1. Wirtschaftspolitik der BRD
3.2. Wirtschaftspolitik der EU
4. Vergleich der Wirtschaftspolitik von der BRD mit der EU
4.1. Angebotsorientierte Wirtschaftspolitik
4.1.1. Lohnpolitik
4.1.2. Arbeitszeitregelung
4.1.3. Steuerpolitik
4.2. Nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik
4.2.1. Ausgabeerhöhung bei schwacher privatwirtschaftlicher Nachfrage
4.2.2. Ausgabesenkung bei Übernachfrage
4.2.3. Subventitionen zur Koordination der Nachfrage
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwieweit das föderale Prinzip der Bundesrepublik Deutschland als Modell für die Europäische Union dienen kann, insbesondere im Hinblick auf die Verwirklichung gemeinsamer wirtschaftspolitischer Ziele unter Wahrung nationaler Autonomie.
- Entwicklung und Struktur des Föderalismus in Deutschland und der EU
- Vergleich angebots- und nachfrageorientierter wirtschaftspolitischer Instrumente
- Auswirkungen der Föderalismusreform 2006 auf die deutsche Wirtschaftspolitik
- Herausforderungen einer Föderalisierung der Europäischen Union
Auszug aus dem Buch
2. Föderalismus
Unter Föderalismus versteht man eine politische Ordnungsstruktur die auf weitgehende Unabhängigkeit seiner einzelnen Einheiten beruht, die zusammen aber „ein Ganzes“ bilden. Bezug nehmend auf einen föderalistischen Staatsaufbau setzt dies eine politische Ordnung voraus, in der die staatlichen Aufgaben und Kompetenzen zwischen Gesamtstaat und den Einzelstaaten verfassungsmäßig so festgelegt sind, dass jede Einheit ihren Zuständigkeitsbereich hat. Historisch hat der Föderalismus seinen Ursprung in der Geographie. Das Imperium Romanum, mit mehreren Inseln im Mittelmeer war prädestiniert für den natürlichen Föderalismus, das kaiserliche China mit einer großen kontinentalen Landmasse war wiederum geeigneter für die gegensätzliche Ordnung, den natürlichen Zentralismus.
Der geographische Aspekt ist heutzutage dank des Fortschritts, bzw. der Globalisierung irrelevant und so werden Föderalistische Ordnungen vertraglich vereinbart.
Die Ziele eines föderalistischen Systems sind die Verbesserung der Lebensqualität durch Kooperation von verschiedenen Gebietskörperschaften, bei gleichzeitiger Wahrung von Autonomie und eigenen Traditionen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung der Europäischen Union von einer Interessensgemeinschaft hin zu einer komplexen Struktur und wirft die Frage nach ihrer zukünftigen Ausrichtung auf.
2. Föderalismus: Dieses Kapitel definiert Föderalismus als politisches Ordnungsprinzip und untersucht die historische sowie aktuelle Ausprägung in Deutschland und der Europäischen Union.
3. Wirtschaftspolitik: Der Autor erläutert die Grundlagen moderner Wirtschaftspolitik sowie die spezifische Ausgestaltung und Zielsetzung in der Bundesrepublik Deutschland und der EU.
4. Vergleich der Wirtschaftspolitik von der BRD mit der EU: Dieser Hauptteil analysiert und vergleicht Instrumente der angebots- und nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik beider Systeme, um Gemeinsamkeiten und Übertragbarkeit zu prüfen.
5. Fazit: Das Fazit bewertet die Ergebnisse des Vergleichs und kommt zu dem Schluss, dass der deutsche Kooperationsföderalismus nur bedingt als Vorbild für eine Föderalisierung Europas dienen kann.
Schlüsselwörter
Föderalismus, Europäische Union, Wirtschaftspolitik, Deutschland, Subsidiaritätsprinzip, Kooperationsföderalismus, Wettbewerbsföderalismus, Wirtschaftswachstum, Kompetenztrennung, Staatenverbund, Europäische Integration, Föderalismusreform 2006, Finanzpolitik, Markt, Autonomie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das föderale System der Bundesrepublik Deutschland im Vergleich zur Europäischen Union, mit einem speziellen Fokus auf die Auswirkungen und Möglichkeiten für wirtschaftspolitische Ziele.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Definition und Geschichte des Föderalismus, die Grundlagen der Wirtschaftspolitik sowie einen detaillierten Vergleich der Mechanismen in Deutschland und der EU.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es zu untersuchen, ob das föderale Prinzip der BRD auf die EU übertragbar ist und ob eine solche Transformation sinnvoll wäre, um wirtschaftspolitische Ziele effektiver zu erreichen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und einem vergleichenden Ansatz, bei dem die Strukturen und wirtschaftspolitischen Instrumente beider politischen Einheiten einander gegenübergestellt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die angebots- und nachfrageorientierten Instrumente der Wirtschaftspolitik in der BRD und der EU analysiert, einschließlich Themen wie Lohnpolitik, Steuerpolitik und Subventionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselwörter sind Föderalismus, Europäische Union, Wirtschaftspolitik, Subsidiaritätsprinzip und Wettbewerbsföderalismus.
Warum wird die Föderalismusreform 2006 im Text hervorgehoben?
Die Reform von 2006 wird als notwendige Reaktion auf die Schwächen des deutschen Systems diskutiert, wobei der Autor ihre Bedeutung für die Neuausrichtung hin zum Wettbewerbsföderalismus betont.
Zu welchem Schluss kommt der Autor hinsichtlich eines "Bundesstaates EU"?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass aufgrund fehlender nationaler Identität und der wirtschaftlichen Unterschiede ein Staatenverbund derzeit realistischer und ökonomisch sinnvoller erscheint als ein "Bundesstaat EU".
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- Daniel Stoll (Author), 2010, Der deutsche Föderalismus und die EU - Widerspruch oder Ergänzung für wirtschaftspolitische Ziele, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168957