Alterung der Gesellschaft

Die gesellschaftliche Rolle alter Menschen: Bürgerschaftliches Engagement und Ehrenamt als Perspektive?


Referat (Ausarbeitung), 2010

12 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Gliederung

1. Definition von Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement

2. Beispiele für Ehrenämter und bürgerschaftliches Engagement

3. Geschichte des Ehrenamts

4. Ehrenamt in Deutschland Statistiken vorlegen

5. Bundesmodellprogramm „Erfahrungswissen für Initiativen“

6. Motive ehrenamtlich Engagierter

7. Auswirkungen der Umsetzung von Interessen im Ehrenamt

8. Förderung des Ehrenamts

9. Persönliche Meinung

Literatur

1. Definition „Bürgerschaftliches Engagement“ und „Ehrenamt“

Dem bürgerschaftlichen Engagement werden nach dem Verständnis der Enquete-Kommission „Zukunft des bürgerschaftlichen Engagements“ des Deutschen Bundestages folgende Attribute zugeordnet:

1. Die bürgerschaftliche Qualität des Engagements wird durch Selbstorganisation und Selbstbestimmtheit des freiwillig ausgeübten Engagements bestimmt.
2. Bürgerengagement ist nicht auf materiellen Gewinn gerichtet.
3. Mindestens ein Effekt des bürgerschaftlichen Engagements muss ein positiver Effekt für Dritte sein, es muss also Gemeinwohlbezug haben.
4. Bürgerengagement ist öffentlich, bzw. findet im öffentlichen Raum statt, da Öffentlichkeit einerseits wichtig für die Interessenvertretung der Engagierten, die Schaffung einer Anerkennungskultur und die Bereitstellung von Information für die Tätigkeit der Engagierten ist. Andererseits gewährleistet sie Transparenz, Dialog, Teilhabe und Verantwortung in den Organisationsformen des Engagements.
5. In der Regel wird bürgerschaftliches Engagement gemeinschaftlich, bzw. kooperativ ausgeübt.[1]

Im Folgenden werden zu den beiden Begriffen bürgerschaftliches Engagement und Ehrenamt erläuternde Definitionen angeführt, um ein klares Verständnis der Begriffe für den weiteren Verlauf der Ausarbeitung zu gewährleisten:

a.: Bürgerschaftliches Engagement wird das freiwillige, nicht auf finanzielle Vorteile gerichtete, das Gemeinwohl fördernde Engagement von Bürgern zur Erreichung gemeinsamer Ziele genannt. Im Gegensatz zum hoheitlichen Handeln der Verwaltung oder des Staates nehmen hier die Bürger etwas selbst in die Hand. Bürgerschaftliches Engagement ist ein Normativ wie analytisch unscharfer und mehrdeutiger Begriff, der in verschiedenen Sinnzusammenhängen verwendet wird. Die heute gebräuchliche Begriffsverwendung umfasst die spezifischeren Begriffe wie Ehrenamt, Selbsthilfe, politische Partizipation, politischer Protest oder freiwilliges Engagement und bringt sie in einen konzeptionellen Zusammenhang.[2]
b.: Ein Ehrenamt im ursprünglichen Sinn ist ein ehrenvolles und freiwilliges öffentliches Amt, das nicht auf Entgelt ausgerichtet ist. Man leistet es für eine bestimmte Dauer regelmäßig im Rahmen von Vereinigungen, Initiativen oder Institutionen. In einigen Fällen kann man zum Ehrenamt verpflichtet werden. Für ehrenamtliche Tätigkeiten fällt in manchen Fällen eine Aufwandsentschädigung bis zu 500 Euro im Jahr an. Heute wird „Ehrenamt“ zunehmend gleichbedeutend mit Begriffen wie „Freiwilligenarbeit“ oder „Bürgerschaftliches Engagement“ verwendet. Der Begriff Ehrenamt hat jedoch gegenüber anderen Bezeichnungen Vorzüge. Die ehrenamtliche Tätigkeit ist ehrenvoll, wertet sozial auf, lässt statt monetärer Entgeltung soziale Anerkennung verdienen, was allerdings nicht bei allen ehrenamtlichen Tätigkeiten und Leistungen in der Gesellschaft gleich erfolgt. Auch in Bezug auf Aufwandsentschädigungen unterscheiden sich Ehrenämter sehr. Nur institutionalisierte Ehrenämter etwa bieten auch Vergünstigungen wie Fahrgeld oder Ehrenkarten für kostenlose oder ermäßigte Eintritte in Museen etc.[3]

2. Beispiele für Ehrenämter und bürgerschaftliches Engagement

Die Ausübung von Ehrenämtern ist in den verschiedensten Einrichtungen und Handlungsfeldern möglich. Um hier eine grobe Einsicht zu erhalten, wo dies der Fall st, sind Beispiele angeführt:

a.: Vereine

Vereine werden einerseits gegründet, um gemeinsame Interessen zu verfolgen, die dem gegenseitigen Austausch und der gemeinsamen Betätigung Gleichgesinnter in der Freizeit zutrifft. Andere Vereine haben sich zum Ziel gesetzt, positiv der Allgemeinheit zu dienen oder empfundene Defizite staatlichen Handelns durch eigenes Handeln der Vereinsmitglieder auszugleichen. So ist zum Beispiel das Rote Kreuz aus dem freiwilligen Engagement einiger weniger Bürger entstanden und hat sich in über 100 Jahren zur größten Wohlfahrtsorganisation der Welt entwickelt.

b.: Bürgerinitiativen

Der Unterschied von Bürgerinitiativen zu Vereinen besteht im Wesentlichen in der Tragweite der Zielsetzung: Meist geht es darum, eine bestimmte politische Entscheidung herbei zu führen. Werden Bürger selbst aktiv, hat dies in der Regel positive Auswirkungen auf die Gesellschaft. Selbst Vereine, deren Mitglieder sich ausschließlich zur Verfolgung eigener Spezialinteressen zusammenschließen (Freizeitvereine), spiegeln eine Organisation wider, die ihren Mitgliedern in gewisser Weise Halt gibt. Für Vereine, die sich gesellschaftsfördernden Zwecken verschrieben haben, gilt dies verstärkt.

Beispiele sind: Kirchenvereine, altersspezifische Interessenorganisationen, Sportvereine, Kegelclubs, Schützenvereine, Landsmannschaften, Seniorentreffs, Gewerkschaften, Wandervereine, Kleingartenvereine, Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren, der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft, des Arbeiter-Samariter-Bunds, des Deutschen Roten Kreuzes, des Malteser Hilfsdienstes, des Technischen Hilfswerks, Mitarbeiter der Sozialarbeit wie zum Beispiel in der offenen Jugendsozialarbeit, aktive Mitarbeit in einem gemeinnützigen Verein, in Rettungsunternehmen, öffentlichen Einrichtungen, deren Verbänden und Arbeitsgemeinschaften, im Bildungswesen, in der Wohlfahrtspflege, in landwirtschaftsfördernden Einrichtungen, Dienste bei Natur- und Umweltschutz, Agenda 21-Projekte, Tierschutz, Berghütten, Bewährungshilfe, Telefonseelsorge, Caritas und Diakonie, Hilfsorganisationen, Hausaufgabenhilfe; Helfer wie Grüne Damen und Herren in vielen Hospitälern, Altenheimen und Behinderteneinrichtungen; in Sport-, Kultur- und anderen Vereinen. Die Freiwilligen Feuerwehren, wichtigste Stütze der aktiven Gefahrenabwehr in Deutschland, haben ausschließlich ehrenamtliche Mitglieder. Auch den Katastrophenschutz der Bundesrepublik Deutschland gewährleisten größtenteils ehrenamtliche Kräfte.

3. Geschichte des Ehrenamts

Die Geschichte des Ehrenamtes ist eine weit zurückführende. Erste bekannte Ursprünge liegen in der abendländischen Tradition. Aber auch bei den Griechen der klassischen Antike oder im frühen Christentums, gehörte der individuelle Beitrag zum allgemeinen Wohl unverzichtbar zu einem sinnerfüllten Leben.

a.: Bürgerschaftliches Engagement bei den Griechen

Schon in der Antike Griechenlands war es Sache jeden männlichen Bürgers, sich für das Gemeinwesen zu interessieren, für dessen Wohl zu engagieren und in den Versammlungen über die Belange der Stadt zu diskutieren. Wer an solchen Versammlungen nicht teilnahm und sich auch den Angelegenheiten des Gemeinwesens verweigerte, war ein idiótes, also ein Privatmensch.

„Wer an den Dingen der Stadt keinen Anteil nimmt, ist kein stiller, sondern ein schlechter Bürger,“ formulierte es der Athener Perikles etwa 500 vor Christus.

b.: Bürgerschaftliches Engagement in christlicher Kultur

Eine andere Wurzel des sozialen Engagements findet sich in der christlichen Tradition im Liebesgebot der Bibel. Schon im Mittelalter wurde es durch die Versorgung von Armen mit Almosen vereinzelt umgesetzt. So verbindet etwa der zunächst als Ritterorden gegründete Johanniterorden, der seit 1099 in Jerusalem ein Spital für Arme, Alte und Kranke unterhielt, den christlichen Glauben zu wahren und Notleidenden zu helfen. Die Ehrenämter waren tatsächlich noch mit dem Erwerb von Ehre verbunden; adlige Personen, später auch Bürger mit hoher Bildung, gesellschaftlichem Ansehen und Reichtum konnten solche bekleiden und damit ihre Ehre noch erhöhen bzw. (im Falle der Bürger) erst erhalten.

[...]


[1] Vgl. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hg.) (2005): Fünfter Bericht zur Lage der älteren Generation in der

Bundesrepublik Deutschland. Berlin: Bundesministerium, S. 341.

[2] Vgl. Heinze / Olk 2001, S. 14f

[3] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgerschaftliches_Engagement (Zugriff: 29.04.2010).

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Alterung der Gesellschaft
Untertitel
Die gesellschaftliche Rolle alter Menschen: Bürgerschaftliches Engagement und Ehrenamt als Perspektive?
Hochschule
Fachhochschule Münster  (Sozialwesen)
Veranstaltung
Soziologie
Note
1
Autoren
Jahr
2010
Seiten
12
Katalognummer
V169012
ISBN (eBook)
9783640872312
ISBN (Buch)
9783640872138
Dateigröße
492 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die gesellschaftliche Rolle alter Menschen: Bürgerschaftliches Engagement und Ehrenamt als Perspektive ?
Schlagworte
Alter, Ehrenamt, Bürgerschaftliches Engagemnt
Arbeit zitieren
Stefanie Kinast (Autor)Björn Behl (Autor), 2010, Alterung der Gesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169012

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